87, November
Frau zurückführen, doch werden seine diesbezüglichen Behauptungen durch die Zeugen vollständig widerlegt. Die Fräu machte bei der Vernehmung einen sehr guten, ‘ äußerst glaubwürdigen Eindruck und suchte ihren Mann durchaus nicht unnötig zu belasten. — Die Geschworenen sprachen den Angeklagten des versuchten Totschlags schuldig, billigten ihm aber mildernde Umstände zu. Das Urteil lautete auf ein Jahr Gefängnis. — Anklagevertreter war Herr Staatsanwalt Dr. Ramelow, Verteidiger Herr Justizrat Hecht.
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Sitzung deS Schwurgerichts vom 27. November.
Totschlag.
Heute hat sich der Zigeuner vor den Geschworenen zu verantworten, der am 25. August d. Js. in der Nähe von Romerz den Gendarmeriewachtmeister Schenk durch einen Revolverschuß in den Rücken getötet hat, als dieser ihn abhalten wollte, nach Buchenrod zu ziehen, wohin eine andere Zigeunerbande vorauSgezogen war. Es war in der Nähe von Romerz an einem Waldwege, der nach Flieden führt. Die Fwu des Zigeuners, d. h. sie lebten als Mann und Frau, waren aber nicht verheiratet, benahm sich dem Gendarm gegenüber wie eine Wütende, hing sich an ihn und biß ihn in den Finger, worauf dieser seinen Säbel zog und auf das Weib einschlug. Diese ließ aber trotzdem nicht nach und hing sich an den Kinderwagen, den der Gendarm fortziehen wollte. Mittlerweile waren Bauern herbeigekommen, mit deren Hilfe daS Weib mittelst eines Peitschenriemens gefesselt wurde. Doch sie zerbiß mit den Zähnen den Niemen und hing sich aufs neue an den Wagen, der bei der 'Reißerei umfiel, darauf sprang der Mann herbei, hob einen auS dem Wagen gefallenen Revolver auf und schoß zweimal nach dem Gendarmen, ohne ihn zu treffen. Der Gendarm suchte vor den Schüssen Deckung und erhielt darauf einen Schuß in den Rücken. _ Er zog dann seinen eigenen Revolver, doch wurde ihm dieser im Handgemenge von'dem Zigeuner abgenommen. Der Gendarm stürzte schließlich zusammen, während der Zigeuner mit Frau und Kinder weiter zog. Am Abend desselben Tages aber wurde er verhaftet, wobei er wieder von dem Revolver, neben dem er noch des Beamten Waffe und einen Hirschfänger bei sich hatte, Gebrauch machen wollte, doch daran verhindert wurde. Der Gendarm erlag einige Tage darauf seinen Verletzungen.
Der Angeklagte, der sich früher Wagner nannte, ist der am 28. Mai 1885 bei Butzbach geborene Friedrich Ebender. Er hat noch nie eine Schule besucht, »sondern zog immer umher. Seit 1905 wurde er steckbrieflich verfolgt, weil er an der Ermordung seines Vaters teilgenommen haben sollte. Im Jahre 1906 schoß er wieder auf einen Gendarm, weswegen er sich nächstens noch vor dem Schwurgericht Paderborn wird verantworten müssen. Er leugnet, den Gendarm zu töten beabsichtigt zu haben, will sich vielmehr in Notwehr befunden und auch nur Schreckschüsse abzugeben beabsichtigt haben. Seine Vernehmung nimmt mehrere Stunden in Anspruch.
DcffcnMcr Wetterdienst.
(Beobachtungen des Physikalischen Vereins, Frankfurt.) Voraussichtliche Witterung für die Zeit Vom Abend des 27. November bis z«m nächsten Abend.
Veränderlich, etwas kälter: Niederschläge unerheblich.
Vereins- n. AerMü'MNjOnachrichteu
für Freitaz den 27. November.
nv. Männer- n. ^i'malhtqSwein : Posannenblasen tEv. Vereinsbaust. Turn- II. gecbtklnb : Abend? 6—7'/, Uhr: Turnen der Damcnabteilnng:
8'/-—10 Ubr: Rechten.
