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i. Dezember

sehen, so werden durch den Zauber ihrer Grazie alle kritischen Wenn und Aber lächelnd hinwegdisputiert. Es geht von dieser zarten, durch die Natur so verschwenderisch ausgestaiteten Erscheinung ein solcher Rei, der Schönheit aus, daß man unwillkürlich im Banne gehalten wird. Die Künstlerin glüht nicht von Leidenschaft und Uebermut, ihre Stärke liegt in jener feinen Dezenz, die sich wie ein keuscher Hauch über alle ihre Darbietungen breitet. Ihre Posen sind von unnachahmlicher Anmut, die in den selten gewählten Kostümen doppelt zur Geltung gelangt. So wirkt sie in jedem Zuge vollkommen bildlich, ein ins Leben übertragenes Meisterwerk plastischer Kunst. Das gilt auch für die Leistungen, in denen sie ein bestimmtes musikalisches Empfinden zum Ausdruck zu bringen suchte. Fräulein Sacchetto hat sich durch ihre glänzende Einführung in Berlin die besten Sympathien erworben. Und in der Tat kann man wünschen, daß künstlerische Leistungen von solchem Werte überall An­erkennung finden und Anregungen zeitigen, die zu einer gesunden Reform der choreographischen Kunst beitragen könnten.

* Akademieschüler - Vereinigimft (gegr. 1905). Am vergangenen Samstag den 28. November feierte ive Akademieschüler - Vereinigung Hanau ihr drittes Jahresfest. Dir Festlichkeit wurde mit einem Festessen eingeleitet. Der erste Vorsitzende begrüßie in einer Ansprache das verehrte Lehrerkollegium der Königl. Zeicheiiakademie und die so zahl­reich erschienenen Gäste. Die Lehrer der Königl. Zeichen­akademie Herr Hanns Reißner, Herr Hugo Schimke und Herr P. Koch-Honnef wurden durch Ueberreichung eines Diploms zu Ehrenmitgliedern der Vereinigung ernannt. Herr Akademielehrer Hanns Reißner dankte im Namen des Lehrerkollegiums für Einladung und Ehrung, indem er der Hoffnung Ausdruck gab, daß der junge Bund in der Weise weitcrbesteben möge, abwechselnd mit ernster Arbeit und fröhlichen Festen. Verschiedene musikalische und Ge- jangsvoriräge sowie ein kleines Theaterstück verhalfen den Abend zu einem recht gemütlichen zu gestalten. Auch sei die vorzügliche Aufwarinng des Sonnenwirtes Herrn Schmidt erwähnt. Gäste und Freunde blieben bis zur frühen Morgen­stunde beisammen. Möge die A.-V. weiter wachsen, blühen und gedeihen!

* Kttttstaitssiellimg. Im Schaufenster des Kunst­salons von K ö n i g's H o f b u ch h a n d l u n g sind gegen­wärtig einige beachtenswerte Kunstwerke ausgestellt. Das Motiv aus dem Brilcruwalde bei Hanau" von Maler Koch- Honnef zeigt uns eine Waldpartie an der Kinzig am Ein­gang in die Bulau. Es wirkt in seiner feinen Farben- stimmung eines Spätherbsttages und in seinen ruhigen ge­schlossenen Linien, der Komposition ganz besonders anziehend und dürfte wohl jeden Kunstfreund und jeden Bulauwanderer entzücken. Von Maler Pedro Schmiegelow sind zwei farbenfreudige AquarelleAns Kesselstadi" undRückersbach im Spessart" ausgestellt. Die Motive sind ganz besonders glücklich gewählt und flott und nalurwahr wiedergeneben. Otto Zahn, Lebrer an der Kunstgewerbeschule in Pforz­heim, ein Hanauer, zeigt eine Kollektion von ihm entworfe­nen und auch ausgeführten Schmuck, bestehend aus meh­reren Colliers, auch für die Uhr zu tragen und Uhrketten zum Aushängen, sowie einer Anzahl Broschen. Die Schmuck- gegenstände wirken durch den ruhigen, abgeklärten Stil, die dezente Verwendung von farbigen Steinen, die zum Teil zu Blumenkörbchen vereinigt sind, ganz besonders vornehm und werden Fachleute sowohl wie Laien hoch erfreuen.

