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88» November

" Da^ neue Kirchen;ahr.

(3um 1. Advent.)

c^nhre des Heils" nannte man früher allgemein die Jahre der christlichen Zeitrechnung. So siebt es an manchem altehrwürdigen Gebäude, unter mancher alten Urkunde als Zeichen einer Zeit, die sich bewußt blieb, daß ihr bestes geistiges Gut der Religion des Kreuzes entstammte. Andere geistige Mächle sind heut daneben auf den Plan getreten, als ein Gut unter vielen erscheint die Botschaft, die die christliche Kirche zu vermitteln hat; ja der geistigen Interessen sind so viele geworden, daß die schlichte Heilsbotschaft des Christen­tums von ihnen fast verdrängt erscheint. Es gibt Bestre­bungen genug, die mit vollem Bewußtsein und absichtlich diele, wie sie meinen, unmoderne Botschaft aus unserem Volke entfernen wollen, sie mit aller Macht in den Hintergrund drängen und der Vergessenheit anheimfallen lassen möchten. So geht der im schönen Advent liegende Anfang eines neuen Kirchenjahres spurloser und eindrucksloser vorüber, als man wünschen möchte.

Hat wirklich die christliche Kirche der Gegenwart nichts Wertvolles mehr zu verkündigen? Die Antwort darauf gebe ein Blick auf den Verlauf des Kirchenjahres! Mit den Adventssonntagen hält es seinen Einzug unter den Klängen herzbewegender, von Kindheit an vertrauter Gesänge. Sie rühren die Herzen immer wieder, weil sie reden von der tiefsten Sehnsucht der Menschenherzen nach Frieden und Heil, die schonder alten Väter Schar" höchster Wunsch war und nie im Menschenherzen erstirbt. Weihnacht folgt mit den vollen Akkorden seiner Lieder, mit der Botschaft von der Vaterliebe Gottes, der ausgeht, alle Sehn­sucht zu stillen, alles Verlorene zu suchen. Karfreitag mit seiner erschütternden Predigt von menschlicher Sünde und selbst sich opfernder Heilandsliebe klingt aus in den Oster­triumph des Lebens über den Tod, in die Hoffnung, die vor dem Grabe nicht Halt macht. Hub der letzte Ton dieses Dreiklangs, Himmelfahrt und Pfingsten, ist die Botschaft l von der machtvollen Herrschaft des heiligen Gottesgeistes, der s Menschenherzen ergreift und heiligt. Alle diese hohen Güter aber sind nicht erdacht und ergrübest, sondern lebendig ge- zvorden in einer Person, der Person Jesu.

Kann unser Volk diese Güter entbehren, kann sie die Welt jemals missen? Kann ein Mensch leben und glücklich sein ohne inneren Frieden? Was ist ein Leben ohnes Gottes ; Vaterliebe, ohne Hoffnung am Grabe, ohne bcilige Selbst- 5

Sam-tag teile 18

Auszüge aus de in Amtsblatt der Königliche* Regierung zu Cassel.

Wind ecken. Im Weg? der Zwangsvollstreckung soll das in der Gemarkung von Windecken belegene, im Grund- buche von Windtcken zur Zeit der Eintragung des Ver- steigernngsvermerkes auf den Namen deS Maurers Wilhelm

zücht, d. h. ohne Weihnachtslicht, ohne Osterfreude, ohne Pfingstgeist? So öde rin Leben ohne diele Güter, so öde ein Volksleben ohne christliche Feste und christliche Heilboischaft, ohne Kirchen und Gottesworte!

Das sind die heiligen Güter, die die Kirche von Jahr zu Jahr, von Jahrhundert zu Jahrhundert zu hüten bat. j Darum begrüßen wir jedes neue Kirchenjahr, das die großen j Taten Gottes feiern soll, mit den alten, lieben Adventsliedern und dem Wunsche, daß es vielen werde: ein Jahr des Heils".

Hus Hab und fern.

Frankfurt, 27. Novbr. In der Ermittelungssache betr. den Diebstahl bei dem Grasen Oriola gegen den Kaufmann Emil Schmidt ans Betzdorf hat die Münchener Kriminal­polizei die noch fehlenden Wertsachen bis auf einen kleinen Teil ermittelt und zur Stelle gebracht, darunter eine wert­volle Jubiläumsmünze mit dem Bildnis des Kurfürsten Johann Friedrich des Großmütigen, welche Schmidt der Kellnerin Rosa Humm aus Eichstädt zum Geschenk gemacht hatte, die er in München kennen gelernt hatte. Schmidt hatte vom 6. bis 10. Oktober im Hotel Dentscher Kaiser in i München unter dem Namen Dr. phil. Paul Horst aus Mar- i bürg gewohnt. Schmidt hatte die bei dem Grälen gestohlenen Wertsachen an zwei Goldwarenhändler in München verkauft, ! die ihn nach der vorgezeichneten Photographie sofort als den bei ihnen aufgetretenen Dr. phil. Paul Forst wiedererkannten. Von dem gestohlenen Gelde hatte er auch seine Geliebte neu ausstasfiert. Er ist dann am 11. Oktober nach Brüssel, von da nach Paris und Genf gereist, wo er durch die Frankfurter Kriminalpolizei ermittelt und verhaftet wurde. Zunächst wird sich Schmidt vor dem Strafrichter in Elberfeld wegen Betrügereien zu verantworten haben.

Hus aller Meit.

Selbst gestellt. Bei der Bromberger Polizei stellte sich 1 gestern abend der 22jährige Uhrmacher Robert Bosse auS Berlin unter der Angabe, er habe in Berlin einen großen Betrug begangen. Er habe sich unter einem fingierten Namen von einem dortigen Juwelier für annähernd Tausend Mark > Goldwaren in ein Hotel bringen lassen, habe die Waren bem Boten abgenommen und sei dann geflüchtet. Später habe er die Ringe und Broschen eingeschmolzen und das Gold , verkauft. Da er jetzt ohne Mittel sei, stellte er sich der Po- lizei. Bosse wurde verhaftet.

Vollbrecht (Heinrichs I. Sohn) und besten Ehefrau, Elisabeth, geb. Schaffrath, je zur Hälfte in Windecken eingetragene Grundstück am 19. Februar 1909, vormittags IO1/« Uhr, durch das Königliche Amtsgericht zu Windecken an der Gerichtsstelle versteigert werden.

Schiffsnachrichken.

Der DampferPrinzeß Irene" ist am 26. No­vember wohlbehalten in New-Dork angekommen.

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