Skkkk 6
Lonnevstafl
26. November
Parlamentarisches.
Das Lehrerbesoldungsgcset;
Berlin, 25. Nov. Die Kommission des Abgeordnetenhauses für .das Lehrerbesoldungsgesetz setzte Mittwoch die Beratung beim § 4, der von der Verbindung eines Schul- und Kirchenamts handelt, fort. Hierzu hatten die Freikonservativen beantragt, daß, wenn die Gesamtsumme des Kirchen- einkommens nicht ' ausreiche, um den Mehrbetrag für das kirchliche Amt des Lehrers zu decken, auf Antrag des Stelleninhabers die Trennung des Schul- und Kirchenamtes herbeizuführen ist, falls die Gesamtsumme von den dazu Verpflichteten bis zur Höhe des Mehrbetrages nicht ergänzt wird. Die Konservativen hatten beantragt, daß eine Anrechnung des kirchlichen Einkommens in das in diesem Gesetz vorgesehene Grundgehalt nicht stattfindet. Die Freisinnigen beantragen, daß die Entschädigung des Lehrers für die kirchliche Mühewaltung mindestens 500 Mk. jährlich betragen solle. Nach längerer Debatte wurde der § 4 mit ganz unwesentlichen Aenderungen in der Fassung der Regierungsvorlage angenommen.
Die Beratung wandte sich dann den §§ 10 und 11 zu, Oie von der Anrechnung der Dienstzeit auf die Gewährung deS vollen Grundgehaltes, der Alterszulagen und der Mietsentschädigung sowie von der Anrechnung der Dienstzeit an Privatschulen handelt. Hierzu lag ein konservativer Antrag vor, in den § 11 auszunehmen: die Zeit an solchen gleichwertigen Anstalten anzurechnen, welche nach Anerkennung durch die Aufsichtsbehörde ausschließlich gemeinnützigen Zwecken dienen und für ihre Unterhaltung auf die öffentliche Wohltätigkeit angewiesen sind. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen, die anderen zu diesen beiden Paragraphen vorliegenden zahlreichen Abänderungsanträge jedoch rbgelehnt. Es bleibt also bei der Fassung der Regierungsvorlage.
Die Bcsoldungsvorlage».
Berlin, 25. Novbr. Die Budgetkommission des Abgeordnetenhauses setzte ihre Beratungen fort. Klasse 40 sieht ein Gehalt von Mk. 2400 bis Mk. 7200 für die Oberforstmeister, Forsträte und andere hohe Beamte vor. Hierbei entwickelte sich eine längere Debatte über die prinzipielle Frage der Gleichstellung der Lokal- mit den Provinzialbeamten. Unterstaatssekretür Dombois erklärte, daß die Gleichstellung der Lokal- mit den Provinzialbeamten Vorteile und Nachteile hätte und daß das Ministerium, nachdem es sich nun einmal für die Gleichstellung erklärt habe, an diesem System in der Besoldungsvorlage festhalte. Sollte es sich herausstellen, daß dieses System sich in der Praxis nicht bewährt, so sei die bevorstehende Aenderung in der Organisation der Verwaltung mit dem Zwecke der Dezentralisation eine Gelegenheit, es zu ändern. Bei den Oberregierungsräten der Ansiedlungskommission gelangten die Zentrumsanträge zur Beratung, die die Vorschläge der Negierung, die Oberregierungsräte als ständige Vertreter der Präsidenten mit einem Gehalt von 7 bis 10000 Mk. von den übrigen Oberregierungsräten herauszuheben, abgelehnt wissen will. Der Antrag wurde damit begründet, daß es vor der Neuorganisation der Verwaltung nicht richtig sei, die Vertreter des Präsidenten zu besonders herausgehobenen Stellen zu gestalten. Diese Vertreter seien ja bereits wiederholt durch 'Funktionszulagen aufgebessert worden. Außerdem müsse man, wenn man die Vertreter der Präsidenten bei der Ansiedlungskommission heraushebe, auch die Vertreter der Senatsprüsidenten bei den Oberlandesgerichten besser stellen. Eine Heraushebung der Vertreter der Regierungspräsidenten würde auch der mit der Besoldungsvorlage bezweckten Vereinfachung widersprechen, auf die Anfrage eines Kommissionsmitgliedes, ob die Regierung beabsichtige, den Vertretern der Regierungspräsidenten den Titel Vizepräsident und einen höheren Rang zu geben, erwiderte der Unterstaatssekretär im Ministerium des Innern? daß die Regierung eine Titeländerung nicht eintreten lassen wolle, daß aber für den Fall, daß den Beamten die von der Regierung beantragten höheren Gehälter gewährt werden, in Frage kommen werde, sie zu Räten dritter Klasse zu machen. Der Unterstaatssekretär erklärte weiter,
