Erstes Blatt.
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LinrücknngSgtbLhr r
Rotationsdruck und Vertag der Buchdruckerei bei verein, rr. WatjenhauseS in Hanau.
Gcoeral-Anzeiger
Amtliches Organ für Stabb tut) MKreis Samu.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Die ,Ü>I! gespaltene Petüzeilo oder deren Raum 30 Uz. im NrktamenteU die Zeil« 35 Ug, .
Veranuoortl. Redakteur: @. Schrick«, » Hanau.
Wn 25 ^ernsprechanschlittz Nr. 605
Samstag den 30. Ja na ar
Fernsprechanschluß Nr. 605
1909
Ae ielltige Nummer umftsjt aiifjer -.IluterhuIiWsiluti
18 Seiten.
Amtliches.
Stadtkreis !)anau. Beknnntmachnnft.
Llrbeitsuchende in der Zeit vom 23. bis 29. Januar 1909 :
2 Bm,schlosser, 1 Gärtner, 1 Glaser, 2 .Ha«s- bnrschen, 1 Schlosser und Heizer, 3 Tagelöhner.
Hanau den 30. Januar 1909. 2591
Städtische Arbeitsvermittelungsftelle.
Bekanntmachung.
In der Vonifer'lck)°n Zwangsversteigerungssache — 2 K 37/08 — findet auf Antrag des Konkursverwalters am N. März 1909, vormittags 10 Uhr, die V"rsteigerung der beiden Grundstücke: Kartenblatt V Parzellen Nr. 345'144 und 430/146 nebst Gebäulichkeiten Rochusstraße Nr. 31 b zu Großauheim nicht an der Gerichtsstelle, sondern im Gasthaus zum Löwen in Großauheim statt.
Hanau den 26. Januar 1909.
«..... Königliches Amtsgericht 2. 2571
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Holzverkauf.
Königs. Oberförsterei Hanau. Schuhbezirk B'Uchköbel — Lämboywald- Jagen 1, 4, 12 u. 16.
Moittag den U. Februar 1909, vorm. ^slO Uhr, im „Deutschen Hof" (Lamboystraße) zu Hanau.
Eichen: 120 rm Scheit, 33 rm Knüppel, 87 IM Stockholz 18,60 Hdt. Wellen Reis,
Buchen: 21 rm Scheit, 9 rm Siockholz, 14,20 Hdt. Wellen Neis.
Erlen, Linden : 21 rm Scheit, 73 rm Knüppel, 55 rm Siockholz, 23,40 Hdt. Wellen Reis.
Kiefern: 49 rm Scheit, 168 im Knüppel, 22,00 Hdt. Wellen Neis.
Sichten: 107 Glück Stangen 1.—3. Kl, 80 Stück Stangen 5.-7. Kl., 2 rm Knüppel, 830 Wellen Reis.
Auf Antrag erteilt Forstaufseher Noring zu Neuhof
Feuilleton.
Felix Mendelssohn Bartholdi.*)
Zur Erinnerung an seinen 100. Geburtstag.
Am 3. Februar 1909 feiert die musikalische Welt den 100 jährioen Gebiutsiag eines Mannes, der durch die untadelige Meisterschaft seines Könnens auf musikalischem Ge- biele, den schöpferischen Reichtum seiner Phantasie, die tiefe humanistische Bildung sich auf eine Höhe geschwungen hat, die wenigen Künstlern zugänglich ist. Dieser Mann ist kein geringerer als Felix Mendelssohn Bartholdi. Ihm wird heute aufrichtige Bewunderung und tiefe Verehrung gezollt, weil er auf allen Gebieten der Tonkunst — vielleicht mit Ausnahme der Oper — Hervorragendes und Mustergiltiges geleistet hat. Es dürfte deshalb weitere Kreise interessieren, einiges über den Werdegang und die Bedeutung dieses genialen Künstlers zu erfahren.
Felix Mendelssohn Bartholdi wurde am 3 Februar 1809 zu Hamburg als der Sohn des Bankiers Abraham Mendelssohn geboren. Der Großvater war der berühmte jüdische Philosoph Moses Mendelssohn.
Die Mutier, Lea geb. Salomon, lernte der Vater wahrscheinlich auf einer Geschäftsreise in Berlin kennen. Sie war eine anmutige, feinsinnige und hochgebildete Frau. Die ersten Jahre verlebten die Eltern Mendelssohns in Hamburg. Da sich die Mendelssohn während der Besetzung Hamburgs durch die Franzosen wegen ihrer Patriot, 'chen Gesinnung mißliebig machten, mußten sie 1811 bei Nebel und Nacht Hamburg verlassen. Sie wandten sich nach Berlin und gründeten das weltbekannte Bankhaus „Mendelssohn .
- *) Felix Mendelssohn Bartboldi schrieb seinen Namen stets ohne Bindestrich; alle lernt direkten Nachkommen haben biete exbretbart bei» behalten.
mündlich nähere Auskunft. Der anwesende Forstkassenrendant nimmt nach dem Sennin Zahlungen entgegen. 2595
Holzverkauf.
