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KÄM zu Nr. 282 des JWf.

Mittwoch den 2. Dezember 1908

Aus aller «leit.

Unfflücksfall o«fNassau" Bei dem Linienschiffe Nassau", das zurzeit auf der Wilhelmshavener Werft sich im Bau befindet, waren für die VentileDoppelplatten ein­gesetzt, bei einem schadhast gewordenen Ventil fehlte jedoch eine der beiden Platten. Als nun die einzige vorhandene Plane hochgehoben wurde zum Einsetzen des Ventils, drang das Wasser durch die 42 Zentimeter große Oeffnung in den Schiffskörper. Wie zu dem Unfall von zuständiger Seite berichtet wird, ist es ganz ausgeschlossen, daß bei dem Ein­dringen des Wassers in das Schiff ruchlofi Absicht Vorge­legen bat. Ein Arbeiter (Schlosser) hatte einen Flansch eines Ventils am Schiffsboden aus Versehen gelöst und da­durch ist Wasser in das Schiff emgedrungen, wodurch einige kleine Abteilungen des Hinterschiffs voll liefen. Dadurch, daß das Schiff infolge des Wassers hinten tiefer ging, mußte es bei der nicht geringen Tiefe des Werstbassins auf den Grund geraten. In ganz kurzer Zeit wird das Schiff wieder ausgepumpt sein und der Flansch geschlossen werden können. Der ganze Schaden hat wenig zu bedeuten, in ein oder zwei Tagen denkt man die gesamte Arbeit wieder aufnehmen zu können.

Ueber eine spatzhafte Verwechslung wird aus Hoya a. d. W. berichtet: Drei durchgefrorene Jäger kehrten an einem der letzten kalten Tage in einer nahen vielbesuchten Waldwirtschaft ein und verlangten einen Steinhäger. Der Wirt schleppte sofort eine der bekannten großen Steinkniken hei bei und kredenzte mit einem freundlichenProsit" die gefüllten Gläser. Ein Wupp und ^der Inhalt war in den drei Weidmannsk hlen verschwunden. Aber das nach einem solchen Trunke bei den Kennern übliche woblig- schauernde Schütteln und das Schnalzen mit der Zunge blieb aus, dafür machten die drei Nimrode höchst verdutzte Ge­sichter, spukten plötzlich wie auf Kommando ans, und einer rief:Dat ist jo Water!" Verwundert prüfte der Wirt das Getränk:Donnerwäer!" rief er aus,beim hebt I i ut use Mudders ehr Warmflaschen drunken!" Und so war's; eine Steivhâ erkrtike voll Wasser, die der Gebieterin des Hauses als Wärmeflaiche für das Bett diente, war mit einer anderen Kruke echten Inhalts von dem Wirte verwechselt worden. Daß nun die echte Wärmeflasche drei­fach herhalten mußte, um den fatalen Wärmeflaschengeschmack zu vertreiben, versteht sich von selbst.

Vom Defraudanten Kluge.

Berlin, 1. Dezbr. Aus der Sichtung der Papiere, die bei dem verhafteten Defraudanten Kluge von der Aktienge­sellschaft Koppel beschlagnahmt wurden, eraäb sich, daß Kluge, der noch in der Nacht vor seiner Verhaftung Tausende verspielte, zwangsweise dem Amtsgericht zur Ableistung des Offenbarungs- eides vorgeführt werden sollte, weil er wegen 25 Mart ver­geblich verklagt worden war.

Danipferzusammenstotz.

New-Uork, 30. Novbr. Nach einer Depesche ans Tschifu stießen auf der dortigen Strebe zwei japanische Dampier zu­sammen. Einzelheiten fehlen noch, doch verlautet, daß 700 Personen erkennten sein sollen.

Schiffsuachrichteu.

Mitgeteilt vom Vertreter des Norddeutschen Lloyd in Bremen, M. «diufUr, Fabrstrane Nr. 1.

Der DampferHelgoland" ist am 28. November wohl­behalten in Galveston angekommen.

Feuilleton.

