3. Dezember
Doimerstaz
Gustav Finke, jetzt in Jena, der sich vorübergehend in Berlin anfbält, bei der Treptower Polizei eine Anzeige, daß an ibm ein Raubaniall verübt worden sei. Bei Eintritt der Dunkelheit hätte er im PlSnterwald auf dem an der Spree entlang führenden Promenadenwege einen Spaziergana unternommen, als unweit der Baumschulenstraße bt'i Burschen ihn zu Boden geworfen und beraubt hätten. Es sei ihm sein Portemonnaie mit einer Barschaft von ungefähr 260 Mark gestohlen worden. Nach der Beraubung sollen ihn die Burschen über die Böschung und da» gepflasterte Ufer geschleppt und in die Spree geworfen haben, aus der er sich selbst gerettet haben will. Eine Beschreibung der Räuber konnte der Professor nicht geben. Irgendwelche Verletzungen waren an seinem Körper nicht zu entdecken. Die Polizei steht der ganzen Darstellung des Vorganges zunächst skeptisch gegenüber.
Tod durch den elektrischen Strom. In Arbon (Schweiz) wurde der Ingenieur Jünau bei der Inspektion eines Elektriziiätsweikes durch den elektrischen Strom getötet.
Beim Kammerfensterln erschlagen. 3n Walden- reut in Niederbayern hat ein Bauermohn einen anderen beim 5t nnmerfeusterln mit einem Prügel totgelchlagen.
Das .Hcrabrntschen am Treppengeländer. In Nürnberg ist ein 12jâhriger Knabe, der am Treppengeländer Herabrut'chen wollte, vom vierten Stockwerk in den Hausflur hinabgefallen und mit zerschmettertem Schädel tot liegen geblieben.
In einem Eimer ertrunken. In Troisdorf (Rhein- provinz) fiel ein Kind in einen Waffereimer und ertrank.
Tragischer Tod eines Kindes. Beim Versuch ein Eichkätzchen zu fangen, stürzte der 11jährige Knabe Woischnik in Creuzburg (Schlesien) so unglücklich vom Baum, daß er auf der Stelle verstarb.
Im Hochofenwerk erstickt. Im Hochofenwerk der Falvabütte tOvcrschlei.) erstickten beim Reinigen der Kanäle von Zinkstaub zwei Arbeiter.
Das neue lenkbare Luftschiff.
Danzig, 2. Dezbr. Zum Danziger Luftschiff, System Schuette, schreibt die „Danziger Zeitung": Das Erdenken und Ausfuhren des Planes beschäftigt nicht die Hochschule als solche, sondern ist Privatarbeit von Professor Schuette und mehrerer seiner Kollegen. Die Vorarbeiten sind fix und fertig und liegen im Reichspatentamt zur Sicherung des geistigen Eigentums und dem Reichsmarineamt vor. Auch die Finanzierung der Sache scheint gesichert, sodaß schon zu Beginn des nächsten Sommers die ersten Ausflüge' stattfinden können. Für die Ballonhalle ist nicht die Danziger Bucht in Aussicht genommen, weil sie den Winden zu sehr ausgesetzt wäre, vielmehr ist als Baustelle und Basis für die Unternehmung ein größeres Binnengewässer gedacht, von dem aus die Küste in kürzester Frist zu erreichen ist. (Gemeint ist wahrscheinlich einer der Radanneseen bei Karth. D. Kor.) Allerdings soll die Danziger Bucht Haupioperaitionsfeld für die Fahrten des Luftschiffes werden und dieses kraft seiner Sprcngstoffladung von 2000 Kilogramm einen kriegerischen Schutz unterer Küste bilden.
Patent-Erteilungen.
Nr. 205 094, Einrichtung zur selbsttätigen Regelung der Niveaus bei Vakuummetalldampflampen. Fa. W. C. Heraeus in Hanau a. M., vom 28. Dezember 1905 ab. — H. 36 775. Kl. 21f.
Nr. 205115. Vorrichtung zur elektrischen Beheizung ebn Tiegeln, Muffeln o. dgl. Friedrich Bölling in Frankfurt a. M., Frankfurierstraße 36, vom 20. März 1907 ab. — V. 45 845. Kl. 21h.
Nr. 205 080. Verfahren zur Darstellung eines roten, besonders für die Herstellung blauroter Farblacke geeigneten Monoazofarbstoffs. Farbwerke norm. Meist er 8 u- c ius A Brüning in Höchst a. M., vom 15. April 1906 ab. — F. 21 637. Kl. 22a.
