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allem die Rechte der SSotfSDcrh etitng unversehrt bleiben müssen. Er glaube deshalb ferne Fehlbitte zu tun, wenn er das HauS ersuche, das Provisorium anzunehmen. Bewilligen Sie es, schloß der Ministerpräsident, nickt aus Vertrauen zu unS, sondern-aus Vertrauen ui sich. (Lebhafter Beifall, Händeklalscken.) Im weiteren Verlaufe der Verhandlungen erklärte der Abgeordnete Masaryk, die Verhânaung des Standrecht- über Prag sei nickt gerechtfertigt. Der Redner führte die jüngsten Vorgänge in Prag auf die Obstruktion der Deutschen im Landtage und auf die Meldungen über die Drangsalierungen der tschechischen Minderheiten zurück. Eine weitere Ursacke der Aufregung in Böhmen sei die Art und Weile, wie in Preußen gegen die Polen und die Slaven überhaupt vorgegangen werde. Redner kragt den Ministerpräsidenten, ob ihm über die im deutschen Reichstage erwähnte fteundschaftliche Einwirkung Deuticklands auf die österreichische Regierung im Sinne der Erkaltung der deutschen Universität in Prag etwas bekannt sei, und wenn dies der Fall sei, warum er nicht Heine sogleich ein energisches Veto gegen diese Einmischung einer fremden Regierung ausgesprochen habe. Mitschuldig an den Zuständen der letzten Zeit sei auch die Regierung, da sie es zuließ, daß seit Badeni eine Anarchie in der Verwaltung eingerissen sei. Eine Verständigung zwischen Deutschen und Tschechen sei nur von Fall zu Fall auf freiheitlichem und demokratischem Standpunkte möglich. Das allgemeine Wahlrecht müsse auch für die Landtage und für die Gemeinden eingeführt werden. Redner erklärte schließlich, daß kein Tscheche für die Dringlichkeit des Budgetproviloriums stimmen könne. Abg. Globinski erklärte, die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte bewiesen, daß eine Verjüngung Oesterreichs durch Umgestaltung seiner verfassungsmäßigen Grundlagen im Geiste der Autonomie in administrativer, wirtschaftlicher und finanzieller Beziehung und im Sinne nationaler und politischer Gleichberechtigung aller Völker das einzige Mittel sei, um die die Kraft des Reicks lähmenden Vorkommnisse der letzien Zeit und deren verderbliche Folgen zu bannen. (Zustimmung.) Redner forderte schließlich die Vertreter der im Streit befindlichen Völker auf, sie möchten nickt säumen, die Mittel und Voraussetzungen für die Annäherung der Völker und für die Bildung und Sicherheit der parlamentarischen Regierung zu schaffen. (Beifall.) Abg. Consi begrüßte das vom Kabinett zu Gunsten der italienischen Landeâteile ausgestellte Programm und sprach die Hoffnung aus, daß der Ministerpräsident seine heute gegebene. Zusage erfüllen werde. Redner beklagte sich über die Zurücksetzung der Italiener im Staatsdienst, trat für die Ernennung eines italienischen Staithalterei-Vizepräsidenten für Tirol ein und betonte in Besprechung der nationalen Verhältnisse, es sei Pflicht der Regierung, sich mit allen Prüften dafür einzusetzen, daß allen einzelnen Rationalitäten Gerechtigkeit widerfahre. Die nationale Verständigung dürfe nicht auf Deutsche und Tschechen beickränkt werden. (Beifall.) Hieraus wurde die Sitzung geschlossen.
