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SlNiisteg den 2. IMNlir 1909
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Hus Hanau Stadt und Tand.
Katta«, 2. Januar.
Vereins n. Verinüinnisnahrichten
für SamStaa den 2. Januar.
^v. Männer- tt. Inn^linnsverein: Pokaunenblnsen sbn. Vminbknusl. Tnrnneine'nde: Von 8—9 Uhr: Kürturnen und Vorturnerstnnde der Inamdabtei'nnn
Verein'„Tr?k^n > 1903": Vereinbarend im „«Braken MMnn "udwig". Ptftfv R'dleten-Verein; Vereinsamend (ReÜanration „Vanddof^. ftnrballklnd .Me'in"'t Kludadend im „Restaurant Weismantel". Radkabrer-Verein 1898; Vereinsamend „utr dentickeN Eiche".
Radsport „Adler": Vere'nsadend im „SchnNenho^".
Radsadr- - V> n „Union": Verei"8adend im „Wilhelmseck".
Kegelklub „Ra^nlckiwärmer": (Gasthaus „utr guten Quelle".
Klub „^riendsb-v' : Klndadend im Restaurant ^Alim Neubau". Eci. Berbindu"» „^nssonia": Vereinbarend im „Restaurant Pesoldt". Kind „ttoncor^m" : Klubabend im „Kaiplxn" (Paradep'atz). O'efeftme Verrin^nna „Vania" Verbindunasa^end im „Ratskeller". Humonsti'iicr Muükyere'n „Germania": Veeeiusabeud „uim Sandhof". EtsellsKakk „?usti'.Kinne" : Zutamweuknust „zur aold'uen Rebe". Gelauanev»« „Kin'raHi"! Verelnsa'end in den „8 Sbwanen'. NkademieschiVer-Ver^iai'n/»: Verei^sabend in der „Sonne". Tnrnnereiu: Vereinsabe^d im cudstbaus „^nr Ka^tbaune". Evangeln'Ver Ardeiiernerein: Vereinbarend und Mitgliederaufnahme im Vereinsloka'e iParadenlab Nr. 1.)
Neiannnerein „Rr'blWeit": Vereinsabend im „Ventilen <dans". Eelanguereiu „Germania": Vereinsadend im „?8wenaär>chen". Ee'mmnerein „Melomania": Vereinsabend in der „Kartbanne". Nciannverein „Sumier": Vereinsamend in der „Stadt Bremen". Eeianavereiu „Tonblüthe": Vereinsabend in der „Stadt Bre"en". peramigunasnesellschitz „Ki^-rm"; Vereinsabend „anm Anker", Rauno „Kiniracbt": Vereinbaren' „zum Braust übst".
Verein „biniakeit": Vereins« „mb in der „aroâen Krone". Verein „Ti^eluas": VereiusaVend in der „Karlhanne". Geselliae Ver'indunq „Arminia": Klubabend in der „Stadt Bremen" Gelelliae Verbinduna „^anavia" Klubabend im „Bernhurdscck". ^nftrarsfl”b . Kickers 1907": Vereinsamend im „Nordend".
Gcian'sableiluna der Tnruaemeiude: A euds 9 Ubr: Sina stunde. Eejellige Verbindung „Melitia": '/-10 Uhr: Verjamnilung im Gasthaus „3t:r aaldenen «"erste".
RTub „strenndscka't": Kln'mbeud im „aoldnen Tab".
„Hanauer Sportverein 1906": Vereinsamend im „Rmn ichen Kaiser".
1. Hana er ^nbballgesellscbait 1907: Vereinsamend im „Kubfen Grunde". Dramatischer Klub „Thalia": Abends von 9—11 Uhr: Uebungsstunde im friienbab'taärtleu.
Christlicher Zent' al - Verba d der Staats-, Gen-eind«-, Verkehrs-, -Hilfs- und ioust'ge Industrienr eiter Deutschlands, Zahlstelle Hanan: Abends 9 Ub' : Mitqliederautnahme unb Versammlung in der „aoldnen Gerste", RömersUahe.
Würfelklub Iulernatmnai: Klubabend utr . Stadt Bremen". „Humburger": Vereinsabend „zur guten Quelle".
für Sonntag den 8. Januar.
