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Erstes Blatt.

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iNMiMlbrud uab B«l«g bet .Buchdruck««! da eertie. w, 8ku|eu6ou|ei in Hanau.

General-Anzcigcr

AMches ®tgen für Stadt- Mi Mikrtis SM««.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 281 tu 'k -

Ferirsprechanschlutz Nr. 605,

Die belltigeNlllllllltt Ws^t t* -.Nckr-Mz-ilttt 14 Seiten.

Amtliches.

Eandkreis Banau, Aektlmltmchmlgen des BiWita Landriltsamts.

Der Gastwirt und Metzger I o s e f H u t h in Groß­krotzenburg bcabsichligt auf seinem bovt belegenen Grundstück Kartenblatt N Nr. 471/197 ein Schlachthaus zu errichlen.

Es wird dieses mit dem Bemerken zur öffentlichen Kennt­nis gebracht, daß Einwendungen gegen die Anlage, zu welcher Zeichnungen und Beschreibungen im Bureau des Kreisaus'chnsses, Hainstraße 10 hier, osten liegen, binnen 14 Tagen, vom Tage des Erscheinens dieser Bekanntmachung an gerechnet, hier anzubringen sind. Spä er eingehende Einsprüche werden nicht berücksichtigt.

Zur mündlichen Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen wird Termin auf

Donnerstag den 17. Dezember d. I., vormittags 10 Nyr, in das Bureau des Kreisausschusses anberaumt.

Die Interessenten werden hierzu mit dem Bemerken geladen, daß im Falle des Nichterscheinens des Antragstellers und der Widersprechenden gleichwohl mit der Erörterung der etwa erhobenen Einwendungen vorzegangen werden wird.

Hanau den 27. November 1908.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

A 5057 v. Beckerath. ' 25367

Gefunden ein Trauring gez, mit Buchst,, A. W. S, Bischofsheim den 29. November 1908.

Die Ortspolizeibehörde. 25329

Gefundene nnd verlorene Genenstönde re.

Gefunden: 1 Portemonnaie mit 20 Pig. Inhalt, 1 Paar alte Herren- und 1 Paar Kinderschuhe, 2 kleine Schlüssel an einer Schnur.

Verloren: 1 Double-Nadel in Form einer Blume, 1 Paar neue Henen-Schnallenschuht, 1 Ohrring mit drei Brillanten.

Stehen geblieben im Stadttheater: 1 Damen­schirm mit gelbem Griff.

.Hanau den 1. Dezember 1908.

Feuilleton.

VII Wissenschaftliche Sitzung der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft.

Frankfurt a. M., 28. Novbr. 1908.

Vorsitzender: Direktor Professor Dr. August Knob­lauch.

Privatdozent Dr. H. Vogt sprach über

Die Entwicklung der kindlichen Sprache".

Der Vortragende setzt in der Einleitung zunächst das Verhältnis der Sprache zur Psyche auseinander. Menschliche Psyche und Sprache sind nicht nebeneinander vorhanden, sondern diese ist die Betätigung jener, ihr getreuer Abdruck und ihr unentbehrliches AuSdrucksmittel. Aus den AusdruckS- Heweaungen hervorgegangen, die in einfacher Form weit in das Tierreich hinabreichen, mußte sie die gesetzmäßige Gliede­rung und den organischen Aufbau annehmen, den sie in der Kultursprache vor allem zeigt, da sie durch die reiche Em- fallung des menschlichen Geistes zur Trägerin und Vermitt­lerin dieses selbst geivordcn war.

Ist die Sprache nur denkbar als ein der psychischen Entwicklungshöhe der Menschheit adäquater Besitz, so ist nichts natürlicher, als daß der Mensch im Laufe seiner eigenen Kind- Heilseutwicklung die Sprache erst allmählich erwirbt. Freilich wirken hier wie überall in der psychischen Entfaltung vererbte und erworbene Komplexe enge ineinander. Die Fähigkeit und der Drang zu sprechen ist dem Kinde angeboren, die Sprache aber muß cs erlernen. So ist das dem Kurde von außen Dar- gebolene nur bei dem Vorhandensein innerer Fähigkeiten von Wert und Nutzen, und anderseits kann nur die Nahrung, die der Sprachdrang von außen (durch die Sprache der Envachsc- nen) erhält, die inneren Keime zur Blüte^ und Entfaltung bringen. Nirgends besser als in der Sprachentwicklung zeigt sich diese Konvergenz innerer und äußerer Faktoren.

Der Vortragende erweitert baun unter Hinweis auf die kinderpsychologischen Forschungen und sprachwissenschaftlichen

Dienstag den 1, Dezember

politiTcbe Rundschau,

Das Halesche Koiserinterview. DieFrkf. Ztg." meldet aus New-Dork: DieWorld" kabelt an den Fürsten Bülow, eine nachträgliche Untersuchung ihrer Fassung des Haleschcn Kaiserinterviews habe keinen Beweis für die Echt­heit ergeben. Eigentümer und Chefredakteur hätten das Manuskript vorher nicht geleien; sie drücken ihr aufrichtiges Bedauern über das Erscheinen aus. Ein entsprechender Leit­artikel erklärt den Bericht irrtümlich, irreführend und unheil­voll in seinen Folgen und schiebt, offenbar zu Unrecht, einen Teil der Schuld auf Hale ab.