Die Botschaft Roosevelts führt weiter aus: Die Auswärtige Politik der Vereinigten Staaten basiert auf der Theorie, daß das Reckt genau ebenso in den Bestehungen zwischen den Völkern herrschen muß, wie zwischen einzelnen Personen. Wir haben uns gegenüber den anderen Rationen so verhalten und verhalten uns ihnen gegenüber so, wie im privaten Leben ein ehrenhafter Mensch sich seinen Mitmenschen gegenüber verhalten würde. Die Fortschritte, die die zwanzig lateinisch-amerikanischen Republiken gemacht haben, sind der wrgfältigen Aufmerksamkeit des Kongresses wert. Dieser Teil der Erde bietet wahrscheinlich größere Gelegenheit für eine legitime Ausdehnung unseres Handels, als irgend eine andere Gruppe von Ländern. Das Werk des Panamakanals wird mit Schnelligkeit, Kraft und Pflichterfüllung weiter gefördert. Die besondere Aufmerksamkeit des Kongresses lenke ich auf Hawai. Die Bedeutung dieser Inseln ist offenbar, und cs ist dringend notwendig, daß ihre Lage eine Verbesserung er'âbrt, und daß ihre Hilfsquellen entwickelt werden. Auf den Philippinen werden wirkliche Fortschritte zur Selbstverwaltung gemacht. Wiederum empfehle ich, daß den Einwohnern von Puerto Reo die amerikanische Bürgerschaft gewährt werde. Auf Kuba wird unsere Okkupation in ungefähr zwei Monaten aufhören. WaS das Heer betrifft, lenke ich die Aufmerksamkeit deS Kongress-? auf die Tatsache, daß, während unsere jüngeren Offiziere und Mannschaften in ^o^em Maße tüchtig sind, bei dem gegenwärtigen System der Beorderung nach dem Dienstalter viele Leute in die höheren @rabe gelangen, die nur mittelmäßige Fähigkeiten haben. Die Vorschläge des Generals Board bezüglich der Vermehrung der Flotte finden meine Billigung und ich mache besonders aufmetfiam auf die Notwendigkeit deS Baues weiterer Torpedobootzerstörer und Kohlenschiffe und vor allem von v'.er Schlachtschiffen. Es ist wünschenswert, sobald als möglich ein Geschwader von acht Schlachtschiffen d»s besten bestehenden Typs zu vervollständigen. Die Flotte sollte als eine rein militäri'che Organisation behandelt werden und alles tollte dem einen Ziele, der Sicherung der militärischen Wirksamkeit untergeordnet werden.
Reichsduma.
Petersburg, 9. Dezbr. (W. B.) Die Rkichsduma verhandelte in der heutigen Sitzung über die vom Handelsminister eingkbrackte Gesetz-svorlage betreffend die Schließung der Freihäfen der Amur- und Transbaikalgebiete. Tie Anhänger der Vorlage beantragten die möglichst baldige Schließung, damit der friedlichen Eroberung durch die Ausländer ein ®nbe gemacht werde. Dir Gegner wiesen darauf hin, daß eine solche Eroberung nicht zu befürchten sei, auch nicht von feiten Japans. Der Handelsminister Schipow führte aus, ine Verbindung des fernen Ostens mit dem Zentrum Rnß- lands durch Eisenbahnen und die nach den Knegszciten ein» getretene Ruhe machten die Aufhebung der Freihäfen zestge- "â^,und durchaus notwendig für die Wiederbelebung des ru Nichen Handels und der russischen Industrie. Schipow bob mit Befriedigung hervor, daß die Wünsche des Auè-
Donnerstafl
sckusses der Reicksduma mit denen des Börsenkomitees in Wladiwostock beinahe in allen Punkten übernnstimwten. Bei jeder wichtigen ökonomischen Frage müssen die allgemein- staatlichen Interessen in erster Linie berücksichtigt werden; daher könne in dieser Frage die Aufmerksamkeit bürgen, welche die Duma dieser Angelegenheit geschenkt habe.
Psieksbltpa, 9. Dezbr. Die Reichsduma nahm in ihrer Abendsitzung bei überwiegender Mehrheit die Vorlage betr. Schließung der Freihäfen in den Amur- und Trausbai- kalgebieten an.
Aus den Kommissionen.
