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24. Novemve-

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Von dem Ausbruch der Brustseuche und dein Brustseuche­verdacht ist der zuständigen Behörde sofort Anzeige zu er­stalten. Bis zu behördlichem Einschreiten empfiehlt eS sich, die kranken und verdächtigen Pferde unverzüglich abzusondern, mit Arbeit zu verschonen und alsbald einen Tierarzt zu Rate zu ziehen.

2. Pferdesiaitpe (Notlaufseitche, Influenza in« engeren Sinne.)

Wesen. Die Pferdestaupe (Rostaufseuche ist eine außer­ordentlich leicht übertragbare, hochfieberhafte Krankheit, die rnit entzündlichen Schwellungen der Haut und der Augen­schleimhaut verläuft. Eine Lungenentzündung besteht bei der Pferdestaupe meist nicht. Ihre Ansteckungsfähigkeit übertrifft bie aller übrigen Pferdeieuchen. Sie verbreitet sich daher gewöhnlich in ganz kurzer Zeit über große Bestände. Der Ansteckungsstoff ist nicht bekannt; er wird von den kranken Pferden auf die gesunden wahrscheinlich durch die Atmungs­luft übertragen. Das einmalige Uebersteheu der Pferdestanpe schützt viele Pferde gegen eine nochmalige Erkrankung. Die durchgeseuchten Pferde können jedoch den Ansteckungsstoff noch Monate nach ihrer Genesung auf gesunde Pferde über­tragen. Zwischen der Aufnahme des Äusteckungsstoffs und dem Auftreten der ersten sichtbaren Krankheilserscheinungen liegt gewöhnlich ein Zeitraum von vier bis sieben Tagen.

Merkmale an den lebenden Tieren. Die Tiere zeigen plötzlich große Mattigkeit, aufgehobene Fießlnst und sehr hohes Fieber (40 bis 42 Grad und darüber); die Krankheit kann schon im Verlaufe des ersten Tages ihren Höhepunkt erreichen. Gleichzeitig werden die Pferde von schwerer Benommenheit des Kopfes und Schlalsucht befallen, so daß häufig der Verdacht auf Gehirnerkrankung entsteht; außerdem besteht auffallende Muskelschiväche, die sich in Zittern, Schwanken und Taumeln äußert. Kennzeichnende Erscheinungen sind ferner schnell aufiretende und oft ebenso schnell wieder verschwindende Schwellungen der Haut und Unterbaut an den Beinen, an der Unterbrust, am Unterbaus und Schlauche, Schwellung der Augenlid-r, sowie glasige, wulstige Schwellung der Augenbindehäute mit Lichtscheue und Tränenfluß. Sehr häufig besteht ferner Verstopfung, wobei die spärlich abgesetzten harten und kleinen Kotballen mit schleimigen Massen überzogen sind; in anderen Fällen be­obachtet man Durchfall und Kolikerscheinungen. Manchmal stellen sich auch wässeriger oder schleimiger Nasenansstuß, Husten und leichte Schwellung der Kchlgangslymphdrüsen ein. Viele Pferde zeigen außerdem eine auffallend rasche Ab­magerung.

Verlauf. Die Pferdestaupe verläuft in der Regel gutartig. Die überwiegende Mehrzahl der Pferde ist nach einer Woche wieder st.berft ei und nach ein bis zwei Wochen wieder gesund. Nur in einer geringen Anzahl von Fällen, bei ausnahmweise schwerem Seuchenverlaufe, sowie dann, wenn die noch nicht ganz genesenen Pferde zu früh wieder zur Arbeit verwendet werden, treten gefährliche, unter Um­ständen tödliche Nebenerkranknngeu, wie Lungenentzündung, Herzschwäche, Magen-, Darmentzündung und Gehirnentzündung hinzu.

Merkmale an den toten Nieren. Bei der Eröffnung der an Pferdestaupe gestorbenen Tiere findet man außer den Veränderungen der Haut und Unterhaut im Be­reiche der Be>ne durch Entzündung bedingte Schwellungen der Schleimhaut des Magens und Darmes, der Kehlkops- schleimhaut, der Augenbindehaut doh sülziger oder glasiger Beschaffenheit, Schwellung der benachbarten Lympbdrüsen, Vergiößerung der Milz, sowie trübe Schwellung der Leber, der Nieren und des Herzmuskels.