Eo. Männer- und Jünalingsnerein: Von 3-8 Uhr: Unterhaltung; von 8—9 Uhr: Bibelstunde (Ev. Vereinshansl.
Hanauer Tutzballklnd „Melitta": Nachmittags 2 Uhr: Uebungsspiel auf dem Krertierplap.
Hanauer Fußballklub „Viktoria" 1894: Nachmittags 3 Uhr: Uebungs- spiel auf seinem Sportplan an der Leipzigerstraste.
Erster Hanauer Fußballklub 1893: Nachmittags 8 Uhr: Uebringsspiel auf seinem SporivIab an der „Scbönen Ausücht"
„Hanauer Sportverein 1906": Nachmittags 3 Uhr: Uebiingsspiel auf dem Exerzierplatz.
Gutiempler-Loge zur Höhe, Paradeplatz 1: Abends Freie Zusammenkunft, tröste willkommen.
Kathol. Arbeiterverein : A ends 8 Uhr: Zusammenkunft im Vereinslokal „zum Bratistüb'l".
Verfteigerungs- re. Kalender
für Montag den 4 Januar.
Holzversteigernng im Grast. Revier Meerholz; Termin vormittags
10 Uhr bei G stivirt Eberling zu Gettenbach (s. Nr 299 „Han. Anz.").
Kunst und Heben.
Ein ttenes Thüringer Volksftück, betitelt „Der Dorfkrteg" ist in Pösneck zur Uraufführung gebracht worden. Berfasser ist der Bürgerschullehrer Albin Schmidt in Pösneck, der bereits vor Jahresfrist die „Weihuachtskautate", ein Stück in gleichen Geore geschaffen hat. „Der Dorfkrieg" lehnt sich der an humorvollen Episoden reichen Erzählung Schaumbergers ans seinem berühmten „Bergheim" an, ohne sich jedoch ängstlich an die Szenenfolge und Personen zahl zu halten. Das Sluck zeigt die Leidenschaften des Volkes, die übermütigen Streiche, aber auch die Gemütsliefe und Treue der Thüringer. Der Aufbau des Stückes ist recht wirkungsvoll, au'prechend und läßt einen liefen Blick in die Volksseele werfen. Das neue Volksstück wurde bei seiner Uraufführung beifällig ausgenommen.
Oie Nalttrbnhne am Keilbei'fl. Ueber das Projekt, eine Naturbühne am Fuste des Keilberges zu errichten, ivird weiter au« Oberwieienlhal gemeldet: Die Nanirbühne ist im sog. Fuchsloch, nahe dem Forsthanse Parthum, in einer romantischen Waldschlucht gedacht. Kaum eine Viertelstunde entfernt liegt unsere Stadt Oberwiesenthal. Etwaige Ueber schüste aus dem Unternehmen sollen lediglich nationalen Schutzvereinen Böhmens zugute kommen. Der Schöpfer des Festspieles ist der Schrinsteller Julius Reinwarth in Prag, der mit feiner Arbeit hauptsächlich mit den Anstoß zu dem Mturbühnenprojekt gegeben hat. In dem füufaktigèn Festspiele findet d:e Entwicklung des oberen Erzgebirges von der ersten Ansiedelung bis auf die Gegenwart dramatischen Ausdruck. Neben diesem Festspiele sind auch Aufführungen anderer dramatischer Werke und Tondichtungen, soweit sie in den Nahmen einer Naturbühne fasten, in Aussicht genommen. Die Bühne soll den Namen „Natur- und Feslfpielbnhne Hercynia" führen. Eine besondere Förderung darf das Pro- iekl von einer bevorstehenden Gründung der Vereinigung erz-
Mr Errickfittna eines WtSMifSfitrmcS auf dem Buchberge bet Lattgettselbold gingen ein
Hugo Bauer , 2.— Mk.
Wi'de Gans..... 1. — „
Mehrere Bnchbergfreunde M. H., L. u. S. 1.95 „ Voriger Betrag . 2780 05 ,,
Zusammen bis jetzt 2785.— Mk.
Weitere Spenden nimmt gerne entgegen die Nedaktiorr des „Hanauer Anzeigers".
