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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann« und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 287 F-rusprechanschlutz Nr. 605.

Dienstag den 8. Dezember

Ferusprechauschlutz Nr. 605. 1908

Lie ielltigeNlllllmer mMt Mn KtotNWldt 14 Seiten.

Amtliches.

Stadtkreis Ran au. Bekanntmachung.

DaS Kaitb auf den Wegen und beiderseits des Eisen- bahnkörpers in der Stadtwaldung (Kesselstadt) soll am Freitag den IS. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, öffentlich meistbietend an Ort und Stelle versteigert werden. Zusammenkunft am Schießplatz in der Durgallee.

Hanau dm 5. Derember 1908.

Der Magistrat.

Hild. 25969

Bekanntmachung.

Der im städtischen Schlachthof aufkommende Dung und vie Abfälle außer Borsten und Klauen sollen vom 1. April 1909 ab auf unbestimmte Zeit vergeben werden. Die Be­dingungen der Abgabe können im Rathaus, Zimmer 11, eingesehen werden. Angebote sind bis zum 20. Dezember an uns einzureicben.

Hanau den 5. Dezember 1908.

Der Magistrat.

Hild. 25971

Zwangsversteigerung.

Zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft der inAn- sehung'dèr in der Gemarkung Windecken belegenen, im Grund­buche von da zur Zeit der Emtragung des Versteigerungs­vermerkes auf den Namen 1. des Georg Konrad Färber — Andreas Sohn — und dessen Ehefrau Wil­helmine geb. Mährt in Windecken eingetragenen Grund­stücke :

Artikel 158 Windecken

a) Eigentum des Ehemannes

Krtbl. 10 Nr. 24 im untersten Fenseler, Acker, 10 ar 48 qm, 1,47 Tlr. R.-Ertrag

Krtbl. 20 Nr. 3 die kleine Wiese, Acker, 4 ar 83 qm,

1,14 Tlr. R.-Ertrag,

Krtbl. 20 Nr. 4 die kleine Wiese, Acker, 5 ar 36 qm, 1,69 Tlr. R.-Erlrag,

Krtbl. 25 Nr. 5 auf der Sirzwiese, Acker, 14 ar 24 qm, 2,21 Tlr. R.-Ertrag,

b) Eigentum der Eheleute

Krtbl. 6 zu Nr. 112 am Markt Haus Nr. 20,

Geb.-St.-R. 25,

a) Wohnhaus mit Anbau (A) 7 ar 56 qm,

Hofraum und 360 Mk. N.-W. Krtbl. 6 zu Nr. 112 am Schloßberg, Hausgarten, 64 qm, Krtbl. 6 zu Nr. 112 am Schloßberg, Hausgarten, 70 qm, Krtbl. 6 Nr. 130 der Schloßgarten, Hausgarten, 7 ar 72 qm,

b) Saal mit Abort und Keller 90 M. N.-W.,

c) Scheuer mit Pferdestall (C), d) Wagenremise und Holzschuppen (D), e) Schweineställe (E).

2. des Gastwirts Georg Konrad Färber und dessen 2te Ehefrau Katharine geb. Spielmann in Windecken eingetragene Grundstück:

Artikel 997 Windecken

Krtbl. 3 Nr. 78 Acker am Feldchen, 5 ar 21 qm,

1,57 Tlr. R.-Ertrag, je zur ideellen Hälfte, besteht, sollen diese Grundstücke

am 26. Februar 1909, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle — versteigert werden.

Der Versteigerungsvermerk ist am 7. Oktober 1908 in das Grundbuch eingetragen.

Es ergeht die Aufforderung, Rechte, soweit sie zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes aus dem Grund­buche nicht ersichtlich waren, spätestens im Vcrsteigerungs- termine vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten an­zumelden und, wenn der Antragsteller widerspricht,' glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Ver- steigerungserlöses den übrige» Rechten nachizesetzt werden.

Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgcgenstehen- des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des Zuschlages die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der Versteigerungserlös an die Stelle des versteigerten Gegen­standes tritt.

Windecken den 2. Dezember 1908.

____________Königliches Amtsgericht. 25979

Gefundene und verlorene Gegenstände rc.

Gefunden: 1 grüner Pompadour mit 1 Taschen­messer, 1 weißer Kinderpelz, 1 Schlüsselbund (4 Stück), 1 graues Aermel-Seidenfutter, 1 Taschentuch (gcz. C. K.) im Theater, 1 silberner Teelöffel mit Monogramm (mut­maßlich I. C. I.).

Verloren: 1 kleines gelbes Portemonnaie mit etwa» über 2 Mk. und mit einem Zettel mit dem Namen Berta Goldbach, 1 silberne Damenuhr, 1 silberne Herrenuhr mit Gehäuse und Kette, 1 grünes Lederportemonnaie mit eine>n Kleeblatt, Inhalt 17—20 Mk.

Zugelaufen: 1 kleiner schwarzer Seidenspitz. Hanau den 8. Dezember 1908.

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Politische Rundschau.

Abkommen. Wie Reuter erfährt, haben die deutsche und die englische Regierung ein Abkommen getroffen, durch eine gemeinsame Kommission die Grenzen von Deutsch- und Englisch-Neuguinea genau bestimmen zu lassen. Dies geschah rücksichilich der Entwicklung jener Gegenden und der sich hinaus ergebenden Notwendigkeit durch eine unzweifelhafte Bestimmung der Grenze, in deren Nachbarschaft das Vor­kommen von Gold festgestellt ist, Streitigkeiten zu verhüten. Reuter meint, es dürfte kaum möglich sein, die Arbeiten in der Zeit eines Jahres zu beenden, doch sollen die Ver­messungsarbeiten anfangs des Jahres beginnen. Bei der wirtschaftlichen Wichtigkeit der Angelegenheit hätten beide Regierungen das größte Interesse, die Arbeiten schnellstens zu fördern. Die Kommissare hätten keine Vollmachten, son­dern an die Regierungen zu berichten, welche dann die Fragen entscheiden. Der deutsche Kommissar sei Hauptmann Förster, welcher bald Berlin verlasse, der englische sei der Regierungs- Landmesser in Pavua Sabine, welcher schon dort sei.