Wenn in einem Pferdebestaude zwei oder mehr Pferde gleichzeitig oder rasch hintereinander unter den beschriebenen Erscheinungen erkranken, ist anzunehmen, daß die Pferdestanpe ausgebrochcn ist. Bei vereinzelten Krankheitsfällen ist das Vorhandensein der Pferdestanpe namentlich dann anzunehmen, wenn ein Pferd sehr hohes Fieber, starke Benommenheit und Mattigkeit sowie Schwellungen der Haut und Augeuschleim­haut zeigt.

Der Pferdestanpe verdächtig sind alle Pferde, die auch nur einige der nachstehenden Krankheitsericheinungen zeigen: sehr hohes Fieber, starke Benommenheit, glasige Schwellung der Augenichleimhaut, Schwellungen der Haut an den Beinen, an der Brust oder am Bauche.

Von dem Ausbruche der Pferdestanpe (Rotlaufseuche) und dem Verdachte dieser Krankheit ist der zuständigen Be­hörde sofort Anzeige zu erstatten. Bis zu behördlichem Ein­schreiten empfiehlt es sich, die kranken und verdächtigen Tiere im Stalle zu belassen und alsbald einen Tierarzt zu Rate zu ziehen.

Hus Banau Stadt und Cand.

Hauau, 24. November.

* Vom Arbeitsmarkt in Kesse» und Kessen- Nasia« im Monat Oktober 1908 schreibt uns der M i t t el d e u tsch e A rb e i t 8 n a ch w e i s v er b a n d zu Franks u r t a. M.: Die Lage des Arbeitsmarkts hat an­scheinend im letzten Monate eine erneute Ermattung er­fahren. Im Baugewerbe ist vielfach schon fast winterliche Ruhe eingekehrt. 'Auch auf dem platten Lande hat die im Frühjahr ziemlich lebhaft auftretende Baulust nach der Ernte auffallenderweise erheblich nachgelassen, so daß die Herbst- saison gegenüber dem Geschäftsgang vom Frühjahr merklich abfällt. Hiermit im engsten Zusammenhang steht, daß auch für Maler, Lackierer, Weißbinder re. der Beschäftigungsgrad besonders niedrig ist. Da man mit Recht das Fallen und Steigen der Erkrankungsziffern in diesem Gewerbe als Maß­stab für die Intensität der Beschäftigung ansehen kann, so muß darauf hingewiesen werden, daß diese z. B. in Frant- surt a. M. in ständigem Steigen begriffen ist. Die Arbeits­marktlage in der Metallindustrie ist unverändert flau; in ben Gießereien, Formereien, Maschinenfabriken, überall herrscht dem Vorjahre gegenüber schlechtere Geschäftslage. Auch im Kleingewerbe klagt man über verminderte Arbeitsgelegen­heit. ' In einzelnen Gewerbezweigen, wie beispielsweise im