Der Regierungswechsel in Chino. Ein Amnestie- Erlaß wird am 2. Dezember veröffentlicht. Der Erlaß um­faßt zwanzig Abschnitte. Er enthält die Billigung des bereits bekanntgegebenen Reformprogrammes, und bringt keine An­deutung über irgendwelche Aenderung in der Politik durch das neue Regime. Für langjährige Dienstleistungen werden die üblichen Belohnungen zugesagt. Die Amnestie wird für die zehn Kapitalverbrechen verweigert, zu denen als elftes noch die Beherbergung von Aufrührern hinzulritt. Aus dieser Bestimmung erhellt, daß die Lage der früher verbannten Reformer durch den Erlaß nicht verbessert wird.

Die Revolution in Haiti.

New-Nork, 30. Novbr. (Reuter.) Eine Drahtnachricht aus Port-au-Prince me'det, daß dort eine Panik unter der Bevölkerung ausgebrochen sei, weil man die Plünderung der Siadt durch tue Aufständischen befürchtet. Die Geschäfte sind geschlossen und die Türen und Fenster verbarrikadiert worden. Die Fremden hißten über ihrem Eigentum die Flagge ihres Landes. Die Märkte sind verlassen; die Landbevölkerung, die zum Verkauf ihrer Erzeugnisse in der Siadt angekommen war, ist unter Zurücklassung ihrer Habe geflohen. Prä­sident Nord-Alexis beharrt auf seiner Entschließung, den Kampf fortzusetzen.

Washington, 30. Novbr. (Reuter.) Aus bester Quelle ist festgestellt worden, daß die Regierung der Vereinigten Staaten gegenwärtig nicht die Absicht hat, in Haiti zu intervenieren, wo es sich um eine rein interne Angelegenheit handele. Die Lage sei der in San Domingo nicht ähnlich, wo die amerikanische Regierung seinerzeit auf Ersuchen der dortigen Behörden intervenierte.

Die Krisis im Orient

Konstantinopel, 30. Novbr. Der Generalinspektor Hilmi Pascha wurde zum Minister des Innern, der bisherige Minister des Innern Hakki Pascha zum Unterrichisminisier

Studien, besonders der neueren Zeit (W u n d t, A m e n t, M e u m a n n, C. und W. Stern u. a.), den Werdegang der Sprache im einzelnen an der Hand der Phasen, die das Kind in sprachgenetischen Beziehung und in den ersten Jahren seines Lebens durchmacht. Die ersten Aeußerungen des Kindes sind unmittelbare Ausdrucksmittel psychischer Zustände; nicht der objektive, sondern der subjektive Wert dieser Aeußerungen ist der primäre. Erst viel später erfolgt die Objektivierung oder wie man auch sogen könnte, die Intellektualisierung der Sprache, aber auch zu dieser Zeit herrschen immer noch sub­jektive Gefühlslaute vor. So geht der Weg in der mensch­lichen individuellen Sprachgenese vomemotionett-volitionalen" zumassociativ-reproduktiven." Attes ist nur verständlich aus der gleichzeitigen Beachtung des Gefühls- und Vorstellungs- lebens des Kindes. Diese Bildungen lassen sich größtenteils sprachqenetisch analysieren und sind ihrerseits wieder eine wertvolle Handgabe zum Verständnis der Kinderseele. So ergibt ja gerade das Studium der kindlichen Sprache den Eltern, Erziehern, dem Arzte und Lehrer Anhaltspunkte für ein Eindringen in die kindliche Individualität, denn hier spiegelt sich jene wiederi Eine Reihe von Ei fahrungen werden auf diesem praktisch wichtigen Gebiete der Frage vom Vor­tragenden aufgezählt. Gerade pathologischen Fällen verdanken wir ja einen wesentlichen Teil der Vertiefung unserer sprach- genetischen Kenntnisse: Laura Bridgeman und Helen Keller.

Zum Schluß erörterte der Vortragende in kurzem die Parallele zwischen der Sprachentwicklung des Individuums und der Menschheit.

Dczemvcr.

Der letzte Monat des Jahres, der Dezember, hält seinen Einzug. Bei den alten Römern war er der zehnte Monat, und von dem lateinischen Zahlwort decem = zehn bat er auch seinen Namen. Frost und Schnee wünscht sich der Land­mann in diesem Monat nach den alten Bauernregeln:

Auf kalten Dezember mit tüchtigem Schnee Folgt ein fruchtbares Jahr mit reichlichem Klee.

