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blößien. fdiu^ofrn ©aasen w fürchten; ja man rechnet schon mit der Auswintening jener Felder, die exponiert lieaen und deren zarter Bestand die Einwirkung von 1618 Grad Kälte nicht ausbalten kann. Auf alle Fälle muß man jetzt schon Saaten als erfroren für verloren geben. Der Schneemangel lâßi Heuer auch den Schlitten- und Skisport sich nicht ent­wickeln ; alle, die deshalb bis aus Wünburg und Frankfurt, «us Hanau und Cassel schon in die Rhön nach Gersfeld, Bischofsheim und an andere Sportplätze gekommen sind, haben schleunigst ihre sieben Sachen wieder zusammenaepacki und machten, daß sie fortkamen von dem nutzlosen Felde.

r- Marburg, 1. Jan. In den letzten Nackten stieg hier die Kälte bis auf 18 Grad Celsius. Die Lahn bildet eine spiegelglatte Eisfläche.

r- Biedenkopf, 1. Jan. In Buschütten im Sieger- lande wurde gestern der 10 Jahre alte Sohn des Maurer Stötzel von einem Motorwagen überrannt und getötet.

FC. ^ranksi'lt a. M., 1. Januar. D i e Si l - vesternacht. < "C schier endlose Menschenmenge bewegte sich gestern abend von 10 Uhr an durch die Hauptstraßen der Stadt, Zeil und Kaiserstraße, um dasNeue Jahr" zu be­willkommnen. Schutzleute zu Fuß und zu Pstrd, bewehrt, mit Schuppenketten unterm Knie, halten in großer Zahl zu beiden Seiten der Zeil und ihrer Verlängerung Posto gefaßt und standen wie eingerammt, um die Menge im Schach zu halten. Keine Veranlassung hatte jedoch die heilige Herman- dad zum Einschreiten. Auch dann nicht, als vom Dome schwer und lang die Glocke zwölfe schlug und man am Sterbebetie eines Jahres und an der Wiege seines Nach­folgers stand. Das Johlen und Schreieii der Menge erfuhr in diesem Moment den Höhepunkt; Böller krachten, Feuer­werk ging nieder, Frösche platzten. Ein Höllenlärm, ein Geknatter maschinengewehrähulich. Doch von Ausickreilunaen, wie vor zwei Lustren, keine Spur. Kaum einHartmann­eintreiber" war zu observieren. Der Jabnhagel schien sich infolge der grimmen Kälte nicht herausgewagt zu haben, auch die wirtschaftliche Krise, der Manoel anSpores Rassel" veranlaßte wohl viele, sich in angemessenen Grenzen W Halter.. Kurr, es war nichts los, so hieß es stereotyp. Denn was bedeuten bis früh, um 2 Uhr zehn Sistierungen. Haiwlos stellten .sich die Verfehlungen dieser Verhafteten heraus. Nach Feststellung ihrer Namen erfolgte sofortige Entlassung. SchwereVerletzungen sind nicht zu verzeichnen, trotzdem be­sonders im Zent'um der Stadt und an beiden Ufern des Mains recht kräftiggefeuer werkt" wurde. Hie und da kamen beiFcuei iverkern" leichte Verletzungen an Händen und dem Gesicht vor durch das ungelenke Abbrennen von Schwärmern",Glühkörpern" etc. In der Alien Mainzer-

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Samstaq

gasse steckte ein baumlanger Kerl einenFrosch", der nickt Feuer fangen wollte, in die Manteltasche. Der Frosch ent­lud sich aber kurz darauf mit Kracken und Ziscken, und riß den neuen Paletöier in Fetzen, ohne sonst dem Goliath einen Schaden zuzufügen. Gegen 2 Uhr früh zeigten Zeil und Kauerst, aße, die Operntionsbas s des Meuschenrummels, ihr sonstiges Gepräge. Kaffeehäuser rnb Restaurants hatten in­zwischen die Neujabrnacktickwärmer ausgenommen. Hier saß man lebensfroh beim Wein- und Gratis Punsch-Pokal, ver­gessend der Grillen, ©Ooen und schlechten Zeiten und wün'ckte ununterbrochenGlückliches, neues Jahr". Unter den Abstehenden in einem Restaurant der Kaiserstraße be- sanden sich eine Anzahl beurlaubter Marinesoldaten der 1. und 2. Marinedivision, die gestern abend, kurz vor Iahres- schsilß, telegraphisch Befehl erhalten hatten, unverzüglich nach ihren Garnisonen Wilhelmshaven und Kiel zurückzukehren, trotzdem ihr Urlaub bis nun 4. Januar lief. Weshalb diese seltsame Maßregel geschehen, wußten sie nickt. Auch ihnen gab man mit auf den Weg einProsit Neujahr!"

Deiiittpett a. M., 1. Jan. Der Gewerksck istGustav" wurde ein Braunkoblenfeld zu 800 Hektaren unter dem NamenKleinostheim", gelegen in den Gemeinden Kleinost­heim, Stockstadt sBe.irksamt Ascka^enbura) und Dettingen (Bezirksamt Alzenau) zur Gewinnung der in diesem Felde rorfommenben Brannkohlen verliehen.

