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rs. Dezember
anivalt und M^.-Rat Dr. fiafierforn die Arrestzelle und rS wurde dem Reif irl 6HQ schonender Weise mitgUeilt, ?ur Last gelegt werde, die eine ârtt» ^”^ Pkrson erforderlich macht und er möge sich dieser Untersuchung unterziehen. Reis erklärte sich hier- zu bereit, allein schon bei Besichtigung seiner Hände und Finge» nagel wurde er leichenblaß, verlangte ein Glas Wasser, das ihm übergeben wurde und dann konnte er sich nicht mehr auf den Beinen halten, er mußte sich letzen, kalter Schweiß trat ihm auf die Stirn nnd er mußte gestützt werden, wenn er sich stellen wollte. W iterer Versuch mck dem Polnei- hund des Polizei-Sergeanten Jakob aus Wetzlar, dessen Hund besonders auf Spuren abgericktet ist, winde gestern nachmittag vorgenommen. Der Hund nahm die Spur am Tatorte auf, vc>folgie sie bis durch den Wald,. dann über Kas Feld und über den Bahndamm bis an das städtische Baumstück. Weitere Versuche mit dem Hunde sollen beab- sicht-at sein. (Gieß. Anz.)
Cassel, 28. Dtibr. Gestern vormittag verschied nach schwerem Leiden im 49 Lebenssahr der Oberlehrer am Realgymnasium Pi of. Dr. Heinrich Pe>ers. — Ei froren auf- gesunden wurden am Montag früh an der Hannoverschen Landstraße unweit Lutternberge zwei im mittleren Maunes- alter stehende Leute, anscheinend Arbeiter, die in einem der -nahegtlkgentn Dörfer wohnen mochten. Die Leute scheinen in der Nacht von einer Kneiperei gekommen sil fein und sich dann, ihrer Sinne nicht mehr mächtig, am Rande der Straße niedergelassen zu haben, wo sie am Morgen steif gefroren aufgefunden wurden. Die Personalien der Beiden konnten mit Sicherheit noch nicht festgestelll werden, doch wird angenommen, daß sie aus einer der Ortschaften des Riestetales stammen.
Hofgeismar, 28. Dezbr. Am 1. April wird das „Philippsstist" in Immenhausen für unheilbare Krebs- und Lungenkranke eröffnet werden. Die Mittel für dieses Heim bilden die Erirägniffe der aus Anlaß des 400jährigen Geburtstages Philipp« des Großmütigen am 13. November 1904 ins Leben gerufenen Philippsstiftung.
Handel. Gewerbe und Verkehr.
Ausblick aus 1909. Die Handelskammer Berlin überreicht wie alljährlich prompt vor Jahresschluß den ersten Teil ihres Jahresberichtes; aus dem reichen Inhalt sei zunächst ein Abschnitt, der sich mit der Zukunft beschäftigt, wiedergegeben. „Bei der Bewertung derAusstchlen, die sich für das kommende Wirtschaftsjahr eröffnen, pflegt man zwei Faktoren, von denen eine Besserung der wirtschaftlichen Lage erwartet wird, in den Vordergrund zu stellen: die Hebung des Exports und die Erleichterung des Geldmarktes. Wie hoch nun die allgemeine volkswirtschaftliche Bedeutung, welche diesen beiden Faktoren zukommt, einzuschätzen ist, muß doch für die nächste Zukunft ihr Einfluß mit Vorsicht bewertet werden. Was die Gestaltung des Verkehrs mit dem Auslande anbelanat, so hat ohne Zweifel die Nenbelebung der gewerblichen Tätigkeit, die seit Mitte November in den Vereinigten Staaten von Amerika zu beobachten ist, bereits jetzt dem deutschen Export, namentlich in Textilerzeugnissen, und damit der einheimischen Arbeit Anregungen gegeben; aber wie im Herbst 1907 die Bedeutung der amerikanischen Krisis hauptsächlich darin bestand, daß sie den Anstoß zu einer in Europa sich vorbereitenden rückläufigen Bewegung gab, so wird die Besserung des amerikanischen Marktes voraussichtlich auch nur insoweit eine Einwirkung auf das wirtschaftliche Leben Deutschlands ausüben, als sie den Umschwung erleichtert. Die Hoffnung, daß die Vereinigten Staaten und die übrigen Länder, welche für unsere Ausfuhr in Betracht kommen, im Jahre 1309 mit vermehrten Bestellungen den deutschen Warenmarkt aussuchen werden, gründet sich auf die Meinung, daß jene ausländischen Gebiete während des Jahres 1908 nur das notwendigste bezogen haben und somit, da die Lager dort reduziert sind, sich zur Erteilung größerer Aufträge werden entschließen müssen.