mb. Die Finanz- und Stenerkommission des Reichstages führte gestern die Besprechung der Frage der gestundeten Matrikularbeiträge weiter. Auf freisinniger Seite wandte man sich besonders gegen die Eisenbahnpolitik Preußens und forderte auf, das „Gewimmer" der Einzelstaaten nicht ernst zu nehmen, die bei dem allgemeinen Finanzramsch so viel wie möglich herauszuschlagen.versuchten. Zuvörderst solle man überhaupt erst die Deckungsfrage regeln und die Weihnachtspause zu einer gründlichen Umarbeitung der Steuerpläne benutzen. Hiergegen erhebt der Schatzsekretär lebhaften Widerspruch. Wenn er die Steuervorlagen nm= arbeiten solle, so müsse er zunächst doch erst einmal wissen, in welchen Punkten denn eigentlich eine Mehrheit des Reichstages einigfei. — Unter dem Widerspruch des Schatzsekretärs wird von den Rednern mehrerer Parteien ausgeführt, daß die gestundeten Matrikularbeiträge jedenfalls aus der Be- darssberechnung auszuscheiden seien. Von konservativer Seite wird angeregt, die 98 Millionen für die Teuerungszulagen des vorigen Jahres auf das Reich zu über- uehmeu und in fünf Jahren zu tilgen. Ein national- liberaler Antrag, die Matrikularbeiträge der Jahre 1906—1908, im Betrage von 144’/4 Millionen, auf Reichsschuld zu übernehmen, anstatt der schwebenden Schuld, im Interesse des Geldmarktes. Auch auf freikonservativer Seite ist man dafür, die 144*/« Millionen bei der Bedarfsberechnung aus- zuscheiden. Das Zentrum erklärt sich für den Vermittlungsvorschlag, die Teuerungsbeiträge auf Reichskosten zu übernehmen, den Rest aber den Einzelstaaten zu belassen. Die Freisinnigen fordern in einem Antrag die Regierung zu Erwägungen auf über eine andere Verteilung der Lasten im Sinne einer Veredelung der Matrikularbeiträge. Der Sckatz- sekretär erklärt, der Bundesrat habe dieser Frage bereits feine ernste Aufmerksamkeit geschenkt, aber mit negativem Erfolg. Weitere Schritte könne er nicht in Aussicht stellen, sehe aber Anträgen aus dem Hause gern entgegen. Der Schatzsekretär beruft sich dabei auf Laband. Schließlich spricht sich die Kommission einstimmig dahin aus, daß die Matrikularbeiträge der Jahre 1906 bis 1908, also 144V« Millionen aus der Bedarfsrechnung ausscheiden, ohne im übrigen sich schon zu entscheiden, wie und von wem sie gedeckt werden sollen; und mit großer Mehrheit wird die freisinnige Resolution über die Veredlung der Matrikularbeiträge angenommen. Ob morgen eine Sitzung stattfindet, steht noch nicht fest.
mb. Die WeinkomMission des Reichstages beriet gestern über den § 6 und nahm ihn in folgender Fassung an: „Im gewerbsmäßigen Verkehre mit Wein dürfen geo- graphssckse Beziehungen nur zur Kennzeichnung der Herkunft verwendet werden. Die Vorschriften des § 16 Abs. 2 das Gesetzes zum Schutze der Warenbezeichnungen vom 12. Mai 1894 und deS § 1 Abs. 3 des Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes vom 27. Mai 1896 finden auf die Benennung von Wein keine Anwendung. Gestattet bleibt jedoch, in hergebrachter Weise die Namen einzelner Gemarkungen und Weinbergslagen (diele Worte sind der Vorlage hinzugelögti zu benutzen, um gleichartige und gleichwertige Erzeugnisse anderer Gemarkungen des betreffenden Weinbaugebietes zu bezeichnen. Ein Verschnitt aus Erzeugnissen verschiedener Herkunft darf nach dem für die Art und überwiegende Menge (diese Worte sind hinzugefügt) bestimmenden Anteile benannt werden. Es ist verboten, in der Benennung des Verschnitts den Namen eines Weinbergsbesitzers anzugeben oder anzudeuten. (In der Regierungsvorlage hieß es: eine Weinbergslage oder den Namen eines Weinbergsbesitzers); die Angabe einer Weinbergslage kann erfolgen, wenn mindestens zwei Drittel deS Verschnittes aus der betreffenden Lage stammt (dieser' Satz ist der Vorlage hinzugefügt wordenl. Dieses Verbot trifft nicht den Verschnitt durch Vermischung von Trauben oder Traubenmost mit Trauben oder Traubenmost gleichen Werte? derselben oder einer benachbarten Gemarkung und den Ersatz des natürlichen Schwundes des im Fasse lagernden Weines durch ähnlichen Wein." Morgen wird die Kommission die Buchkontrolle im § 17 beraten.
mb. Die Wahlprüfungskommission erklärte die Wahl des Abg. Gras Carmer-Ziesewitz (Breslau Land-Neumarkt) für gültig. Die Prüfung der Wahl des Abg. Rölle (Wirtsch. Vg., Goslar-Zellerfeld) wurde noch nicht zu Ende geführt.
Hus ban au Stadt und EantL
Kanan, 10. Dezember.
