Erstes Blâ
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itotationSdruck und Verlag der Buchdrucker« ««- aerritt. eo. WaljenhaujeS in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für LM- tut) FanRrcis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Simâckung-gebihr t
Di« fLnfgespalten« Pentzeil« oder deren Reum 80 ^ im Rettamvueü die Zeil« 35 Psg.
Verantwort!. Redakteur: 6. Schrecker de Hanau.
Nr. 19
^ernsprechanschlusj Nr. 605*
14 Seiten
Amtliches.
Stadtkreis Hanau.
Bekanntmachung.
?Ttn Geburtstage Sr. Maiestät des Kaisers und Königs
Md die städtische,r Amisftelleit geschsoffen.
Das städtische S'eueramt und die Heuwage sind bis 10 Nhr, das Standesamt von 10—11 Nhr geöffnet.
Hanau am 21. Januar 1909.
Der Oberbürgermeister.
J. V.: Hild. 2033
Beknnntmnchttng.
Arbeit Itchende in der Zeit vom 16. bis 22. Januar 1909:
1 ^«-ttter, 1 Wolbitrlfdtcr, 3 .^^ttsburichen, 1 Krstenmacker, 1 Silberschleifer, 3 Tage- lösiner, l Zimmermann.
Gesucht: 1 Schlosser (aushilfsweise).
Hanau den 23. Januar 1909. 2123
Städtische Arbeitsvermittelimgsftelle.
Bekanntmachung
-Tie im Stadtbezirk Hanau mit Kesselstadt wohnhaften Mânnschafien des Beurlaübtcnstandes, weiche die infolge Nmnuinerierniigen und Ninbe eichnung von Straften in letzter Zeit eingetretene Pkränderuiig ihrer Wohnung noch nicht gemeldet haben, werden hierdurch gemäss Z ffer 6 Absatz 2 der Paß-Bestimmungen ausgefordert, diese Wohnimps- Verättdcr un-en runzel end schriftlich oder mündlich unter V)rla^e ihrer Militârpap^ere beim Nezirksseldwebel in Hanau, Paradeplatz, Haupt- melde mt, zu melden.
Ferner sind die etwa bis jetzt noch nicht zur dienstlichen Kenntnis gebrachten Wol'ttttnnsveränderuttften von allen übrigen Mannschaften des Beurlaubten- standes des Stadt- und Landkreises Hanau umgehend zu melden.
Meldestunden: An Wochentagen von 9 bis l 2 Uhr vorm. An Sonn- u. Feiertagen von 11 bis 12 Uhr vorm. Hanau ben 15. Januar 1909.
Koni liches .Hauvtmeldeamt. 1515
Eleder^bend.
— .Hanau, 22. Januar.
Das Programm für den am 8. Februar stattfindenden Liederabend liegt uns heute vor. Es ist Frau Oblf-Vick gelungen, für ihr Konzert die Mitwirkung des sehr geschätzten Violoncell o-Vntuosen Herrn Hermann Keiper, Lehrer am Dr. Hoch'schen Konservatorium in Frankfurt, zu gewinnen. Herr Hermann Keiner spielt Kompositionen von Popper, Temaglia, Mario, Neruda rc. Die. Begleitung der Lieder liegt in den bewährten Händen des Herrn Gustav Altvater.
Die Liederwahl bietet neben größter Vornehmheit reiche Abwechselung: — Corneliu^, Greg, Strausss stimmungsvoller „Traum durch die Dämmerung", das wenig bekannte, aber musikalisch sehr wertvolle, bochdrammüche „Repentir" von Gounod füllen den ersten Teil des Abends.
Vielfa ben Wünschen entsprechend auch aus ihrem Opern- Repertoir (Frau Ohlf-Vick war zuletzt als erste Sängerin am Metropolitan-Opèra -House, Direktion Conried, in Ncw- ?)orf läng und gastierte an den meist n größeren Bühnen Deutschlands) etwas zu bringen, singt sie sie Arie „Ja, bte Liebe hat bunte Flügel" und Bruchstücke (Habanera und die Prophezeiung) au§ der Oper Garmen, ihrer erfolgreichsten Partie, die ihrem mehr nach Alt neigendem Mezzo-Loprcm und ihrem Temperament vorzüglich liegt. Einen ngenartigen, für Hanau neuen Zyklus br ngt dao Programm in den plattdcunchen Liedern. Auch dem ge- oildeten Mittel- und Süddeutschen sind heutzutage die liederdentichen Dichter Fritz Reuter “^ ^ ^''^ Groth feine Fremden mehr. Unser Hananec Publikniu wird daher gewiß gern die Gelegenheit wahrnehmen, di. schlichten, im Ernst >vie auch im köstlichstes Huinor gleich zu Herzen gehenden Weisen fetter Dichter, trefflich vertont durch Schondorf, Grimm, Berger, HildaR, kennen zu lernen. Da die Sängerin ihren eigenen heimatlichen DialcU, der urrigene' Lesungen sehr ciifichmeichelnd klingt, vorzüglich behercMi,
Semstlig dc» 23. Jiuiiiar
Gefiiiidcuc und lirrlorcitc Gc-icnstäiide rc.