Standesamt der Stadt Hanan.
Ber^eschttis der in der Zeit vom 23. bis einschl. 31. Dez. 1908 vorgekommenen
Attsgebote.
Am 23. Dezbr. Ludwig Scheerer, Musketier dahier, mit Henriette Enzilie Kadereit in Frankfurt a. M. 24. Philipp Jakob Nagel, Taglähner in Preungesheim, mit Anna Maria Filsinger daselbst. 24. Johann Klein, Cigarrenmacher i" Klein-Krotzenburg, mit Hedwig Müller in Urspringen. 28. Georg Wilhelm Hagenbach, Maurer in Kerbersdorf, mit Maria Stein in Sarrod. 30. Paul Emil Gerhard Schwarz, Schriftsetzer in Heidelberg, mit Anna Helene Metzner in Schmalkalden.
Ehefchliesttttt^en.
Am 24. Dezbr. Joseph Franz Mock, Bijoutier dahier, mit Henriette Henning dahier.
Gebttrie«.
Am 17. Dezbr. Margarete, T. des Dachdeckers Georg Schultheis. 19. Philipp, S. des Hilfsschaffners Iohannes Müller. 22. Wilhelm Johann, S. des Taglöhners Iakob M o o k. 22. Karl Heinrich, S. des Lokomotivheizers Nikolaus Lamb. 22. Johannes, S. des Telegraphensekretärs Adolf Wirges. 22. Andreas, S. des Bäckers Franz V o g e l w a i d. 22. Heinrich, S. des Lithographen Heinrich Häfner. 22. Dora Johanna, T. des Schneiders Andreas Schießer. 23. Paul Holger, S. des Kapellmeisters Paul Brand. 23. Anna Maria, T. des Lokomotivheizers Heinrich Löhrbach. 23. Elise, T. des Diamantschleifers Karl Schwarz. 26. Lina Stephanie, T. des Juweliers Emil Höhne. 26. Christian August Karl, S. des Juweliers Christian Fuchs. 27. Emil Paul Alois Walter, S. des Kaufmanns Paul Neidig. 27. Maria Katharina Elisabeth, T. des Hilfsschaffners Ernst Herbert.
Todessätte.
Am 23. Dezbr. Witwe Anna Marie Langenheim geb. Lange dahier, alt 79 I. 23. Karoline Pauli, Haushälterin von Heldenbergen, alt 25 I. 24. Witwe Elisabeth Margarete Leipold geb. Göbel dahier, alt 60 I. 24. Heinrich Ernst Protzmann, Schneidermeister dahier, alt 55 I. 25. Iohannes, S des Telegraphensekretärs Adolf WirgeS dahier, alt 2 T. 25. Margarete Pauline, T. des Kolporteurs Paul Linke dahier, alt 5 J. 26. Joseph August Wettlaufer, Goldarbeiter dahier, alt 65 I. 27. Anna, T. des 6lärtners Wilhelm Neu hl in Numvenheim, alt 2 J. 28. Emil Wilhelm Bourbonus, Reitknecht dahier, alt 32 I. 28. Elisabetha Scheidemantel Witwe geb. Schnautz dahier, alt 82 I. 28. Aloys Spahn, Invalide in Dietesheim, alt 81 I. 29. Matthäus Brandt, Knecht in Hof Eich, alt 62 I. 29. Albrecht Ziegler, ohne Beruf dahier, alt 25 I. 29. Karl Kaspar Reul. Schneider dahier, alt 64 J. 29. Simon Kulick, Knecht in Bruchköbel, alt 27 I. 30. Adam Sebastian Konz, Pflasterer in Bischofsheim, alt 50 I. 31. Witwe Elisabeth WinhoId geb. Werner dahier, alt 72 I. gebirgischer Schriftsteller und Künstler „Keilbergbund" erwarten.
