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Erscheint täglich mit Ausnahme der Senn* und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 277 F-rnsprecha«schlich Nr. 605. Donnerstag bcii 26. Noocmber
F-rnsprechanschlutz Nr. 605. 1908
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14 Seiten.
Amtliches.
Stadt- und Landkreis Ran au.
Am Freitaft den 27. d. Mts., von 12 bis
1 Uhr mittafts, wird der Königliche Gewerbe-Inspektor aus Fulda in einem Zimmer des hiesigen Standesamts im Altstädter Schloß den Arbeitgebern und Arbeitern Gelegenheit zu Besprechungen geben.
Hanau den 24. November 1908.
Der Königliche Landrat und Polizei-Direktor.
P 12725 I. A.: von Waldow.
Eandkreis Ranau. BekllililtiUlhilUtil des Nüißlillitir Lllüklltslnnis.
Unter den Schweinen in Windecken ist die Schweineseuche ausgebrochen.
Hanau den 24. November 1908.
Der Königliche Landrat.
V 7795 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.
Unter den Schweinen zu Fechenheim ist die Schweine- seuche erloschen.
Hanau den 24. November 1908.
Der Königliche Landrat.
V 7760 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.
Unter den Schweinen zu Bruchköbel ist die Schweine- seuche erloschen.
Hanau den 24. November 1908.
Der Königliche Landrat.
V 7712 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.
Stadtkreis Ran au. Bekanntmachung.
Die Wohnung im 1. Obergeschoß des Hauses Hauptstraße Nr. 9 in Hanau-Kesselstadt, bestehend aus 3 Zimmern, Küche und Zubehör ist alsbald zu vermietn. Angebote können auf dem Rathauie mündlich zu Protokoll gegeben oder schriftlich an uns eingereicht werden.
Hanau den 24. November 1908.
Der Magistrat.
H i l d. 24889
Feuilleton»
Aus her Wichte der MstenMst in der Hanauer Marienkirche.
Vortrag, gehalten in der Monatsvers amm- Unq d e s Hanauer Gesch i cb t s v e r e i n s a m 23. November 1908.
Lon Pfarrer Carl Heuß zu Windecke».
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
Als die dem Konsistorialrat Hufnagel ins Haus geworfene Anzeige von dem Kirchenverwalter Heilmann dem Konsistorium berichtlich übermittelt war, überwies diele Behörde das Schriftstück sofort dem Polizeidirektor Schlcreth zur schleunigen Unter* suchung. Drei Tage später, am 25. August, erstattete das reformierte Konsistorium einen Bericht über „die Erbrechung )?§ Begräbnisgeivolbes bei der reformierten Kirche an den Großherwglichen Minister des Kultus, Freiherrn von Eberstein ui Frankfurt — es ist hier zu beachten, daß in Folge der Ereignisse des Jahres 1806 Kurhessen aufgehört hatte zu sein uid ‘ daß Hannu zu dem neu geschaffenen Großherzogtnm Frankfurt gehörte — und führte aus, daß man durch ein monymes Schreiben darauf aufmerksam gemacht worden sei, raß aller Wahrscheinlichkeit nach durch ein aus dem rnter der reformierten Kirche' befindlichen fürstlichen Be- zräbnißqewölbe in einen vermieteten Holzstall ausgehendes in das Gewölbe eingebrochen und dasselbe beraubt worden sei Bei der durch diese höchst unangenehme Anzeige veranlaßten, den 22. August vorgenommenen äußeren Untersuchung fand man nun wirklich daS jenes Luftloch verschließende starke eiserne Gitter erbrochen, und bei der den 24 in Beisein der kirchlichen Behörden vorgenommenen
^lad^ Weisung
der Johanni- und Martini-Durchschnittspreise in Hanau für das Jahr 1908.
a. Johanni:
1. Weizen st 100 kg .
„ „ 1 hl . . >
2. Roggen „ 100 kg .
21,46 Mark
17,17 20,28
15,01
ff
ff
ff
„ „ 1 hl . . .
3. Gerste „ 100 kg ♦
20,19
ff
„ „ 1 hl . . .
13,33
's
4. Hafer „ 100 kg .
17,75
ff
„ „ 1 hl . .
7,81
ff
5. Kartoffeln st 100 kg, ordinäre,
5,72
tt
„ st 100 kg, englische,
10,—
If
6. Welschkorn st 100 kg
A
16,50
ff
7. Roggenstroh st 50 kg .
A
2,16
ff
8. Haferstcoh st 50 kg
1,95
ff
9. Gerstenstroh st 50 kg
A
1,80
ff
10. Heu st 50 kg
3,14
ft
11. Buchenscheitholz st 1 rm .
11,75
ff
12. Eichenscheitholz st 1 rm .
10-
ff
13. Tannenscheitholz st 1 rm . .
•
9,50
ff
b. Martini:
1. Weizen st 100 kg . .
20,50 Mark
„ „ 1 hl . . .