* Verein der Hochspessartfrennde Rothenbuch. Prinz Ludwig von Bayern hat unterm 19. v. Mts. das Proiekioral über denVerein der Hochspefsanfreunde Rothen- buck, Sitz Frankfurt a. M.", übernommen. Genannter Ver­ein ist bestrebt, das Interesse für den Hochspessart in lomisti- scher und Wissenschaft icher Beziehung immer mehr zu fördern. Durch Markierung geeigneter Wege, Aufstellung von Schutz­hüllen und Ruhebänken im Vereinsgebiet sucht der Verein der Hochspessarifreunde dem wandernden und reisenden Publi­kum den Besuch des Hockspessarts zu erleichtern und so die Kenntnis dieses unvergleichlich schönen und an alten herr­lichen Waldbeständen reichen Teils des Spessarts zu vermit­teln. Die Mitgliederzahl des genannten Vereins, die zur Zeit zirka 3300 beträgt, ist ständig im Wachsen begriffen.

* Kostenlose Unterrichtskurse für konfmänn. Lehrlinge. Wie wir bereits berichteten, wurde in der Generalversammlung des. Deulschnationalen Haudlungs- gehllfen-Verbaudes, Ortsgruppe Hanau, am 4. Oktober d. J. die Gründung einer Lehrlingsabteilung beschlossen, welche dazu dienen soll, den kaufmännischen Lehrlingen kostenlosen Unterricht in den verschiedensten Fächern 31t teil werden zu lassen. Welchen Ayklang dieser Besckluß gefunden hat, geht daraus hervor, daß den ergangenen Einladungen zu der am letzten Sonntag, nachmittags 3 Uhr, im Hotel Riesen stntl- gehablen ersten Versammlung nicht weniger denn 30 Lehr­linge Folge geleistet haben, und sich größtenteils dazu bereit ertiärten, an den Kursen teilzunehmen. Den meisten Zu­spruch sanden die Fächer in einfacher und doppelter Buch­führung, deutscher Korrespondenz, Stenographie und kauf­männischem Rechnen, welchen späterhin je nach Interesse fremde Sprachen folgen sollen. Wir wollen h 'ffctt und wünschen, das; dieses Interesse, welches die jnogen Leute in dieser ersten Verrammlung an den Tag legten, ivciicrhin vorhanden sein wirb unb sind wir alsdann der festen Ueber­zeugung, daß die hiesige Ortsgruppe im V. N. V die auf- genommene Arbeit voll und ganz erfüllen wird. Wir empfehlen derselben als Vorbild die Wiesbadertir Ortsgruppe im DH. V., welche es soweit brachte, daß derselben für das Untcrrichiswesen ihrer Lchrlingsableilnng die staatliche Konzession erteilt wurde.

* Stiftttnasfcst. Einen äußerst genußreichen Abend veranstaltete der Radfahrer-KlubAdler" Kesselstadi anläß­lich seines 10jährige» Stiftungsfestes am «ergangenen Sams­tag im Saale des Gasthauseszur Mainlust . Das rerck- halüge Programm, zu dessen Verherrlichung der Gesaugvereni Concordia" wesentlich beitrug, zeugte von den eifrigen Bi-

DienStag

mühungen des Vorstandes, nur Erstklassiges zu bieten. Der Erfolg blieb deshalb auck nicht aus, denn der geräumige Saal war bis zum letzten Platz gefüllt. Der htimoristische Teil lag in den Händen des bewährten Gesangshumoristen Herrn Müller. Ein gemütliches Tänzchen hielt alt und jung bis zur frühen Morgenstunde vergnügt zusammen.

* Techniker-Verein Aaimn. Im Saale des Hotels zum Riesen" hätt heute abend 8^/2 Uhr Herr Ingenieur K. Horn aus Offenbach einen Vortrag überDie Entwicke­lung der Schreibinstrumeute und die deutsche Stahlfeder­fabrikation" (mit Lichtbildern).

* Die Mirsik im ^rankfnrter Zoologischen Garten. Es herrscht vielfach die Meinung, daß mit dem Aufgeben der eigenen Kapelle am 31. März 1909 die Ver­waltung des Zoologischen Gartens eine Verminderung der Musik-Darbietungen oder gar ein gänzliches Aufhören der Konzerte beabsichtige. Ties trifft aber, wie uns von zustän­diger Seile mitgeteilt wird, in keiner Weise zu. Es ist viel­mehr in Aussicht genommen im Sommer an Stelle der Kon­zerte der Gartenkapelle solche von den hiesigen Militärmusik­chors und denen der umliegenden Städte treten zu lassen, womit, wie wohl von keiner Seite bestritten wirb, bei den Konzerten im Freien eine bessere Wirkung erzielt wird. Da­zwischen sollen nach Zeit und Gelegenheit musikalische Auf­führungen anderer Art, wie sic an den Ort paffen und den regelmäßigen Besuchern angenehme Abwechslung bieten, ein- gcschobeu werde». Auch für den Winter ist Aehnliches geplant, nur, daß in Rücksicht auf eine angenehmere Klangwirkung im Saal dann mehr auf Streichmusik Bedacht genommen werden soll. Die Symphonie-Konzerte sollen auch fernerhin statt­finden und so den Besuchern ein reichlich Maß von Musika­lischem geboten werden.