* Ernannt. An Sielle des aus den Diensten der Stadt Hanau ausgetretenen Assistenten Bache ist der städtische Oberaisistent Bauer ebenda zum weiteren Stellvertreter des Standesbeamten für den Standesamlsbezirk Hanau ernannt worden.
• Deutscher Schrerverein für Natitrknnde. In der Aula der hiesigen Mittelschule findet heute Donnerstag abend um 8 Uhr ein geologischer Vortrag des Herrn Stadtschulinspektors Hahne statt. Da derselbe von allgemeinem Interesse sein dürfte, sei an dieser Stelle darauf hingewiesen. Gäste sind willkommen.
* Deutscher Klottenvereiu, Ortsgruppe Kanan a. M. Nene Mitglieder werden jederzeit ausgenommen durch Herrn Bureanvorsteber K. Erbe, Marktplatz 81, mit einem jährlichen Beitrag je nach Belieben, Mindestbeitrag jährlich 2 Mark.
k. Deutsche Kolonial-Gesellschaft. Herr Dr. Bongard, der am 14. März b. I. mit großem. Beifall über seine in Begleitung des Staatssekretärs Dernburg unternommene Reise nach Ostafrika gesprochen hat, wird am 19. Januar 1909 im .Concordiasaale" über feine diesjährige
10.
Reise mit Dernburg nach Britisch - Südafrika und Deutsch- Südwestafrika berichten. Wir verfehlen nicht, schon jetzt ans dielen, jedenfalls sehr lehrreichen interessanten Vortrag auf. merksam zu macken, der durch eine gyoße Anzahl von Licht- bildern erläutert werden wird.
* Branntwein - Monopol. Der Ausschuß des Deutschen Handelstags, welcher sich am 8., 9. und 10. b. MtS. u. a. mit den Vorlagen zur RerchSfinanz- rekorm zu beschäftigen hat, sprach sich am 8. d. Mts. mit allen gegen eine Stimme gegen ein Monopol und für eine einzige, entsprechend gestaffelte Fabrikatsteuer aus Branntwein aus, auf Grund eines eingehenden Referats, welches der Vorsitzende unserer Handelskammer, Herr Kommerzienrat C a n t h a l, erstattete.
* Stadtiheater. Heute geht bei kleinen Preisen „Die Dollarprinzessin" in Szene und weisen wir auf die hübsche melobienreiche Operette nochmals hin. — „Ein idealer Gatte", das feine Lustspiel Oskar Wilde's, gelangt morgen Freitag zum zweiten Male zur Darstellung. Wie überall, so fand auch hier das geistvolle Stück eine äußerst beifällige Ausnahme. Cs ist ein anmutiges Spiel, das im Dialog von Witz und Geist funkelt und sprüht, sodaß der feinsinnige Plauderer sein Publikum bis zur'letzten Szene fesselt. Die Selbstverständlichkeit, womit alles vorgebrackt wird, die Anmut der Form blenden und reißen unwiderstehlich mit fort. Das reizvolle Stück wird auch morgen fein Publikum finden und köstlich unterhalten. — Als erste Weihnachts-Kinder-Vorstellung wird am Samstag nachmittag bei kleinen Preisen die Kinderkomödie t „Der kleine Muck" zur Darstellung kommen. Von Herrn P r ö l S , dem Mitgliede unserer Bühne, nach dem Hauff'schen Märchen verlaßt, prächtig inszeniert und ansgestattet, wird cs den Kleinen und Großen viel Freude bereiten. — Gastspiel Rita Saecketto. Die berühmte lyrisch-dramatische Tänzerin Rita Saechetto wird am Samstag abend dem Wnnscke vieler die sie gesehen haben entsprechend, ein zweites Gastspiel mit vollständig neuem Programm geben. Als erste Darstellung, die leider bei dem vorigen Gastspiele fortbleiben mußte, wird die Menuettszene im Kostüm der Herzogin von Devonshire nach dem Gemälde von Gainsborough zur Darstellung kommen. Es folgen dann die ^iebesliederwalzer von Brahms und zum Schluß: Spanische Tänze von Rubinstein und MoSzkowsky im alt« kastilianischen Ko^üme. — Die „Dresdener Zeitung" schreibt über Rita Saccheito anläßlich eines Gastspieles im „Königlichen Operuhau'e" : Unter den sich mehrenden Erscheinungen moderner Tänzerinnen, die ihr Streben auf eine Erneuerung