A
16,40
ff
2. Roggen „ 100 kg .
♦
17,63
ff
„ „ 1 hl . . .
13,05
ff
3. Gerste „ 100 kg .
•
19,75
13,04
ff
„ „ 1 hl . . .
ft
4. Hafer „ 100 kg .
*
17,50
ft
,, „ 1 h 1 • ♦ •
7,70
ff
5. Kartoffeln st 100 kg ordinäre
5,75
ff
„ st 100 kg englische
13-
ff
6. Welschkorn st 100 kg .
•
18-
ff
7. Roggenstroh â 50 kg
•
2,15
ft
8. Haferstroh â 50 kg
1,85
ff
9. Gerstenstroh. 50 kg
•
1,80
ff
10. Heu â 50 kg
3,50
ff
11. Krauthäupter 100 Stück . .
18,—
ff
12. Buchenschcitholz st 1 rm .
♦
11,50
tt
13. Eichenscheitholz „ 1 rm .
10,50
ff
14. Tannenscheilholz st 1 rm Hanau den 20. November 1908.
Städtische Polizei-Verwaltung.
Der Oberbürgermeister.
J. V.: Hild.
9,50 „
24887
Besichtigung des Gewölbes selbst die angezeigie Beraubung an einer großen Anzahl fürstlicher Särge von Zinn und Holz, mit Samt und Treffen besetzt, auf die abscheulichste und empörendste Weise bewerkstelligt." Schon sogleich, nachdem die Erbrechung des Gitters wahrgenommen, habe das Konsistorium dieses der Großherzoglichen Polizeidiiektion milgeleilt und um Untersuchung gebeten, worauf dann auch in der vergangenen Nacht ein als Haupttäter verdächtigter Einwohner von Hanau namens E. und am Morgen darauf ein anderer namens M. ergriffen und verhaftet worden seien.
Am 31. August lieferte der Geheime Kammerrat Döring dem reformierten Konsistorium einen Bericht, aus dem wir über die Beraubung der herrschaftlichen Gruft näheres erfahren. Er gibt das Resultat der von ihm am 26. August mit dem Präfekten Freiherrn von der Tann und dem Polizeidirektor Scklereth in Beisein der medizinischen Behörden gemeinschaftlich vorgenommenen Untersuchung des durch das Verbrechen angerichteten Schadens an. Vier Särge fehlten gänzlich, und deren ganz vermoderter Inhalt lag, bis zur Unkenntlichkeit zerstört, umher. Es handelt sich hier um die Särge des Grafen Wlhelm Reinhard von Hanau, eines Sohnes von Philipp Ludwig I I., geb. 1607, gest. 1630; um den des Gra'en Philipp Ludwig III., des letzten männ- lichen Nachkommens Philipp Ludwigs II., geb. 1632, gest. 1641 ; um den des letzten Grafen von Hanau-Münzenberg Johann Ernst, geb. 1613, gest. 1642, und um einen kleinen Zmniarg ohne Aufschrift. Zwei Särge waren ganz oder zum Teil ihrer zinnernen Bedeckung beraubt, die Körper aber noch in den inneren hölzernen Särgen größtenteils enthalten. Hierin waren bcigesetzt Gräfin Maria Juliana von Isenburg, geb. Gräfin von Hanau-Schwarzenfels, geb. 1617" gest. 1643, und Gräfin Maria Belgica Charlotte, Tochter des Grafen Moritz Christian von Wied und seiner zweiten Gemahlin Katharina Juliai>a von Hanau, geb. 1645, gest. 1661. Der Sarg der Gräfin Charlotte Louise von
Ein schwarzer glatthariger PittschorhUNd mit weißem Kehlstreifen und gelbl. Pfoten ist hier als zugelaufen gemeldet.
Langendiebach den 24. November 1908.
Das Bürgermeisteramt._____24879
Bekanntmachung.
Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die hiesige Mainbrücke verstärkt wird, und werden die Passanten sowie Fuhrwerksbesitzer aufgefordert, die größten Vorsichtsmaßregeln zu gebrauchen.
Klein-Steinheim den 25. November 1908.
Der Bürgermeister.
Braun. 24919
politiTcbe Rundschau.
