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Nr. 297 Fernsprechanschlutz Nr. 605,
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Amèlkches.
Stadtkreis Fyanau.
Zur Vermeidung der häufig tödlichen Verletzungen, die sich die Müllwagenpferde an der Abladestelle beim Auftreten auf Glas- und sonstigen Scherben zuziehen, ersuche ich, diese Scherben von dem Hans- und Straßenkehricht auszuscheiden und für sich angesammelt am Nachmittag des ersten Werktages eines jeden Monats besonders zur Abfuhr bereit zu stellen.
Hanau den 2. Dezember 1908.
Königliche Polizei-Direktion.
P 12911 v. Beckerath.
Genoffenschaftsregister.
Landwirtschaftliche Ein- und Verkanfsgenoffen- schaft, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.
An Stelle des verstorbenen Bürgermeisters Lind in Oberissigheim ist der Domänenpächter Gustav Schwarz zu Kinzigheimerhof zum Vorstandsmitglied gewählt. Hanau den 14. Dezember 1908. Königliches Amtsgericht 5. 27831
Handelsregister.
Firma Speitel & Oberländer in Hanau.
Die Firma ist erloschen.
Hanan den 15. Dezember 1908.
Königliches Amtsgericht 5. 27833
Kreissparkasse zu Hanau.
Wegen des Jahresabschlusses bleibt das Bureau der Kreissparkassc vom 23. bis einschl. den 30. d Mts für den Verkehr mit dem Publikum geschlossen.
Hanau am 18. Dezember 1908.
27769 Der Vorstand.
politische Rundschau.
Der Kai er folgte gestern abend einer Einladung des Osfizierkorps des Regiments Gardes du Korps in Potsdam zum Essen, an dem auch der Kronprinz teilnahm.
Samstag den 19. Dezember
Während die Baukosten für Linienschiffe und Panzerschiffe im letzten Jahrfünft sehr erheblich gestiegen sind, ist bei kleinen Kreuzern trotz wesentlicher Erhöhung der Geschwindigkeit und des Einbaues von Turbinenmaschinen- Anlagen nur eine mäßige Steigerung eingetreten. Das 1903 vom Stapel gelaufene Linienschiff „Preußen" kostete 23,81 Millionen Mark, der in demselben Jahre abgelaufene Panzerkreuzer „Roon" 17,9 Mill. Mark. Die Anschlagsumme für das neue Linienschiff „Nassau" beträgt 36,76 Millionen Mark, für den demnächst vom Stapel laufenden Panzerkreuzer „F" 36,66 Millionen Mark. Anders liegt es bei den kleinen Kreuzern. Der 1903 abgelaufene Kreuzer „Hamburg", der eine Höchstgeschwindigkeit von 23 Seemeilen erzielte, kostete 6,15 Millionen Mark. Der neueste schwimmende kleine Kreuzer, die „Koblenz", der Turbinenmaschinen hat und 25 Seemeilen leisten soll, kommt auf 7,785 Millionen Mark zu stehen.
Reichstagspräsivent Graf Stolberg sandte an das türkische Parlament ein herzliches Begrüßungstelegramm.
Landtagswahl. Bei der gestrigen Landtagsersatzwahl im Wahlkreise Wiltlich-Bernkastel wählten sämtliche 231 anwesende Wahlmänner den Zentrumskandidaten Bankdirektor Sellin (Bernkastel).
