6» Januar
Mittwoch
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räuberische Ueberran und Mord in her historischen Plag- witzer Mühle. Diese Mühle gehörte dem Besitzer Knappe, einem schon älteren Manne. der den Krieg 1870/71 nrtge« macht hatte und der an seinem Besitztum mit grober Liebe • ynq, weil eS keiner Familie bereits seit Generationen gehörte. Im Jahre 1813 hatten um die Mühle hartnäckige Kämpfe zwischen Rusten und Franzosen getobt. In der Nacht vom 9. zum 10. Juni 1905 wurde der Müllermeister Knappe ermordet und die Mühle vollständig ausgeraubt. Man hatte zuerst angenommen, daß das Anwesen in Brand geraten und der Besitzer bei den Löschversuchen den Tod gelunden habe. Nachforschungen eines Berliner Kriminalkommissars und vor allem die genaue Untersuchung der Ueberreste Knappe eraaben jedoch mit Sicherheit, daß ein Raubmord vorlag. Die Polizei ermittelte denn auch zwei Maurer, die Brüder Wilhelm und Richard Pietsch, die eingestanden, im Verein mit Sternickel die Tat begangen zu haben. Auch hinter Sternickel wurden nach der Verhaftung dieser beiden Mittäter die Fahndungen eifrig betrieben. In ben beteiligten Kreisen Niederschlesiens, namentlich im Kreise Löwenberg, griff eine allgemeine Nervosität um sich, und man wollte bald hier und da Sternickel gesehen haben. Einmal wurde sogar ein harmloser Geometer, der im Auftrage des Großen Generalstabes die Gegend topographisch ausnehmen sollte, als der Raubmörder verhaftet, sodaß er sich unter den Schutz des Landrats flüchten mußte. Der Gesuchte aber blieb nach wie vor auf freiem Fuße, trotzdem man eine genaue Personalbeschreibung von ihm hatte, die sich in den Händen sämtlicher deutschen Gendarmen befand. Die Mittel zu seinem Unterhalt verschaffte sich Sternickel durch gelegentliche Einbrüche, auch war er dreist genug, mit falschen Legi- timationSpapieren bei verschiedenen Mühlenbesitzern in Arbeit zu treten. Wenn er an einem Orte erkannt wurde, zog er es vor, weiter zu wandern. In Milkau war er auf seinen Streifzügen erkannt worden. Um ihn sestzuhalten, bewirtete man ihn in einem Gasthause reichlich und gratis, um inzwischen einen Gendarmen zu holen. Der Besitzer, der den Wagen stellen sollte, um den Gendarmen abzuholen, erklärte aber, daß er bei solch schlechtem Wetter seine Pferde nicht aus dem Stall ziehe. Sternickel hatte das Gratissrühstück aber verdächtig gemacht, und als der Gendarm wirklich kam, war er verschwunden. Charakteristisch für den Mörder ist seine besondere Vorliebe für Taubenzucht, die soweit ging, daß er sich sogar unter falschem Namen die „Tierbörse" zuschicken ließ. Nachgerühmt wird ihm auch eine große Anhänglichkeit an Kinder. Vorläufig leugnet der Verhaftete noch, Sternickel zu sein, doch stimmt das Signalement in auffallender Weise.
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Zerbst, 6. Ian. (Telegramm.) Der unter dem Verdachte, der langgesuchte Raubmörder Sternickel ^t sein, verhaftete Mann wurde als ein viel bestrafter und steckbrieflich verfolgter Mensch namens Kaufmann festgestellt.
Sie WcMiitiiMt in SWitifa.
Berlin, 5. Ian. Staatssekretär Kraetke ermächtigte sämtliche Postanstalten des Reichsgebiets, Spenden für das deutsche Hilfskomitee entgegenzunehmen. Dem Komitee nachträglich beigetreten sind u. a. Staatsminister Frhr. v. Rbein- baben, der württembergische Ministerpräsident Dr. v. Weizsäcker, Oberbürgermeister Dittrich-Leipzig und der Fürst zu Fürstenberg-Donaueschingen.
Berlin, 5. Jan. Der italienische Botschafter Pansa hat dem Auswärtigen Amte den Dank für die Entsendung der „Hertha" und der „Viktoria Luise" wie für die sonstige tat- krästige Hilseleistung Deutschlands übermittele.