Pforzheim, 1. Jan. Dem Kreditorei, - Verein wird aus London geschrieben:Vertreter einer großen japanischen Fabrikations-Firma sind unterwegs nach Pforzheim, um Mutier zU kaufen und Maschinen zu bestellen, zum offe « kundigen Zweck, mit der Pforzheimer Industrie zu konkur- 1 ieren. Uere Londoner F rma empfiehlt den Fabrikanten- kreisen größte Vorsicht. Dies zur gebübrenden Beachtung !"

Drahtnachrichten

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Messina, 1. Jan. Um die Rettungsarbeiten sicher zu stellen, ist Messina in Zonen eingekeilt, denen je eine Truppen- abteilung überwiesen wurde. Das Rote Krenz errichtete in der Stadt zahlreiche Baracken. Auf dem Platz San Martino, wo sich die Wirkungen des Bebens besonders zeigen, reichen jedoch die Baracken nickt aus. Die Aerzte verbinden die Verwundeten deshalb bei Regen unter freiem Himmel. Elflein gestern wurden etwa 800 Verletzte behandelt. Die Geflüch­teten kehren, von Hunger und Durst getrieben, wieder in die Stadt zurück. Ergreifende Szenen spielen sich am Zollamt ab, wo Lebensmittel verteilt werden. Die Rettungsarbeiten werden mit der größten Beschleunigung betrieben, alle an

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chr Beteiligten vollbringen Heldentaten. Man trifft Bahren mit Verunglückten, die aus den Trümmerhaufen hervor- gezogen wurden, nachdem sie 8 Tage darunter gelegen hatten. Messina und Reggio und die benachbarten Gegenden wurden unter den Oberbefehl des Generals Mazza gestellt, dem vier Generale des Generalstabs beigegeben worden sind. Fort­während werden Truppen an Land gesetzt, da Hilfe überall erforderlich ist.

Rom, 1. Jan. Der König Victor Emanuel richtete der Agenda Stesani" zufolge, an den Ministerpräsidenten Gio­litti folgendes Telegramm: Ich habe Canitello besucht, das buchstäblich in Trümmern liegt, und Villa San Giovanni, welches ebenfalls wie Messina gelitten hat. In Reggio ist der Rettungsdienst gut geregelt, ebenso hier, wo sich noch größere Schwierigkeiten entgegenstellen. Seit heute morgen regnet es nicht mehr. Die Feuersbrunst in Messina ist bis auf einige wenige Brände gelöscht. Inzwischen sind noch drei englische und drei französische Schiffe angekommen, (gez.) Victor Emanuel.

Nom, 1. Januar. Minister Orlando übersandte dem Ministerpräsidenten Giolitti in vergangener Nacht folgende Depelche: Gestern sind die Arbeiten zur Organisation des Hiliswesens trotz des schleckten Wetters gut fortgeschritten. Truppen sind eingetroffen, haben die verschiedenen Punkte der Stadt besetzt und lagern, wo es angängig ist. Die Aus­dehnung des ungeheuren Unglücks macht eine planmäßige Nachforschung unter den Trümmern unmöglich. Trotzdem werden beständig Verwundete aus den Schuttmassen hervor­gezogen, welche man nach den Verbandsplätzen schickte und dann zu Sckiff weiterbesördert. Man vernimmt immer noch vereinzelte Erdstöße. An mehreren Punkten ist auch der Brand noch nicht gelöscht. Hilfsgefchwader sind aus mehreren Städten Italiens einaetroffen. Mehrere russische Schiffe be­teiligten sich mit unermüdlichem Eller an dem Rettungswerk. Die überlebende Bevölkerung begibt sich zum Teil auf dem Landweg oder mit der Ellenbahn nach Catania, wo sie sich einschiffen. An Wasser ist großer Mangel. Auch für btt anderen Gemeinden an den beiden Küsten der Meer­enge muß Vorsorge getroffen werden. Auf Grund viel­facher Feststellungen wird versickert, daß erheblicher mehr al9 die Hälfte der Bevölkerung unter den Trümmern begraben ist, unter ihnen die Deputierten von Messina: Arigo, Fulei, Wcola und Ariole. Hunderte von Verbrechern sind ver­haftet worden. Die Soldaten haben die strengsten Befehle zur Altsteckterhaltung der Ordnung erhalten. Außer Lebens­mitteln sind Sckiffe zur Fortschaffung der Ueberlebenden not­wendig. Heute morgen ist der König wieder in Messina an Land gegangen und hat die Küste und die zerstörten Ver­teidigungswerke besichtigt. Ferner besuchte er die Kranken­baraken und sprach sich hier besonders lobend über die Hilsstätigkeit des Roten Kreuzes von Palermo und Neapel aus. Heute vormittag war der König dauernd unterwegs Er besichtigte zunächst die Dörstr in der Richtung auf Far.

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