Dtcnstafl

Friseurgewerbe, Schuhmachergewerbe, Fleischergewerbe, macht es sich unliebsam bemerkbar, daß infolge der wenig günstigen allgemeinen Geschäftslage selbst die größeren Betriebe ver­hältnismäßig wenig Personal einstellen, so daß es allen älteren und nicht völlig erstklassigen Gehilfen schwer fällt, überhaupt Stellung zu finden. Auch der Geschäftsgang im Buchdruckergewerbe, das im allgemeinen ja weniger von der gegenwärtigen Konjunktur betroffen ist, entspricht nach den uns vorliegenden Meldungen noch nicht der vorgerückten Jahres­zeit, ja steht zum Teil gegen die letzten Jahre zurück. Zu­dem wird mitgeteilt, daß in einer Stadt des Gebietes ein Betrieb, der sich hauptsächlich mit der Herstellung von Zigarrenkisten-Ausstattungen besaßt, infolge mangelnder Auf­träge eine Betriebseinschränkung von zunächst einem Tage wöchentlich hat eintreten lassen, um Arbciterentlassungen zu vermeiden. In der Bekleidungsindustrie dauerte der Mangel an Schneidern an, besonders in Cassel war vorübergehend eine förmliche Not an brauchbaren Arbeitskräften, während allgemein bereits an Schuhmachern Ueberangebot zu ver­zeichnen war. An ungelernten Arbeitern ist im ganzen Be­richterstattungsgebiete mehr als Ueberfluß vorhanden. Im engsten Zusammenhänge mit der großen Zunahme der männlichen Arbeitsuchenden aller Kategorien steht die Tat­sache, daß in diesem Jahre, besonders jetzt zur beginnenden' Winterszeit, wo die saison morte der Bäder und Erholungs­orte beginnt, ein förmliches Ueberangebot an Dienstboten in manchen Städten sich bemerkbar macht, so daß den sonst nie um Stellung in Verlegenheit gesetzten Dienstmädchen jetzt schon mancherorts Verlegenheiten bei Dienstboten­wechsel sich bieten. Der Grund dieser Erscheinung ist zum Teil in den ungünstigen Erwerbsverhältnissen zu suchen, die manche Familien zur Entlassung des Allein- mädchens oder Zweilmädchens zwingt, aber auch manches bisher in Fabriken beschäftigte Mädchen veranlaßt, wieder als Dienstbote Stellung zu suchen. Interessant ist freilich, daß trotz dieser Verhältnisse die Klagen über den Manoel an brauchbaren Dienstleuten in den kleinen Städten und besonders auf dem platten Lande fortdauern, viel­leicht weil die gewerblichen Stellenvermittlungen, in deren Hand ja heute noch der überwiegende Teil dieser Vermitt­lungen liegt, den Zuzug nach den Städten eher begünstigen als erschweren. Bedauerlich ist es, daß die mangelnde Kon­trolle des Verkehrs bei den privaten Stellenvermittlern es ungemein erschwert, das gegenwärtige stellenweise Ueber­angebot einigermaßen festzu stellen. Sache der Presse, beson­ders auch in den kleinen Gemeinden müßte es, in Er­mangelung anderer zur Zeit nicht zu erwirkender Maß­nahmen, sein, auf diese Verhältnisse aufmerksam zu machen und weiteren Zuzügen von dem Lande in die Stadt durch Hinweis auf die öffentlichen Arbeitsnachweise in den kleineren Gemeinden entgegenzuwirken. Zahlenmäßig betrachtet stellt sich die Vermiltlungstätigkeit im Berichtsgebiek wie folgt: Im ganzen wurden an den öffentlichen Arbeitsnachweisen, die dem Verbände angeschlossen sind, mit Einschluß derjenigen der Herbergen zur Heimat bezw. der Naturalverpflegunas- stationen 8976 Personen vermittelt. Davon kamen auf WO offene Stellen z. B. in Cassel 157,0, Darmstadt 19*8, Frankfurt a. M. 174.1, Gießen 219,4, Hanau 172,1 Kreuznach 216,1, Mainz 213,1, Offenbach a. M. 223,4, Wiesbaden 209,0 und Worms 203,2 Arbeitsuchende. Es wurden in fast allen den angeführten größeren Arbeitsnachweisen diesmal bedeutend weniger ver­mittelt wie im Pörmonat, nur Mainz hatte eine kleine, Wiesbaden und Woims eine größere Zunahme zu verzeichnen. Die wichtigeren Zahlen lauten im einzelnen: Cassel 972 (gegen 1087 im Vormonat), Darmstadt 295 (325), Frankfurt a. M. 3490 (3641}, Gießen 76 (120), Hanau 59 (70)). Mainz 613 (608), Wiesbaden 997 (828), Worms 281 (240), Offenbach 198 (182) und Kreuznach 11 (9), Her­born 76 (18), Großkarben 41 (), Weilburg 44 (42), Wetz­lar 42 (32), Witzenhausen 190 (130). Die Zahlen der Mit­glieder der Ortskrankenkassen, die uns berichten, weisen gegenüber dem Vormonat im allgemeinen eine kleine Ab­schwächung auf, wie aus folgenden Zahlen hervorgeht: Darmstadt 13 391 (13 555 im Vormonat), Friedberg i. H. 1705 (1508), Gießen 5757 (5907), Hanau 7384 (7165), Kreuznach 4364 (4504), Marburg 3838 (3774), Offenbach a. M. 19817 (19 971), Wetzlar 1154 (1165) Wiesbaden 14 410 (14 263), Worms 7384 (7376), Cassel 35 795 (35 836), Fulda 3538 (3554), Homberg (Bezirk Cassel) 367 (372), Frankfurt a. M. 97 114 (96 657).

* Vortrag im cvang. Vereinshaus. Der für Mittwoch den 25. November angekündigte 2. Abonuements- uortrag im evangel. Vereinshaus über Zweck und Ziel des Lebens" muß wegen Erkrankung. deS Vortragenden auf Mittwoch den 2. Dezember verschoben werden.

