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?^7?^ënv^mdetèn^^^st^^^^^^^^^ „Bremen" nahm nur Gesunde auf. Diese waren in Messina Buchstab« sich dem Tode geweiht. D-e ürrchtbare .Qc’iife, der Mangel in Lebensmitteln und kein Obdach! Die Belalningen aller Schiffe arbeiteten natürlich einander in die Hände. Wir schickten dem Lloyddamvfer „Bremen", der nach Neapel in See ging, unsere Gesunden hinüber und nahmen noch einige Verwundete an Bord. Wir gingen dann ebenfalls nach Neapel in See. Am NeujahrStag leisteten wir an Bord den ganzen Tag Samariterdienste. Es gab viel Wachen, aber man hatte doch ein stolzes Gefühl. Kindern, alten und jungen Frauen und Männern gaben wir zu essen und zu trinken. Viele muhten wir stützen, die von der Seekrankheit befallen wurden. Es war entsetzlich, alle Vorgänge an Bord mit ansehen zu müssen, und eS war uns kaum möglich, in unseren freien Stunden Schlaf zu finden. Auf See begegneten wir zwei russischen und zwei englischen Kriegsschiffen, die zur Hilfeleistung nach Messina fuhren. Als wir am anderen Morgen in Neapel ankamen, wurden die Verunglückten an Land gebracht, dann wurden Kohlen gefasst und wieder gings zurück nach Messina, um einen neuen Transport Verwundeter aufzunehmen."
Neue Erdstötze.
Catania, 7. Januar. Heute wurde hier ein leichter Erdstoß gespürt.
Reggio, 7. Januar. Don heute mittag an bis 2 Uhr nachmittags sind hier einige ziemlich heftige Erdstöße verspürt worden.
Rom, 7. Januar. Nach Meldungen anS Monteleone sind dort heute abend zwischen 6 und 7 Uhr ziemlich heftige Erdstöße verspürt worden, die unter der Bevölkerung Beunruhigung hervorriefen.
Ein IPriiWschcr SriifntioliSProzcß.
„Blatt 11 der Nachlatzakten".
(Unber. Rachdr. Verb.) 8. u. H. Weimar, 7. Januar.
Am heutigen zweiten DerhandlungStaoe, zu dem sich das Publikum wieder in außerordentlich großer Menge drängte, sollte der eigentliche „clou" des Prozesses, der Fall Schörn, durch die Zeugenvernehmung aufgeklärt werden. Dr. Wernsdorf hatte in seiner Bro'chüre „Blatt 11 der Nachlaßakten" bekanntlich behauptet, daß der Landwirt Schorn durch Manipulationen des damaligen Referendar? Dr. Wedekind in den Nachlaßakten um die Hälfte seiner Erbschaft gebracht und ihm durch ein „Kllquenverbrechen" aller bei den verschiedenen Prozessen beteiligten Richter, Rechtsanwälte rc. sein vermeintliches Recht verweigert worden sei. Diejenigen Zuhörer, die von der heutigen Zeugenvernehmung über diesen Fall eine Sensation erwartet hatten und der Meinung waren, daß durch eine Art Wiederaufnahmeverfahren dem angeblich unterdrückten Rechte zum Siege verhelfen werden wurde, iahen sich in ihren Erwartungen getäuscht. Der Eindruck der Aussagen der bisher vernommenen Zeugen, an dem auch die weitere Beweisaufnahme schwerlich etwas ändern dürfte, ist allgemein der, daß der Angeklagte Dr. Wernsdorf stark mit Kombinationen gearbeitet hat. Bei seiner Vernehmung über den Fall Schorn gibt Angeklagter Dr. Wernsdorf zunächst an, daß er auf Grund eines sehr sorgfältigen Studiums der Akten SchornS zu der festen Ueberzeugung gelangt sei, daß diesem Manne Unrecht geschehen sei. In dieser Meinung habe ihn vor allem die Aeußerung des damaligen Nachlaßrichters' Dr. Jungherr zu Scharn bestärkt, daß auf Blatt 11 