Turnverein: Abends von 8—10 Mr: Turnen der Jnaendabteilmiq. Erster Athleten - Verein: Abends von 9—11 Uhr: Uekmngsstnnde im Vereinslokale (Restauration Sandbof).
Humoristischer Musifverein „Germania" : Vou 9 11 U^Vt Uebunsibstunde tRestanraiion „zum Sandhof').
Dram.-Liter. Verein Eanan: DereinSab-nd im „«arlsberz .
Verein f. Homöopathie u. NaMrbeilkunde: Boitrazsabend (Stadt Bremen.) Erster Hanauer Kellnerverein: Vereinsabend in der „Harmonie . Hanauer KeNnerverein (qegr. l^O): Bereinsabend bei infamer. Erster Hanauer Mnerbimb 1905: Bereinsabend im „Elephanten . Klub „Amicitin": Bereinsabend im Gasthaus „zum Elephanten". Sänger-Quartett: Vereinsabend in der Brauerei Ort Iger. Klub „Schlaraffia": Vereinsabend in der „Memania . Klub „graternitas: Klubabend in den „3 Schwanen . Verein der Badener: Veieinsabend in der „Brauerei Beck . Keqelklnb „Neuntöter": Kegelabend im .Elefanten . Kegelklub d-S ,.D. H. B.": Kegelabend in der Turnhalle. Katholischer Gesellenverein : Bereinsabend im „DranstUb l". Freitags-Gesellichaft Earlsberg: Restaurant „Carlsberg . Gesellschaft „Scharfes Eck": Bereinsabend _ Hanauer Äckübenverein (e. B.): 9 Uhr: Schießen her ,vr. Stettner. Gesellige Verbindung „Melitta": W Uhr: Stammtisch Gasthans goldnen Gerste" ,, A . „ , , Theatralische- Verbindung Hanau": Abends Vt9 Ubr: Bereinsabend im Vereinslokal „zum goldnen Schwanen" > Vorstadt). Bl-ncle-KIub 1896: Klubabend mi „Kaiser Friedrich".
M rkes'icher Stenographen-Verein: Fortbildungskursn» „zur Sonne . ft öelsberqer Stenographen-Verein i Lokal: Frankfurter Ban". Eingang Lindensirasse)' Abends von 8—9 Uhr: Anfangerkursus, 9—10 : Uebnnqssiunde der Praktiker-Abteilung (Redeschrift, l .
<« «llschah .Lustige Bröder" : Klubabend bei Heinrich Boivinkel. «».Neiupler-Log- mr Höhe, Paradeplap 1- Abends i Freie Zuschumeukunst Gäste lutUfommeu.
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Für Er»ickt«nq eines Ansstchtstnrmes auf dem Buchberge bei Langenselbold
gingen ein Dnchbergfreund am Kanaktor . . 2.-- Mk. Ehemaliger Lehrer der Heimatkunde: „In der Liebe zur Heimat wurzelt die Liebe zum Vaterland!" . 5.— „
Voriger Betrag . . . . 2668.— „
Zusammen bis jetzt 2675 — Mk.
Weitere Spenden nimmt gerne entgegen die Redaktion des „Hanauer Anzeigers".
Hus Hab und fern.
Schlüchtern, 26. Novbr. Der wegen Unterschlagung amtlicher Gelder flüchtig gegangene Briefträger Gerlach aus Vollmerz wurde in Rixdorf bei Berlin festgenommen. — Ein schwerer Unfall ereignete sich am Dienstag am Straßen- Neubau nach dem Bahnhof Schlüchtern. Einem Arbeiter wurden von einem Kippkarren, der sich vorzeitig loslöste, zwei Rippen eingedrückt. Der Verletzte wurde, nachdem er im Krankenhaus verbunden, in seine Heimat transportiert.
-r. Marburg, 26. Novbr. Das Schöffengericht verurteilte heute einen Einivohner aus Amöneburg, der als Zeuge beim Landgericht zu hohe Gebühren berechnet halte, wegen Betrugs zu 20 Mark Geldstrafe.