* 15. Sliftnnflssesi des F.-Cl.Viktoria 1894". Am vorgestligen Samstag abend feierte der obengenannte Verein sein 15. Stiftungsfest im Saalbauzum Deutschen Haus'. Der räumliche Saal war bis auf den letzten Platz besetzt unb zeugte davon, welches Ansehen der Verein in den Kreisen der Hanauer Bürgerschaft besitzt. Einzigartig und schön", dies war das Uiteil, das jeder der Besucher mit nach Harste nahm. War doch auch das Pro­gramm reichhaltig in jeder Art, sodaß selbst den verwöhn­testen Ansprüchen Rechnung getragen wurde. Aus dem Pro­gramm sei besonders hervorgchoben das reizende Singspiel: Singvögelchen", deren Mitwirkende : Frl. Weigel, Jakob Vollert, Konrad Reich und Waß sich an ge­radezu enthusiastischem Beifall erfreuen konnten und mußten die beiden erstgenannten sich bei offener Szene zu einer Wiederholung eines überaus reizenden Duetts bequeme». Guviß ein Zenpus dafür, in welch guten Händen sich die Einstudierung befand. Nicht minder schön war das Duett Schifferlied", von den Herren Odenwald und Höhn zum Vartrag gebracht, und war es hier die klare, deutliche Aussprache und fd öne innige Vortragsweise, welche beiden Sängern wohlverdienten reichen Beifall eintrug. Ueberaus erheiternd war das humoristlsche CoupletBeyer und Meyer" (Jean Backes und Gg. Junge), das bei den Zuhörern den gewünschten Lacherfolg zeitigte. Jeve einzelne Darstel- luug des Programms anzuführen, würde zu weil führe», jedoch fei gesagt, daß auch der musikalische Teil sich in guten Händen befand (Lorey) und sich die Kapelle in exakter Weise ihrer Aufgabe erledigte und auch das Stück:Gruß ans Liebchen", Konzert für Cornet und Piston, dankbare Anerkennung fand. Der humoristische Teil lag bei dem Hanauer Humoristen J. Vollert in bewährten Händen. An unserem Festbericbl fehlte die Haupisache, wenn man der harmonischen Mitwirkung des GesangvereinsFröhlich­keit" unter Leitung seines vortrefflichen Dirigenten Herrn Lchr-r I. Milbach nicht besonders gedenken wollte. Was dieser Tonkörper leistete, war mustergültig. Die Chöre: Sonntag",Dort ist so tiefer Schatten",Märznacht" u.a. m. stellten Verem und Dirigenten das allerbeste Zeugnis auS. Etwas spät für die ungeduldig trippelnden Füßchen kam das Programm zu Ende und nur zu rasch schlug für alle die Abschiedsstunde und man ging mit dem Bewußtsein ausein­ander, einen recht schönen Abend verlebt zu haben sodaß der festgebende Verein mit hoher Befriedigung auf seine getroffenen Arrangements zurückblicken darf. Eingelaufen waren Telegramme aus Offenback, Frankfurt, Wiesbaden rc., sowie ein Glückwunschschrecken eines hiesigen Hochverdienten Sports- maunes, welche den Verein zu seinem 15jährigen Bestehen auf das Herzlichste beglückwünschten.