I über die beabsichtigte Neuorganisation der Verwaltung vorbehaltlich der zu erwartenden Erklärungen des Ministers des Innern bei der Beratung des Etats, daß die Regierung an eine Aufhebung der Regierungen nicht denke, daß sie im Gegenteil die Stellung der Regierungen zu stärken beabsichtige. Auch sei keine Aufhebung der Oberprüsidien geplant. Der Gedanke, der Regierung durch die Gehalts- normierung die Möglichkeit für einen Austausch der Vortragenden Räte in die Ministerien und den Regierungs- beamten zu geben, wurde von der Kommissionsmehrheit als berechtigt erklärt. Es wurde indessen betont, daß dieser Gedanke auch durch Stellenzulagen ausgeführt werden könnte. Die Zentrilmsantrüge wurden mit 18 Stimmen angenommen. Bei der Bahverwaltung erklärte ein Vertreter des Ministers der öffentlichen Arbeiten, daß die Bauräte ihre Dienstzeiten vordatieren könnten, falls sie beim Aufrücken vom Bauinspektor zum Baurat weniger bekommen würden, als sie bisher als Bauinspektoren erhalten hätten. — Klasse 42 sieht für die Leiter der höheren Unterrichtsklassen von geringerer als neunjähriger Kursusdauer Gehaltssätze von 4800 bis 7200 Mark vor. Mehrere Anträge wollten diesen Beamten Stellenzulagen geben. Die Regierung erklärte sich gegen diese Anträge. Entweder solle man allen Beamten Zulagen gewähren oder gar keinen. Demgegenüber wurde betont, daß die Stellung der Schulinspektoren insofern eine andere sei, als sie eine Verwaltungstätigkeit ausübten und Stellenzulagen seien schon damals für sie gerechtfertigt gewesen, weil auch die Direktoren der städtischen höheren Unterrichtsanstalten solche erhielten.
Die Kommission setzte am Nachmittag die Beratung der Bcamtenbesoldungsvorlage bei Klasse 42 fort. Ein Antrag der Nationallibernlen, den Leitern der höheren Unterrichts- anftalten eine pensionsfähige Stellenzulage von je 500 Mark i zu geben, wurde abgelehnt, dagegen ein Antrag der Konservativen und Freikonservativen angenommen, der den höheren Schuldirektoren eine Stellenzulage von 400 Mark gewährt. Ein Antrag des Zentrums, für die Klasse 42, deren Grundgehalt jetzt 4800 Mark beträgt, das Anfangsgehalt auf 5400 Mark zu erhöhen, wurde abgelehnt. — Die Kommission trat dann in die Beratung der Klasse 43 ein, die Gehaltssätze von 5400 bis 7200 Mark vorsieht für die Bibliotheksdirektoren beim Herrenhaus und Abgeordnetenhaus, für die Archivbibliothekare in den Provinzen, die Direktoren der Universitätsbibliotheken, die Leiter der Vollanstalten, sowie für ' die Abteilungsvorsteher und Direktoren bei einer Anzahl wissenschaftlicher Institute. Hierzu lag eine ganze Reihe von Abänderungsanträgen vor, die jedoch sämtlich abgelehnt wurden. Annahme fand lediglich ein Antrag der Konservativen, diesen Beaniten pensions- fähige Stellenzulagen von je 600 Mark zu gewähren. Klasse 44 sieht für die Münzmeister, die Oberlandesgerichtsräte, Staatsanwälte als Vertreter der Oberstaatsanwälte, Landgerichtsdirektoren, erste Staatsanwälte bei den Landgerichten, für die Leiter der Vollanstalt in Berlin und für die Abteilungsdirektoren der kgl. Bibliothek in Berlin Gehaltssätze von 6000 bis 7200 Mark vor. Ein Antrag der Nationalliberalen, allen diesen Beamten eine pensionsfähige Stellenzulage von je 900 Mk. für Die dienstältere Hälfte der Beamten, von je 500 Mk. für die andere Hälfte der Beamten zu gewähren, wurde abgelehnt. — Klasse 45 enthält die Landesgewerberüte und die Provinzialschulräte, und sieht Gehaltssätze von 5700 bis 7500 Mk. vor. Ein Antrag der Freikonseroativen auf Gewährung von 600 Mk. pensionsfähiger Zulage für die Provinzialschulräte wurde angenommen. — Klasse 46 sieht für die Polizeipräsidenten mit Ausnahme derjenigen von Berlin und Frankfurt a. M., für die Polizeidirektoren und für den Polizeioberst und Kommandeur der Schutzmannschaft in Berlin Gehaltssätze von 6000 bis 8000 Mk. vor. Die Regierungsvorlage fand unverändert Annahme. Ebenso Klasse 47 und 48. (Frkf. Ztg.)