Wetter, 25. Novbr. Heute abend gegen 8 Uhr en!- . gleiste beim Rangieren des Güterzuges ein beladener Güterwagen und sperrte beide Gleise. Unglücksfälle sind nicht vorgekommen, auch der Materialschaden ist gering. Die Aufräumungsarbeiten wurden sofort begonnen; gegen 9 Uhr traf auch ein HilfSzug von Marburg ein. Der Verkehr wurde durch Umstcigen aufrecht erhalten.
Wiesbaden, 25. Novbr. Ein Heiratsvermittler, der sich gestern bei einem Ehemann für die diesem besorgte Frau feine Vermitieinng. gebühr von 200 Mark holen wollte, wurde von dem letzteren mittelst „ungebrannter Asche" ausbezahlt. Anscheinend ist die von ihm vermittelte Frau nicht gut ausgefallen.
Ems, 25. Novbr. Ain Sonntag den 20. Dezember begeht das Ehepaar Josef Stutzer das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Josef Stutzer ist 83 Jahre alt und seine Ehefrau zählt 86 Lenze. Eine solche Feier ist seit Menschengedenken in Bad Ems noch nicht bagewesen.
Oberems, 25. Novbr. Der Landwirt Humni 2r. trug eine Blechkanne mit Benzin zu nahe am Herdfeuer vorüber, wodurch das Benzin Feuer fing und die Kanne explodierte. Er erlitt schwere Brandwunden.
() Mainz, 26. Novbr. Am 24. d. Mts., abends, ist eine unbekannte Frauensperson hier in den Winterhafen gesprungen und wurde bald darauf als Leiche geländet. Die Verlebte ist etwa 24—26 Jahre alt, 1,67 Meter groß, schlank, hat schwarze kräftige Haare, große schwarze Augenbrauen, braune Augen, gewöhnliche Stirn, etwas dicke Nase, vollzählig guterhaltene Zähne und war bekleidet mit grauem Rock mit weißen Streifchen, ebensolchem Jackett mit eingesetztem schwarzen Sammetkragen, blauem Futter und schwarzen großen Hornknöpfen, schwarzem Lcderqürtel, roter Bluse mit weißen Streifen, grauem Korsett, weißem Hemd, weißleinencr Unterhose, einem weißen und einem weiß- und schwarzgestreiften Unterrock, schwarzen, fast frischbesohsten Schnürstiefeln und schwarzen Strümpfen, auf welchen sich die Buchstaben A. B. befinden. Im Korsett befanden sich 50 Mark in Gold.
Aschaffenburg, 26. Novbr. Der Schweizer Hellwig Koch vom Obergartenhof, der die Wäschediebstähle in Goldbach usw. ausführte und nach der Haussuchung flüchtig ging, wurde gestern nachmittag in Frankfurt samt seiner Frau von dem Gendarmen Wienheim, der sich privat zur Aufspürung des Ausreißers dorthin begeben hatte, unter Assistenz eines dortigen Schutzmanns verhaftet und geschlossen hierher verbracht.
Gemünden (Unterfr.), 25. Novbr. Eine Mordtat, die in der Nacht zum Dienstag hier in der Lurzschen Brauerei, verübt wurde, erregt berechtigtes Aufsehen. Der seit 3 Wochen dort bedienstete 38 Jahre alte Schweizer Alwin Arnold von Nikderzwönitz bei Chemnitz und der Braubursche Georg Hirmrr von Aisling waren Montag abend mit den anderen Burschen im Wirtszimmer der Brauerei. Plötzlich gerieten diese wegen c lner Geringfügigkeit miteinander in Streit, der indes wieder geschlichtet wurde. Um 1 Uhr nachts begab sich nun Arnold auf den Abort. Als er zurückkehrte, trat Hirmer/ der sich verfolgt glaubte, aus dem Burscheuzimmer heraus und uer= ferne dem Arnold im Hausgang einen Stick in den Hals. Der Halswirbel war durchschnitten und der Tod trat sofort ein. Der Täler, 'bei dem man Blutspuren und das Mordmesser fand, wurde verhaftet.