* Der fasche Eisenbahner. Vor einiger Z-it wurden eine große Anzahl Wirte von Hanau und Umgegend durch einen in der Unisoni eines Eisenbahnbcanucn auf- tretenben Mann um Beträge von durchs -'nntllich je einer Mark geprellt. Ebcnw erging eS zahlreichen Privatleuten, die dem Schwindler Glauben schenkten, denn um ewen solchen handelte es sich. Die Uniform war nur das Aushängeschild zur Erlangung des Vertrauens, das er sich allerdings auch in weitestem Maße zu erwerben verstand. Wurde ihm doch sogar ein Fahrrad anvertraut, das der Besitzer natürlich nie wieder sah. Und wre er es in Hanau machte, so machte er es auch anderwärts. In Newvied biftierte man ihm jetzt 2 Jahre Gefängnis wegen derartiner Geschickten unb hier hatte er sich gestern vor der Strafkammer wegen 23 vollen­deter und 6 versuchter Beirugsfälle zu o rantworten, eine respektable Liste, wenn man bedenkt, daß jeder Einzelfall, da eS sich um wiederholten Rückfall handelt, mit drei Monaten Mindeststrafe zu ahnden ist. Der Angeklagte, Heinrich Bub auS Darmstadt, ist ja in gewisser Beziehung zu bedauern. Er hat 5 Jahre gedi-nt, war Unteroffizier, wurde in China krank und inußie «''gehen, erhielt aber infolge strafgenchUicker Veiurtei'ung keinen Zivilveriorgnngsschein und geriet in Not. DaS Gericht zieh' bice Umstände alS Milderungsgründe in Betracht und ermäßigt sämtliche 29 Einz lstrafen zu der ver­hältnismäßig gelinden Gcsaml-Zusatzstrnfe von 9 Monaten Gefängnis, sodaß der Angeklagte jetzt einschließlich der in Neuwied erkannten zweijährigen Gcfänginsstrafe insgesamt 2 Jahre 9 Monate zu verbüßen hat.

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* Entekgnrmg. ImReichsanz." wird nachstehender Erlaß veröffentlicht:Auf den Bericht vom 4. November d. I. will Ich der Stabtgemeinde Hanau im Re« gieruugsbezirk Cassel auf Grund deS Gesetzes vom 11. Juni 1874 (Gesetzsamml. S. 221) hiermit das Recht ver­leihen, zur Erweiterung ihres Totenhofs die im Grundbuch der Stadt Hanau, Band 54 Blatt 3109 für den Oekonom Karl Horst, Ludwigs Sohn, eingetragene

Ä Nu- X Md Band 32 MW 200.

für die Jakob Heinrich Emmerich Witwe und zwei Mitbesitzer -ich-,--gm-PA- = ^f>^ siu°X imW°g.d«

Enteignung zu erwerben. Donaueschingen, den 7. November 1908. Wilhelm R. Zugleich für den Minister der geistlichen, Uinerrichis- und Medizinalangelegenheiten: von Moltke. An die Minister des Innern und der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten."

* Eine Messerstecherei zwischen Russen «nS Polen. Wie erst jetzt bekannt wird, ereignete sich, laut Offenb. Ztg.", in der Nacht von Donnerstag auf Freitag voriger Woche auf der Domäne Patershausen bei Heusen­stamm eine große Messerstecherei. Dort werden schon seit vielen Jahren eine größere Anzahl auswärtiger Arbeiter, besonders Russen und Galizier beschäftigt. Natürlich kommt cs zwischen den Ausländern öfters zu Streitigkeiten, die aber in der Regel recht harmlos ablaufen. Am vergangenen Donnerstag abend hatten sich einige Russen von dem Hof nach Heusenstamm begeben, um in den dortigen Wirtschaften ihrem Nationalgelränk, dem Branntwein, zuzusprechen. Natürlich wurde kein Maß gehalten, sondern fast bis zur Bewußtlosigkeit getrunken. Mit erhitzten Gesichtern kehrten die Raffen spät in der Nacht auf die Domäne zurück. Schon vor ihrem Weggange hatten sie sich über zwei Polen g^rgert, bie trotz wiederholter Aufforderung nicht zu bewegen waren, sich an der Tour nach Heusenstamm zu beteiligen. Vielmehr legten sich die beiden Leute am Abend zu Bette. Als die Russen in der Nacht zurückkehrten, stürmten sie in die Schlaffammer der beiden Polen, wo sich bald ein Streit entspann. Plötzlich zog der 20jährige Knecht Michael Sztruban, der aus Russisch-Polen stammt, ein dolchartigeS Messer hervor und stach blindlings auf den im Bett liegenden Russen uamens^Mutschek Calonow ein. Dem armen Menschen ging ein Stich in die linke Rückenhälfte, in der Höhe beS Schulterblattes. Allem Anschein nach ist die Lunge verletzt. An dem Aufkommen des Gestochenen wird gezweifelt. Außer­dem schlug einer der betrunkenen Russen mit einer finger­dicken Eisenstange um sich und verletzte einen Polen schwer am Arm. Der Messerheld, der sofort von der Bürgermeisterei Heusenstamm in Haft genommen wurde, ist taubstumm. Der Verletzte steht im 28. Lebensjahre und hat an dem russisch- japanischen Kriege teilgenommen. Auf ärztliche Anordnung churde er in das Seligenstädter Krankeiihaus verbracht. Sztruban hat die Gendarmerie bereits nach Offenbach trans­portiert.

