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Amtliches Vrzu für SUM= m) FiilSIrrtis Sinti.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Slmtliches.

Eandkreis Ranau.

MmltmchlWN des KSiligUtn LllilkiliSkints.

An die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher.

Ich mache auf den in Nr. 48 pos. Nr. 806 des Re- gierungsamtsblaües pro 1908 zum Abdruck gelangenden Er­laß des Herrn Ministers für Handel und Gewerbe vom 3. d. Mls. aufmerksam, wonach die Ziffer VI der Anweisung, betreffend das Verfahren bei der Ausstellung und dem Um­tausche, sowie bei der Erneuerung l Ersetzung) und der Be- richiigung von Quittungskarten, vom 17. November 1899 (Sonderbeilage zu Nr. 52 des Amtsblattes für 1899) eine andere Fassung erhalten hat.

Hanau den 24. November 1908.

Der Königliche Landrat.

V 1262 I. A.: Hartmann, Kreissekreiär.

Stadtkreis Ranau.

Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung

am Donnerstag bett 3. Dezember 1908, nachmittags 5 Uhr.

Tagesordnung:

1. Ausbau der Jahnstraße von der Gartenstraße bis zur Bebauungsgrenze.

2. Umbau des Weihers im Schloßaarten.

3. Nachbewilligung von 134,53 Mk. für Verbreiterung der Kanaliorbrücke.

4. Fußgangersteg am Westbahnhof.

5. Fluchtlinienplan für das Gelände zwischen Nordbahnhof und Kinzig (Amonilerstraße).

6. Abänderung des. Treppenbelags in der Eberhardschule.

7. Verlegung dès Schulbades der 1, Bezirksschule vom Erd- nach dem Kellergeschoß.

8. Nachbewilligung von 2530 Mk. für die Turnhallen- ausstatiung der 3. Bezirksschule.

9. Baufluchtluuenplan der Ringstraße (Verbreiterung der Aepfelallce nördlich der Lamboystraße).

10. Baufluchtlinienplan für das Gelände am großen Rohr.

11. Bewilligung von Mitteln für die Projektierung a) der Hafenanlage, b) einer Kaianlage oberhalb der Main­brücke.

12. Ausbau der StraßeHasenpfad".

13. Um- und Erweiterungsbau des Schlachthofes.

14. Projekt zur Errichtung eines Volksbades, eines Schul­bades und einer Abortanlage auf dem Anwesen Haupt­straße Nr. 9 in Hanan-Keffelstadt.

Feuilleton*

Ur Allsßtllunjl her Kuukurreuz-Arbeiteu um hie TtistuWeu m Chr. Weishaupt, W. Wrens Nd S. Zmerneiuann in her Anla her Zeilhenatahemie.

Von Dr. F. QttiMng. (Fortsetzung und Schluß.)

AIs beste Lösung nach den drei besprochenen Entwürfen darf wohl fraglos die Arbeit mit dem MottoGebt mirs, ich kanns brauchen" gelten, die denn auch durch eine Be­lobung ausgezeichnet worden ist. Auf breit ausladendem, gut profiliertem'Fuß erhebt sich der Träger der runden Schale in Form einer abgestumpften sechsseitigen Pyramide. Ein lapitälartiges, mehrfach gegliedertes Vermittelungsstück leitet über zur Schale von leicht geschwungener Wandung, die kantig vom Boden absetzt. Das Ganze wirkt streng, vielleicht für ein Geiäß aus Edelmetall etwas zu schwer. Der Autor scheint selbst diese Empfindung gehabt zu haben, denn zweifel­los stammt von seiner Hand ein weiterer Entwrrrf (Motto: Glück auf), der, abgesehen von der Umänderung der runden in die elliptische Schalenform, den ersten genau kopiert, aber mit der dekorativen Zutat zweier Henkel in Gestalt emaillierter Vogelköpse. Diese Zutat wirkt natürlich ganz unorganisch und äußerlich, so daß sie keineswegs als Verbesserung be­trachtet werden kann. Sehr gut gelungen ist dagegen, be­sonders im ersten Falle, die Ornamentierung. Die Seiten­flächen der tragenden, aufstrebenden Pyramide schmückt ein aulsteigendes Blattornament, die äußere Wandfläche der Schale ein allerliebstes Motiv, bestehend aus einem um­laufenden Wellenornament mit zwischengelegten, stilisierten kleinen Trifolien. , r r

Von den übrigen Arbeiten wären weiterhin noch hervor- zuheben die beiden mit den MottiSilber 1" undLöwe", rstere im Ausbau der eben besprochenen ähnlich, nur weniger

