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Cette 13

Samstag

8. Dezember

könnte man 'eine Arbeitskraft nicht mrbr verwenden und müsse bann nach .^anfr. Titcn nnglück- lichen Gedanken setzte das Kind in die Tat um; es zündete im Bangeri'scken Stalle Stroh- und Heuvorräte an. DaS ^futr bieitete sich mit elementarer Geschwindigkeit, an« gefacht von einem mächtigen Nordost wind, über das gesamte Anwesen aus und legte Stallungen, Wohnbaus und Scheunen in Asche. Der Wunsch des Kindes, weshalb es zur Ver­brecherin wurde, ging in Erfüllung, die kleine Siandke kam wieder nach Hause zu Ellern und Geschwistern. Der Besitzer Bangert kam in einen furchtbaren Verdacht, da es ganz selbst­verständlich war, daß das Feuer durch Brandstiftung ausge- kommen sein mußte, so nahm man den Besitzer unter dem Verdacht der Brandstiftung in Haft. Nach drei Tagen wurde er entlassen, da alle Alchibeweise des schwer unter die'em furchtbaren Verdacht leidenden Mannes sich als richtig her- ausstellte und der Verdacht gegen ihn sich als irrig Heraus­stellle. Unterdes halten auch die im Elternhause verlebten Tage der jungen Angeklagten ihr Ende gefunden und sie kam zum Handelsmann Löwenstein in Stellung. Auch hier ge­fiel es ihr nicht lange und auch hier versuchte sie in ihrer kindlichen Dummheit, wieder durch ein schweres Verbrechen, die Kesseln zu sprengen und sich den Weg ins Elternhaus zurückzubahnen, nicht bedenkend, daß das Schicksal sie erreichen mußte, denn dieser Brand erregte großes Aufsehen und lenste den Verdacht auf sie. Man erinnerte sich des Bangertschen unter ganz ähnlichen Voraussetzungen zustande gekommenen Brandes und nahm die Kleine in Haft. Nach anfänglichem

Leuanen gestand sie alles em, gab obne wn'eres ihre Bewm- gründe zu dem Verbrechen an und glaubte, damit nichts Un­rechtes begangen zu hab-n, da sie ja nur nach Haust wollte. Nachdem man sie nun ins Gefängnis steckte und sie fürchtete, überhaupt nicht mehr nach Hause zu kommen, verlegte sie sich von neuem au^ Leugnen; gestern aller­dings gab sie wieder alles zu, doch batte die Anklagebe- borhe, um etwaigen Vertagungen aus dem Wege zu ge^n, alles an Zeugen geladen, was von Erheblichkeit war. So bevölkerten bem etwa 30 Zeugen aus dem Waldeckiichen Dörflein die Gcuchiskorridore und die Verhandlung wälrte bis nachmittags gegen 4 Uhr. Das Gericht kam zu der Ueberzeugung, daß liier der 8 56 vorliege, der besagt, daß ein Angeklagter, welcher zu der Zeit der strafbaren Hand­lung das 12., aber nicht das 18. Lebensahr vollendet hat, freizu^prechen ist, wenn er bei Begeben der strafbaren Hand­lung die zur Erkenntnis ihrer Sirafbarkeit erforderliche Ein­sicht nicht besessen bat. Das Gericht entnahm aus der Ver­nehmung der Angeklagten, auS «en Aussagen der als Leu­mundszeugen geladenen Herren Lehrer und Geistlichen und den Aeußerungen ihrer fiüheren Dienstgeber den Beweis, daß das Mädchen zur Zeit der Handlungen sich der Tragweite dieser Verdrecken nickt bewußt war und die von ihm begangenen strafbaren Handlungen nicht als solche erkannt hatte. Das Gericht erachtete es indes für notwendig, daß das Mädchen, schon im Interesse seiner Erziehung, der Fürsorgeer iehung überwiesen werde, um in einer Anstalt untergebracht zu werden. Den beiden Dienstgebern, die zwar versickert waren,

ist dock ein n'cktuner'stgUcker Schaden burtb dir unüberlegt, Handlungswe s? des Mâdckens entbanden und mit Rücksicht daraus v-rurtestte denn auch Herr Staatsanwalt Dr. Sauer schM diese Handlungsweise der Angeklagten und beantragte unter Hinweis auf d e Gemein efäbrlichkeit ihrer Handlung-- weise eine Gcsängnisstra e von 2 Jahren.

Offenbach, 4. Dezbr. Die Stadtverordneten berieten gestern über den Ausbau des Straßenbahnnetzes. Es drehte sich um die Erbauung einer Linie durch die Goethe- und Kaiserstraß-» vom Bebraer Bahnhof bis zur Ludwigstraße, für die 450 OoO Mark gefordert wurden. Die Bürgeler Stadt­verordneten und einige andere Bürge, licke befürworteten nur die Stricke durch die Kaiierstraße von Frankfurterstraße biS Bebraer Bahn. Mit H- sollte eine Verbindung Bürgel Bebraer Bahnhof Hera- st werden. Nach halbstündiger Aus'prackk wurde der Aucuckußantrag, der Goethestraße biS Bahnhof verlangte, mit 25 gegen 14 Stimmen angenommen. Dagegen stimmten Beigeordneter Porth, sechs Herren aus Bürgel und sieben Naiionalliderale. Im Anschluß bat an wurden 200 000 Mark für Pflasterungen im Znae der neuen Straßenbahnstrecke einstimmig genehmigt. Dem Voranschlag des Stadikrankenbauses für 1909, der einen städtischen Zu­schuß von 191 660 Mark erfordert, wurde ebenfalls ein­stimmig zugestimmt. Das Ortsbürgerreckt des katholischen Pfarramtes in Bürgel soll mit dem 25iacheu Betrag des jährlichen Nutzens abgerundet werden. Vom Finanzministerium war ein Schreiben eingegangen, die Eisenbahndirektion wolle vom 1. Mai 1909 ab zwei Luxuszüge nicht mehr hier halten

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