Wertvolle ^«nde in Mittelamerika. Im Auftrage des Berliner Museums für Völkerkunde weilt Dr. Walter Lehmann in der Republik Nicaragua, um dort seine Forschungen fortznsetzeu, die er im Frühjahr vorigen Jahres in Costa-Riga begonnen halte. In dieiem Lande war es die Halbinsel N coya, in welcher der Gelehrte Ausgrabungen machte. Das Ergebnis dieser Ausgrabungen hat er kürzlich in 50 Kisten nach Berlin gesandt. In dieser Sendung befinden sich auferordeutlich wertvolle Gegenstände, die Zeugen einer alten seit Spanierze't untergegangenen Kultur. Dr. Lehmann hat auch einen Goldschatz zumge ge'ördert, der, acht Pfund schwer, viele Prunkstücke enthält. Wenn auch Costa- Riga zu den wenigeit Staaten gehört, die einer Ausstihr von Altertümern feine Schwierigkeiten bereiten, so thaten doch hier starke materielle Momente hmzu, die eine Hinwegtührung ohne weiteres nicht gestatten. Nicht mit Unrecht verlangte die dortige Regierung enisprecheude Emichädignng ; aber diese beziffert sich so Ho h, daß sie aus dem Ertraordinarium nicht bestritten werde!: kann, den die preußische Regierung für diese Forschungsreise vom Abgeordneien^anse gefordert und bewilligt erhalten hatt'. Zum Glück hat sich ein Mäzen gefunden, und so steht zu hoffen, daß dieser auch materiell wertvolle Schatz Berlin auch zugeführt werden wird. Dr. Lehmann ist ein Schüler des amerikanischen Proscssors Seeler, der an der Seite seiner Gattnr die bekannlen Forschungen im Lande der A teken gemacht hat und jetzt als Direktor die amerikanische Abteilung im Museum für Völkerkunde leitet.
Ein heiteres Vorkommnis infolge der Ganter- briefe. Zli den mnicherlei ernsten und heiteren Folgen der Ganlerbriefe liefert ein L ser des „Berl. Tgbl." diesem ans Berlin folgenden lustigen Beitrag: Mit großer Bestürzung eilt ein hiesiger v rheiraieter „Lebemann" zu seinem juristischen Berater, einem bekannt n Rechtsanwalt, und zeigt ihm die soeben empfangene anonyme „Zuschrift". Nach reif-
Hus aller Mell.
Ein Grostfciter entstand Mittwoch nachmittag in Magdeburg in der Zichorienfabrik von Hausivaldt. Drei Damvfspritzen speisten elf Schlatichlinien zur Löschung des Brandes, dessen Bekämpfung für die Mannschaften der Feuerwehr sehr schwer war, da die Trepven zum Teil durchge-' bräunt waren und ein fürchterlicher Qualm alle Stockwerke erfüllte. Auch die strenge Kälte war bei den Löscharbeiten sehr hinderlich. Verbrannt sind - gegen 14000 Zentner Zichorien. Die Feuerwehr wird noch mehrere Tage mit dem völligen Löschen zu tun haben.
Das Attlomobil. Das Hamburger Landgericht verurteilte den Chauffeur I. Hügelmann, der den Geflügelzüchter Voigt überfahren und getötet hatte, zu zwei Jahren Gefängnis.
UtttepfchlagttNg. Der in dem Orte Vechelde beim dortigen Amtsgericht zugelassene Rechtsanwalt S. wurde unter dem Verdacht, Gelder unterschlagen zu haben, verhaftet.
