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Gcneral-Anzeiger
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Berautworti. Redakteur: <8. Schrecker « Hanau.
Nr. 17
N«»nsprechanschlutz Nr. 605. DMlKtrstllg btll 21. Juniial
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Fernsprechanschlutz Nr. 605»
1909
IrtTMUM
Amtliches.
Can Abreis I)anau.
Auf Grund des § 18 des Gesetzes vom 12. März 1881, betreffend die Ausführung des Gesetzes über die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen, sind für das Kalenderjahr 1909 als Schiedsmänner zur Schätzung des gemeinen Wertes der an Seuchen gefallenen Tiere für den Landkreis Hanau die Herren:
1. Bürgermeister Baumann, Bruchköbel,
2. Landwirt Philipp Viehmann, Niederissigheim,
3. Landwirt und Metzger Johann Friedrich Dück- Hardt III., Langendiebach,
4. Landwirt Friedrich Hestermann, Langendiebach Wiedergewählt worden.
Hanau den 19. Januar 1909.
Der Königliche Landrat.
V 328 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.
HandelsreMer.
In das Handelsregister ist bezüglich der offenen Handelsgesellschaft in Firma Carl Schroeter Söhne mit dem Sitze in Hanau heute eingetragen worden:
Der Weinhändler Carl Ferdinand Schroeter
in Hanau ist am 10. Dezember 1908 gestorben und aus der Gesellschaft ausgeschieden. Nach § 16 des
, ... . _ 19. März 1896
Gesellschaftsvertrags vom o -—., . ono— besteht dre
ApNl 10^0
Gesellschaft unter bett' beiden übrigen Gesellschaftern, Kaufleuten Carl Wilhelm Schroeter und
Otto Schroeter, Mbe in Hanau, fort.
Hanau den 15. Januar 1909.
Köntgliches Amtsgericht 5. 1891
Gefiiiidcnc und verlorene GklicnstSilde 2t.
Gefunden: 1 brauner Sammetgürte! mit oxydierter Schnalle, 1 rotg"würfel>es Metzgertuch.
Verloren: 1 altes Portemonnaie mit 11,25 Mk. und 1 kleiner Kofferschlüssel, 1 Los der Straßburger Geldlotterie Nr. 3817, 1 gelber Rohrstock mit Messingipange (am Fahrplan mast der Endstation Rosenau hängen geblieben).
Zugelaufen: 1 kleiner gelber Pinscher mit weißer Brust und weißen Vorderpfoten, 1 junger brauner Jagdhund. Hanau den 21. Januar 1909.
Politische Run dich au.
In der Ersten Kammer des sächsischen Landtages wm de gestern mittag die Wahlrechtsvorlage einstimmig angenommen.
Der französische Konsul Ferrand in Stuttgart wurde zum Handelsattache für Deutschland, Belgien, Holland und die Schweiz ernannt.
Der venezolanische Gesandte Dr. Paul ist gestern früh im Haag eingetroffen, um über den Frieden mit den Niederlanden zu verhandeln
Ungarisches Abgeordnetenhaus. In Beantwortung einer Interpellation betreffend das Bergwerksunglück in Domany Jenes in Ajka erklärte Ministerpräsident Wekerle, daß nach den angestellten Ermittelungen keine VoistcktSmaß- regel außer Acht gelassen worden sei. Auf Grund der Erfahrungen von Couriières seien seinerzeit moderne Sicher- heitsvorkehriingen bezüglich der Ventilation und der Lampen getroffen worden. In Domany sei das Unglück durch eine Gasausströmung verursacht worden, ohne daß eine Explosion erfolgt sei. In Ajka fei es gelegentlich einer Untersuchung des Ventilators durch einen Äufseber herbeigesührt worden, dessen Lampe den Ventilator in Brand steckte. In beiden Fällen hätten die Hinterbliebenen, auch diejenigen, welche nicht dem Bruderlande angehören, auf Grund des Unfall- versicberungsgesetzes eine Versorgung erhalten. Die Antwort des Ministerpräsidenten wurde zur Kenntnis genommen.