* Königliche Heichenakademie. Die im^ Wett­bewerb um die Preise der Chr. Weishaupt 'scheu Stiftung 1907 und 1908 sowie der W. B e h r e n s 'scheu und H. Z w e r n c m a u n 'scheu Stiftungen 1908 Angegangenen Ent­würfe (im Ganzen 61) sind von Donnerstag den 26. bis einschließlich Montag den 30. November in der Aula aus­gestellt und täglich (auch Sonntags) von 1012 und 24 Uhr zu besichtigen.

* Hanauer Geschichtsvcrein. In der gestrigen Monatsversammlnug hielt Herr Pfarrer H e n ß - Windecken, einen interessanten Vortrag über die Fürstengrust in der Hanauer Marienkirche und verbreitete sich namentlich ein­gehend über eine im August des Jahres 1812 vorgekommene, von großer Gefühlsroheit zeugende Tat, die in dunkler Nacht vorgeuommenc Beraubung und Zerstörung von Zinnsärgen der Fürsteugrufl. Wir werden den Vortrag morgen aus­führlich wiedergeben.

* Dtadttstcatrr. Das prächtige Lustspiel Gustav Freytag's:Die Journalisten" wird morgen Mitt­woch z u m B e st e n der d u r ch das Gruben- U u« glück auf der ZecheRadbod" Geschädigten noch­mals in Szene gehen und dürfte in Anbetracht des wohl- täligeu Zweckes sicher seine Zugkraft ausnbcn. Am Don­nerstag "gellt die erfolgreiche Dctekliv-Koiuödie:Sherlock Holme s", welche bei der Neueinstudierung starken Beffall fand, nochmals bei kleinen Prellen in Szene. Am Freitag gelangt das bekannte und beliebte Lustspiel:Der Herr S e u a t o r", mit Herrn Dir. Adalbert S t e f f t e r in der Rolle desMittelbach", nochmals zur Aufführung. Der größte Operettenschlager der letzten Jahre, die ent­zückende Operette Franz Lehar's:D i e lustige W i t w e"

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wird am kommenden Sonntag zum ersten Male mit voll­ständig neuer Ausstattung gegeben. Ueberall beherrschte die an reizenden Melodien und prächtigen Humor reiche Operette den Spielplan und wird man auch hier der Erstaufführung mit Spannung entnegensehen.

* Vaterländischer Frauenverein. Am 19. No­vember sand die diesjährige Generalversammlung des hiesigen Zweigvereins des Frauenvereins statt. Nachdem die Vor­sitzende, Frau Heraeus, ihren Jahresbericht erstattet hatte, berichtete der Kassierer, Herr Böhm über den Stand der Finanzen. Die Gesamtausgaben betrugen 5895 Mk. Das Jahr schließt infolge der erhöhten Ausgaben, die in den letzten 10 Jahren um über 1000 Mk. gestiegen sind, mit einem Defizit von 36 Mk. ab. Es wurden 235 Kranke verpflegt, die 8300 Eier, 6303 Liter Milch, 330 Pfund. Fleisch, 73 Flaschen Wein und 180 Portionen Kranken­suppe erhielten. Außerdem konnte über 664 Eßtage verfügt werden. Die Sektionen für Wöchnerinnen unterstützte 151 Frauen, von denen 105 Kinderwäschc erhielten. Der Tages­kursus der Flickschule wurde von 104 Schülerinnen, der Abendkursus von 40 schulentlassenen Mädchen besucht. Darauf hielt die Vorsitzende folgende Anrede:Wie ich Ihnen bereits mitteilte, trete ich von dem Amt der Vor­sitzenden zurück. Ich danke Ihnen für das mir so lange Jahre geschenkte Vertrauen und für die aufopfernde Hülfe. . Dabei möchte ich der beiden Damen Frau Knoop und Fräulein O s i u s gedenken, welche seit dem Bestehen des Vereins stets in unermüdlicher Arbeit ihr oft schweres Amt in gleicher Liebe ausgeübt haben. Ebenso gilt mein Dank Herrn Böhm, der seit jener Zeit Vorstandsmitglied und Kassierer ist. Das Interesse für den Verein werde ich stets behalten und seine Bestrebungen nach Kräften unterstützen." Im Namen des Vorstandes erwiderte hierauf der Schrift­führer Hauptmann a. D. von Buttlar:Es scheint, daß wir uns mit der Tatsache abfinden müssen, daß unsere verehrte Vorsitzende ihr Amt niederlegt. Alle Versuche, sie von ihrem Vorhaben abzubringen, sind leider erfolglos ge­blieben und ich kann wohl Ihrer Zustimmung gewiß sein, wenn ich im Namen des Vorstandes ausspreche, wie tief wir alle bedauern, in Zukunft unsere verehrte Vorsitzende entbehren zu sollen. Wir wissen alle, mit welcher Pflichttreue, mit welchem Takt, mit wie viel Ver­ständnis und Güte sie ihres Amtes 30 Jahre lang gewaltet hat. Unter ihrer Führung ist der Frauen verein zum Segen immer weiterer Kreise geworden und es liegt uns allen am Herzen, Ihnen, verehrte Frau Heraeus, unseren tiefgefühltesten, aufrichtigsten Dank zu sagen. Wenn wir auch annehmen dürfen, daß Sie dem Verein Ihr warmes Interesse bewahren werden, so können wir uns hoch nicht mit dem Gedanken befreunden, daß Sie vollständig c 'S dem Vorstande ausscheiden. Wir bitten Sie deshalb, es als Zeichen unserer aufrichtigsten Anerkennung und Dankbarkeit anzusehen, wenn wir Sie zur Ehrenvorsitzenden unseres Vereins ernennen."