Die italienische Militärvorlage. Dem Neapeler „Pungolo" zufolge umfaßt die bevorstehende italienische Militärvorlage außer der vollständigen Umwandlung der Feldartillerie die Anlage von Befestigungsmerken längs der österreichischen Grenze, die Einrichtung von Garnisonen an den Hauptalpenpäffen, die Vermehrung der Kavallerie, die Ausbildung eines neuen Gebirgsarlillerieregiments und seiner Genieabieilungen, die Anlage verschanzter Lager bei de. Lagune von Venedig, in Miltelitalien und bei Castrogiovanni (Sizilien), Beschaffung von guter Munition, besserer Be­waffnung der Landwehr usw. Auch eine entsprechende Marinevorlage soll eingebracht werden.

Französische Kammer. Der Antrag Gauthier Clagny von der Rechten betreffend die Tagung der gesetz­gebenden Körperschaften auch in Kriegszeiten wurde einer Kommission überwiesen. Dann setzte das Haus die Beratung über die Todesstrafe fort. Gsrard-Varet trat für einen Gesetzentwurf ein, der dahin geht, die Todesstrafe durch lebenslängliche Internierung mit Körperstrafe und Entziehung der Ehrenrechte zu ersetzen. Justizminister Briand erklärte, über diesen Antrag könne ein Einvernehmen erzielt werden. Der Präsident der Kommission, Puech, beantragte die Ab- •

Literarisches.

Wir freuen uns, daß wir mit Genehmigung des Herrn KarlEngelhard hier unsern Hanauer Buben und Mädchen mit den Gedichten unseres heimischen Dichters eine kleine Weihnachtsfreude bereiten können:

Der heilige Niklas.

Von Karl Engelhard.

Ei, wie's läutet: kling kling klang!

Hör', mein Kindlein: summ summ sang!

Was wohl mag das Klingklang sein?

Und das Summ-sang zwischen drein?

Still! . . .

Jetzt sind die Glöcklein stumm.

Hu l was W das?? Bumbumbum!! Still, mein Kindlein, fürcht' dich nicht! Hörst du, wie's da draußen spricht?

Niklas:

„Ich, der heilige Niklas, komm', Frage, war das Kindlein fromm?

Wenn es fromm und artig blieb, Jst's mein Schatz — hab' ichs lieb!

Ist es aber artig nicht, Ist es gar ein Bösewicht, Kriegt ès nichts von schönen Gaben, Muß es ein H a s e l r ü t ch e n haben!"

Die Mutter:

Lieber, guter Niklas mein, Ach, dich friert ja! Tritt doch ein! Sieh' nur, wie so fromm und gut Kindlein mir am Herzen ruht 1

Niklas:

Hab' nit Zeit, ihr lieben Leut', Muß in manches Haus noch heut, Ist genug auch, was ich weiß —: Kindlein wird belohnt mit Fleiß.

Will es sagen dem Weihnachtskind,

Soll zu den Zwergen schicken geschwind,

Daß sie die allerschön sten Sachen

Für mein artiges Kindlein machen.

Aufgepaßt jetzt: roll-roll-roll —

Hei! die ganze Stube voll:

Aepfel, Nüsse, Zuckerstein' —

Schütz dich Gott, brav' Kindelein.

Aus „KmLerland", illustriert, Verlag Fredebeul-Essen a. Ruhr.

Der Weihnachtsmann kommt!

Von Karl Engelhard.

Wie's blitzt,

Wie's flitzt

Durch den Wald, durch den Tann!

Kling-gell,

Mit Geschell

Kommt der Weihnachtsmann.

Wihi,

Schimmel zieh I

Aber scknneiß' nit um l

Ritsche-ritsch!

Pilsche-pitsch,

Um die Waldecke 'rum !

Das hetzt,

Das setzt

Mit Geschnauf und Geklirr:

Feld-ein,

Tal-Hinein,

Durch Geflock und Geflirr!

Hott-juh!

Schimmel zu!

Trari, trara . . .

Immer geschwinder! —

Ihr Kinder,

Nun ist er schon da!

Aus „Kinderland", Kindcrgedichle, illustriert von Earl Weinhold-

Bonn. Verlag Frcdedeul-Essen a. d. Ruhr.

Albumblätter.

Wir können die Kinder nach unserm Sinne nicht formen;

So wie Gott sie uns gab, so muß man sie haben und lieben. Sie erziehen auf's Beste, und jeglichen lasten gewähren; Denn der eine hat die, der andre andre Gaben;

Jeder braucht sie und jeder ist doch nur auf eigne Weise Gut und glücklich. Gsethe.

*

Nur ein Ersuchen trag' ich vor;

O schenkt, so lang ihr lebt, kein Ohr

Der Schwätzer und Verleumder Rat: Ein frankes Herz bleibt kühl wie Eiss Bei züngelndem Verrat. Scheffel.

♦ ♦

*

Kann auch der Sonne Kraft ein irrer Stern entwallen? Wie könnte denn ein Mensch aus Gottes Liebe fallen!

Rückert.