Darm stabt, 5,'Jan. Heute abend fand auf Anregung des Staatsministers Ewald in dem Hause der Ständekammer eine Versammlung zum Zwecke der Bildung eines hessischen Landeskomitees zur Unterstützung der durch das Erdbeben in Italien Geschädigten statt. Der Versammlung wohnten die drei Minister, der Präsident dcr Zweiten Kammer, der Divisionskommandeur, die Oberbürgermeister von Darmstadt und Mainz und mehrere Mitglieder beider Kammern bei. Nach. einem Referat des Staatsministers wurde die Bildung eines hessischen Landeskomitees in engem Anschluß an das Berliner Zentralkomitee und die Bildung eines geschäftsführenden Ausschusses beschlossen. Zum Vorschlägen zwischen der sichtbaren und unsichtbaren Welt, zwischen Gott und seinem Volke, zwischen Himmel und Erde. Das erneute Auftreten des Soloquarietts in unserer Stadt hat das dafür bekundete lebhafte Interesse aller kirchlichen und musikalischen Kreise gerechtfertigt.
Erste deutsche kiM-AvßkII»q in Fmlsiirt n. M.
Unser Frankfurter Kunstleben steht wieder einmal, insofern in der Malerei das Wort gestattet ist, vor einem literarischen Erfolg.
Es war am 11. Mai 1900, da trug man in Madrid einen Längstgestorbenen, Vollendsvergessenen zu Grabe. Der entfaltete Pomp war groß, denn Spanien feierte in dem Toten einen Großen, den es im Leben zu ehren vergessen hatte. Ueber das Chaos angesessener Leidenschaft, politischer Bedrängnis und kultureller Zügellosigkeit, die von dem 19. Jahrhundert aus dem vorangegangenen Cento mit hinüber genommen worden waren, haben heute die Kunsthistoriker den Namen des Königlich spanischen Kammermalers Don Franzisco Iosö de Goya y Lucienles gestellt Als Bauernsohn wurde er 1746 in einem weltentlegenen Dorfe Argoniens geboren; wild wuchs er unter den Herden auf. Eines Tages zeichnete er ein Schwein an die Wand. Der ehrwürdige Mönch Don Felix Salvador erkannte seine Begabung und Goya wurde Maler. — Mit 82 Jahren hat er am 15. März 1828 zu Bordeaux sein Leben beschlossen. Faul und lahm, als ein gebrochener Mann, war der einst von Königen und Fürsten mit Gunst überhäufte aus dem Leben geschieden, aber auch ebenso rasch aus der Erinnerung seiner Zeitgenossen. Zwischen jenem Ein- und Ausgangspunkt des Menscheudaseins finden wir bei Goya in der ersten längeren Periode ein echt spanisches, stürmisches Temperament, das sich in mehreren Schulen ausgetobt hat, den Pinsel ebenso sicher zu handhaben wußte, wie die Espadilla des Stierkämpfers, später einen stillen, schweigsamen überlegenen Künstler, der Spanien eine neue Kunst gegeben hat, die mit allem brach, was bis dahin gewesen war. Goya war sicherlich kein bewußter Neuerer, aber er verkörpert heute in sich,
sitzenden des Hilfskomitees wurde Staatsminister Ewald und zu helfen Stellvertretern der Minister des Innern Braun und Flnannninister Gnanth erwählt. Der Gro^'herzog und die Großherzogin haben dem Hilfskomitee ihre Unterstützung zugesagt.