Muster-Register.
(Eintragungen bei Königl. Amtsgericht, Abt. 5, in Hanau.)
Nr. 1496. Firma Jean L. S ch I i n g l o f f in Hanau, 5 Musters verschlossen, plastische Erzeugnisse, Fabriknummern 1162, 1163, 1164, 1105, 1108, Schutzfrist 3 Jahre, angemeldet am 5. Oktober 1908, vormittags 10 Uhr 30 Min.
Nr. 1497. Firma Ludwig Neresheimer^ Co. in Hanau, 2 Muster, verschlossen, plastische Erzeugnisse, Fabriknummern 8840, 8841, Schutzfrist 3 Jahre, angemeldet am 10. Oktober 1908, vormittags 10‘/s Uhr.
Nr. 1498. Firma Ochs & Bonn in Hanau, 11 Muster, verschlossen, plastische Erzeugnisse, Fabriknummern 1849 bis 1859 einschl., Schutzfrist 3 Jahre, angemeldet am 17. Oktober 1908, vormittags 9'/? Uhr.
Auszüge ans dem Amtsblatt der Königlichen Regierung ju Cassel.
Windecken. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung von Windecken belegenen, im Grundbuche von Windeckcn zur Zeit der Eintragung des Ver-
Set fe 6
—1 " " -....... ■ I ,i I... > I ——^ steigeriingsvermerkes auf den Namen: 1) des Maurers Georg I o st in Windecken, 2) dessen Ehefrau, Katharine, geb. Strempel, daselbst, eingetragenen Grundstücke am 19. Februar 1909, vormittags 10*/* Uhr, durch das Königliche Amtsgericht zu Windecken — an der Gerichtsstelle — versteigert werden.
Schiffsnachri chten.
Bremen, 24. Novbr. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Preußen" ist gestern in Alexandrien tingetroffen.
Der Postdampfer „Zeeland" der „Ned Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 25. November wohlbrhaltrn in New-Aork angekommen.
Drahtnachrichten
Minister Pichons Marokkoreve.
Paris, 26. Novbr. Die Stelle in der Rede des Ministers Pichon in der Deputiertenkammer bezüglich Marokkos lautete: Wenn Jain '>1 sich über die Vergangenheit nicht verbreitet hat, so foroerte er von unS Verpflichtungen für die Zukunft. Er hat uns hinsichtlich Marokkos Mäßigung, ein Regime des Friedens und guten gegenseitigen Willen empfohlen. DaS ist ja daS Programm unserer Politik. Wir wollen keineswegs der marokkanischen Negierung Hindernisse bereiten, wir wollen int Gegenteil ihr Erleichterungen schaffen. Wie sollten wir es nicht tun? Wir sind ja von unserem eignen Interesse geleitet, da ja niemand vorteilhaster finden könnte als wir, mit Marokko in Frieden unb Freundschaft zu leben. (Sehr gut 1) Wir hoffen ebenso wie ganz Europa bald in der Lage zu sein, den neuen Sultan anzuerkennen. Wir warten hierzu nur auf seine Annahme der gewiß maßvollen Bedingungen, die ihm gestellt worden sind. Sobald er anerkannt sein wird, werden wir mit ihm in Beziehungen treten, um die Lage in seinem Reiche in entgegenkommender Weise und wohlwollend zu regeln, wobei uns nur unsere internationalen Verpflichtungen und unsere besonderen Rechte zur Richtschnur dienen sollen. Das ist, was ich auf Jaurès Ausführungen über Marokko erwidern kann. Was die Rede PressenseS an« belangt, so will ich auf dieselbe nicht antworten. Die Meinungen, die ich über dieselbe gehört habe, geben meiner Ansicht Recht. (Znruie auf der äußersten Linken I) Nur bat eine möchte ich zum Ausdruck bringen. Ich bedaure, daß sich ein Abgeordneter gefunden hat, der aus Anlaß der Krise, die wir kürzlich durchgemacht