Nr. 205 152. Verfahren zur Darstellung von o-Oxyazo- farbstoffen. Leopold C a s seIla â Co. G. m. b. H.
= Alle Inserate, =
die für den „Hanauer Anzeiger" aufgegeben werden, erscheinen gleichzeitig. und zwar unentgeltlich, in den Nebenausgaben des „Hanauer Anzeigers", dem „ta W-chimtt A»Ml"
und dem ,ÄOIW Wwr"
Amtliches Organ für den Amtsort Langenselbold.
Inserate in dem „Hanauer
Anzeiger" sind daher von durchschlagender Mrkung.
in Frankfurt a. M., vom 28. Februar 1906 ab. — C. 14 408. Kl. 22a,
Nr. 204 744. Schlachtspreize. Heinrich Bartels in Caffel, vom 20. Februar 1908 ab. — B. 4 9 211. Kl. 66a.
Der Mörder seiner Ehefrau.
(Unber. Aachdr. derb.) S. u H. Dortmund, 2. Dezbr-
Ein schreckliches Ehedrama hat vor dem hiesigen Schwur- aericht seine Sühne gefunden. Unter der Anklage, feiste Ehe'rau Henriette getötet zu haben, stand der jetzt 23 Jabre alte Arbeiter Richard Brück. Der Angeklagte, der zuerst Metzger war, war seit etwa anderthalb Jahren verheiratet und lebte mit seiner Frau von der Hochzeit an in unglücklicher Ehe. Er besuchte Wirtshäuser, feierte öfters und mißhandelte in der Trunkenheit seine junge Frau, sodaß Zank und Streit zwi'chen den Eheleuten an der Tagesordnung waren. Als der Frau, die von dem Zeugen als arbeitsam und fleißig geichildert wurde, die Quälereien ihres Mannes zu viel wurden, verließ sie ihn und zog zu ihren Eltern. Der Angeklagte machte verschiedene Versuche, um die eheliche Gemein- schast mit seiner Frau wieder herzustellen, zumal er sehr eifersüchtig auf die Frau war. So beschuldigte er sie it. a., es mit einem Arbeiter Duedeck zu halten. Am 25. August stahl er einem Mitarbeiter Geld, kaufte sich einen Revolver und suchte seine Frau bei den Schwiegereltern auf. Seine Bitten, wieder zu ihm zu ziehen, blieben erfolglos, die Frau soll vielmehr, wie er behauptet, eine Anspielung auf ihr Verhältnis mit Duedeck gemacht haben. In sinnloser Wut zog der Angeklagte seinen Revolver und schoß seiner Frau zwei Kugeln durch den Kopf, sodaß die Unglückliche alsbald verstarb. Darauf eilte er nach Hause, wo er seiner Mutter mitteilie, er habe seine Frau erschossen und setzte sich dann ruhig in eine Kneipe, wo er verhaftet wurde. Die Zeugen schilderten den Angeklagten als überaus jähzornigen und rachsüchtigen Menschen, selbst die eigene Mutter traute ihm nichts Gutes zu. Der Staatsanwalt plädierte auf Mord. Die Geschworenen sprachen den Angeklagten des Totschlags schuldig und versagten ihm mildernde Umstände. Darauf verurteilte der Gerichtshof den Angeklagten zu 10 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust. Der Verurteilte nahm die Strafe ohne jegliche Erregung entgegen.
Drahtnachrichten
Jubiläum Kaiser Franz JosefS.
Wien, 3. Dezbr. Den Gipfelpunkt der intimen Feier in Schönbrunn bildete die Huldigung der Kinder des Erzhauses. Alle Kinder stimmten die Volkshymne an. Der Kaiser, der sehr heiter gewesen war und über die Scherze des Lustspieles gelacht hatte, wurde von Rührung übermannt und brach in Weinen aus.
Berlin, 3. Dezbr. Aus Anlaß des Rtgierungs- jubilâums des Kaisers Franz Josef erschienen die Mitglieder der österreichisch - ungarischen Botschaft im Mozartsaale vollzâhlich mit ihren Damen, an ihrer Spitze der Botschafter und der Generalkonsul. Die Stadt war durch Oberbürgermeister Kirschner vertreten. Mit den preußischen Uniformen der Offiziere des Kaiser Franz-Regiments mischten sich die Uniformen der österreichischen Reserveoffiziere.
Zur Orientkrisis.