Gefunden: 2 rotgewürfelte Kopfkissenbezüge, 1 altes braunes Dametijäckchen, 1 Sparkassenbuch Nr. 5670 der ständischen Leih 'ank zu Hanau für Fräulein Emma Blume.
Verlöre n: 1 Wandergewerbeschfin Nr. 23 für Henriette Altschul in Frankfurt a. M., 1 brauner Damenpelz, 1 Medaillon mit 1 Edelweiß, 1 Portemonnaie mit ungefähr 4-5 Mk., 1 braunes Damenportemonnaie (Inhalt ungefähr 3,50 Mk., 2 Brie'mrrken und 1 Theaterbillett).
Eingefangen: 1 grauer Stall'ase.
Zugeflogen: 1 Brieftaube mit Ring am Fuß (gez. 23. IV. G. B. A. H.).
Hanau den 23. Januar 1909.
Politische Rundschau.
Die Besoldung-vor^asten. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Den gestrigen Verhandlungen der Budgetkommission des Abgeordnetenhaus s über die Deckung des Bedarfs für die Besoldungserhöhungen der Beamten, Lehrer und Geistlichen und dem Entgegenkommen von allen Seilen ist es zu danken, daß unter Einhaltung der von der Regierung vorgeschlagenen Grundlagen eine Lötung gefunden ist, welche die Deckungsfrage angemessen regelt und damit die Voraussetzung für die im allseitigen Interesse dringend erwünscht baldige Verabschiedung der Bcsoldungsvorlagen für Beamte, Lehrer und Geistliche schafft.
Die Krisis im Orient.
Konstantinopel, 22. Jan. Nach dem „Militärblatt" werden 18 Oisizic e für zwei Jahre zur Ausbildung auf Staatskosten Mch Mutichlaud geschickt werben ; andere Offiziere können sich zu demselben Hweck freiwillig dorthin begeben, wenn sie die Unterhaltungskosten für zwei Jahre bei einer Bank deponieren.
Konstantinopel, 22. Jan. Bei der gestrigen Bot- schaftei Zusammenkunft wurde der Antrag der Pforte betreffs euer dreimonatlichen Gagenabfertigung für die ausländischen Offiziere der makedonischen Gendacmene genehmigt. Nur der englifche Botschafter stimmte nicht zu, weil er erstdie Genehmigung seiner Regierung einholen muß.
Belgrad, 22. Jan. In der Skupschtina erster te Ministerpräsident Welimirowit'ch auf eine Anfrage, daß im Minister- rate bisher keine Note des Ministers des Aenszern über neue serbische Forderungen verhandelt worden sei; ebenso habe sich der Ministerrat noch nicht damit befaßt, ob mit Rücksicht auf die Verhandlungen zwischen der Türkei und Oesterreich-Ungarn der serbische Standpunkt in der Ailneklioussrage zu verändern sei. Sobald etwas derartiges erfolgt sei, werde die Skupschtina davon v rstäudigt werben.
Land und Leute kennt, dürfte von ihr als Interpretin der plattdeutschen Mundart das Beste zu erwarten sein. Die plattdeutschen Lieder sind im Urtext und in hochdeutscher Uebersetzung dem Programm beigefügt, sodaß auch dem des Dialekts weniger Kundigen volles Verständnis ermöglicht ist. — Heitere, neckische Lieder von Wolf, Meister, Hildach bilden den Schluß des Abends, dessen Besuch wir sehr empfehlen.
* St^dtth Skier. (M arcell Salzer-Abend.) Auf den heute abend staltfindeiiden „Lustigen Abend" des einzig dastehkitden unübertroffenen Vortragskünstlers Marcel I Salzer sei nochmals besonders hingewiesen. Der „Erfurter Allg. Anz." schreibt: Marcell Salzer. Der Nanir schon ist imstande, ein Lachen hervorzuzaubern; ein innerliches, sonniges Lachen der Erinnerung. Damals in Dingsda, oder in dem ober s mem Saal hat man ihn gehört und gesehen, und man weiß noch genau, wie herzlich man aelacht bat unb wie schön es gew.'sei^! Ul’) liest man den Namen in der Zeitung einer fremden Stadt, dann tvill etivas wie Neid uns fassen: Warum sammt er nun bloß nicht auch zu uns? Wir haben doch auch ein Publikum, das gerne fröhlich ist. Nun, gestern war er da. War da und ließ alle Sprühteufel seines köstlichen Humors über unS Hinlollen. Salzer besitzt den echten Humor, der mit einem Auge ladn, mit einem Auge weint z Salzer ist ein Mensche li'childezer, der mit zwei, drei Strichen, mit einer Gedankenpaufe und einer Gcbcrde seinen Gestalten c ne Plastik verleiht, die nicht zu übertreffen ist. Und was er aus seinen Dichtern macht! Du lieber Himmel — man hat Roiegger, man har N-deamuS und den bösen, köstlichen Ludwig Tboma doch auch gelesen; war auch sehr nett, und man bat etliche Tia le auch gelacht, aber gar so besonders isl's doch nicht gewesen. Da sammt denn nun dieser Sal er, ermhlt das alles noch einmal und daS Wunder ist geschehen: man erkennt daP wat man einst nur gelesen, gar nicht wieder, man lacht Tränen unb läßt sich rühren - und nimmt wthl im Geiste auch den Hut ab
Fernsprechanschlirtz Nr. 605. 1909
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Die Annexion in der montenegrinischen Skupschtina.