Billiges Geld in Sicht- Das Jahr 1908 eröffnete noch unter sehr schwierigen Geldmarktverhältnissen und langsamer als im Ausland und namentlich in London machte auf dem deutschen Geldmarkt die Erleichterung Fortschritte. Die Bank von England konnte bereits am 2. Januar den Zinsfuß von 7 Proz. auf 6 Proz. ermäßigen und noch im Monat Januar ging der Diskont bis auf 4 Proz. herab. Die Deutsche Reichsbank ermäßigte ihren Zinsfuß zwar auch schon am 13. Januar von 7•/» Proz. auf 6 V» Proz. und am 25 Januar weiter auf 6 Proz. Dieser Satz blieb aber bis März in Geltung. Ende Mai konnte die Bank von England mit dem Zinsfuß auf 2*/» Proz. heruntergehen, das ist auf einen Stand, der — abgesehen vom Jahre 1905 — bereits seit einem Jahrzehnt nicht mehr zu verzeichnen gewesen war und die Reichsbank konnte im Juni den Zinsfuß auf 4 Proz. reduzieren Damit war in London, respektive auf dem Welt- geldmarkt eine Periode der Geldsülle etabliert und auch in Deutschland waren die normalen Geldverhältnisse wieder beraestellt Zur richtigen Würdigung dieser Tatsache darf Wvergessen werden, daß im Jahre 1907 die Reichsbank den Jerons nicht unter 57» Proz. und im Jahre 1906 nicht unter 47» Proz. herabsetzen konnte Ebenso wichtig wie die Ueberwindung der schwierigen Geldverha n. se . var aber, daß weder die Bank von England noch die Reichsbank waiueud des Herbstes mit ihrem Zinsfuß in die Hohe gehen mußten Eine Erscheinung, die seit mehreren Jahren nicht mehr zu beobachten gewesen ist und die die Ueberwindung der Geldkrisis in ihrer Bedeutung erst ver-
Der durchschnittliche Diskont der Reichsbank war int Jahre 1908 4.77 Proz. (gegen 6,03, 5,15 und 3 81 Proz. in den Jabren 1907, 1906 und 1905). Obwohl also drr Zinsfuß der Reichsbank vom 18. Juni au bis zum Jahresschluß 4 Proz. war, ergibt sich für den Durchschnitt des ganzen Jahres lW8 ein Diskont von 5.09 Proz., das ist nur unwesentlich als für 1906. Was für Aus- blict eröffnet sich nun für die Geldmarkllage im neuen Jahr . Die Produktion ist in den meisten Industriezweigen in em etwas enaeres Bett geleitet, die Umsätze haben sich verringert, und namentlich sind Jie für den Geldmarkt ausschlaggebenden Warenpreise stark unter ihren höchsten Stand während der Hochkonjunktur gefallen. Die Ansprüche von Handel und Verkehr an den'Geldmarkt sind also ungleich geringfügiger
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als bis ungefähr zum Frühjahr des JabreS 1908. Dazu kommt noch, daß durch die fortwährend steinende Geld- produktion, die für das Jahr 1908 unter 1700 Mill. Mark nicht zurückgebliebeu fein dürste, die Go'dvorräle der Notenbanken immer höher wachsen. Namentlich die Bank von Frankreich hat seit Jahresfrist ihren Goldbestand um'dns enorme Quantum von etwa 800 Mill. Franks erhöben können. Doch versiigte auch die Reichsbank Mitte Dezember über nahezu 400 Mill. Mark mehr Metall als zur gleichen Zeit 1907. Man kann daher mit Bestimmtheit Voraussagen, daß die Geldslüssigkeit im neuen Jahr sich weiter akzentuieren wird. Es ist auch so gut wie sicher, daß die Reichsbank im neuen Jahr zum erstenmal feit 1905 mit ihrem Diskont wieder unter 4 Proz. herabzngehen in der Lage fein wird. Die natürliche Folge des billigen Geldstandes wird eine Kurssteigerung der festverzinslichen Werte fein, wobei man allerdings wird berücksichtigen müssen, daß viele neue Anleihen herauskommen sollen, vorausgesetzt, daß die politische Lage die diesbezüglichen Pläne nicht durchkreuzt.