Montag den 30. November

15. Auswechselung der GaS- und Wasserleitungsrohre auf der Wilhdlmsbrücke beim Neubau der Brücke.

16. Verlegung der Gas- und Wasserleitung zum Fabrikneu­bau Heraeus in der Bulaustraße.

17. Teuerungszulage für die städtischen Beamten für das Rechnungsjahr 1908.

18. Festsetzung des Dienstalters des Oberlehrers Dr. Adolf Hof.

19. Ankauf des Grundstückes 88 Nr. 42 an der krummen Kinzig.

20. Vertrag mit Dörnigheim bezgl. der für die Kläranlage benötigten Grundstücke.

21. Angebot des Grundstücks des Oekonomen Peter Flecken­stein zum Kauf.

22. Angebot von Grundstücken der Gemarkung Großauheim.

23. Jahresbericht der städtischen Gas-, Wasser- und Elek- triutälswerke und der städtischen Badeanstalt für 1907.

24. Versetzung des Assistenlen Prinzel in den Ruhestand.

25. Endgültige Anstellung des Friedbofsaussehers Mull.

26. Endgültige Anstellung des Bauführers Kögel.

27. Schuldienerin an der höheren Mädchenschule.

28. Einführung des einjährigen Unterrichts neben dem bis­herigen dreijährigen in der kaufmännischen Fortbildungs­schule.

29. Bewilligung der Kosten für die Aushilfe in der Klein­kinderschule zu Hanau-Kesselstadt.

30. Festsetzung des Pensionsdienstalters der Kleinkinder­schullehrerin Thcysohn.

31. Festsetzung des Pensionsdienstalters der Schwester Hoffmann in Hanau-Kesselstadt.

32. Gesuch der Freiwilligen Sanilätskolonne vom Roten Kreuz um Bewilligung einer jährlichen Beihilfe.

33. Gewährung einer Unterstützung für die Hinterbliebenen der auf der ZeckeRadbod" verunglückien Bergleute.

34. Gesuch des ^Vereins .Prießnitz um pachtweise Ueber« lassung von Grundstücken zwecks Errichtung eines Ltcht-, Lust- und Sonnenbades.

35. Rechnung der Stadikasse II A für 1907.

36. Außerordentliche Revision der Sparkasse.

Anschließend hieran geheime Sitzung.

Hanau den 27. November 1908.

Der Stadtverorducten-Vorsteher.

Canthal. 25213

H " ein stichelhaariger, braungetigerter Jnfld- 0 . Tjttttb mit Lederhalsband mit gelbem Schild.

Abzuholen bei Förster Ullrich hier.

Kilianstädten den 28. November 1908.

Der Bürgermeister.

Rauch. 25225

streng und schwer in der Form, die zweite gut in der Lösung des Schalenkörpers, dagegen weniger gelungen hinsichtlich der etwas zu schwach wirkenden vier Schalenstützen und des Uebergangs der Träger zur Schale. Die sonst vorliegenden Entwürfe bewegen sich zu sehr in den Bahnen der Alltäg­lichkeit, als daß sie auf besondere Erwähnung Anspruch er­heben könnten oder sie sind in einzelnen Teilen mißlungen, so daß die vielleicht an sich nicht schlechte Gesamtanlage da­durch wesentlich beeinträchtigt wird.

Zum Wettbewerb um den Preis der WeiShauvt-Stiftung 1908 war folgende Aufgabe gestellt:

1.Entwurf eines Schmuckes in vornehmer, moderner, ruhiger Form (sog.klassischer Schmuck"), bestehend aus Brosche, Kollier und Armband. Zur Verwendiing sind bestimmt 3 Smaragde, eine birnförmige Perle, je 5, 4 und 4 Brillanten von verschiedener Größe (die ebenso wie bei der Perle und den Smaragden im Aus­schreiben genau festgesetzt war). Die ferner zur Ver­wendung kommenden Steine (Brillanten, Rosen) und Perlen sollen sämtlich aus kleineren Größen bestehen; die angegebenen Steine sind als Hauptpunkte zur best­möglichen Setting zu bringen.

2. Entwurf eines gleichen Schmucke? zu denselben Be­dingungen, aber im Stil LouiS XVI.

Es wird in erster Linie auf schlickte, ansprechende Gesamtform und Detailzeichnung Wert gelegt; in zweiter Linie erhält diejenige Arbeit den Vorzug, die den gestellten Anforderungen mit den einfachsten Mitteln bezm. mit dem wenigsten Steinmaterial ent­spricht."

Die Aufgabe ist durch den prämiierten EntwurfMeereS- rauschen" so glänzend gelöst, daß rhm gegenüber alle anderen weit zurücktreten müssen. Die mtrgefebriebenen Steine sind als Hauptaccente in der glücklichsten Weise verwendet, die Gesamtwirlung ist ruhig und schlicht, ohne in Nüchternheit zu verfallen, mit den geringsten Mitteln ist ein vornehm ge­schmackvoller Schmuck geschaffen. Und das gilt für beide Lösungen, für den modernen,klassischen" wie für den Louis XVI.-Sckmuck. an keinem wußte ich auch nur das

Fernsprechanschlntz Nr. 605. 1908

Gefundene nnd verlorene Gestenstände rc.

Gefunden: 1 goldenes Maschinenketten-Armband, 1 alter schwarzer Damenpelz.

Verloren: 1 altes Portemonnaie mit 5,60 Mt., 1 grünes Handtäschchen mit Portemonnaie mit 6 Mk. Inhalt.

Hanau den 30. November 1908.

politische Rundschau.