Cetinje, 22. Jan. In der heutigen Sitzung bet Skuvschtina beantwortete der Ministerpräsident, Minister bei Aeußern Dr. Tomauowitsch, eine Interpellation über dir bosnisch-herzegowinische Frage. Der Minister hob die natür« lieben Bande bervor, die Montenegro mit diesen Ländern verknüpfen, nämlich die vollkommene Gemeinsamkeit der Sprache unb der Bestrebungen. Der Redner gab ein historisches Bild der serbischen Kämpfe 1831 und 1875 um die Unabhängigkeit Bosniens und der Herzegowina und führte weiter aus, die Delegierten Oesterreich-Ungarns auf dem Berliner Kongreß hätten die Versicherung gegeben, daß die Okkupation unparteiisch werde geführt werden und daß das Mandat nur temporär sei. Die trotzdem nun unerwartet eingetretene Annexion, fuhr der Minister fort, hat unter den serbischen Völkern eine schmerzliche Bestürzung und Verzweiflung hervorgerufen und ein Kriegsfieber hat sich der Mouteuegriner bemächtigt, das jedoch Fürst Nikolaus auf die Ratschläge der Mächte hin und dank seinem Einflüsse in Zügeln halten konnte. Wir setzen volles Vertrauen in das Ergebnis einer Konferenz, da wir nicht glauben können, daß die Großmächte die serbische Nation zum Tode verurteilen können. Serbien wie Montenegro haben in dem letzten Orientkriege ihre Existenzen für diese Provinzen aufs Spiel gesetzt. Das Nationalitätsprinzip, durch deffen Krakt die Einheit Italiens und die Deutschlands verwirklicht worden ist, streitet zu Gunsten der serbischen Staaten. Oesterreich- Ungarn kann sich für seinen Akt auf keinen Rechtstitel stützen, weil diese Provinzen nicht res nullius waren, die man durch Okkupation sich aneignen konnte. Die jüngsten Verhandlungen Oesterreich-Ungarns mit der Türkei über ein Arrangement durch Hingabe von Millionen dürften, so glauben, wir, die Mächte nicht genehmigen. Infolge der Annexion ist das Ende der unabhängigen politischen Existenz der * serbischen Staaten nur eine Frage der Zeit. Deshalb können wir keine andere Lösung zulasten als die Wiedervereinigung dieser Provinzen mit den serbischen Staaten oder ihre vollständige Autonomie. An diesem Standpunkt hält die Regierung energisch fest. Wenn unsere Hoffnungen, die wir in eine Konferenz setzen, uns täuschen, bleibt uns die Hoffnung aus uns selbst gemeinsam mit Serbien und allen Serben, wo sie auch immer sein mögen. Die Skupschtina beschloß sodann einstimmig, mit folgender Resolution zur Tagesordnung überzugehen : „Die montenegrinische Nationalversammlung billigt die Aktion der Regierung und spricht den Wunsch aus, daß sie gemeinsam mit Serbien und mit noch größerer Energie an jenem Standpunkte festhalte, der gleichzeitig den Wünschen und Interessen des Serbentums, der Würde Montenegros und feiner historischen Mission durchaus entspricht. Vor vor dem Dichter, den man bis dahin vielleicht ein wenig über die Achsel angesehen hat. Was Salzer gestern alles brachte? Das ist nebensächlich, wenn nur Namen in Betracht kommen. Wichtizer ist es, daß er Menschen in überreicher Fülle erstehen ließ, jedem einzelnen in seiner Besonderheit, daß er vor allem auch jedem seiner Hörer etwas gegeben hat, was auch in den Sorgen und Nöten des profanen Lebcns'uoch lauge naeßwirfen wiib. Tie zwei Stunden, die wir gestern mit Salzer verleben bürsten, werden keinem verloren fein, die stehen wie ein fröhliches Ereignis in der Erinnerung. — Anfang deS Salzer Abends 8 Ußr. Am Sonntag nachmittag wird bie Opeiette: „Die lustige Witwe" nochmals gegeben und am Sonntag abend gelangt das bekannte und beliebte Schau piel Obneis: „Der Hüttenbesitze r , neu einftubiert, zur Aufführung. Am Montag wird die Operette „Die D 0 l l a r p r i n z e s s i u" bei siebten Preisen gegeben.