Ziflennertaufe. „Ich befand mich," so schreibt der „Köln. Ztg." ein Leser vom Hunsrück, „in Iagdausrüstung und die kurze Pfeife rauchend auf dem Wege ins Revier. Der Gang geschah den ausgestellten Fuchseisen zuliebe, andernfalls wäre ich der herrschenden grimmigen Kälte wegen hinterm warmen Ofen geblieben. Am Ende des Dorfes angekommen, gewahrte ich mehrere Zigeiinerwagen. Anscheinend hatte die Gesellschaft hier Halt gemacht, um in unserer einsamen Gegend, , wo sie sich vor der Polizei sicher wähnt, ihr fragwürdiger Gewerbe zu betreiben. Als ich mich noch in Gedanken mit dieser nichts weniger als anaenctzmen Aussicht beschäftigte, öffnet sich die Tür eines der Wagen. Es tritt ein zerlumpter, schwarzbärtiger Mann heraus, der in den Armen ein neu» geborenes, nacktes Kindchen trägt. Er schreitet auf einen nahen Wassertümpel zu, zertritt mit dem Absatz dessen Eisdecke und taucht dann das kleine Wesen vollständig unter. Im nächsten Augenblick zieht er es wieder hervor und kehrt gemächlichen Schrittes, wip er gekommen, in den Wagen zurück. Ich stand da vor Schreck und Empörung wie an die Stelle gebannt und konnte mir nicht schlüssig werden, wie ich gegen den Frevel, von dem ich Zeuge gewesen, einschreiten sollte. Schon gedachte ich umzukehren, um die Behörde telephonisch zu verständigen, als sich die Wagentür von neuem auftat. Derselbe Mensch von vorhin wird wieder sichtbar, aber diesmal ohne das Kind. Er sammt geradewegs auf mich zu, lüftet den verbeulten Hut und bittet mich in gebrochenem Deutsch um eine Pfeife Tabak. Statt seinem Ersuchen zu entsprechen, fahre ich den Zigeuner an: „Mensch, was haben Sie mit dem Kinde gemacht? Sie haben eS getötet. Ich werde sofort die Polizei benachrichtigen." Der Schwarzbärtige aber bleibt vollkommen ruhig und lächelnden Mundes erwiderte er: „Nix, nix getötet, liebes Herr. DaS kennen gutes Master nix besser. Was Sie haben gesehen, das haben gemacht Eltern yreiniges mit mir und Großeltern seliges mit Eltern meiniges. Und darum wird in seinem ganzen Leben einem Zigeunersohn nix frieren ein Nas', ein Hand oder Fuß." Jetzt führte mich der Zigeuner an den Wagen, öffnete die Tür und deutete auf ein im Innern stehendes bettähnliches Möbel. Von dort aus lächelte mir ein blasses, jugendliches Frauengesicht entgegen. An der Brust der Wöchnerin aber ruhte der kleine Täufling und schöpfte in vollen Zügen seine erste Nahrung. „Werden gutes Herr mir schenken jetzt ein Reifen Tabak." Ich machte den Mann zum Besitzer meines ganzen Knastervorrats und setzte beruhigt und unter allerlei Betrachtungen über das wetterharte Nomadenvölkchen meinen Weg fort."
ediiffSberidik.
Vreittttt, 30. Dezbr. Der Dampfer des Norddeutschen
Lloyd „Crefeld" ist gestern in Bahia eingetroffen.
g-gBB - 1 J_.'l.' ™^ggS licfjcr Heberlegung gibt der Rechtsanwalt seinem besorgten Klienten den Rat, der getreuen Gattin alles zu beichten, in der sicheren Voraussicht, daß nach kurzem „Sturm" die Verzeihung nicht ausbleiben dürfte. Kaum ist der unglückliche Ehemann von dannen geeilt, als der Rechtsanwalt den Besuch zweier anderen Klienten empfängt, die ihm ebenfalls die Ganterschen „blauen Karten" vorzeigen. Hierdurch auf den Schwindel aufmerksam gemacht, telephoniert der Anwalt schleunigst seinem eisten Klienten: „Nicht beichten, alles Schwindel!" und erhält hierauf die trostlose Antwort: „Leider zu spät, bereits gebeichtet!"
Sllbttmblâtter.
Das Gewebe unseres Lebens besteht aus gemischtem Gam, gut und schlecht durcheinander. Unsere Tugenden würden stolz sein, wenn unsere Fehler sie nicht geißelten; und unsere Laster würden verzweifeln, wenn sie nicht von unseren Tugenden ermuntert würden. Shakespeare:
* *
Des Lebens Straße
Geht überall auf wildem Feuerstrom,
Der, unten glühend, wogend noch, nur oben
Mit einer leichten Rinde sich bezog.
Drum laß uns leisen Trines drüber wallen
Und nicht verschulden des Gewölbes Bruch,
Daß wir dem Flammentode nicht ve>fallen. Ach! Selbstoerschuldung ist der schwerste Fluch.
Raupach.
* *
*
Auf wallt der Zorn,
Wie Feuersglut;
Die wird gelöscht
Durch Tränenflut;
Und hinterher weiß der Verstand
Nicht, wo und wie es hat gebrannt I