der Akten die Unterschrift Gerstungs „ganz frisch" ausgeschnitten sei. Der Vorsitzende bemerkt dem Angeklagten daraus, daß Dr. Jungherr an dem fraglichen Tage die Akten zum ersten Male in die Hände bekommen habe, und daß es gänzlich ausgeschlossen sei, daß er auf den Namen Gerstungs gekommen sei, da diestr nirgends in den Akten sonst erwähnt werde. Der Angeklagte erwidert, daß «r den Angaben SchornS unbedingen Glauben geschenkt habe; ein so naiver und einfacher Mann könne sich so etwas unmöglich ausdenken. Der Vorsitzende stellt darauf fest, daß lange vor Beginn deS Prozesse- Schorn-Wedekind Schorn zahllose Prozesse gefiihrt und bei ihnen sein ganzes väterliches Vermögen verloren habe. Große Heiterkeit erregte es, als der Vorsitzende bei den Feststellungen aus den Akten einen Brief Wernsdorfs an einen Verleger verlas, aus dem hervorgehen solle, daß Dr. Wernsdorf bei der Herausgabe seiner Broschüre weniger ideale alS vielmehr stark materielle Zwecke verfolgt habe. In diesem Briefe gebraucht Dr. Wernsdorf die Anrede Autorenschinder und Manuskriptenpirat und proponiert dem Verleger, falls er noch nicht pleite gegangen sei, ein gutes Geschäft durch daS Verlegen eines erstklassigen Sensationsstückes, eben der Broschüre „Blatt II der Nachlaß- akten". Darauf wurde in die Zeugenvernehmung eingetreten. Erster Zeuge ist der VundesratSbevollmächtigte des Großherzogtums Sachsen-Weimar, Ministerialdirektor Dr. Nebe, der im Jahre 1896 Richter war und in den verschiedenen Zivilprozessen Wernsdorfs und SchornS mitgewirkt habe. Er erklärt auf seinen Eid, daß irgend welche Unregelmäßig- keiten nicht vorgekommen seien. In den verschiedenen Richterkollegien habe kein Mensch daran gedacht, daß etwa Blatt II der Nachlaßakten mit Absicht verstümmelt sein könne. Der nächste Zeuge ist der alte Schorn selbst, ein 75 Jahre alter Mann, der erklärt, daß er die Broschüre Wernsdorfs nicht gelesen habe, da er schlecht lesen könne. Der alte Mann macht einen überaus nnbelwllenen Eindruck. Da er schlecht hört, tritt er auf das Podium direkt vor den Richtertisch. Bei einer lebhafte" Schilderung seiner Audienz beim Groß- Herzog fällt er vom Podium herunter, sodaß er wieder hinausgehoben werden muß. Seine Angaben sind durchaus verworren und unklar. Wie ein roter Faden zieht sich aber durch seine Darstellung die Anschauung, daß er in seinen Rechten benachteiligt worden ist.
Staatsanwalt Mittermüller resümiert au 8 seinen Ermittelungen, daß daS Blatt II ein Nachlaßverzeichnis dar- ftell- mit der Unterschrift deS Bankiers Koch von der Firma W. Koch jun. AIS Schorn später von dem Gericht aufgefordert wurde, seinerseits ein Nachlaßverzeichnis einzureichen, habe der alte Schorn wahrscheinlich selbst den letzten Teil des Blattes abgeschnitten und seine Unterschrift daruntergesetzt, um das Verzeichnis nicht noch einmal abschreiben zu Müssen. Darauf trat eine zweistündige Pause ein.
In der Nachmittagssitzung wurde zunächst der Recht?- nnwalt Dr. Wedekind-Gera vernommen, der sich dem Verfahren als Nebenkläger angeschlossen hat. Er erklärte, daß er alS Vertreter feiner Mutter einmal Einsicht in die Akten genommen habe. Dabei habe er gemerkt, daß ein Teil einer Blattes, wahrscheinlich Nr. 11, der Akten abgeschnitten sei.