Königliche Obcrsörsterei Wolsgang.
Aeden Dienstag und Freitag von nachmittags l^r Uhr ab wird in der Kantine des Exerzierplatzes bei Großauheim das dort lagernde Buchen- und K^efern- reiserholz in kleinen und größeren Quantitäten öffentlich auf Meistgebot und aus freier Hand verkauft.
Zahlungen können im Termin geleistet werden.
Wolfgang den 29. Januar 1909.
Der Königl. Forstmeister.
■ Fenner. 2601
Bekanntmachung.
Von heute ab wirb der am Tor II der Königlichen Pulverfabrik beginnende, neben dem geplanten Exerzierplatz hinuehende Weg bis zum Ausgang des Walves am Schaf- biückeuweg für jeglichen Verkehr gesperrt. Bis zur Fertiastellung des vorgenannten Weges kann der von der Aschaffenburger Straße, an der Wache der Königlichen Pulverfabrik beginnende und an der Neuwirtshäuser Chaussee ausmündende Weg benutzt werden.
Ferner wird das Betreten der für die Anlage des neuen Exerzierplatzes bestimmten Fläche (Staats- und Gemeindewald) für Unbefugte während des Holzeinschlags und der Abfuhr des Holzes verboten.
Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 15 Mk. eveml. entsprechender Haft geahndet.
Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, daß das Mitnehmen der nicht käuflich erworbenen Hölzer auf dem Terrain des neuen Exerzierplatzes als Diebstahl nach § 242 des Strafgesetzbuches bestraft wird.
Wolfgang und Großauheim den 30. Januar 1909.
Die Orispolizeibehörden: Fenner, Grün,
Kgl. Forstmeister. Bürgermeister. 2651
Bekanntmachung.
Wegen Instandsetzung der Kinzigbrücke müssen die täglich 6mal zwischen Ort und Staaisbahnhof hier verkehrenden Prwat-Personeniuhrwerke mit Postiachenbeförderung in der Zeit vom 1.—4. Februar er. aufgehoben werden.
Die Postsachen werden an diesen Tagen durch Botenposten zu den gewöhnlichen Zeilen befördert.
Langenselbold, 29. Januar 1909.
Kaiserliches Postamt.
B l u m.
In Berlin (9bue Promenade Nr. 7) verlebten die Kinder — vier an der Zahl — eine ungetrübte Jugend. Der Vater ließ seine Kinder im christlichen Glauben erstehen, n cht aus äußeren Gründen, sondern weil er das Christentum für die bessere Religion hielt. Durch den sittlichen Gehalt desselben fühlte er sich so angezogen, daß er im Jahre 1822 in Frankfurt a. M. selbst zum Christentum übertrat.
Von der Erziehung der Kinder in der cbristl. Religion durften die Großeltern, die streng am mosaischen Glauben festhielten, nichts erfahren. Besonders die alte Mutter Salomon hing mit solcher Zähigheit an dem Glauben ihrer Väter, daß sie ihren Sohn Jakob (Abrahams Bruder), der zum christlichen Glauben übergetreteu war, verstieß und erst später wieder durch Vermittelung der Schwester Fanny versöhnlich gestimmt wurde. Dieser Sohn nannte sich seit seinem liebet tritt zum Christentum Bartholdi. Auf seinen Nat nahm Abraham für sich und seine Nachkommen den Namen Mendelssohn Bartholdi an zum Unter,chied von der Linie, der dem jüdischen Glauben treu gebliebenen Mendelssohn.
Wie die Religion, so nahm auch der Vater das ganze Leben ernst. Daß ein wahihaft weilvolles Leben Mühe U"d Arbeit war, stand bei ihm fest. Die große Arbeilsfreudigkeit und das strenge Pflichtgefühl verdankt der junge Mendelssohn den Anregungen seines Vaters. Den Weg zur Kunst zeigte wohl die geistvolle Mutter den Kindern, die dafür fachmännische Einsicht und große Liebe hatte.
Mendelssohn offenbaite schon in früher Jugend sein musikalisches Talent in wunderbaier Weise, und dabei eine geistige Reife, wie sie nur noch bei Mozart bekannt geworben ist. Auch die Schwester Fanny (geb. den 14. 11. 1805) hatte eine ganz besondere Gabe für Musik. Beide Geschwister erhielten daher einen ausgezeichneten Unterricht, der mit der größten Gewissenhaftigkeit Übermacht wurde. Die ersten Lehrer Mendelssohns waren Louis Berger im Klavierspiel und Zelter in der Komposition. Der junge Felix machte so
Gcsini-cnc und verlorene GenenstSude re.
Gefunden: 1 schwarzes Portemonnaie mit 60 Pfg., 1 goldene Damenuhr (auf der inneren Seite des Rückdeckels der Name Marie Merk eingraviert), 1 Visitenkartentâ'chchen mit Visitenkarten für Margarete Landauer, 8 Stück Batzen- würste.