MörchcttziitiLcr im Pflanzcnrclche.

Zu den lieblichsten und zugleich interessantesten aller Kinder Floras gehören die durch zum Teil wahrhaft märchen­haft schöne ober phanlastisch-lbizarre Form ausgezeichneten Orchideen. Die prächtigsten und glänzendsten gehören zwar der tropischen Zone an, aber selbst die bei uns einheimischen schlichteren Glieder dieser interessanten Pflanzenfamilie sind reich an wundervollen Formen der Blüte und namentlich der Honiglippe, die sich in allen möglichen Formen der Tierwelt augepaßt hat und so Insekten, Fliegen, Bienen, Spinnen, ja selbst die menschliche Gestalt nachaknnt, so daß der Reiclnum an Archideen einer Gegend ihren schönsten und fast feenhaften Schmuck verleiht. In leichtverständlicher Schreibweise werden die Orchideen nach Bau und Lebensart geschildert in dem bei A. W. ZickrAd in Ostcrwicck-Harz erschienenen vortrefflichen Werke von Prof. Dr. Ludwig DielsDie Orchideen", das mit vielen prächtigen Kuustbeilaoen und farbigen Abbildungen geschmückt ist und infolge des im Gegen 'atz zn den sonstigen teuren Orchideen werken außerordentlich b digen Preises von 1,75 Mark unter allen Nalur- und 93lmnenfteunben sicher eine weite Verbi eitung finden ivird.

In Deutschland und Oest rreich finden sich mehr als ein halbes Hundert verschiedener Orclndeenarteu, von denen etwa 40 Arien in der Umgegend von Jena und Naumburg vor­kommen. Die Blütezeit unserer einheimischen Orchideen be­ginnt gewöhnlich schon im Mai und geht im Juni zu Ende, nur einige wenige Wien blühen bis in den Juli hinein. Eine der frühesten ist die Wiesew Orchis ober daS gemeine Knabenkraut (Orchis Morio), eine schöne, zuweilen fußhohe Pflanze, die mit ihren halb rosenrot, halb pnrpmviolett, seltener weiß schimmernden Blüten eine der herrlichsten Zierden

Aus Hanau Stadt and Eand.

Kanau, 2. Dezember.

* Wettspiel. Am vergangenen Sonntag standen sich auf dem hiesigen Eierzierplatze 2 ebenbürtige Gegner gegen­über :Hanau Melitia Offenbach 1899. Schon am An­fänge wurde auf beiden Seiten ein faires Spiel ausgefochten, mußte sich doch Offenbach in der 1. Hälfte mit 1:0 Goal als besiegt erkennen. In der zweiten Hüllte mußten die Einheimischen alle Kräfte anstrengen, denn Offenbach erzielte kurz aufeinander 2 Tore. So endete das schöne Spiel zu Gunsten Offenbachs mit 5 : 2 Toren.