Landesverratsprozesse nnd kein Ende. Vor den vereinigten 2. und 3. Strafsenaten des Reichsgerichts gelangt in den letzten Tagen dieses Monats schon wieder ein Prozeß wegen Verrats militärischer Geheimnisse zur Verhandlung. Angeklagt ist der am 3. Juli 1867 zu Neuerburg im Kreise Bitburg geborene und bis^zu feiner im Sommer 1908 erfolgten Verhaftung in Metz wohnhafte Kaufmann Josef Wilhelm Hermann. Er stand mit französischen Agenten in Verbindung und soll Pläne der Meyer Forts sowie andere Gegenstände, die im Interesse der Reichèsicherhcit geheim zu halten sind, ausgcliefert haben. Trotz der zu erwartenden
schweren Strafen gelingt es dem Spionagebureau der französischen Regierung immer wieder, mit Erfolg Spione in den Reichslanden anzuwerben. Wie die Sächs. Korr, von gut unterrichteter Seite erfährt, schweben gegenwärtig nahezu ein Dutzend Spionagksachen, von denen aller Wahrscheinlichkeit nach vier in nächster Zeit zu Verhandlung kommen.
Konfesstonelle Differenzen in Jerusalem. Die Angelegenheit des orthodoxen Patriarchats von Jerusalem wird immer verwickelter. Nach einer Depesche des Pmriarchats- verwesers hat eine große Anzahl Eingeborener das Patriarchat besetzt, das nun militärisch bewacht wird. Der abgesctzte Patriarch hat sich an die Pforte telegraphisch mit der Bitte um Bestrafung der Schuldigen gewandt. Den Blättern zufolge hat die Pforte nach Jerusalem vier Bataillone ab* geschickt.
Die Differenzen weaen der antijapanischen Gesetze in Kalifornien sind noch nicht beigelegt. Allerdings hat der Gouverneur von Kalifornien, Gillett, die Veröffentlichung einer Erklärung „gestattet," der zufolge er nach Rücksprache mit den führenden Mitgliedern des kalifornischen Parlaments überzeugt sei, daß keine gegen die Japaner gerichtete Vorlage Gesetzeskraft erlangen werde. Der Gouverneur stellte mit Befriedigung fest, daß das kalifornffche Volk und seine Gesetzgeber die Bemühungen der Bundesregierung und Japans, der Auswanderung Einhalt zu tun, würdigten. Nach seiner Meinung wäre es ein bedenklicher Mißgriff, Gesetze gegen die Japaner zu erlassen. An dieser Angelegenheit sei die Bundesregierung besonders interessiert und ihre Wünsche sollten und würden deshalb von dem kalifornischen Volke sorgfältig in Erwägung gezogen werden. Es bleibt nun abzuwarten, ob die Ueberzeugung des Gouverneurs, das keine japanfeindlichen Gesetze beschlossen werden, auch durch die Tatsachen eine Bestätigung finden wird. Geschieht das, so ist ohne weiteres klar, daß man von Washington aus in einer Weise eingewirkt haben muß, die keinen Zweifel.darüber lassen konnte, daß es sich um eine politische Daieinsfrage von ernstester Bedeutung handle, daß eß in letzter Linie um Krieg und Frieden gehe.
Die serbische Ministerkrise. Aus amtlicher Quelle wird gemeldet, der Ministerpräsident habe am 15. Januar die Demission des Kabinetts eingereicht und diesen Schritt mit dem Wunsche begründet, daß ein neues Kabinett gebildet werde, welches sich einer zuverlässigen Unterstützung durch das Parlament bei der Führung der Slaatsgeschäfte erfreuen würde. Der König hat bedingungsweise die Demission des Kabinetts angenommen und zu gleicher Zeit seine Zustimmung zur Eröffnung von Verhandlungen zwecks Bildung eines neuen Kabinettes gegeben. Nachdem die Versuche in dieser Hinsicht gescheitert sind, hat der König heute vormitlag dem Ministerpräsidenten erklärt, daß er die Demission nicht an* nehmen könne, und ihn aufs neue seines Vertrauens versichert.