Die englische Lindarmee.

London, 29. Novbr. Kriegssekretär Haldane hielt gestern in Cambridge eine Rede, in der er ausführte, Lord Roberts sei in seiner jüngsten Rede im Oberhause tatsächlich für einen andern Heeresplan eingetreten. Es sei nicht leicht ge­wesen, das Parlament dahin zu bringen, sich mit der Armee­reform-Politik einverstanden zu erklären. Darin habe er mehr Erfahrung, als erfahrene Militärs, die seiner Ansicht nach besser täten, sich an das Erreichte zu halten. Die Mög­lichkeit einer Invasion, die Lord Roberts als so leicht ge­schildert habe, sei auf das eingehendste geprüft, und zwar nicht nur von der Regierung allein, sondern zusammen mit Armee und Marineoffizieren, und man habe mit Genug­tuung festgestellt, daß eine derartige Expedition unmöglich ohne rechtzeitige Kenntnis der englischen Regierung inS Werk gesetzt werden könne, solange England die Herrschaft zur See behaupte. ES könne wohl später irgend jemand versuchen, die Verteidigungskrafi deS Landes, die er ge­schaffen habe, noch weiter zu erhöhen, aber der, der das unternehme, möge sich hüten, sie biS zu einem gewissen Grade auszudehnen, die über das Notwendige hinauSginge und die Erhaltung einer starken Flotte, welche die Grund­lage von Englands Macht bilde, gefährden könne.

Hus Ranau Stadt und Eand*

Hanan, 30. November.

* Zur Erhöhung des Mtttelfchulgeldes. Der in der letzten Sitzung des Finanzausschusses der Stadtver­ordnetenversammlung von den Stadtverordneten Canthal, O h l und Schroeter gestellte und zur Annahme ge­kommene Vermittlungsantrag über die Erhöhung des Mittel- schulgeldes sieht vor, daß die in voriger Nummer unsere» Blattes genannten Sätze nur von den neu eintretenden Schü­lern und Schülerinnen erhoben werden, während die jetzt di» Schulanstalt besuchenden Zöglinge daS seitherige Schulgeld zu bezahlen haben.

* Der Vaterländische Arauenverein veranstaltete am Samstag abend in dem GesellickaftshauseConcordia" sein diesjähriges großes Wohltätigkeitsfest. Der edle Zweck hatte zahlreiche Gäste herbeigeführt und die festlich geschmückten Räume boten rin bunt-bewegteS Bild. ES ist gewiß ein lobenswerter Zug, daß sich wiederum einige Damen

Geringste vom kunstästhetischen Standpunkt aus zu be­mängeln.

Bei den mit Belobungen bedachten EntwürfenHanau" undLouis XVI.", beide von einem Autor, bleibt im einzelnen Manches auszusetzen. BeiHanau" ist der moderne Schmuck gut geraten, der Louis XVI.-Schmuck aber nur, soweit das Armband in Frage kommt. Das Kollier mit seinem unmöglichen Uebergang von der Schleife zur Kette ist mißlungen. Auch bei dein EntwurfLouiS XVI. ist der moderne Schmuck, abgesehen von den widerwärtigen Knicklinien am Kollier, besser geglückt als der klassizistische.

Sehr ansprechende Lösungen hat der Verfasser der Ent­würfe mit dem KennwortReich" angestrebt, wenn auch noch nicht zu Wege gebracht. Die Brosche Louis XVI. ist äußerst reizvoll, das Kollier hingegen läßt Ungeschicklichkeiten im Anbringen der Hängeglieder erkennen. Aus den ver­wendeten Motiven aber würden sich bei entsprechender Um­arbeitung durchaus anmutige Schmuckstücke herstellen lassen. Auch alle übrigen Arbeiten bieten mit einer Ausnahme wenigstens im einzelnen Gutes und es ist erfreulich feststellen zu können, daß man in der Lage war, auf jedem Blatt zum mindesten eine anerkennenswerte Leistung hervorzuheben mit der bewußten Ausnahme. Diese Ausnahme aber (Motto Viitali") sollte in sich gehen und sich sagen, daß wir heut­zutage den sinnlosen Formalismus des Jugendstiles und seiner Folgezeit glücklicherweise überwunden haben. Ein An­hänger dieser Stilrichtung hat sich (Motto iAi) natürlich erfolglos auch beim Wettbewerb um die

Behrens-Stiftung 1908 betätigt; zudem. Hat er durch Weglassen der Armbänder den Bedingungen des Preisausschreibens nicht entsprochen. Dieser lautete:

Entwurf eines Goldschmuckes mit Filigran-Be« lötung (ein Blatt mit 9 Zeichnungen) bestehend aus je 3 Broschen, Ringen und Gliederarmbändern."

DaS beste Blatt ist das mit dem MottoFrieda". Mit Ausnahme der beiden viereckigen Broschen, die in der Form zu plump erscheinen und zu sehr an vergrößerte Manschetten­knöpfe erinnern, ist hier alles einwandfrei. Geradezu vollendet in ihrer vornehmen feinen Einfachheit, in dem reizvolle«