*

pt. Langendiebach, 30. Novbr. (Familien- abend). Am Samstag abend veranstaltete der Gesang­vereinLiederkranz" im Saale des Gasthauseszum Schwanen" aus Anlaß einiger Jubilare einen Familien- abend. Der Saal war voll besetzt und war dies ein schöner Beweis für die Eorung der Jubilare. Herr Maler Wilh. Ruth begrüßte die zahlreich Erschienenen, darunter auch viele Sangesbrüder von den anderen hiesi-ren Gesangvereinen. In beredten Worten 'eierte er zuerst Herrn Georg S chn eider, der auf eine 50 jährige aktwe Gesangsiätigkeit zurückblicken konnte und dankte dem greisen Jubilar im Namen des Ver­eins für seine lange und treue Mitwirkung. Alsdann ge­dachte er der beiden anderen Jubilare, Herren Jean Kolb und Ludwig Schäfer, die jetzt 25 Jahre aktiv als Sänger im Verein gewirkt haben. Ferner konnten noch die Herren Friedrich Schneider, Heinrich Lotz, Jean Kreß und Friedrich Dückhard III. auf eine 25 bezw. 20 jährige Mitgliedschaft zurückblicken. Zum Schluffe brachte sperr Ruth ein begeistert aufgenommcncs Hoch auf sämtliche Jubilare aus. Der Präsident des Vereins Herr Jean Bär überreichte sodann dem Sängerveteran Herrn Georg Schneider einen hübschen Sessel nebst Ehrenurkunde, den Jubilaren Kolb und Schäfer je einen Bierkrug nebst Ehrendiplom, den übriaen Herren je ein Ehren-Diplom. Dem Jubilar Georg Schneider wurden noch weitere Ehrungen und Anerkennungen znteil, auch eine Anzahl Glückwunschtelegramme waren eingegangen. Das ausgestellte Programm wurde glatt abgewickelt. Die Chöre, insbesondere Seemanns Lohn" von J. Pauli,Gebet v. d. Hunnen­schlacht" von I.. Schmanß undDen Toten vom Iltis" von Curti wurden tadellos zu Gehör gebracht und fanden leb­haften Beifall. Die musikalischen Darbietungen des Cent- nerschen Streichquartetts aus Hanau, daS von früheren Ver­anstaltungen hinlänglich bekannt ist, trugen zur Verherr­lichung des Abends wesentlich bei. Die ganze Veranstaltung verlief in schönster harmonischer Weise, und das die Feier beschließende obligate Tänzchen vereinigte die Teilnehmer bis zur frühen Morgenstunde in fröhlichster Geselligkeit.

Gcrichtssaal.

Sitzung der Strafkammer vom 30. Novbr. 1908.

Der Taglöhner Willy R. tret war im August und Sep­temper beim Weinhändler Schüßler hier als Fahrbursche beschäftigt. Dabei benutzte er seinen Zutritt zum Weinkeller, nm aus einer Weinkiste, die er erbrach, 3 Flaschen Rotwein, 1 Flasche Malaga und 4 Flaschen Kornbranntwein zu ent­wenden. Außerdem eignete er sich 2 Flaschen Kohlensäure an dadurch, daß er bei Ablieferungen je eine weniger ab­lieferte und diese dann auf eigene Faust verkaufte. Als er fort war, stellte Schüßler noch den Abgang von 50 Flaschen Selterswasser fest, doch hält das Gericht in dieser Beziehung einen ausreichenden Beweis für die Täterschaft des R. nicht

Oocfener Wiesen ist. Diese Blumen bilden eine Art von Helm, zn dem sich die drei Kelchblätter über die viel kleineren Kronenblättchen schließen, und aus dem, gleich einem breiten purpurnen Zünglein, die gewölbte breilappig geteilte und gespornte Lippe herabhängt. Die Blümchen sitzen zu sechs bis acht in einer lockeren Traube an dem aufrechten Stengel. Etwas später als die WiesenorchiS, nur auf sumpfigen Wiesen sängt daS b'.eitblâthige Kitabcnfraitt (Orchis latifolia) zu blühen an, dessen Bläken tiefrot und auf der Lippe mit mehr oder weniger buufeln Flecken bedeckt sind, die auch auf den Blättern unregelmäßig verstreut liegen. Diese schöne Pflanze hat eine nahe Verwandte in dem im Walde blühenden gefleckten Knabenkraut (Orchis maculata) auf dessen Blüten und Slästern der Schmuck der dunklen Flecken noch zahl­reicher vorhanden ist. DaS in Norddeutschland seltenere männliche Knabenkraut (Orchis mascula) mit den purpurn oder hellrot aefäibten Blumen, das wenig verbreitete wohl­riechende Knabenkraut < Orchis odoratissima), das einen süßen Duft ansströmt, sind Orcknsarten, die zur Frühlings­zeit im Tale, auf Wie en und im Wa'de blühen.