Cvm. Aufschwung Ves Welthandels. Die Frankfurter Engrostage brachten einen unerwarteten Aufschwung im In- und Ansland-Handel. Der Besuch aus dem Jn- und Ausland ist stärker denn je und die Umsätze schon heute am ersten Verkausstag höher als an den vorjährigen Ver- kainstagen zusammen genommen. Bei der Hausse in Wolle hatten die Wollartikelhandlungen mit Neuanschaffungen so lang als möglich znriickgehalten, um ein Sinken der Preise abzuwarten. ' Durch den regen Weidnachtsverkauf aber lassen sich die Lagerergänzungen jetzt nicht länger hinausschieben, sodaß der Umsatz ganz horrent ist. Andererseits hatten die Baumwollgrossisten der niedrigen Preise weaen mit dem Angebot bis jetzt znriickgehalten, um höheren Preisstand abzuwarten. Jetzt haben sie wohl oder übel zu den niederen Preisen große Posten anbieten müssen und finden entsprechenden reißendeu Absatz. Selbst in der Kon'ektions- branche werden alle Erwartungen übertreffende Umsätze gemeldet.
Viehmarkt in Frankfurt a.M. am 28. Dezbr. Amtliche Notierung der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkam standen: 340 Ochsen, 24 Brillen, 796 Kühe it. Jungrinder, 212 Kälber, 235 Schafe u. Hämmel, 1155 Schweine, 0 Ziegen. Bezahlt wurde für 100 Pfd. Schlachtgewicht: Ochsen » vollfleischige, gemästete, höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren 76—78 Mk., h. junge fleischige, nicht gemästete it. ältere gemästete 70—72, c mäßig genährte junge, gut genährte ältere 60—62, d. gering genährte jeden Alters 00—00. Bullen: a. vollfleischige höchsten Schlachtwertes 63—66, b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 59—61, c. gering genährte 00.00. Kühestmd Rinder: a. voNfleischige junge Kühe und Rinder höchsten Schlachtwertes 67—69, b. vollfleischige Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 58—60, e. ältere Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Rinder 46—48, <1. mäßig genährte Kühe und Rinder 00—00, e. gering genährte Kühe und Rinder 00—00. Bezahlt wurde für 1 Pfd. Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast- (Vollm. Mast) u. beste Saugkälber (HannavO 90—95 Pfg. b. mittlere Mastrind gute Saugkälber 80—86 Pfg. c. geringe Saugkälber 65 b. 68 Pfg., d. ältere gering genährte Kälber (Fresser) 00—00 Schafe: a. Mastlämmer und jüngere Masthämmel 70—00. b. ältere Masthämmel 50—54, c. mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merz)-Schafe 00—00. Schweine: a. vollfleischige der feineren Raffe und deren Kreuzungen im Alter bis zu 17« Jahren 72—73, b. fleischige 71—00, e. gering entwickelte sowie Sauen und Eber 00—00. Bezahlt wurde für 1 Pfd. Lebendgewicht: Ochsen 00—00 Pfg., Kälber a. 53—57 Pfg., b. 48—52, Schweine a. 56* -—57Pfg., b. fleischige 56—00Pfg. Geschäftsgang in Hornvieh mittelmäßig. Uebèrfianb unbedeutend, in Kleinvieh gut, Ueberstand keiner. Aus Oesterreich standen 100 Ochsen und 6 Stiere zum Verkauf. Oesterreichische Ochsen wurden mit 82 M. bezahlt.