und Wiederbelebung des Cbaraktertanzes richten, besitzt Rita Saechetto auf jeden Fall ihre besondere Eigenart. Und das will schon viel sagen auf einem Gebiet, auf dem es den Kampf gegen erstarrte Ballettformen gilt und neue Vorbilder, neue Ausdnickswcisen erst zu schaffen sind. Der Weg der Isadora Duncan, der über Hellas führt, ist einer, der Weg der Ruth St. Dänis, der aus dem Orient hergeleitet ist, ein anderer. Sie suchen nach Stil und Seele im Ausdruck bet Schönheit des bewegten Leibes und wollen jeden Tanz zum Cbaraktergemälde machen. Diesen Zielen strebt auch die der Münchener Kitnstsphäre entftammenbe Saechetto zu, die offenbar als Tänzerin geboren ist, obwohl sie außerdem noch viel mehr technische Schulung als die Duncan hat. Außerdem sucht sie, man möchte sagen durch die Poesie des Gewandes zu wirken, wo andere dem entkleideten Körper zu seinem Rechte verheilen wollen. Als „lyrisch- dramatische Tänzerin" arbeitet die Saechetto überhaupt mit großem szenischen Apparat und geht auf einheitliche Bild- wirkungen aus. Und in dieser szenischen Umgebung feiert sie denn auch Triumphe der Schönheit und des Reizes, di« sie der temperamentvollen Beseelung ihres wahrhaft edelebenmäßigen Körpers verdankt.
* »yamittenabend der Sairitätskolonne. In dem mit Roten-Kreuz-Wappen und Transparenten hübsch geschmückten Saale der „Centralhalle" hatten sich am Sonntag abend die Mitglieder der hiesiaen Sanitäts-Kolonne mit ihren Familien, Freunden und Gönnern eingefunden, um ihr 2. Familienfest zu begehen. Auch der sie ausbildender Arzt, Herr Dr. Roth, war anwesend.
Der Führer der Kolonne. Herr Leihbankpedell Schmidt, begrüßte die Erschienenen im Namen des Vorstandes der Sanitätsko'onne vom Roten Kreuz unter dem Ausdruck der Freude über das zahlreiche Erscheinen und fuhr dann wörtlich fort: „Wir habenuns heute zusammen gefunden, um im Greife unserer Familien, mit Freunden und Gönnern unserer Bestrebungen einige frohe Stunden zu verleben. Jedoch nicht allein der Gedanke, ein gemeinschaftliches Fest zu feiern, hat uns zusanimengesührt, ès gilt auch, Zwecke und Ziele der Sanitätskolonne zu fördern und das Interesse für dieselben iW verbreiten. Deshalb will ich nicht unterlassen, mit einigen Worten der Entstehung und der Tätigkeit der Kolonne'zu gedenken.
Die hochselige Kaiserin Augusta hatte nach dem deutsch- französischen Kriege den Wunsch geäußert, daß alle die Männer, welche im Falle einer Mobilmachung nicht zu den Waffen eingezogen würden, zum Tragen und Pflegen der verwundeten und erkrankten Krieger verwendet werden könnten. Dieser Wunsch fiel sofort auf fruchtbaren Boden. Die Krieger-Vereine, die bei idealen Bestrebungen stets voranmarschieren, rührten überall die Werbetrommel und so bildete sich auch hier, aus den Reihen der Mitglieder, durch die fortgesetzten Bemühungen des Herrn Kam. Hebebrand, im Jahre 1^88 öle Krieger-SanitätS-Kolonne Hanan. Kam. Mühlhause wurde zum Führer ernannt; später Kam. Renner. Auch 5kam. Pfisterer war eines derersten Mitglieder. Es folgten sehr bald die heute noch z. T. der Kolonne aktiv nngehören- den Kam. Emil Hofmann, Stroh, Neureuther und viele andere. So hatte sich in kurzer Zeit die Kolonne w einem blühenden Zweig des Krieger-Vereins entivickelt. Vor ca. 3 Jahren wurden im Sanitäts-Kolonnen-Wesen Organisationsänderungen von feiten des Zentral-Komitees 'vom Roten Kreuz vorgenommen und aus der Krieger-Sanitäls-Kolonne Hanau ist die z. Z. bestehende San.-Kol. vom Roten Kreuz hernorgegangen. Daß die jetzige Kolonne lebensfähig wurde, ist das besondere Verdienst unseres inerten Karn ‘ SRnth I