* Vrehmarkt. Morgen Mittwoch den 2. Dezember findet dahier Zucht- und Feltvieh-Markt statt.

* Hanauer FOK. 93 l Wiesbadener Sport. Verein 12:1. (Verbandsspiel um die Nordkreismeisterschast in Wiesbaden.) Von einer stattlichen Anzahl von Hanauer iFußballsportfreunden begleitet, fuhr die erste Mannschaft des Fußballklubs 93 vergangenen Sonntag nach Wiesbaden, um dort obengenanntes Wettspiel zum Austrag zu bringen. Der Ausgang dieses Weltkampfes war für beide Vereine von größter Bedeutung, weshalb das Resultat allgemein mit ganz besonderer Spannung erwartet wurde. Die Bedingungen für das Spiel waren denkbar ungünstig, vor allem war eS der sehr dichte Nebel, der beide Parteien außerordentlich störte, dazu für die Hanauer Mannschaft ein ungewohnter Platz, sowie ein gehässiges und ungerechtes Publikum. Wenn unsere wackeren 93er trotz allem nach erbittertem Kampfe gegen einen fast verzweifelt arbeitenden Gegner gewinnen konnten, mag dies ein Beweis dafür sein, mit welcher Aufopferung die Hanauer gespielt haben, weshalb man ihnen volle An­erkennung zollen muß. Leider war die Spielart der Wies­badener recht unfair, teilweise direkt roh zu nennen; es ist bedauerlich, daß der Schiedsrichter dies zuließ, was jedock ungleich mehr zu bedauern ist, daS ist das gewaltige Herunter- Ziehen dieses interessanten Sports durch eine derartige Spiel­weise, die man Gott sei Dank in Hanau nicht gewohnt ist Was den Verlauf des Wettkampfes selbst anbelangt, so schoß kurz nach Anstoß der 93er Hoffmann für Hanau ein wunder­volles Tor. Doch vor Halbzeit konnte Wiesbaden aus einem Gedränge ausgleichen. Hin und her wogte sodann der erbitterte Kampf, da gelingt wiederum Hoffmann zirka fünf Minuten vor Schluß das stegbringende Tor für Hanau zu schießen. Durch diesen Erkolg hat der Fußballklub 93 wieder gute Aussichten, die schon so lange Jahre innegehabte Nord­kreismeisterschast erfolgreich zu behaupten. Auch diezweite und dritte Mannschaft blieben an demselben Tage gegen die gleichen Mannschaften von Germania Bieber siegreich und zwar mit 5:0 bezw. 9:1 Toren. An dieser Stelle se gleich^darauf hingewiesen, daß sich kommenden Sonntag au dem Sportplatz an derSchönen Aussicht" Germania Bocken- heim 1 mit Hanau 93 I ini Retourspiel treffen werden.

* Wettspiel Die Hanauer Viktoria 94 gewinnt gegen Frankfurt Viktoria im Kreisspiel mit 5 : 3. Mit recht ge­mischten Gefühlen sah die Hanauer Sportwelt diesem Treffen entgegen, denn erstens fehlte im Tore Hanaus der alte er­probte Torwäckter und dann war sicher anzunehmen, daß das am Abend vorher stattgefundene Stiftungsfest die einzelnen Spieler stark beeinträchtigte, und so traf es auch ein, denn die von Frankfurt erzielten Tore hätte Seikel sicher gehalten, und daß Hanau nicht ein besseres Torver­hältnis erreichte, ist dem Umstande zuzurechnen, daß einzelne Spieler noch allznstark im Banne des am Abend vorher ver­lebten Stiftungsfestes standen. Sport und Vergnügen muß mit einem Wort fein säuberlich getrennt bleiben. Wäre Frank- fitrt komplett gewesen, so waren die beiden Punkte sc:v. Die Gäste erzielten das erste Tor, Hanau zieht gleich, Frankfurt schießt ein zweites Tor, doch ebenso prompt sitzt der Ball im Lietze der Gäste, die aber in kurzer Zeit ein weitetes Tor ge­winnen. In der zweiten Halste ist sich Hanau der ernsten