Von den im Juni bis in den Inli hinein bindenden Arten fei zunächst das Sumpsknabenkram (Orchis palustris) genannt, eine unserer schönsten und großblütigsten Orchideen mit sehr ansehnlichen, tief puipurrolen Blüt-n und b e in ihrer Art ebenso schöne Pyramiden Orchis (Orchis pyramidalis) mit bidhgebränater pyramidenförmiger, ans kleineren Bliimcn be­stehenden Blüienähre. Eine andere schöne Art ist die durch einen sehr langen Sporn auSaezeichnele Fliegen-Orchis oder Marienträne (Orchis conopsea), die unsere Moorwicscn schmück« und namentlich des Nachts einen vainlleähnlichen Geiuch verbreitet, .einen Duft, den viele Orchideen an sich haben, und der nicht zu verwundern ist, da ja die Vanille selbst in die Familie der Orchideen gehört. Mit der Fliegen- Orchis durch ihren würzigen Vauillednst unb den langen Sporn nahe verwandt ist eine andere auf Waldwiefin und in Wäldern wach finde weißblüheude Art, die zweiblättrige Orchis

für erbracht und spricht ihn von dieser Sache frei. Der schwere Diebstahl und die Unterschlagung werden mit ins­gesamt 4 Monaten Gefängnis geahndet, von denen 1 Monat auf die erlittene Untersuchungshaft angerechnet wird.

Betrug.

Der Taglöhner Wilh. K. von hier holte im angebliches Auftrag seines Arbeitgebers, des Restaurateurs Karl Gauwitz, beim Geflügelhändler Bauer 2 Hähnchen. Auf Bezahlung wartete B da der Auftrag, wie gesagt, fingiert war, natür­lich vergebens. K. ist zahlreich vorbestraft und befindet sich bezüglich des Betruges im wiederholten Rückfall. ES wird auf 3 Monate 2 Wochen Gefängnis erkannt.

Versuchter Einbruch.

In der Nacht zum 28. Oktober d. I. gewahrte ein Bt» wohner des Hauses Stern^raße 23, daß am gegenüberliegenden Hause sich jemand damit beschäftigte, den Laden und das Fenster zu öffnen. Beides war ihm schon gelungen. Doch bevor er einstieg, was offenbar beabsichtigt war, ging er noch­mals an die Ecke, sah sich spähend um und bemerkte zwei Schutzleute. Er eilte zurück, brachte das Fenster wieder in Ordnung und wollte verduften, wurde aber von den Beamten^ die von dem heimlichen Beobachter benachrichtigt waren, fist­genommen. Es war der schon zahlreich vorbestrafte Schloffer- geselle Richard Wagner aus Leipzig, der an jenem Abend mit einem ihm würdigen Zechgenoffen eine Reihe Wirtschafte« besucht und schon allerlei Unfug verübt batte. Eine« Passanten forderte er unter der Drohung, er werde ihn im Weigerungsfälle das Messer in den Leib rennen, eine Zigarre ab, was Erpressung darstellt. In dem Hause der Sternstraß« vermutete er offenbar Wertsachen, da sich an demselben ein Juwelierschild befand. Der Laden schloß schlecht, das Fenster war von innen nicht verschlossen, sodaß er leicht öffnen konnt» Das Urteil lautete auf 6 Monate Gefängnis.

Körperverletzung.

Der 22 Jahre alte Landwirt Joseph Weber in Soden erhielt vom Schöffengericht Salmünster 5 Tage Gefängnis, weil er am 1. August abends gegen 6 Uhr den 70jährigen Maurer Hch. Schlauch in Soden durch Peitschenhiebe erheb­lich mißhandelt hatte. Beide, sie wohnen nebeneinander, lebten seit langem in Feindschaft und so war das Zusammen­treffen an einsamem Orte für den W. offenbar eine will­kommene Gelegenheit, seinem verhaßten Nachbarn eins aus­zuwischen. Daß der alte Schl, den jungen rüstigen Z8. zuerst angegriffen, wie dieser behauptet, hielt das Schöffengericht und hält die Strafkammer für unwahrscheinlich und unglaub­haft, zumal auch die eidliche Aussage des Geschlagenen einen glaubwürdigen Eindruck macht. Die erkannte Strafe erscheint dem Berufungsgericht, auch bei Berücksichtigung der seit­herigen Unbestraftheit des Angeklagten, angemessen. Die Be­rufung wird demgemäß verworfen.