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Es sei aber lächerlich, zu behaupten, daß da? von ihm geschehen sei. Die 71jährige Frau Regieilingsrat Wedek-ud sagt aus: Mein Vater, der Bankier Gerffung, hat keine Schulden hinterlassen und hat mir noch kurz vor seinem Tode erklärt, daß alles geregelt sei. Er erzählte ferner, die Papiere könnten nach seinem Tode vernichtet werden; denn niemand habe von ihm mehr etwas zu fordern. Mit Schorn erklärt die Zengin persönlich nicht verhandelt zu haben; das habe ihr Sohn getan. Schorn selbst sehe sie heute zum ersten Male. — Ein Zeuge Woche bekundet, daß die verstorbene Amalie Schorn vor ihrem Tode erklärt hatte, sie habe sowohl bei Koch wie bei Gerstung Wertpapiere liegen. Im Auftrage Schorn ist der Zotige später mit einem inzwischen auf« gefundener, Depotschein zu der Frau Wedekind gegangen. Diese habe ihn aber nicht empfangen und der Sohn habe erklärt: Das hat der Großvater alle? beim Amtsgericht hinterlegt. — Die Ehefrau des Zeugen Woche erzählt, sie sei zugegen gewesen, als der alte Schorn den Depotschein nachträglich gesunden Im he. Die Kinder hätten sie um Aep'el gebeten und alS Echom die Aepfel aus einem alten Koffer seiner verstorbenen Schwester herausholen wollte, fand er ein Verzeichnis der Nnmmr-n der Wertpapiere und den Depotschein. Amalie Schorn habe ihr gegenüber wiederholt versichert, sie hätte Forderungen an Koch und Gerstung. Der Referendar Wedekind habe einmal an Schorn geschrieben, daß sein Großvater den Nachlaß an das Amtsgericht eilige eicht habe. Der inzwischen verstorbene Agent Vogel, dessen " Aussage verlesen wird, hat bekundet, daß er den Depotschein gesehen habe. Ebenso habe er Einsicht in die Nachlaßakten gehabt. Auf Blatt 11 habe sich eine Bescheinigung Gerstungs über die hinterlegten Wertpapiere befunden." AuS den Strafakten wird sestgestellt, daß dieser Zeuge verschiedentlich wegen Betrugs, Urkundenfälschung. Hausfriedensbruchs, versuchten Diebstahls usw. bestraft worden ist.
Landgerichtsrat Dr. Jungherr, der seinerzeit Nachlaßrichter in Jena war, bekundet : Ich kann mich nicht daran erinnern, daß ich gemerkt habe, daß von einem Aktenstücke ein Teil abgeschnitten war. Wenn das der Fall gewesen wäre, hätte ich es auch merken müssen, und wenn ich es gemerkt hätte, hätte ich natürlich eine amtliche Sache daraus gemacht. Andererseits kann ich aber auch nicht meinen, daß Schorn die Sache sich ans den Fingern gesogen hat. Ich weiß, daß früher aus den Aktenstücken Briesmarken herausgeschnitten worden sind, und ist es möglich, daß Schorn einmal ein solches Aktenstück gesehen habe. Bankier Kommerzienrat Koch weist es mit Entschiedenheit zurück, daß in seinem Geschäft irgend welche unlauteren Manipulationen gemacht worden seien. — Eine Anzahl von Gerichtssekretären, die seinerzeit bei der Nachlaßsache be- schäktigt waren, wissen nichts davon, daß anstelle deS ursprünglichen Blattes selbst ein andere? eingeschmuggelt worden sei. Die gleiche Bekundung macht Amtsgerichtsrat Schmid. — Rechtsanwalt Günther (Jenah der frühere Armenanwalt Schorns in feinem Zivilprozesse gegen Frau Wedekind, bestreitet, daß er mit der Familie Wedekind zu ungunsten Schorns konspiriert habe. — Morgen werden die Verhand- lungen fortgesetzt.
Hus Dab und fern.
§§ Cassel, 7. Jan. Die Beisttzimg des Zeniralvor- standspräsideutes des Verbandes der Feuerwehren im Regierungsbezirk Cassel, des am Montag p ötzlich an den Folgen eines Herzschlages auf der Wilhelmshöher Allee verstorbenen Stadtverordneten Glasermeister Heinrich Schäfer, gestaltete sich heute nachmittag zu einer großartigen Trauerstier. Aus allen größeren Städten des Regierungsbezuks hatten die FttterwehrenMranzfpeiiden geschickt; die Feuerwehr in Fulda ließ sich durch den Stadtverordneten Bäckwobermeister Simmen vertreten, der einen prächtigen Kranz nebst Schleife am Grabe nieberlegte. Auch zahlreiche Nachdargemeinden hatten Vertreter abgeianbt, ebenso war der Zcutralvorstand des Verbandes der Feuerwehren des RtgierungSbeznks Cassel vollzählig zusammengekommen. Die hiesige städtische Bcrufs- feuenvehr mit allen ©ifiperen nahm in Parade an den Bei- setzungsfeierlichkeiten teil, außerdem waren Magistrat und Stadtverordnete und sonstige Behörden, denen der Deistoibeue nabegeftanben hatte, vertreten.