Deutscher Handelstag. Die am 11. und 12. Januar in Berlin stattfindcnde Vollversammlung des Deutschen Handelstages wird sich beschäftigen: 1. mit der Steuer auf Branntwein (Berichterstatter Kommerzienrat Canthal- Hanau); 2. mit der Steuer auf Tabak (Berichterstatter Biermann-Bremen und Kommerzienrat Schoch-Hildesheim); 3. mit der Steuer auf Bier (Berichterstatter Bohlen-Hamburg);
4. mit der Steuer auf Wein (Berichterstatter Generalkonsul v. Mendelssohn-Berlin und Palow-Hamburg); 5. mit der Steuer auf Elektrizität und Gas (Berichterstatter Dr. Passavant-Berlin); 7. mit der Steuer auf Anzeigen (Berichterstatter Kaufmann Dümpke-Lübeck; 7. mit der Gesellschaftssteuer (Kommerzienrat Münsterberg-Danzig); 8. mit der Steuer im Verkehr mit Wein (Handelskammersyndikus Meesmann-Mainz). Die Verhandlungen finden wie immer im großen Hörsaale des Langenbeckhauses in der Ziegelstraße statt.
Der sächsische Landtag hat sich gestern bis zum 7. Januar vertagt; er wird am 22. Januar geschlossen. Zu erledigen ist noch die Wahlrechtsreform in der Ersten Kammer, in der Zweiten Kammer das aus der Deputation kommende Forstpolizeigesetz, die Anträge der Freisinnigen und National-
Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1908
liberalen wegen der Volksschulreform, die bestimmt der Regierung als Material für den Entwurf eines neuen Volksschulgesetzes überwiesen werden, weiter der nationalliberal« Antrag über die Reform der Ersten Kammer, eine Regierungsvorlage über die Umgestaltung der Bezirksverbände und über das Wasserrecht im sogenannten Vereinigungsverfahren. Auch die Wahlrechtsvorlage geht nochmals an die Zweit« Kammer.
Französische Kammer. Die Kammerdebatte über den Gesetzentwurf betreffend die Vormehrung der Artillerie wurde fortgesetzt. Raiberti (Radikal) befürchtet, daß die Aufnahme des Entwurfs den Mannschaftsstand für die Batterien vermindere und auch eine Schmälerung des Wertes der Batterien im Gefolge haben werde. Frankreich habe kein Menschenmaterial für neue Batterien. Es sei auch bedenklich, die Artillerie im Verhältnis zu den anderen Waffengattungen zu sehr zu vermehren. Es wäre angebracht, alle Waffengattungen zu verstärken und durch die Organisierung von Reserven die schwächeren Bestände Frankreichs gegenüber Deutschland auszugleichen. (Beifall.) Lebrun (Republikaner) erklärte, eine Batterie mit vier Geschützen, die seit zehn Jahren unvergleichliche Ergebnisse zeitigte, flößte den Offizieren und Artilleristen solches Vertrauen und Mut ein, daß sie wünschten, sich einmal ihrer im Felde bedienen zu können. Der Redner gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Kammer an dem bewährten Bestand der Batterien nicht rühren werde. (Lebhafter Beifall.) Krantz äußerte, wie Raiberti, sein Bedauern darüber, daß die Artillerievorlage getrennt von der Vorlage betreffend die Cadres verhandelt wird. Er sprach sich scharf für die Batterie zu sechs Geschützen aus, die neben allen Vorteilen der Batterien zu vier Geschützen den Vorteil größerer Stärke habe. Die Batterie zu sechs Geschützen könne durch ein einfaches Dekret wieder eingeführt werden, während zwei Jahre vergehen würden, ehe die neuen Regimenter, die in der Vorlage vorgesehen seien und die Frankreich eher benötigen könnte, gebildet seien. Im Jahre 1899 sprach man sich für Batterien zu vier Geschützen aus, weil Deutschland damals noch keine Schnellfeuergeschütze hatte, heute aber habe Deutschland solche. Krantz (Republikaner) beharrte trotz der Bemerkungen Doumers bei der Anschauung, daß die Batterie von 4 Geschützen nicht vorteilhaft sei. Joseph Reinach (radikale Linke) verlas einen Bericht des Generalstabs von 1899, der, indem er die Batterie mit vier Geschützen billigte, zugleich erklärte, es werde leicht sein, auf sechs Geschütze zurückzukommen, wenn Deutschland seine Bewaffitung
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