Ans Der Totenstadt Messina
laufen immer noch Berichte mit der Schilderung einzelner erschütternder Episoden ein.- Im Anschluß an bisherige Meldungen verzeichnen wir nachstehendes Privattelegramm des „B. L.-A." : Ungeheure Schuttberge machen an vielen Stellen die Ausgrabungen unmöglich. Es feh'en auch genügend Steinvicken und Beile. Gestern kam her sozialistische Deputierte Dino Rondani mit Hauptmann Pozzo und einigen Freiwilligen nach Herma, um seine verschüttete Familie aus den Trümmern zu-holen. Nach langwierigen unsäglichen Mühen stand man vor einem entsetzlichen Anblick. Der Körper der Frau Rondani war vollkommen zermalmt, daneben lagen die drei Kinder tot unb unkenntlich ver- stümmclt. Am 3. d. Mts. - wurde ein zehn Monate altes Kind unversehrt aufgesunden, es schluckte mit Gier Weißbrot und Mjich $i[§ der Besitzer einer Weberei des vom Erdboden verschwundenen Cannitello 31t den Trümmern seine? Besitztumes zurückkehrte, fand er Banditen vor, die die Seidenvorräte ausräumten. Er bat sie mit Tränen in den Augen, vom Plündern abzulasieu, worauf einer der Banditen ihn mit bem Revolver bedrohte. Da sprangen plötzlich die beiden mächtigen Hofhunde des Besitzers hervor, welche das Besitztum umkreisten, und rissen den Banditen buchstäblich in Stücke. Aus Messina wird erzählt, daß sich dort Verbrecher in Soldaten- und Finanzuniformeu stecken, um ungestört plündern zu können. Die Sterblichkeit unter den Verwundeten ist sehr groß. Vortreffliche Dienste leistet der von Deutschen, Engländern, Russen in Giargini und in Taormina eingerichtete Hilfsdienst. Dort ist längerer Aufenthalt der Verwundetentrausporte und der Flüchtlinge, die mit Fleischbrühe, Wein, Brot, Käse, Früchten von der Fremdenkolonie versorgt werden. Für die vielen Kinder steht Milch bereit. — Nach Messina und Reggio sind Eisen- bahnzüge mit mehreren tausend Tonnen Kalk unterwegs.
Hus aller Mell.
bitte Psamilientranödie hat sich in Geestemünde abgespielt: Der aus Hamburg stammende Buchhalter Peters vergiftete nachts seine Frau, seine vierjährige Tochter und sich selbst durch Leuchtgas. Peters hat die Tat aus Verzweiflung verübt, weil er seit dem 1. Januar außer Stellung war.
Doppelielbstmovv. In Bromberg vergiftete sich der Kaufmann Milanowski mit seiner Geliebten in feiner Wohnung. Beide wurdet tot aukgefunden.
Hus Hanau Stadt und Tand.
Kanatt, 6. Januar.
* Klastenlottevie. Die Ziehung der 1. Klasse 220. Königlich preußischer Klassenlotterie wird nach planmäßiger Bestimmung am 12. Januar 1909 ihren Anfang nehmen.
* Brandstetter - Erhebung. Wir machen darauf aufmerksam, daß die Brandsteuern für das Jahr 1909 vom 6. b i s 11. Januar bei der Landes - Meuterei (Römer- straße Nr. 7) entrichtet werden müssen.
Hk. Die Diaman ettfttnde in Südwestafrika und die Wichtigkeit der Frage, ob und durch welche Maßregeln sie für die Interessen der beteiligten Industrie- und Handelszweige in Hanau speziell nutzbar zu machen sein könnten, haben die hiesige Handelskammer veranlaßt, eine größere Anzahl von Interessenten und Sachverständigen zu einer Verhandlung darüber auf Donnerstag einzuladeu, nachdem sie bereits am Montag eine Vorbesprechung im kleinen Kreise herbeigeführt hatte, welche fast 2 Stunden dauerte und sehr interessantes Material lieferte.
* bröffnuna der Sckitle für Sokomotivführer- ttttd .Heizer 'Nwärter zu .Hana«. Am 4. d. Mts., in feiner seltenen Erscheinung, als „Neuer alter" Meister die hohe Schule der durch Manet später mit so großer Unerschrockenheit fortgebildeten modernen Malerei. Hand in Hand mit dem posthumen Berühmtwerden des Meisters ging auch die Nachfrage nach seinen Werken, und als ihre Begleiterscheinung wuchs seine Beliebtheit in den Händen der Bilderfälscher. Um Goya wirklich kennen zu lernen, muß man ihn in Madrid aufsuchen. Seine Schöpfungen m europäischen Galerien sind ganz vereinzelt. Nur unter ganz ungewöhnlich günstigen Umständen war es dem Frankfurter Kunstoerein möglich, die stattliche Zahl von 20 Gemälden, eine große Reihe Originalzeichnungen und fast alle Haupt- blätter der Radierungen des Meisters, im ganzen gegen 300 Nummern zu einer Goya-Ausstellung zu vereinigen, wie sie reichhaltiger außerhalb Spaniens wohl nie sonst wieder zusammenkommen kann. Sie genügt, um Goya als Szenendarsteller, Porträtist und Radierer am Werk zu sehen. Als ganz besonders reizvoll darf die Bildnisserie betrachtet werden, weil sich in ihr so ziemlich alle Einflüsse, die um jene Zeit einander entgegenwirkten, nbgesetzt haben, so die höfische Glätte des Franzosen Nattier, die trockene Plastik des Empiremalers Gérard. Da sinds die Bilder des Don Manuel Lopez de Penia, Don Juan Goceocchio und des „Friedenssürsten" Don Manuel Godoy, als interessantestes aber das lebensgroße Porträt des Don Tadeo Bravo de Rivero, auf dem in eine eisengraue Velazquez-Landschast mit schwarz-weiß geschecktem Velazquez-Hund bie rotbeirackte Gsrardfigur hineingestellt ist. Dann einige Damenbildnisse, darunter diejenigen der Herzogin von Albâ und Marquise von St. Andres in dem Frou-Frou des damaligen Zeitgeschmacks, im Geiste des Rokoko. Grimdspanisch muten die Kirchen und Fastnachts- szenen an, jede in ihrer Art eine Probe des sprühenden Goyaschen Kolorismiis. Die von Willy Geyger-München hergestellten Kopien der „bekleideten Maja", sowie des im Pradomuseum befindlichen „Barrikadenkampfes" geben eine, wenn auch nur schwache Ahnung non seiner dämonischen Modernistik. — Auf eine außergewöhnliche Vollständigkeit macht dagegen die graphische Sammlung Anspruch. indem sie die ganzen Bilderfolgen des „Chapricbos", „Desastros de la Guerra", „Tauromaquias" und „Proverbios" vor-
abends 5I!? Ufr, fand im Besinn des Vorstandes der Kgl. Esieubalm-Maschiueuinwektion Hanau, Herrn Regierungs- und Banrat Tbomas, seines Vertreters Herrn Reqierungsbau- meister Angst, des Vorstandes des Hanauer Lokomotivführer» Vereins, des Schulausschnffes, der sämtlichen Betriebswerk» meister des Beurks, der Lehrer und Schüler die Eröffnung der Hanauer Schule für Lokomotivführer- und Heizeranwärter statt. Der Schulleiter, Eiienbahnkekretär Simon, begrüßte die Erschienenen, dankte ihnen für ihr hierdurch gezeigtes Interesse an der Schule und hob hervor, wie es in erster Linie dem Herrn Vorstände der Maschineninspektion zu ver» danken sei, daß die Schule ins Leben treten konnte, da er die Anregung zur Schaffung der Schule gegeben, den Raum, die Einrichtung und die Lehrmittel zur Verfügung gestellt habe. Im Namen der Schule erstattete der Schulleiter ihm den besten Dank für das bisherige Wohlwollen mit der Bitte, dieses Wohlwollen der Schule auch fernerhin zu bewahren. Gleichen Dauk gebühre der Königl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M., die der Schule stete Förderung und Unterstützung zugesagt habe. Herr Simon hob dann noch hervor, wie die Schule ein Glied sei des Hanauer Lokomotivführervereins, der das Fundament der Schule bilde. Es sei rühmend anzuerkennen unb ein großes Verdienst des Lokomotivführer- vereins, daß er in einer solch selbstlosen Weise die fach- und fachgemäße Ausbildung seiner Mitglieder und des Nachwuchses austrebe. Nachdem daun noch der Zweck, die Ziele, Einrichtung und der Lehrplan erläutert worden war, bat der Schulleiter die Herren Lehrer, das Ziel, das der Schule durch den Lehrplan gesteckt sei, unter Ueberwindung der im Anfänge noch auflauchenden Schwierigkeiten anzustreben, sowie die Schüler, den Lehrern ihre Pflichten durch rege Anteilnahme, Fleisch und Eifer zu erleichiern. Dann wünschte er, daß die Schule wachsen, blühen und gedeihen möge. Die darauf folgende kernige und gehaltvolle Rede des Herrn Lokomotivführers Vogel, der im Namen des Lokomotivführervereins ein einmütiges Zusammengehen des Vereins mit der Schulleitung versprach, das Wohlwollen der Behörde, ohne welches die Schaffung der Schule unmöglich gewesen wäre, lobend und dankend anerkannte, den Schülern zu bedenken gab, daß die Schule nur zum Besten und zum Wohle der Schüler geschaffen sei, schloß mit einem von allen Anwesenden freudig aufge» nommenen dreimaligen Hoch auf den verehrten Ressortchef, Herrn Eisenbahuminister Breitenbach. Herr Regierungs- und Baurat Thomas hob nochmals den Nutzen und die Vorteile hervor, die den Lokomotivbeamten durch die gründliche Ausbildung in der Schule erwachsen werden und forderte die Lehrer zum treuen Ausharren auf. Der Schulleiter gab daun noch bekannt, daß 110 Schüler den jetzigen Bestand der Schule bilden, daß als Lehrer wirken werden die Herren Schonmeyer, städt. Lehrer, Müller, Betriebswerkmeister, sowie die Eisenbahnsekretäre Rehm und Simon und daß der Unterricht täglich von 6 bis 8 Uhr abends und an Sonn- und Feiertagen von 9 bis 12 Uhr vormittags staüfinden wird. Die Stundenpläne werden jedesmal durch Aushang bekanntgeoebeu. Hierauf wurde die Feier geschlossen und es trat die Schule in ihre Rechte und Pflichten, indem Herr Simon die ersten Unterrichtsstunden erteilte.
* Chorgesanqklaffe der M«sik-Akademie. Die regelmäßigen Singstunden beginnen wieder morgen, Donnerstag den 7. Januar. Die seitherigen Mitglieder deS Chores werden frdl. ersucht, allesamt gleich bei dieser ersten Cbor- stunde zu erscheinen, da wegen der kurz bevorstehenden MendelSsohn-Fcier (3. Februar) die begonnenen Vorbereitungs-- arbeiten hierfür bald beendigt werden müssen. Damen und Herren, welche dem Chore neu beizulreten gedenken, wollen ihre Anmeldung tunlichst bis morgen Abend bewerkstelligen, um ebenfalls gleich an der ersten Singstunde des neuen Quorials teilnehmen zu können.
* Nnzüchtifte Handlimgen. Ein Unbekannter belästigte gestern Kiichcr durch Vornahme unzüchtiger Handlungen. Sachdienliche Mitteilungen wolle man an die Kgl. Polizeidirektion, Zimmer Nr. 1, gelangen lassen.
j führen. Jeder Strich de? Goyaschen Griffels sitzt und schlägt Wunden wie einst sein Degen. Das Höchste, was ihm b'e- schieden war, hat er in ihnen erreicht.
Albumblätter.
Wer nicht genug hat, weil er sich nicht genügen lassen oder nicht haushalten kann, ist in noch tieferem Sinn ein armer Teufel, als der, dem es wirklich am äußerlich Notwendigen gebricht. Lessing.
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Eine der sonderbarsten Anwendungen, die der Mensch von der Vernunft gemacht hat, ist wohl die, es für ein Meisterstück zu halten, sie nicht zu gebrauchen, nnd so, mit Flügeln geboren, — diese abzuschneiden. Lichtenberg.
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* Die bess're Zeit ist ein Erinnern Und alles Glück ist Streben nur; So geh' ich auf des Glückes Spur Und trag' die bess're Zeit im Innern. Siebel.
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Das Unmögliche wollen,
Das Undenkbare denken
Und das Unsägliche sagen
Hat stets gleiche Frucht getragen;
Du mußt, wenn die Träume sich scheiden, Zuletzt das Unleidliche leiden. Grillparzer.
Wie unser physischer Weg auf der Erde immer nur eine Linie, keine Fläche ist, so müssen wir im Leben, wenn wir eins ergreifen und besitzen wollen, unzähliges andere?, rechts und links, emsagend, liegen lassen. Können wir unS dazu nicht entschließen, sondern greifen, wie Kinder auf dem Jahrmarkt, nach allem, was im Vorübergehen reizt, dann ist dies das verkehrte Bestreben, die Linie unseres Weges in eine Fläche zu verwandeln: wir laufen sodann im Zickzack, irrlichterlieren hin und her und gelangen zu nichts.