§§ Cassel, 7. Jan. Die heute abend abgehaltene Sitzung ber Stabiveroibneten beschäftigte sich mit der schrecklichen Erdbebenkatastrophe in Caiabrien und bewilligte für die HiUfsbedürftigen eine Summe von 3000 Mk. auS städtischen Mitteln; der Magistrat wurde dabei gebeten, biefeé Geld möglichst schnell den Hilfsbedürftigen zukommen zu lassen, da gerade in diesem Falle daS schnelle Geben doppeltes Geben bedeute. Der Magistrat sagte zu, diesem Wunsche Rechnung zu tragen. — Ferner beauftragte die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat, von der ministeriell genehmigten „Stadt Casseler Anleihe von 1908" im Beilage von 201/» Millionen Mark zunächst den Teil- bebag von 5'/# Millionen Mark zu vier Prozent und weiter 1 Million Mark zu 3*, Prozent zur Ablösung der gleichwertigen Schuldverschreibungen aus dem Jahre 1893 zu begeben und sich zu diesem Zwecke mit einer Anzahl für die Begebung in Frage kommender Banken in Verbindung zu setzen.
X. Cassel, 7. Jan. Eine verhängnisvolle Ohrfeige. Der Bürgermeister der Dorfgemeinde A l t - morschen Schmiedemeister Freund züchtigte seinen Lehrling — einen Fürsorgeiögling — wegen frechen Benehmens, indem er ihm eine Ohrfeige versetzte. Diese halte aber die entsetzliche Folge, daß der Gezüchtigte kurz darauf verstarb. Der Meister stellte sich selbst dem Amtsgericht in Spangenberg.
Wächtersbach, 7. Jan. Der Rektor der hiesigen Lateinschule, Herr Pfarrer Boos, wird demnächst feine Tätigkeit hier aufgeben und die Leitung des der Stadt Cassel gehörigen Waljenhauses Teichhof bei Lichtenau (Leniorstiftung) übernehmen.
^'ttlda, 7. Jan. Wie sich neuerdings herausgestellt hat, müssen für das Rechnungsjahr 1909/10 noch einige Prozent mehr ©emeinbefteyer erhoben werden, als ursprünglich an« genommen wurde. Vorbehaltlich der Genehmigung der Stadt- verordneten-Versammlung steht in Aussicht, daß für dieses
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Jahr 164 Prozent, das sind 21 Prozent mehr als im vergangenen Jahre, zur Erhebung kommen.
r- Mars Itra, 7, Jan. Die Marburger Lustbahn» Gesellschaft hat jetzt, um feftuiftf'Hen, ob die DersuckSstrecke hier in Marburg gebaut werden kann, eine Liste zur Zcich- inmg von Anteilen von 1000 Mk. aufwärts auflegen lassen. Die Modelle werden tagtäglich von hiesigen und auSroâtigen Interessenten besichtigt.
r- Aus dem Dillkreis, 7. Jan. Vor einigen Wochen starb in Mandeln einsam und verlassen ein Sonderlina, her stets kümmerlich gelebt und sich kaum trockenes Brot gönnte. Jetzt bat die Ortsbeböide bei der Feststellung des Nachlasses im Schranke versteckt 5000 Mk. in Gold und 30 000 Mk. Wertpapiere gefunden. Die lachenden Erben sind ganz entfernte Verwandte.
(*) Grost-Lteinheim, 7. Jan. Am 10. und 1t, Januar veransta'tet der Geflügelzuchiverein seine 4. Lokal- auSflellung mit Prämiierung und Tombolaverlosting. Die Ausstellung weist 115 Nummern auf und übertrifft, sowohl an Reichhaltigkeit wie Echtheit der Raffen, alle bisher arrangierten hiesigen Ausstellungen. Das Ausstellungsiokal ist „Zum Darmstädter Hof".
(v) Offenbach a. M., 7. Jan. Die Stadtverordnetenversammlung bewilligte 1000 Mk. für die Opfer des Erdbebens in SüditaUm.