Schiffsberichte.
New-Uork, 24. Nov. Der Dampfer „Nieuwamsterdam" von der Niederländisch - Amerikanischen - Dampfschiffahrts- gesellschaft ist gestern hier eingetroffen.
Winter-Fahrplan der
Lokalbahn Kahl-Schöllkrihpen.
Gültig vom 1. Oktober 1908 bis 30. April 1909.
Bemerkungen: Zug-Nr. 1 und 2 nur Montags.
Zug-Nr. 3 nur Sonntags.
Zug-Nr. 3a nur Werktags.
Zug-Nr. 9 nur Werktags vom 1. November bis 31. März.
Zug-Nr. 10 nur Sanistars. Z. Nr 11 nur Samstags im April.
Zug-Nr. 7. 8 und 13 nur Samstags, Sonntag? u. Feiertags, im April täglich.
Kahl Schöllkrippen.
Stationen.
2
3
4 2u.3
1 6 1
1 2u. 3,
8 2it. 3
10 3
12
2 u.3
Franks. a. M. Ostb
. ab
—
613
1130
227
629
—
Hanau Westbhnhf.
ff
—
645
1200
251
630
706
—
Hanau Ostbhuhf.
tt
—
655
1206
—
SIS
638
713
—
Kahl . . . .
an
—
714
1225
—
335
657
731
—
Aschaffenburg . .
ab
420
600
1133
— '
SIC
5OO
725
es*;
Kahl . . . ,
an
45t
626
1202
—
327
530
747
—
Kahl . . . .
ab
500| 730
1230
—
345
7221 800
—
Alzenau . . .
ff
513| 748
1244
——
400
736 815
—
Kälberau . . .
Michelbach. . .
tt
ft
522 757
527 803
1253
1258
409
414
745
750
824
830
—
Herrnmühlesna HBedarf)
—
808
103
" ......
418
_
835
......
Niedersteinbach
538 818
111
—
429 804
844
Mömbris-Mensenges.
550 825
118
—
436 812
852
--
Schimborn. . .
ft
558, 832
125
—
444
820
9OO
Königshofen . .
!t
603. 838
131
—
450
825
906
—
Großblankenbach .
ff
611' 850
140
459
832
916
—
Schöllkrippen. .
st
618 9OO
148
—
508
839
926
Schöllkvippen-Kahl.
Stationen W
3
3 1 3a
2 u.3|2 n.3
5 1 7
2 u.3 2u.3
9
2 u.3
11
3 .
131
2u.3l
Schöllkrippen ab
315
5"0
520
1020
200
350
445
600
—
Großblankenbach„
323
512
531
1034
208
404
458
610
11 »
Königshofen . „
329
518
5371 1040
214
410
504
618
■■ —
Schimborn . „
335 523
542
1045
219
416
510
624
—
Mömbris-Mens. „
342
531
549, 1052
227
423
520
632
—
Niedersteinbach „
349
539
557
1100
234
430
527
640
—
Herrnmühlenach Bed.
—
547
607
1108
243
439
536
648
—
Michelbach . „
401
552
611
1113
248
444
541
654
—
Kälberau. . „
406
558
616
1119
253
451
547
659
—
Alzenau . . „
416
608
626
1130
303
504
600
7IO
Kahl an
433
620
638, 1146
318
518
618
722
—
Kahl ... ab
Aschaffenburg an
—
—
656] 1225
712) 1252
335
4OI
629
656
643)
7IO
731
757
Kahl ... ab
4441 626
650
1202
327
530
747
747
Hanau Ostb. an
SOO, 643
707
1217
336
548
802
802
—
Hanau Westb. „ Frankf.a.M.Ost.,,
507[ 6491
543; 728
720
753
1224
1258
346
430
555
632
816
852
816
852
—
Inserate
für den täglich in großem Umfange erscheinenden Neuen
kr«^ Achim " . nimmt entgegen die Agentur in ^öroß-Auheim Herr Hch. Jörg sen.
Mikelm Beck
Albertine Beck
Vermählte.
Hanau den 26. November 1908
24897g Hotel zum Adler.
Fische -
Holl. Schellfische holl .Kabeljau sst Tafelzandcr
Notzungen Merlans re. re. fst. ger. Lachs Bücklinge, Sprotten sst. Rauchaalc holl. Bratbücklinge
Wild -
Von großer Treibjagd:
Rehe
Hasen
Fasanen Rehrücken Rehkeulen Rehblätter auch im Ausschnitt.