Zum Besuch des enalischen KönigspaareS in Berlin.
London, 20. Jan. Das amtliche Programm für den Besuch des Königs und der Königin in Berlin ist noch un* vollständig. Die Majestäten werden von London am 8. Februar nach Dover abreisen und sich von dort auf der königlichen Jacht „Alexandra" nach Calais begeben und von dort aus nach Berlin, wo sie am 9. Februar eintreffen. Sie werden bis zum 12. Februar in Berlin bleiben und dann direkt nach London zurückkehren. Das Gefolge wird, soweit bisher feststeht, sich folgendermaßen zusammensetzcn: Kolonial- Sekretär Carl Crewe, dann Lord-Kämmerer ViScount Alt- horp, als Stabsträger vom Dienst und Vertreter Armee- sseldmarschall Lord Grenfell, als Vertreter der Marine Admiral Sr. Day Bosanquet, ferner Sir Charles Hardinge, ständiger Nnterstaatssekrelär des Auswärtigen Amtes Sir James Reid, sowie als Leibarzt Oberst Streatfield und Oberst Fritz Ponsonby als Stallmeister.
Loudon, 20. Jan. Der „Standard" schreibt über den Besuch des Königs Eduard in Berlin: Es rief hier allgemeine Genugtuung hervor, daß die städtischen Behörden von Berlin sich entschlossen haben, sich mit dem Kaffer zu vereinigen, um den König und die Königin willkommen tu heißen. Wir freuen uns alle, daß dieser Besuch mehr bedeutet als bloß eine günstige Gelegenheit für eine glänzende Gastfreundschaft, glänzend für den Gast wie für den Wirt. Der Kaller besitzt d e königliche Gabe eine gelegentliche Förmlichkeit zu verinnerlichen und zu verschönern durch lebhafte persönliche Herzlichkeit. Im allgemeiinen wünschen die Engländer, mit Deutschland in beständiger herzlicher Vertrautheit zu leben, und sie würden für diesen Zivcck zu jedem Opferbereit sein, außer dazu, Verbündete im Stiche zu lassen und Freunden untreu zu werden. Aber sie seien gezwungen, die Tatsache anzuerkcnnen, daß im deutschen Vaierlande macht
volle feindliche Einflüsse gegen eine internationale Annäherung vorhanden seien. Dieser Argwohn bestände in gutem Glauben. Der „Standard" fährt fort: Je weniger wir versuchen, unsere Tadler eines Besseren zu belehren, um so eher werden wir Erfolg haben. Der Kaiser und Fürst Bülow haben bei der jüngsten Krisis heilsamen friedlichen Einfluß ausgeübt. Fest an der Seite seines Bundesgenossen stehend, hat Deutschland ohne Hintergedanken an der Beruhigung Europas gearbeitet. England, das zu den Grundzügen der deutschen Politik in Europa und Asien nicht mehr im Gegensatze steht, hat sich in Afrika willens gezeigt, ein gemeinsames Vorgehen anzubieten und anzunehmen. Hiermit sollte die Grundlage für ein allgemeines Verständnis gegeben sein. Es ist nicht unsere Aufgabe, dem nationalen Ehrgeiz Deutschlands, sich zu Wasser ebenso stark zu machen wie iv Lande, tückische Beweggründe unterzulegen.
Von den Diamantenschätzen in Südwestafrika.