Paris, 3. Dezbr. Der „Petit Parisien" veröffentlicht eine Erklärung des hiesigen türkischen Botschafter» Naum- Pascha, in der es u. a. heißt: Ich habe die Ueberzeugung, daß der Friede gewahrt werden wird. Wie sollte er auch bedroht werden, da weder die Oesterreicher noch die Türken den Krieg wollen! Man darf Vertrauen hegen, dasselbe ist berechtigt.
Stichwahl.
Berlin, 3. Dezbr. Die Sladtrerordnetenstichwahl im Potsdamerwr-Bezirk wurde gestern mit dem Siege des and» sozialdemokratischen Freisinnigen Dr. M u g d a n über den liberalen Kandidaten Prof. Rickert entschieden.
Duma.
Petersburg, 2. Dezbr. In der heutigen Sitzung der Duma beantwortete der Gehilfe des Ministers des Innern eine Interpellation über die politische Polizei in Wilna, die seinerzeit beschuldigt ivuvbe, zum Zwecke der Aufreizung Waffen und aufi ührcrische Schriften eingeschmuggelt zu baden. Die Duma nahm schließlich eine Uebergangtzformel zur Tagesordnung an, die die Reorganisation der politischen Polizei als wünschenswert bezeichnet, im übrigen aber die Zufriedenheit des Hauses mit den abgegebenen Erklärungen ausipricht. Das Haus war stark besucht und die Debatte äußerst erregt.
Eingeboreneu-Ueberfall in Ostkamerun.
Berlin, 2. Dezbr. Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt- Aus Kamerun wird soeben der Tod des Leutnants Reuter von der dortigen Schutztruppe gemeldet. Der Verstorbene bat zuletzt den durch die Dumestâtion in Ostkamerun an der Mündung des Dume in den Kader errichteten Posten befehligt. Von dein deutschfreundlichen Oberhäuptling der Baturi gegen die AuLwanderungsbestrebungen nach französischer Seite zu Hilfe gerufen, war Reuter in den ersten Septembertagen dorthin aufgebrochen. Während er von dem Baturi-Oberhäuptling selbst freundlich ausgenommen wurde, zeigten die dicht dabei sitzenden Stämme von vornherein eine feinbfelige Haltung, die den Offizier zur Umkehr bewogen zu haben scheint. Offenbar wollte er unangebrachten Verwickelungen aus dem Weg gehen. Auf dem Rückmarsch zum Kadei wurde Reuter in der Nähe dieses Flusses bei dem Ort Belisolo plötzlich heftig angegriffen. Zwar gelang es dem energischen Führer, diese Angriffe zn- rückzuweisen, aber nicht nur seine schwache Abteilung erlitt bedeutende Verluste, (von 17 Soldaten sind 3 tot, 3 schwer und 7 leicht verwundet), sondern auch Reuter selbst wyrde durch einen Schuß in die linke Seite schwer verletzt. Der
mit einer stärkeren Abteilung a'sbald an Ort und Stelle geeilte Leiter der ®nmePation, Oberleutnant Schipper, der di« Ordnung in jenem Gebiet schnell wrederherstellte, hielt btt leberfitbruna des Verwundeten zur Küste unter Leitung deS Stationsarztes für nötig. Auf diesem Marsch ist Leutnant Reuter seiner Verwundung erlegen.
Tschechen und Deutsche.
Brünn, 2. Dezbr. Am Abend kam eS hier zu Kundgebungen zwischen Deutschen und Tschechen, sodaß Militär zur Wiederherstellung der Ruhe herangezogen wurde. Bei den Kundgebungen wurden verschiedene Wachleute durch Steinwürie, verschiedene Demonstranten durch Säbelhiebe, einige schwer, verletzt. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. In den späteren Abendstunden war die Ruh« wiederhergestellt.
Ein Freundschaftsdienst?
Genf, 3. Dez. Die Schriftstellerin Ilse Frappan-LevIn wurde im 57. Lebensjahre auf ihren ausdrücklichen Wunsch von einer Freundin erschossen.
Besuch aus Japan.
Berlin, 3. Dez. Demnächst trifft der japanische Kronprinz hier ein, um hier einige Tage zu verweilen.
Einbruch.
Berlin, 3. Dez. In einem Eisenwarengeschäft deS Westens wurde vorletzte Nacht ein Einbruch verübt, wobei den Dieben 10 Jagdgewehre, 40 Revolver und Tafelgeräte von etwa 6000 Mark Wert in die Hände fielen.