Die Kommission des Reichstags für VaS Viehseuchengesetz beriet gestern die 88 44 bis 57. Bei 8 44b, der von der Milchverwertung handelt, wurden hinsichtlich der Abgabe der Milch aus verseuchten Gehöften auf Zentrumsantrag einige Erleichterungen beschlossen. Bei den folgenden Paragraphen, bei denen es sich um die Entschädigung und um die Frage handelt, ob diese aufs Reich oder die Einzelstaaten fallen soll, wurde nach längerer Diskussion die Sitzung auf Freitag vertagt, damit die Mitglieder Gelegenheit haben, sich mit ihren Fraktionen ins Benehmen zu setzen.
Der von der nationalliberalen Fraktion des Reichstages für die Beamtenbesoldungsvorlage gewählte Ausschuß hat seine Beratungen begonnen. Er besteht aus folgenden Herren: Dr. Arning, Kolonien; Beck-Heidelberg, Post; Dr. Contze, Ressorts, für die kein besonderes Referat besteht; Dr. Görcke-Brandenburg, Reichsamt des Innern: Graf v. Oriola, Vorsitz und Marine; Schwabach, Eisenbahnen ; v. Schubert, Militär; Dr. Weber, Reichsbank.
Die Ermätzigung des Ortsportos. Die ange- kündigte Ermäßigung des Ortsportos für Postkarten wird wie folgt begründet: „Die Erhöhung de» Ortsportos für Postkarten auf fünf Pfg. hat den von ihr erwarteten Erfolg nicht gezeitigt, da die Mehreinnahmen nur vier bis fünf Millionen Mark betragen haben. Dagegen hat die Maßnahme zu einer übermäßigen Belastung der Fernsprechanschlüsse und infolgedessen zu einer Erschwernis in der glatten Abwicklung des Fernsprechverkehrs geführt.
Kolonialinstitnt. Am 20. Oktober d. I. ist daS Kolonialinstitut in Hamburg eröffnet worden. Damit ist endlich eine Einrichtung verwirklicht worden, die seit langem ein Bedürfnis war. Das Institut will und wird allen, di« in den Kolonien arbeiten wollen, sachverständige Information
Hanau, einer Tochter Philivp Ludwigs II., geb. zu Windecken 1597, gest, unvermâhlt zu Gaffel 1649, schien nicht erbrochen zu sein, war aber von seiner zinnernen Umgebung gänzlich entblößt. An dem nicht erbrochenen schönen Sarg der Gräfin Sibylle Christine (geb. 1603, gest. 1686), die in zweiter Ehe mit dem Grafen Friedrich Kasimir von Hanau- Lichtenberg, der 1642 das Erbe der Münzenberger ange- treten hatte, verheirate: gewesen war, fehlten die vergoldeten Wappen und andere Zieraten größtenteils. In der Gruft befanden sich noch vier neuere, mit schwarzem Samt überzogene fürstliche Familiensärge, nämlich der Landgräsin Maria, einer Tochter Königs Georg II. von England, geb. 1723, gest. 1772 ; ferüer der Prinzen Friedrich, geb. 1772, gest. 1784, und Wilhelm von Hessen, geb. 1798, gest. 1800, nebst dem der 1801 geborenen und 1803 gestorbenen Prinzessin Luise von Hessen. ' Diese vier Särge waren sicheren Kennzeichen nach uneröffnet geblieben und nur davon die silbernen Borden abgerissen, mithin auch die darin befindlichen massiv silbernen Herzkapseln nicht entwendet worden.
Um nun die Ordnung in dem Gewölbe wieder einigermaßen herzustellen, wurden die Ueberbleibsel der nicht mehr zu untericbeibenbcn Körper der zuerst genannten vier Personen in einen großen gemeinschaftlichen Behälter von Eichenholz zu tun befohlen; der Deckel sollte mit „einer kurzen auf Pergament geschriebenen Anzeige der darin befindlichen Personen zur etwaigen Belehrung für die Nachwelt" versehen werden. Die beiden anderen beschädigten Särge sollten, so gut als tunlich, wieder ausgebessert, auch Fürsorge zum Schutz der Gruft getroffen und diese selbst nach Beendigung der vorzunehmenden Arbeiten wieder zugemauert werden.
Am 3. September wurde eine von Kammerrat Döring entworienc Aufschrift dem großen gemeinschaftlichen Sarge angeheftet unb die Gruft geschloffen. In der Aufschrift waren E. und M. als die Grabschänder genannt. Der Polizeidirektor Schlereth erließ am 4. September 1812 deS- I wegen folgende Verfügung an das reformierte Konsistorium: