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nm die Ordnung anfrechtznrrtzaltsn. Die Soldaten febocfi, die auch Kinder des Volkes sind, wurden geschlagen. Es war unmöglich, derartiges zu dulden, Clemenceau erklärte weiter, es sei kein Meinungsde'ikt, sondern ein Verbrechen des Ver­rats, Soldaten wie Mörder und Offiziere wie Räuber zu behandeln und zu erklären, man müsse im Kriegsfall Aufruhr und einen allgemeinen Arbeiierausstand beschließen und auf die Offiziere schießen. Das ist der Grund, weshalb ich die Vertreter dieser proletarischen Kundgebung verfolgt habe. Die Leute, die Frankreich alles verdanken, wagen zu erklären, daß man, wenn Frankreich angegriffen werde, die Ma­schinen zerstören und die Offiziere niederschießen mühe. Solche Leute sind verrückt, man muß sie einsperren wie Geisteskranke.

Lragitignan, 3. Jan. In seiner Rede vor seinen Wählern zum Senat pries Ministerpräsident Clemenceau die Republik, die seit 1870 das Ansehen Frankreichs erhöbt habe. Heute könne jeder Franzose jedem Europäer ohne Erröten ins Angesicht blicken. Frankreich wolle niemand verletzen und tiiemanb demütigen, es verlange einfach sein Recht und erfülle seine Pflicht ohne Schwäche. Clemenceau bekämpfte dann den Antipatriotismus und schloß mit der Bitte an seine Wähler, ihm die moralische Autorität zu geben, die nötig sei, um das begon­nene Werk weiterzuführen.

Türkei.

Konstantinopel, L Jan. Das gestrige Galadiner un Iildiz zu Ehret! der Kammer machte auf die Deputierten den größten Eindruck. Die Deputierten wurden bei ihrer Ankunft mit militärischen Ehren begrüßt. Beim Shitritt des Sultans ertönten stürmische Hochrufe. Der Sultan war sehr heiter, er sprach die ganze Zeit während deS Mahle- über mit dem Präsidenten Ahmed Riza und dem Vizepräsiden­ten Talaat. Nach dem Dessert verlas der erste Sekretär bei Jildi; eine Rede bei Sultans, in der dieser erklärte, er sei außerordentlich befriedigt, mit den Vertretern der ganzen ottomanischen Nation gespeiste zu haben, er glaube dieser Abend bedeute ein glückliches Ereignis, das sich zum ersten Male in der Geschichte des ottomanischen Reiches vollzogen habe. Zu der Rede heißt es weiter: diese Versammlung ist gleichzeitig der Beginn einer fruchtbringenden Aera unserer Verfassung. Eure Aufgaben sind wichtig und heilig; ich wünsche unbedingt, daß eure Bemühungen und Ausdauer im Verhältnis zu deren Wichtigkeit und Heiligkeit stehen. Ich gebe die Versicherung, daß ich meine Seele dem Schutz der Bestimmungen unserer Verfassung widme, welche heilige Rechte garantiert. Als euer Kalif und Padischah bin ich der allererste Feind jedermanns, der diese antasten möchte. Die Verlesung der Rede wurde wiederholt von Bei­fall unterbrochen. Sodann nahm Ahmed Riza das Wort zu einer Dankesrede, in der er erklärte, eS sei unrweifel- Haft, daß so, wie die Araber eine erhabene Zivilisation geschaffen, auch die Ottomanen, mit ihrem Herrscher vereint, eine hohe Stellung in der zivilisierten Welt ein- nehmen würden. Der Redner schloß mit drei Hochrufen auf den Sultan, die bei der Versammlung ein stürmisches Echo fanden. Nunmehr hielt der Sultan Cercle ab, wobei Ahmed Riza ihm die Deputierten vorstellte. Viele Deputierten drängten sich zum Handkuß. Der Deputierte für Monastir, Doreff, versicherte dem Sultan, die ottomanischen Bulgaren seien mit dem .Herrscher des Vaterlandes aufs innigste verbunden, worauf der Sultan erwiderte, daß er der Beschützer aller seiner Untertanen ohne Unterschied sei. Nach einem von dem Ulema gesprochenen Gebet für den Sultan zog sich dieser zurück und empfing sodann den Präsidenten und den ersten und zweiten Vizepräsidenten der Kammer in Gegenwart des Großwesirs und des Ministers deS Innern in Privataudienz. Bevor die Deputierten den Iildiz verließen, erklärte der erste Sekretär im Namen des Sultans, dieser sei bereit, seine Seele zu opfern, wenn immer die Nation c8 verlange. Einige sozialistische Deputierte warm dem Galadiner fern­geblieben.

Abwicklung der Vorstellungen zugunsten der Penstonsfonds, der vertragsmäßigen Volk-vorstellungen, sowie der Vor­stellungen bei ermäßigten Preisen, zu Gastdarstellungen be­rühmter Künstler, zum Nachtragen ausgefallener Abonne­ments» orstellungen, einen zweiten Tag (den Freitag) zur Ver­fügung haben, der überdies bei finanzieller Ausnützung etwaiger Zugstücke sehr von Gewicht sein kann. Da natur­gemäß nicht alle seitherigen FreitagSabonnenten an den anderen Abonnementstagen mit entsprechenden und ihnen zusagenden Plätzen versorgt werden konnten, fehlt in der AbonnementS- aufstelluttg ein Teil der Summe, die der Freitag eingebracht hat. Andererseits ist das Abonnement im 1. Rang des Schauspielhauses an allen Abonnementstagen bedeutend ge­stiegen. Es sei der Schauspiellellung noch gestattet, in der nachfolgenden Ausstellung ein Bild zu geben von ihrer künst­lerischen Tätigkeit im abgelaustnen Geschäftsjahr. Es würben gegeben i Zum erstenmale: Rosen, Der letzte Funke, Der Dummkopf, Anna Karènina, Der Andere, D'Erbschaft, Bei uns da drüben (Uraufführung), Moderne Diplomaten, Panne, Erde, Meisterin (Uraufführung), 2 x 2=5, Manövertage (Uraufführung), Zwischen Ja und Nein, Die Großen und die Kleinen (Uraufführung), Die glückliche Gilberte, Paria, Der Schrittmacher, Turnvaier Jahn (Uraufführung), Vom anderen Ufer, Simion, DaS wahre Gesicht, Die liebe Familie (Uraufführung), Die Liebe wadü. Neu einstudiert: Nora, Ein Falissement, Der rote Schornsteinfeger, Ver­spekuliert, Maria Magdalena, Emilia Galotti, Doktor Klaus, Die Nibelungen (Der gehörnte Siegfried, Siegfrieds Tob, Kriemhilds Rache), Wallensteins Lager, Die Piccolomini, Wallensteins Tod, Mein Leopold, Der Hüllenbesitzer, WaS ihr wollt.

Intendant Jensen berichtet: Das Geschäftsjahr 1907/08 Ist als ein besonders gutes zu bezeichnen, weil es die Ein­nahmen deS an sich schon so günstigen Jahres 1906/07 noch erheblich übertroffen hat. Die Intendanz war hierdurch in bk erfreuliche Lage versetzt, dringend nötige Anschaffungen

Monta-

ra^dwirttoahncbes.

Wochenbericht der Berliner Vrovukienborse. Zn her am 30. Dez mber beendeten Bericbtswocbe hat trotz der durch die drei Weibnachts'eieriagr eingeschränkten Unter- nehmnnaslust eine entschieden feste Tendenz vorgeherrscht, und die Preise haben besonders für Drotsruckit ansehnliche Besse­rungen erfahren. Anregend wirkte in erster Linie das auf« fällige Nachlassen der Zufuhren sowohl in Nordamerika wie in Deutschland. Man war geneigt, darin mit Rücksicht auf die vorbergegangenen starken Ablieferungen eine Verminderung der Leistungsfähigkeit zu sehen. Im ferneren wirkte die Zurückhaltung der argentinischen Verkäufer, welche von Meldungen über ungünstiges, die Ernte störendes Wetter aus den La Pla'a-Staaten angeblich veranlaßt war, auf das An­ziehen der Prelle fördernd ein. Einen erheblichen Einfluß übte anch der nach dem Feste einaetretene scharfe Frost auf die Stimmung am Berliner Markte aus. Die zum Teil erst sehr spät, Ende November und Anfang Dezember, in die Erde gebrachten Saaten haben nicht durchweg eine genügende Schneedecke bei Eintritt der scharfen Kälte gehabt, eS ist daher gerechtfertigt, wenn Besorgnisse über das Schicksal der meist wenig entwickelten Saaten gehegt werben. Jetzt liegt wohl überall in Deutschland eine genügende Schneedecke. Weizen stieg um mehr als 3 Mark, wozu die Einstellung der Schiffahrt mit beitrug. Namentlich erheblich stieg der Dezemberpreis infolge einiger Deckungen. Aber der erhöhte Preis veranlaßte Berliner Warenbesitzer zu Abgaben, die einen sofortigen Rückgang zur Folge hatten. Eine Besserung um 3 Mark aber blieb gegen die Vorwoche bestehen. Das Geschäft in Roggen war äußerst still, Dezemberware wurde kaum noch gehandelt. Der Wert der Lieferung im Mai gewann 3 Mark. Haier war infolge größerer Zurückhaltung des Angebot? bei ruhigem Geschäft fester. Mais hob sich hauptsächlich mit Rücksicht auf die Einstellung der Schiff­fahrt. Die Preise für Lieferung im Mai stellten sich schließlich wie folgt: Weizen 211,00 Mk., Roggen 177,25 Mk., Hafer 165,75 Mk., Mais 146,75 Mk.

Preise des städtischen S ch l a ch't v i e h - M a r? t e L. T. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlacht­wertes, höchstens 7 Jahre alt bis Mk., h) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 64 bis 68 Mk., c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 57 bis 61 Mk., d) gering genährte jeden Alters 5256 Mk. II. Bullen: a) vollfleischige, höchsten Schlachtwertes bis Mk., b) mäßig genährte jüngere und aut genährte ältere 60 bis 63 Mk., c) gering genährte 52 bis 56 Mk. III. Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt, bis Mk., b) ältere ausgemästete Kühe und weniger gut entwickelte jüngere Kühe 60 bis 63 Mk., c) mäßig genährte Kühe 55 bis 58 Mk., d) gering genährte Kühe 50 bis 53 Mk. IV. Kälber: a) feinste Mastkälber und beste Saugkälber 96 bis 101 Mk., h) mittlere Mastkälber und gute Saugkälber 84 bis 90 Mk., c) geringe Saugkälber 48 bis 52 Mk., d) ältere, gering genährte Kälber 48 bis 55 Mk. V. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 72 bis 74 Mk., b) ältere Mast­hamme! 64 bis 68 Mk., c) mäßig genährte Hammel und Schafe 50 bis 56 Mk. Vf. Schweine: a) vollfleischige, kernige Schweine feinerer Rassen und bereit Kreuzungen von höchstens l1/* Jahren 67 68 Mk., h) fleischige 65 bis 66 Mk., c) gering entwickelte 68 bis 64 Mk., d) Sauen 60 bis 62 Mk.

Die lMebkMchsche in èiiiiiiilitii.

Neapel, 1. Jan. Das Torpedoboot Nr. 83, welches abgesandt war, um die liparischen Inseln zu inspizieren, be­nachrichtigte den Marineminisler, daß am 28. Dezember eine heftige Erderschütterung dort verspürt worden war. Mehrere Gebäude seien beschädigt, ein Verlust an Menschenleben sei aber nicht zu beklagen.

an Dekorationen, Garderobcstücken und, Möbeln zu machen und auf diese Weise eine erhebliche Verschönerung deS Bühnenbildes zu bewirken. Von den Novitäten dieses Jahres ist besonders PuccinisMadame Butte, fly" erfolg­reich gewesen, ebenso «'ne Neueinstudierung von desselben Ton­dichter-La Bohème". Ferner bewährte sich die Neu­inszenierung und Ausstattung von BeethovensFidelio" in besonderem Maße. Auf dem Gebiet der Operette bat Oskar Straus'Waftertraum" eine große Anzahl von Aufführungen erlebt. Da sich das Abonnement auch für das bevorstehende Jahr wiederum vergrößert hat, hofft die Intendanz, die es an Anstrengungen nicht fehlen lassen wirb, auch dem neuen Geschäftsjahr mit Zuversicht entgegensetzen zu können. An Novitäten und Neueinstudierungen gelangten mr Aufführung : Madame Butterfly, Ein Walzertraum, Der Wanderer, Schöu-Edelrot, Der fidele Bauer, Der Mann mit den drei grauen, Ein Wmtermärchen. Vor ber Vorstellung, Rübe­zahl (Balletts). Nen emftubiert: Euryanthe (Mahlers Be­arbeitung), Fidelio (in neuer Inszenierung), Martha, FortunioS Lied, Die Fledermaus, Djamileh, FeuerSnot, Hans Helling, Der Postillon von Lonjnmeau, La Bohöme. Nach dem Geschäftsbericht des Vorstands hatte das Opernhaus 1 112 225.76 Mk. Einnahmen und

1 299 754.24 Mark Ausgaben, das Schauspielhaus 652 200.01 Mark Einnahmen und ' 654 039.72 Mark Ausgaben. Die gemeinsamen Einnahmen betrugen 28 693.96 Mk., die gemeinsamen Ausaaben 86 219.56 Mk. Die Gesamteinnahmen betrugen 1 793 119.73 Mk., die Ge­samtausgaben 2 040 013.52 Mk., der Betriebsverlust also 246 893.79 Mk. Dieser entfällt auf das Opernhaus mit 187 528.48 Mk., da? Schauspielhaus mit 1839.71 Vik., auf das Gemeinsame mit 57 525,60 Mk. Von den 250000 f Mark Subvention wurden also 3106.21 Mk. erübrigt, so baß sich der Reservefonds von 79 308.17 Mk. auf 82 414.38 f Mark erhöht. Dies Ergebnis ist um so erfreulicher, als in I beiden Häusern erhebliche Aufwendungen für Erneueruna '

4. Januar

Rom, 1. Jan. Nach Meldungen aus Messinn sind dort .stente vier große Passagierdampkor mit 6000 Plätzen zum Transport Uoberlebender eingetroffon. Aus Nom unb Calerta sind große Mengen von Lebensmitteln nach den Notgebieten abgegangen. wo an Lebensmitteln großer Mangel herrscht, wästrend Rettungsmannschaften in genügender Zahl Vorständen sind.

Berlin, 2. Januar. Der KreuzerHertha" telegraphiert aus Neapel, daß er am 81. Dezember in Messina 25 Tonnen Proviant, Decken und Mäntel abgab und daß diese Hilfe sehr willkommen war, daß er ferner 280 Verletzte und Ob­dachlose eingeschifft und die Obdachlosen am 1. Januar an den LloyddampferBremen" abgeliekrt, sowie weitere 300 Personen dort eingeschifft habe. ' Die Königin von Italien besuchte die Verwundeten auf derHertha". Der Kreuzer ging am 1. Januar mittags mit 114 Verwundeten nach Neapel in See, wo er heute eintraf. Die Rückkehr nach Messina in Begleitung des Konsuls Jacob ist für den 3. Januar beabsichtigt. Das italienische NegieiungsschiffRe­gina Elena" vermittelt von Messina aus den telegraphischen Verkehr mit dem Festlnde, auch mit derHertha" vermittelst Funkenspruches. DieHertha" ließ dort während der Ab­wesenheit von Messina eine Dampfpinasse zur Hilfeleistung zurück.

Hamburg, 2. Januar. Die Hamburg-Amerika-Linie ste» sch' als ihren Beitrag zur Hilfsaktion sür die Notleidenden in Sizilien dem DampferJllyria", der voraussichtlich ein beträchtliches Quantum Liebesgaben nach Sizilien bringen wird, Lebensmittel, die zur Verpflegung von 1000 Personen für eine Woche ausreichen, sowie das nötige Eßgeschirr mit- zugeben. Diese Lebensrnittel dienen gleichzeitig zur Ver­vollständigung der Ausrüstung der sechs Baracken, die als Geschenk des Kaisers mit derJllyria" verladen werden.

Berlin, 2. Jan. Das deutsche Hilsskomitee für die in Süditalien durch die Erdbeben Geschädigten hat sich heute nachmittag im Reichstagsgebäude konstituiert. Zugegen waren: Staatssekretär v. Schön, Unterstaatssekretär o. Löbell als Vertreter des Reichskanzlers, ferner der Vizepräsident des Reichstages, Kämpf, die Chefredakteure der größeren Berliner Blätter und Oberbürgermeister Kirschner. Die Versammlung wurde von dem Einberuser, Kommerzienrat Solberg, mit einer Begrüßungsansprache eröffnet. Auf seinen Vorschlag wurden in das Präsidium gewählt: Adolf Friedrich, Herzog zu Mecklenburg, Reichstagspräsident Dr. Udo Graf zu Stolberg- Wernigerode, bayerischer Gesandter Graf v. Lsrchsèd, sächsischer Gesandter Graf Vitzthum v. Eckstädt, sowie bei Präsident des Zentralkomitees der Vereine vom Roten Kreuz, von dem Knesebeck. Darauf übernahm Adolf Friedrich, Herzog zu Mecklenburg, das Präsidium und dankte der Kaiserin für die Uebernahme des Protektorates, sowie dem Reichskanzler für die Uebernahme des Ehrenpräsidiums. Dann wurde Kommerzienrat Solberg zum Vorsitzenden ge­wählt. Nach längerer Diskussion wurde beschlossen, somit vier Sonderziige mit Lebensmitteln, wollene Decken, Kieidungs- stücken und Materialien zur Pflege von Kranken und Ver­wundeten unter Begleitung von Sanitätspersonal in die Unglücksgebiets zu entsenden. Innerhalb der Versammlung erfolgten sodann Zeichnungen bedeutender Beiträge, baruntei Krupp v. Bohlen-Halbach mit 40000 Mark, die Großbanken mit je 20000 Mark. Herzog Adolf Friedrich schloß daraus die Versammlung mit dem Dank an die Anwesenden.

Nom, 2. Jan. Wie dieAgenzia Stefani" meldet, über­sandte der Minister Orlando dem Ministerpräs>dentt.n Gio­litti nachfolgende Depesche: Messina, 2. Januar. Das Wetter hat sich. ein wenig gebessert. Der König begab sich nach Scilla und Bagnara, aber da ba§ Meer stürmisch war, war er am Landen verhindert. Erst in ConiteUo. das voll­ständig zerstört ist, konnte der König landen. Sodann er­folgte die Landung vor einem Landhanse in San Giovanni, das ebenfalls stark gelitten hat. Der König besuchte hieraul die von englischen Matrosen eingerichteten Baracken, ging dann nach Reggio, wo er eine längere Besprechung mit dem Major Cagni hatte. In Reggio waren fast sämtliche Ver­wundete bereits eingeschifft und fortgeschafft. Viele Ueber- lebcnde sind abgereift. Hieraus begab sich der König nach Mellina zurück. Den gestrigen Nachrichten zufolge sind mehrere fremde Handelsdampfer und Kriegsschiffe im Hafer eingetroffen, heute sind zwei weitere russische und zwei fran­zösische Panzerschiffe hier eingetroffen, so daß die Verwun­deten der Reihe nach verbunden und fortgebraebt Werber und Erweiterung der Bestände zu machen waren. Zr Pensionszwecken mußten insgesamt 27 909.72 Mk. aufge­wendet werden. Außer den vertragsmäßigen Vorstellungen erhielt' der Ausschuß für Volksvorlesungen 2600 Karten zu 40 Pfg., Schüler erhielten 7605 Karten. Das Opernhaus hatte 4,2, das Schauspielhaus 76 billige Vorstellungen. Du Anschaffungen für das Inventar der Stabt betrugen : Opern­haus 95 487.96 Mk., Schauspielhaus 37 678.23 Mk., zu sammen 133 166.19 Mark. An Billettsteuer vereinnahmt« die Oper 61 246.80 Mk., das Schauspiel 33 9o8.75 Mk. zusammen 95 155.55 Mk. für den Stadlsäckel. An Gagen zahlte bk Oper 788 975.88 Mk., das Schauspiel 365 404.47 Mark, die Spielgelder betrugen 125 781.41 Mark und 92 878.20 Mk., die Gastspiele kosteten 56 195 Mark und 11 230 Mk., die Tantiemen 51 907 und 35 335 Mk. An Abonnements vereinnahmte die Oper 395 439.16 Mk. und für Konzert« 17 256 16 Mark, das Schauspiel 283 223.53 Mark.

Eislauf.

Eisklistalle funkeln wie Demamsterne, und aus den Ge­wässern hat der Frost wieder eine herrliche Bahn geschaffen für den gesuuden, nervenstärkenden Eislaufsport, den Klop- stock, der Sänger des Messias, in einer seiner schönsten Oden verherrlich, hat, so daß Altmeister Goethe von ih.n sagte, er habe das Schlittschuhlaufen durch geistige Anregung zu ver­edeln und würdig zu verbreiten gewußt. Auch Goethes Freund Herder widmet dem Schlittschuhlaufen in seinem Erstanz" begeisterte Verse:

Wir schweben, wir wallen auf hallendem Meer, Auf Silberknstallcn dahin und daher;

Der St'hl ist uns Fittich, der Himmel da« Dach, Die Lüste sind heilig und schweben uns nach.

So gleiten wir, Brüder, mit fröhlichem Lim» Auf eherner Tiefe des Lebens babüu