W. Darmstadt, 7. Jan. Heute nachmittag fand hier eine Versammlung der Besitzer kleinerer und mittlerer Brauereien des Großherzoglums Hessen statt, um Stellung zu der geplanten B r a n st e u e r e r h ö h u n g zu nehmen. Es wurde eine Resolution angenommen, in der die genannten Brauerei besitzet einmütig Protest gegen die Regierungsvorlage betreffend die Brausteuererhöhung ec heben. Die Erhöhung der Brausteuer von 1906, die erhebliche Preissteigerung aller Rohprodukte, die Steigerung der Löhne, ferner der allgemeine wirtschaftliche Rückgang hätten die Heineren und mittleren Brauereien schwer geichävigt unb emen steten Rückgang der Rentabilität des früher blühenden Braugewerbes zur Folge gehabt. Die Abwälzung der dem Braugewerbe auferlegten Lasten auf die Konsumenten lasse sich nur schwer durchführen. Wenn dir Erhöhung der Brau- sieuer wirklich beschlossen werde, würde die Steuer die von der Regierung in Aussicht gestellten Sätze ni-ht erreichen, da das gesamte Braugewerbe, und ein großer Teil der einheimischen Landwirt'chaft babiircb empfindlich geschädigt werde. Schließlich spricht sich die Resolution gegen eine Kontingentierung des Braugewerbes aus.
Gießen, 6. Jan. Der wegen be? am Heiligabend im ©ieß'Ucr Staduvgld begangenen Lustmordes unter dem Vervacht der Täterschaft verhaftete Schuhmacher Reif wird von der Staatsanwaltschaft Pforzheim auch mit dem. fPiittc November v. J. bei P'orzheim verübten Lustmord in Verbindung gebracht. Die Pforzheimer Behörde hat hierher mitgeteilt, daß die Tat dort in berielben Art und Weiie wie die in Gießen ausgeführt worden ist, daß der Süftling auch dort das Kiud wt dem Gesicht auf den Boden gelegt hat und daß das Opfer genau wie der 10= jährige Abel, während es mißbraucht wurde, er fliest wurde. Oberstaa Savwalt Lang hat, ohue die neue Anschuldigung dem Reif mitzuleiien, diesen darüber vernommen, wo er seit dem August v. Js., wo er in Gießen an einem Fabrikbau beschäftigt ivar, sich anfgehalten habe. Rnf gab bereitwillig AuS« tiinfi, nur über seinen Aufenthalt Miue November gab er ausweichende Autworten. Er erklärte, sich darauf nicht besinnen zu können. Die Staatsanwaltschaft erwartet die Pforzheimer Akten und wird die Ermittelungen über den Aufenthalt Reifs zu der fraglichen Zeit fortfeßen.
Schiersteitt, 6. Jan. Wechselfälschungen und sonstige Betrügereien großen Umfang? hat der KommiS Heinrich H. hier, gebürtig aus Biebrich, begangen und ist samt seiner aus Wiesbaden stammenden, einer begüterten Familie an gehörenden jungen Stau feit Sonntagnacht flüchtig. Das Ehepaar H. wird steckbiieflich verfolgt.
Hamel», 6. Jan. Der seit dem 13. Dezember vermißte Knabe Breske wurde heute vormittag in einem Tannen- bestand von Militär unb Polizeidramten, die zur Durchsuchung der Gegend ausgesandt waren, tot aufgefunben. Die Leiche war fast unbekleidet. Der Unterleib war ausgeschnitten, sodaß die Eingeweide hervorlraten. Es ist sonach anzu- nehmtn, daß der Knabe, nachdem an ihm ein sitttichkestS- verbrechen verübt worden war, ermordet wurde.
Baromelcrstanv.
12 Uhr am 7. 1.
Sehr trocken
Bestölldls
Schön 760-EE
Veränderlich — -j^ Regen (äUlnb)76°2^
Viel Regen 74 Sturm 730
720—
GebrauchS-Mu st er.
Nr. 355 892. Frequenz- und Geschwindigkeitsmesser nach dem Nksonanzprinzip, die außer den Zungenreihen für daS engere Meßbereich noch besondere, sich durch Größe und Ab- stimmunasintervalle von jenen iinterfchabenbe Zungen besitzen. Hartmann â Braun A k t. - G e s. in Frankfurt a. M. - Bockenheim, vom 2. Apnt 1908 ab. — H. 36 690. Kl. 42a