Frankfurter fruchtmarkt vom 28. Dezbr. Es notierten: Weizen, hiesiger und Wetterauer 20.90—21.10 Mk., kurhessischer. je nach Quasität 21.10—21.20 norbb. 21.10 bis 21.20, russischer 23.50—25.00, Redwinter 23.50-24.25, Kansas 23.50-24.50, La Mata 24.00-24.75, Rumän. 23.75-24.75 Roggen, hiesiger 17.25—17.35, russischer 00.00—00.00, Rumän. 00.00—00.00. Gerste hiesiae und Wetterauer 18.50—19.50, Pfälzer 18.50—19.50. Ried 18.50—19.50, Hafer, hiesig. 16.00 b. 17.25, bayerischer 16.00—17.25, württ. 00.00—00.00, russischer 17.25-18.50, Rumän. 00.00- 00.00, La Plata 17.00-17.75, Mais, mixed 00.00— 00.00, Russischer 00.00—00.00, Donau 00.00-00.00, La Mata 16.50—17.25. Mehl: —.— Weizenmehl Nr. 0 80.00—30.25, Nr. 1 28.50—28.75 Nr. 2 27.50 bis 27.75. Nr. 3 26.10-26.75, feinere Marken 0.50—1.00 höher. Roggknmehl, Nr. 0 25.00—25.50, Nr. 1 23.00—23.50, Nr. 2 19.00—19.50. Alles per 100 Kilo inkl. Sack loko hier. Futtermittel: —.—. Weizenschalen 9.75—10 00 Mk., Weizenkleie 9.75—10.00, Noggenkleic 10.50—11.00, Futtermehl 13.50—14.00, Biertreber, getrocknet, 13.00 bis 13.50 Alles per 100 Kilo ab hier.
Sport.
Barmen, 24. Dez. Auf dem städtischen Gelände Tölle- turm errichten P. Herweg-Düsseldorf und die Barmer Bergbahn-Aktiengesellschaft eine Radrennbahn, auf der hauptsächlich große internationale Nadrenttkonkurreuzen hinter schweren Plotoren außgesahren werden sollen. Die Stadtverordneten haben ein Grundstück bereitgefteüt. Die Eröffnung wird im nächsten Frühjahr erfolgen.
Für Errichtima eines AttSstchtsinr,»es auf dem Bnchberge bei L'angenselbolb gingen ein ' " Pf., Markt ......... 1.- Mk.
Süßer Ap'el v. Nachbar..... 0.50 „
Ungenannt.......... 0.34 „
TJ E. i. L. b. H........ 5— „
A. A............ 2.- „
Voriger Betrag ....... 2768 16 „
Zusammen bis ictzt 2777.00 Mk.
Schisfsttachrèchtr».
Miwcicilt vom Vertreter des AorddeiMchen Lloyd in Bremen, SN. Schuster, FamJmße Nr. 1.
Der Dampfer „Kaiser Wilhelm der Große" ist ant 23.
Dezember wohlbehalten in New-I)ork angekommeu.
Drahtnachrichten
Justiznovelle.
Berlin, 29. Dezbr. Dem Bundesrat geht in bett nächsten Tagen eine neue Justiznovelle zu, um bei kleinem Diebstahl, unbedeutendem Haussrxdensbnich und nicht uveiselsfie'er Erpressuna dem Strafrichter eine größere Freiheit zu geben, bei der Snafabmessnna milder zu verfahren, als jetzt. Andere'seit? sollen die Mindeststrasen für Beleidigungen und Roheiten verschärft werden. Der Wahrheitsbeweis soll eingeschränkt werden, um unnötiges Ein- bmgen in das Privatleben zu verhindern. Die Befugnis zum Ausschluß der Oeffentlichkeit soll erweitert werden.
Petition.
Berlin, 29 Dezbr. Eine Anzahl Professoren der Berliner Universität und Mitglieder der Akademie der Wisien- i chaften petitioniert an den Reichstag, daß von der Nachlaß- steuer Kunstwerke aller Art, Manuskripte, Urkunden und seltene Bücher freigehalten werden.
Castro.
Berlin, 29. Dezbr. Castro hat gestern die Privatklinik Professor Israels verlassen und ist wieder in das Hoi el Esplanade übergesiedelt. Er wird dort von Israel meilerbc" -ndelt werden und angeblich die vorgeschriebene Diät weiter beobachten.
Eisenbahnviebstahl.
Sckneidemühl, 29. Dezbr. Neuerdings wurden 50 Eisenbahnarbeiter ermittelt, die systematisch Eisenbahnwagen und Güterschuppen bestohlen haben.
Arbeitsniederlegung.
Görlitz, 28. Dezbr. 400 Glasarbeiter in Weihwasser haben infolge des neuen LohniarifeS die Arbeit niedergelegt.
Ohne Disziplin.