Geflügel
I prima Maligiinst prima Maliciiira Kapaunen Poularden junge Hahnen junge Tauben
Suppenhühner
feinst russ. Caviar, feinst holl. Austern
empfiehlt in nur feinster Qualität zu billigsten Preisen 2491 Id
Wilhelm Schoder
Telephon 792
Rosen st raße 85a
Telephon 792.
Kieler
Sprotten Bücklinge
Tel 653 J CxOUZe.
Zu verkaufen.
I Sch. Diwan 50 M-, uem 2tür. Kleiderfchr. 30 M., vollst. Bet- 90 M, 2 Waschliiche 12 u. 10 M., st .Rom. 10M., Auszugtisch, Bilder. Spügest Kstckm-usch.BMst in. Sprung- rahme 18 M. 278141) Nofenstr. 13 pari.
I zu verkauien. 27792g
1 Steinheimersiraste 6 I. St
Empfehle frisch eingetroffen: Holl. Schellfische Holl. Kabeljau, 27788p1 Brats rheinische Schollen, Rotzungen, Holl. Seelachs, feinst.
Tafelzander, leb. Hamb. Spiegelkarpfen,Schleien rc. feinst. Malosol-Caviar. geräuch. Seelachsstücke, aer. Schellfische, Sprotten rc. W» AL Mr Mit, -'M" Ecke Lang- und Rosenstr.
S IHastgeflügel
in grosser Auswahl.
Aunust Bauer,
gl Dechaneistr. 3. Tel. 624
Auch sind prima ger. Bettfeder« zu haben. 27812h
1 antik Kleiderschrank, 1 antik. Standuhr, viv. alte Zinnsachen jkM für NiUMMe.
M. van Elkan 27790z Nordstr. 3 3.
ÄiWl M za ÄiiailK. 277860 Herrnstr. 15 i.
Hnimiltr ^rciiibciiliftc.
Hanau den.25. November 1908.
Hotel Adler.
Mildra, Forstrat u. Fr. Wächtersbch. Schwartz, Oberl. u. Fr. Hanau. H. Aha, Kfm. Fulda.
Baron von Schenk zu Schweinsberg Buckenau.
Feuerhahn. O.-Boktorakt. Cassel-
— KeknkfKef^litabt — Geschäfts Eröffnung u.Empfehlung. Einer geschätzten Einwohnerschaft der Kolonie Kesselstadt zur gest. Kenntnis- dem heutigen^„™‘ LlllufHklle mtiiics LiyklMW für f-m Ächt- NdFWimnn Elke simuk- snrtcr.Llmdstraßc und Hcsscastraßc ELLir erkannt besten Braunschweiger u. Thüringer Wurstwaren bestens.
franz Mai
Spezialgeschäft für seine Wurst- u. Fleisch- j waren. Niederlage der Wurstfabrik C. G. —-H artinan n, Frankfurt a. M.
Lager feinster Thüringer u. Braunschweiger Wurstwaren
Warktstvahe 5 unö Koto nie-Kessetstclöt.
Bußmann, Ing. Berlin,
v. Hasfell, Ö.-Ldg.-Pr. Cassel. Bertelsmann, Kfm. Bremen.
Stresing, „ Isselstorsi.
Sunkel, Kfm. Fulda.
Rübsam, Gies, Kfm. Bergmann, Ksm. Nürnberg.
Netter, „ Paris.
Brunschwieg, Ksm. Pforzheim.
Porta, „ Köln.
Hotel $11111 Niesen.
N. Lummer, Ksm. Karlsruhe.
Prilzel, „ Cassel.
C. Künstler, „ Berlin.
I. Fit, Ksm. Pirmasens.
H. Broschmann, Kfm. Straßburg. I. Beine, „ Berlin.
L. Spör, Kfm. Frankfurt.
Werner, „ Essingen-
Hotei zur Post.
Frhr. v.d.Tann.Bgrmst. Tann.
Fr. Joseph, Kfm. Pforzheim.
Deckert, „ Kissingen.
W. Schien, Kfm. Bierstein.
I. Hühner, Kfm. Marburg.
C. M. Graner, Rentner Ocb.
Fridolin Möller, Kfm. Neunvf.
Heine, Ksm. Cassel.
H. Koch, Weingroßhdl. Oppenheitn.
L. Scheuer, Kfm. Heilbronn.
Hotel Lindenhos.
Wallher, Gntsbes. Elisobethendos Altenhörel, Reg. -Sattler
Asch, Kfm. O.-Jngek in
Friedrich, Ksm. Frankfurt.
H.Klatt,Obergütervorst. Elbersell Löhr, Kfm. Worms.
Pimpir, „ Speyer.
Müller. , Hannover.