In Kapstadt ist, wie der „Times" von dort berichtet wird, eine Deputation von Besitzern von Diamantenfeldern in Deutsch-Südwestafrika eingetroffen, die morgen mit dem Postdampfer nach Deutschland reift, um Staatssekretär Dernburg gewisse Beschwerden zu unterbreiten. Eines der Mitglieder dieser Deputation machte folgende Angaben: Di« Diamantenfelder erstrecken sich längs der Küste der Lüderitz» bucht in einer Länge von 20 und einer Breite von drei Meilen. Das Land gehört den deutschen Kolonialgrsell» schäften, die verschiedenen anderen Gesellschaften Konzessionen zur Ausbeutung der Diamantenlager auf fünfzig Jahre bei einer Abgabe von fünf Prozent des Ertrages erteilt haben. Die größte dieser Gesellschaften hat ein Kapital von 125000 Pfund mit ihrem Sitz in Kapstadt. Ihre Ausbeute beträgt 6000 Pfund per Monat. Die Diamanten sind von ausgezeichneter Qualität, erste Ware kostet 59 Schilling das Karat, manche Steine wiegen über zwei Karat. Man findet sie im Sande, die Ausbeutekosten find also sehr gering, die Löhne niedrig. Die größte Schwiengkeit macht die Beschaffung von Wasser, das mit großen Kosten und auS weiter Ferne geholt werden muß. Als sehr ungerecht wird es empfunden, daß die deutsche Regierung die Diamanten« ausbeute mit einer Steuer von 10 Mark per Karat belastet hat, gleichviel wie die Qualität des Steines ist. Die Deputation will Dernburg veranlassen, statt dessen eine Abgabe von dem wirklichen jeweiligen Werte der Steine zu erheben, die 20 Prozent nicht übersteigen soll. Auch die Bestimmungen über die Abgrenrung von Farmen, die von Leuten am grünen Tisch getroffen würden, machen viele Schwierigkeiten. Es heißt, Herr Dernburg habe ein deutsches Syndikat für den Ankauf der Diamantenaußbeute gebildet, und daß die Verschmelzung der vier großen Gesellschaften von Lüderitzbucht beabsichtigt sei. Im Reichskolonialamt ist, wie mitgeteilt wird, von der bevorstehenden Ankunft einer Deputation auS Süd westafrika noch nichts bekannt.
Die Krists im Orient.
Konstantinopel, 20. Jan. Die türkischen Blätter veröffentlichen den Wortlaut des aus neun Punkten bestehenden Protokollentwurfes über die österreichisch-ungarisch-türkischen Verhandlungen. In Artikel 5, welcher der Türkei völlig« Freiheit bezüglich der Handels- und Zollpolitik zugesteht, verpflichtet sich Oesterreich-Ungarn, binnen zwei Jahren nach Unterschrift des Vertrages einen Handelsvertrag mit der Türkei abzuschließen und zwar nicht auf der Grundlage von Kapitulationen. Zu der ebenfalls bereits bekannten Bestimmung über die Religionsfreiheit der in Bosnien und der Herzegowina lebenden Mohammedaner ist zu bemerken, daß in den Gebeten nicht, wie die Blätter melden, der Name des Sultans, sondern der Name des Kalifen als religiösen Oberhauptes genannt werden soll. Die Mohammedaner hängen, wie früher, vom Scheich ül Islam ab, dem baß Recht der Ernennung deS ersten Ulemas zusteht. Der Ausdruck „Annektion" fehlt in dem Entwurf: dafür ist „Anerkennung des jetzigen Zustandes" gesetzt. Das in den ursprünglichen österreichischen Vorschlägen erwähnte Schutzrecht Oesterreichs über die katholischen Albanesen ist in dem Entwurf nicht angeführt. Die ebenfalls bereits gemeldete Bestimmung bezüglich des Auswanderungsrechtes dürfte, ebenso wie einige andere Punkte, zu Meinungsverschiedenheiten Anlaß geben.
Konstantinopel, 20. Januar. Die Kammer erledigt« eine große Reihe von Anträgen vnd lehnte den Antrag, der Sultan solle alle Besitztümer, die er unter dem alten Regime erworben, dem Staate zurückgeben, einstimmig ab. De?Abgeordnete für Taschlidscha bemerkte bezüglich der fm Exposs des Großwesirs erwähnten Räumung der Sandschak Novi- bazars, die Ansicht sei irrtümlich, daß Oesterreich als Kompensation den ganzen Sandschak räumte, da nur zwei kleine Städte von ihm besetzt gewesen seien, und beantragte, den Großwesir zu interpellieren, weshalb er diesen Irrtum durch das Expose verbreitete. und ihn auszufordern, das Protokoll