Zugelaufen: 1 schwarzbrauner Jagdhund m. Geschl. Hanau den 30. Januar 1909.
Politische Rundschau.
Die Wahlprüfitnflskonrmission des Reichstag- erklärte die Wahlen der Abgg. Haas (nathb., Benèbeim- Erbach) und Legien (Soz., Kiel-RendSburg) für gültig. Die Wahl des Äbg. R i e s e b e r g (wirtsch. Vgg., Wanzleben) wurde beanstandet und Beweiserhebungen beschlossen. Die Prüfung der Wahl des Abg. fliege (natlib., Wolfenbüttel-Helmstedt) wurde noch nicht zu Ende geführt.
Im „Vorwärts" schreibt die sozialdemokratische Reichstagsfraktion zu der Indiskretion der Abgg. Noâke und Lehmann: „Wir stellen fest, daß die Fraktion es von jeher für selbstverständlich gehalten hat, daß über vertrauliche Auskünfte keinerlei Mitteilungen gemacht werden, weshalb die Fraktion diese beiden Vorkommniffe lebhaft bedauert." Die beiden Abgeordneten versuchen sich in Zuschriften an den „Vorwärts" nach Möglichkeit zu entschuldigen und ihren guten Glauben zu beweisen.
In der norwegischen Antwort auf die Mitteilung, daß Schweden die Verhandlungen in der Renntierweiden- frage abgebrochen hybe, wird die Erklärung eines norwegischen Mitgliedes derKommisston angeführt, daß der von Schweden für den Abbruch der Verhandlungen angeführte Grund, nämlich die Weigerung der Norweger, die Ergebnisse der Untersuchung täglich zu vergleichen, ungerechtfertigt sei. Die Norweger geben zu, daß eine Vergleichung der Ergebnisse nicht stattgefunden habe, und daß die Ergebnisse sich widersprechen; sie bestreiten aber, eS abgelehnt zu haben, die Ergebnisse zu vergleichen. Dieses Zugeständnis ist tatsächlich genügend, um das Erfolglose weiterer Verhandlungen darzutun. Im Interesse der Wahi heit muß aber betont werden, daß, nachdem einmal im schwedischen Bericht wiederholt Vorstellungen dagegen gemacht worden sind, daß die Ergebnisse der Untersuchungen nicht verglichen wurden und daß die Norweger stets antworteten, ihre Schriftsätze über die Ergebnisse der Untersuchungen seien noch nicht fertiggestellt. Selbst von norwegischer Seite wird zugegeben, daß die verhörten norwegischen Lappen sich nicht mit der Haltung von Renntieren beschäftigt haben.
schnelle Fortschritte, daß er schon im 9. Lebensjahre als Virtuose auftrat, und Zelter konnte ihn nach 3 Jahren für seinen besten Schüler ausgeben. AIS solchen stellte ihn dieser dem Altmeister Goethe in Weimar vor, der den Knaben Mendelssohn aufrichtig bewunderte und liebte.
Bereits als löjähriger junger Mensch (1824) hatte M. 4 Opern geschrieben, und eine größere Zahl andere Kompositionen riefen neben jenen berechtigtes Erstaunen hervor. Der Vater erkannte zwar die wirkliche Begabung seines Sohnes, aber es war ihm dieses noch kein genügender Beweis für die Zukunft. Erst als Cherubini, der Direktor des Konservatoriums zu Paris, dem ihn der Vater zur Prüfung vorstellle, die außergewöhnlich reiche Begabung deS Knaben er« kannte, gab er sich mit der getroffenen Wahl, daß sein Sohn sich ganz dem Musikstudium widmete, zufrieden.
(Fortsetzung folgt.)
Stadtt-coter in Hanau.
= Hanau, 30. Januar.
Neben Wiederholungen beliebter Operetten wurde in dieser Woche auch eine Neueinstudierung deS Lustspiels „H u s a r e n f i e b e r" gegeben, das zur Vorfeier von Kaisers Geburtstag am Dienstag über die Bretter ging und beifallsfreudige Aufnahme fand. Die Darsteller und Darstellerinnen entledigten sich ihrer Aufgaben mit offensichtlicher Lust und Liebe, sodaß eine Darstellung geboten wurde, die auch vollauf zu befriedigen vermochte.
Die gestrige Wiederholung der Aufführung der Tragödie „M a r i a Stuart" zeitigte besonderes Interesse durch das Auftreten zweier Gäste, die sich um ein Engagement au unserer Bühne bewarben. Den „Grafen Leicester" spielte Herr Wilhelm C h a u d o n vom Hoftheater in Gera, der sich seiner Aufgabe annehmbar entledigte und namentlich Wert auf eine gefällige deutliche Sprechweise legt. Vor Abschluß eures Engagements dürfte sich das nochmalige Auf-