Vereins- u. VergnügungsNachrichten

für Mittwoch den 2. Dezemb« r.

Im Saale des evang. Vereinshauses: Abends 8 Uhr: 2. Abonnement?» Vonrag.

<?$. Männer- n. Iünglmgsverem: Unterhaltung (Evang. Vereinshauè.) Turngemeinde: Abends 910 Uhr: Turnen der Männerabteilung.

Turn- u. gechlklnb: Von 8'/r10 Uhr: Fechten; von 910 Uhr; Turnen der Männerabteilung.

Turnverein Abends von 810 Uhr: Turnen der Männerabteilung. DeutschncwonMer Handlungsaehilsen-Verband, Ortsgruppe Hanau, ver» einsabend imHotei Riesen'.

Kaufmännischer Verein Hanau: Vereinsabend im Ryäauran! Mohr. GesangvereinGermania": Singstunde imLöwengârtchen". GesangvereinTonblüthe": Singstunde in derStadt Bremen". Evang. Ar eiterlwein Singstunde im Dereinstokal (Paradeplatz Nr. 1). National - S euographenverein: Ucbungsstunde für die Praktiker-Abteilung (Sokol:Zur groben Krone").

Eèperanlisten-Gruppe Abends 9 Uhr: Versammlung und Gratisunte» richt in der Esperanto-Sprache in derEentralhalle".

oder Waldhyazinthe (Platanthera bifolia), während ihre kiwas # später und mehr grünlich blühende Schwester, bit Palanthera clorantha, geruchlos ist. Im südwestlichen Deutschland, im Grase sonniger Hügel und Raine, ist eine besonders seltsame Art, die menschentragende Orchis, (Aceras anthropophora), zu Hause, deren winzige grünlich - weiße Blüten bei einiger Phantasie ein kleines Menschenkind mit einem großen Chinesenzopf erkennen lassen, und die Aehnlich- keit ist hier viel größer als bei der auf Gebirgswiesen unb an Waldrändern wachsenden Helm-OrchiS (Orchis militaris), in deren in dichten Aehren stehenden behelmten Blüten man einen helmtragenden Ritter erkannt hat. Am tollsten wird dieser Maskenspnck bei den Arten der Augenbrauen-Orchis (Ophrys), von denen man je nach der mehr oder minder erkennbaren Aehulichkeit mit dem einen oder andern Tiere eine Fliegen-, Bienen-, Hummel-, Spinnen- oder Schnepfen- Ophrys unterscheidet. Eine andere seltsame Orchideenart ist die den modrigen Boden der Laubwälder liebende Nestwurz oder Vogeluest-OrchiS (Neottia Nidus avis), deren Wurzel einen dickten Knäuel von Wurzelfasern bildet, so daß sie einem ans wirren Strohhalmen znsammeugefüglen Neste gleicht. Schon ihr Aeußercs ist seltsam; denn sie entbehrt der leb­haften Farben anderer Orckidieen, ihr statt der Blätter nur kurze Schupven tragender Stengel wie auch die Blütenähre hat eine lichibraune Farbe wie die frischen Leders. Eine hübsche Orchidee unserer Heimat ist ferner die Sumpfwurz (Epipactis palustris) mit ihrem von oben bis unten mit scheidenarttgen Blättern besetzten Stengel und den unge- spornten, nach Vanille duftenden violetten Blüten, die an nassen unb sumpfigen Orten Deutschlands nicht selten ange­troffen ivird. Unsere großblütigste Orckidec ist der in Laub­wäldern besonders auf Kalkboden gedeihende Frauenschuh (Cypripedium Calceolus). Die oft 7 Zentimeter im Durch- messer große Blüte dieser reizenden Orchidiee bietet eine ganz eigenartige Erscheinung und weicht von allen einheimischen Orchideen beträchtlich ab. e-oie besteht aus 5 dunkelbraunen