Paris, 29. Dezbr. Aus Toulon wird gemeldet: Im 22. Kolonial-Infanterieregiment haben sich in der letzten Zeit die Bergehen gegen die Manneszucht in solchem Maße vermehrt, daß der Oberst im Einvernehmen mit dem Brigadegeneral beschloß, aus allen besonders undisziplinierten Mannschaften eine Strafkompanie zu bilden.
Schade, rerfah.
Paris, 29. Dezbr. Die radikalen Bläiter stilisieren in schärfster Weste das von dem Dijoner Avpellgerichtèhof gefällte Eikenntnis, duich das der Volks'chullehrcr Morizet wegen amipalriotifdjen und antimilitaristischen Unterrichts zur Zahlung von 200 Francs Schadenersatz an einen Familienvater verurteilt wird. Die „Lanterne" schreibt: Man glaubt zu träumen, wenn man derartiges liest. Die Richter deS Königreichs hätten nicht anders gesprochen. Jetzt, nach der Trennung der Kirche vom Staate, setzt, wo der Staat keinerlei Kultus mehr anerkenn!, ist es dem Lehrer also verboten, in der Schule irgendwelche religiösen Ideen zu erörtern. Die „Action“ schreibt: Werden biete Richler, die einen Volksschullebrer zur Zahlung von Schadenersatz an den Familienvater verurteilten, in Zukunst die Opfer von Justizirrtümern aus ihrer Tasche entschädigen 2 Die konservativen und nationalistischen Biälter sind sehr befriedigt. Der „Eclair" schreibt: Dieses Urteil ist von außerordentlicher Wichiigkeii. Die Familienväter, die ihre Kinder gegen Seelenvergifter wie Morizet verteidigen wollen, haben durch die Enlscheidullg des Dijoner Gerichishoses eine höchst wirksame Waffe in die Hand bekommen.
Kein Attentat.
Petersburg, 29. Dezbr. Die Nachricht, daß ein als Priester verkleideter Mann in das Kabinett des Schahs ciu- gebrimgeii sei und ihn durch einen Schuß in die Sei1 älter verwundet habe, wird von der persischen Gesandtschaft und von der orientalischen 9l6teihmg des Ministeriums des Auswäriigcn für unbegründet erklärt.
Ein seltener Fall von Mißgeburt.
Petersburg, 29. Dezbr. In dem ärztlichen Verein zu Wologda wurde als seltener Fall von Mißgeburt ein Kind mit zwei Köpfen, vier Händen und drei Füßen gezeigt.
Zur Affäre Steinbeil.
Paris, 29. Dezbr. Wie das „Journal" meidet, entdeckte der Sicherheitsdirektor Howard bei einer in der Billa Steinheil vorgeiwmmeuen Durchsuchung auf dem Dachboden mehrere Salare und eine blonde Frouenperücke. Der Diene, Couillard, der hierüber befragt wurde, gab an, er habe dies« Gegenstände früher niemals gesehen.
Erdbeben.
Catanzaro, 28. Dezbr. Nach Meldungen aus Reggio di Calabria hat das Erdbeben dort ähnliche Verwüstungen angerichtet, wie in Messina. Das Telegraphen- imb Teis» phonbureau ist zerstört.
Berlin, 28. Dezbr. Die Morgenblätter nielben : Die Angaben über den Umfang der Zerstörung Messinas gehen auseinander; bald ist es ein Drittel, balo die Hälfte, bald die ganze Stadt, die durch das Erd- und Seebeben zerstört wurde.
Ueberschwemmungen
Panama, 28. Dezbr. Der Fluß Reventazou und feint Nebenflüsse sind aus ihren Ufern getreten: der ungerichtet« Schaden ist beträchtlich. Auf dem Gebiete von Costarica sind 25 Personen ertrunken.
Paris, 29. Dezbr. Die nationalistischen und rouulistischeu Vereinigungen hielten gestern abend unter beut Vorsitz Rocheforts in der Salle Wagram eine von mehreren Tausend Personen besuchte Versammlung ab, in welcher die Entrüstung über den Geschichtsprofessor Tholamas auSgebrüdj und den patriotischen Stubenten, welche ^” Jnngstau von Orleans gegen Verunglimpfungen dieses 4 5 oerteibigt hatten, Glückwünsche ausgesprochen und unbetung
kuudargeben wurde. "