Konzessionserteilung.
London, 2. Dez. Die „Morningpost" meldet aus Schanghai: Auf Ersuchen des britischen Gesandten Sir I. N. Jordan willigte das Auswärtige Amt darin ein, di« Konzession zu unterzeichnen, durch die einem britischen Syndikat die Erbauung einer Eisenbahnlinie von Pukou nach Sinyang gestattet wird. Die Verhandlungen darüber schweben feit dem Jahre 1898.
Der Mall Steinheil.
Paris, 3. Dezbr. Der Iustizminister hat den Oberstaarsanwalt ersucht, ihm über den Fall des bis vor kurzem mit der Untersuchung der Affäre Steinbeil betrauten Richter Leydet eingehend Bericht zu erstatten. Falls die Ausklärung über diesen Fall dem Iustizminister nicht ausreichend erscheine, werde die Angelegenheit dem Ministerrate unterbreitet werden, der sich vielleicht auch mit dem Vorgehen, das die Polizei in der Affäre Steinheil beobachtete, be« schattigen wird.
Paris, 3. Dezbr. Die gestrige Konkrontation von Madame Steinheil mit ihrer früheren Freundin Madame Prevost wurde schon nach wenigen Minuten durch den Verteidiger der 'ersteren unterbrochen, der ans gesetzlichen Gründen bie Vertagung der Vernehmung seiner Klientin auf heute verlangte.
Raufereien.
PariS, 3. Dez. Der Gnmnasialproressor Phalamas, der sich durch seine Vorträge über die Jungfrau von Orleans den Haß der Nationalisten und Konservativen zugezogen hat, wollte gestern in der Sorbonne eine Reihe geschichtlicher Vorträge eröffnen, er wurde jedoch, trotz bedeutender polizeilicher Maßnahmen, vonden in den Hörsaal eingedrungenen jungen Royalisten daran gehindert. Zwischen den Anhängern und Gegnern des Professors PhalamaS, der selbst arg gemißhandelt wurde, kam es zu heftigen Raufereien und die Polizei mußte schließlich einschreiten und den Hörkal räumen. Die Raufereien dauerten noch eine Zeit lang auf dem Boul«, vard Saint Michel fort.
Stürme.
Lissabon, 2. Dezbr. Aus Tavira in der Provinz Algarve wurden heftige Stürme, verbunden mit Regen und Hagelschlag gemeldet, die Ueberschwemmungen bis zu einem Meter verursachten, sodaß der Eisenbahnverkehr gestört ist und mehrere Häuser eingestürzt sind. Zwei Menschen sind umgekommen.
Washington, 2. Dezbr. Der amerikanische Gesandte in Port-au-Prince meldet dem Staatsdepartement, daß der französische Gesandte dem Präsidenten Nord - Alexis einen Kreuzer zur Verfügung gestellt habe, mit dem Alexis voraussichtlich alsbald Haiti verlassen wird.
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Nur das Echte
will ich t sagt der Kenner und verlangt die
Sehr viele Menschen leiden an Blutarmut (Mattigkrit, Kopfschmerzen, Schwindel, Herzklopfen usw.) ohne es zu wissen.
Darmstadt, den 14. Juli 19<iS. Ich habe ihr „Bioson" gegen ApVeiUlosig'cit, Müdigkeit angewandt, die die Vcaleiter'cheinun en großer Blutarmut darstelle!', an welcher ich schon jahrelang leibe. Di« bleierne Müdigkeit ist nachdem ich 2 IVete „Bioson" verbraucht batte, bedeutend gehoben und das Allgemeinbefinden ein besseres geworden. Ich finde den Keichinack des „Biown" ohne irgendwelchen Zusatz vorzüglich. Hochachtungsvoll Frau K a r I H e b e r c r Heidelbergerstr.70. Bioson ist ein Kraftspender für alle Schw ch- und Elende, K uder in der Entwickelung usw., dessen belebende, erfrischende Wirkung auf Körver und Geist sich meist nach wenigen Tagen bemerkbar macht. Erdâltnch >/* Kilo 3 Mark., für einige Wochen ausreichend, in Apouieken, Drogerien usw. Man lese die Urteile von Professoren unb Aerzten und beachte LieBillisktit.
altbewährte
25485t
MAGGI-Würze mit dem Kreuzstern.
Auch ich empfehle nur diese, in Originalflaschen und nachgefüllt
L. Gerlach.
Kolonialwaren und Landesprodukte, Kessehtndl, Fehlern««#».