Ferusprechanschlutz Nr. 605, 1908

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ernannt. Der Advokat Revik, der nach der Wiederherstellung der Verfassung Polizeiminister geworden war, wurde zum Justizminister und der bisherige Justizminister Hassan Fehmi Pascha zum Präsidenten des Staatsrats ernannt, während der bisherige Präsident des Staatsrates Tewsik Pascha und der bisherige Unterrichtsminister Ekrem zu Senatoren ernannt wurden.

Konstantinopel, 30. Nevbr. Das Amtsblatt meldet, daß eine Spezialkommission Spenden für die Truppen in der europäischen Türkei sammle.

Konstantinopel, 30. Novbr. 17 Vizeadmirale und 4 Linienschiffskapnäne sind aus den Offizierslisten gestrichen worden, weil sie reaktionärer Gesinnung verdächtig oder ander­weit kompromitiert waren.

Konstantinopel, 30. Novbr. Bei Chinka im Be­zirke Korendos (Bilajet Janina) kam es zu einem Zusammen, stoß mit einer aus 40 Mann bestehenden griechischen Bande, welche unter der Führung eines gewissen Jmpostetzi stand Die türkischen Truppen hatten einen Verlust von 6 Toten.

Zur Lage in Persien.

Teheran, 30. Novbr. Den Vorsitz in dem gestern eröffneten Reichsrat führte der frühere Justizminister Nisam el Mulk. Die Sitzungen werden im Stadtpalais des Schahs abgehalten werden. Die Hauptaufgabe des neuen ReichS- rates soll in der Ausarbeitung neuer Wahlgesetze bestehen, die alle Parteien befriedigen sollen.

Teheran, 30. Novbr. Der persische Minister bei Aeußern versicherte in Erwiderung auf die heutige englisch- russische Note aufs neue die Absicht des Schahs, eine Medschlis zu gewähren, das bem (Siiai after und den Wünschen des Volkes angepaßt sei und den Lehrsätzen deS Islams ent­spräche.

Die slawische Hetze gegen die deutsche« Studenten in Oesterreich.

Wie bereits telegraphisch gemeldet, hat der tschechische Pöbel in Prag und anderen Orten den letzten Sonntag vor dem Regierungsjubilänm des Kaisers Franz Josef zu einem neuen wüsten Angriff auf die deutschen Studenten benutzt. Die gleichzeitig abgehaltenen tschechischen Versammlungen in den nordböhmischen Städten und die heuchlerischen Vor­spiegelungen der tschechischen Abgeordneten in Wien über die angebliche Bedrückung und Bedrobung der tschechischen Minderheiten und die nationalen Demonstrationen anläßlich des Regierungsjubiläums lassen feinen Zweifel darüber mehr bestehen, daß das Tichechenlum die Zeit für einen allgemeinen und

Dezember kalt mit Schnee Gibt Korn auf jeder Höh. Dagegen

Dezember lind und naß Gibt leere Speicher und Faß.

Unsern Kindern ist der Dezember unzweifelhaft der liebst« Monat, bringt er doch das liebe Weihnachtssest. Sie können eS jetzt kaum noch erwarten, bis cs heißt: der heilige Christ hat beschert. Die Knecht Rupprecht-Poesie leuchtet in die Kinder­stube. Am 6. Dezember, dem Niklastage, gibt cs in manchen Gegenden schon einen kleinen Vorgeschmack der weihnachtlichen Freuden. So füllt der St. Niklas hier und dort den artige» Kindern über Nacht das Schuhwerk mit allerlei Süßigkeiten. Aber auch die Großen sind freudig angeregt. Zwar bringt der Dezember etliche Extraausgaben, aber nur einmal int Jahre ist es, daß Weihnachten aufstrahlt, das hohe Fest der Familie. Und auch für die Armut öffnen sich in diesem Monat Herzen und Hände in befonberm Maße. Den Handwerkern und Geschäftsleuten bringt der Dezember viel Mühe und Arbeit, hoffentlich auch recht gute Einnahmen. Den Kauf- lustigcn aber ist immer und immer wieder die Mahnung zu­zurufen : Kauft am Orte! Für unsere heidnischen Vorfahren, die alten Germanen, begann im Dezember eine hohe, glück­verheißende Zeit. Erst spätere Jahrhunderte haben die Winter- fomtemnenbe und dieZwölf Nächte" mit düsterem Spuk er­füllt. Nun, für alle Fälle haben wir den Christbaum. Er ist zwar verhältnismäßig noch jungen Datums, aber sein be­glückendes Zauberlicht redet doch von jenem uralten mensch­lichen Hoffen und Sehnen, das immer wieder vorwärts und aufwärts treibt. Eine fröhliche, selige Weihnachtsmelodie, möchte sie in diesem letzten Monate des Jahres dkrch recht viele Mcuschenherzcn klingen!

SllbumblätteZ'.

Nur, wem das Herz seine Schwingen lieb', Geht ein zu des Ruhmes Toren;

Es hat der bloße Verstand nie

Einen großen Gedanken geboren. Bodenstedt