haben, dem Parlament, der öffentlichen Meinung Frankreichs und der Regierung nicht Gerechtigkeit widerfahren läßt, die ihnen einmütig vom Auslande zuteil geworden ist. (Beifall.) Ich bedaure, daß sich ein Abgeordneter gefunden hat, der eS nicht begreift, das wir hierbei nichts Anderes getan haben, als mit gleichbleibender versöhnlicher Gesinnung, aber mit unerschütterlicher Festigkeit daS zu verteidigen, was gleichzeitig das Recht unseres Landes und daS Interesse der ganzen Welt war, da es sich um das Prinzip des schiedsgerichtlichen Verfahrens, das in erster Linie ■ daS Prinzip des gerechten Friedens ist, handelte. Ich bedauere, daß sich ein Mitglied dieser Kammer (Zwischenruf PressenseS: „Ich rechne eS mir zur Ehre an, dieses Mitglied gewesen zu sein!") gefunden hat, das sich nicht klar darüber ist, daß keine Regierung, fein Parlament, die dieses Namens wert sind, in Frankreich eine andere Haltung hätten einnehmen können, weil es beiden unmöglich gewesen wäre, unserem Lande eine Demütigung zu bereiten, oder eine Minderung seines Ansehens herbeiziiführen. (Beifall.) Unb weil es daS Unglück will, daß Regierung und Parlament hier in diesem Falle nicht die Einminigkeit gefunden haben, die ich ebenso erwartete wie erhoffte, so ist eS weder die Regierung noch das Parlament, die ich bedauere. (Beifall aus zahlreichen Bänken, Lärm auf der äußersten Linken.)
Unterschlagung.
Berlin, 27. Novbr. Bei den städtischen Gaswerken wurde eine Unterschlagung entdeckt. Der Buchhalter Hauswirth fälschte, um die Unterschlagungen zu verdecken, die Bücher und floh als die Sache entdeckt wurde.
Der Defrandant Klnge.
Berlin, 27. Novbr. Die Untersuchung gegen der. Defraudanten Kluge nimmt an Umfang zu. Die Höhe der Summe, um die Kluge die Aktiengesellschaft Keppel geschädigt hat, ist noch nicht feststellbar. Der Geschäftsführer einer von Kluge gegründeten Montangesellschaft Georg Daus ist gleichzeitiger Inhaber einer Krawattenexportfirma Georg Krans ii. Co. in der Burgstraße, in der ein Bruder Kluges als Prokurist tätig ist.
Englisches Unterhaus.
London, 26. Novbr. Die neue Unterrichtsgesetzvorlage wurde in zweiter Lesung mit 323 gegen 157 Stimmen angenommen.
Gekentert.
Corune, 26. Novbr. In der vergangenen Nacht kenterte an den Felsen der Hafeneinfahrt ein Fischerboot. Von 12 Mann Besatzung wurde nur d'er Schiffsjunge gerettet.
Die Affäre Steinheil.
Poris, 27. Novbr. Die „Libre Parol" spielt in einem „vom Elysce zum Gefängnis Saint Lazare" betitelten Artikel auf die Gerüchte an, nach welchem Frau Steinheil in Beziehungen zu Felix Faure gestanden habe und schreibt: Wenn es wahr ist, daß Frau Steinheil, bevor sie ihre Mutter und ihren Gatten verschwinden ließ, den Präsidenten Felix Faure vergiftet hat, dann konnte sie bei diefem politischen Verbrechen nur ein Werkzeug sein. Wessen Werk- zeug ? Man wird es erfahren müssen. Die Affäre Steinheil ist nicht beendet, sie hat erst begonnen.
Paris, 26. Novbr. Gegen Frau Steinheil, die nunmehr entgnltig in Haft genommen ist, wurde Anklage wegen Mordes crhooen. Wolff ist, nachdem eine Durchsuchung seiner Wohnung keinerlei Belastungsmaterial ergeben hatte, endgültig aus der Haft entlassen worden.