* Versammlung. Vorgestern hielt der hiesige katho­lische Volksverein in der ,-,Centralhalle" eine zahlreich be­suchte Versammlung ab. Nach Eröffnung der Versammlung teilte der Vorsitzende des Vereins, Generalagent Heil, mit, daß die Zahl der Mitglieder jetzt auf 374 augewachscn sei. Nach dem Hoch auf Papst und Kaiser sprach Rektor H a s e n e i e r - Bad-Orb über die Verdienste der Kirche um die Schule, besonders in der frühesten Zeit und im Mittel- alter. Kaplan I l l c - Kleinkrotzenburg hielt einen Vortrag über die Fürsorge für die schulentlassene Jugend. Unter den Mitteln, wodurch die Jugend gegen die Gefahren geschützt werden könne, nannte er an erster Stelle ein echt christliches Familienleben und die Sammlung der jungen Leute in christ­lichen Jugendvereinen, in denen die Pflege und Betätigung religiöser Grundsätze im Vordergründe stehen müssen. Der Vorsitzende des Hanauer Jünglingsverein, Herr Kaplan L a r b i g , ermunterte im Anschlusse an die Ausführungen deS Vorredners die Eltern, ihre Söhne dem Jünglingsverein zuzuführen. Er habe hier auch eine Filiale der Düsseldorfer Kolportage eingerichtet, die gute Bücher und Zeitschriften liefere und er hoffe, daß man von derselben recht regen Ge­brauch machen werde. Das Schlußwort hielt Herr Stadt­pfarrer Dechant Braun, der darauf hinwies, wie der Volksverein in der letzten Zeit sich kräftig entwickele, was hauptsächlich der Rührigkeit seines Vorsitzenden, Herrn General- Agenten Heil, und der Wirksamkeit der seit etwa Jahresfrist tätigen Vertrauensmänner zuzuschreibe» sei. Den Rednern deS Tages sagte er gebührenden Dank.

* Silberne Hochzeit feiern morgen Mittwoch Herr Maschinenschlosser Michael Blattner und dessen Ehefrau Marie geb. Schmidt, Kirchstraße 12.

Ilijähriges Stistungsfefl. Der Radfahrerklub Adler"-Kesselstadt, der in dielen Tagen auf ein lOjähriges Bestehen zurückblicken kann, feiert am nächsten Samstag in den Sälen des Gasthauseszur Mainlust"-Kesselstadt dieser Tag seiner Gründung in Gestalt einer Abendunterhaltung mit darauffolgendem Ball. Das Komitee hat für den Abend ein gediegenes, abwechslungsreiches Programm zusammen­gestellt, sodaß jedem Besucher bei den Radlern ein amüsanter Abend bevorsteht.

* Französischer Klub. Die für heute angesetzte letzte Sitzung vor Weihnachten muß ausfallen. Die nächste Sitzung findet Freitag den 8. Januar 1909 zu gewohnter Stunde statt.

* b^inflelieferi. Gestern abend wurde der Ulan Roth deS hiesigen Ulanen-Regiments, der zum zwciteumale unter Mitnahme deS Dienstpfcrdes desertiert war, hier ein- geliefert. Man hatte ihn, nachdem er dem elterlichen Hause einen Besuch abgestattet, bei Wetzlar sestgenommen. Auch das Pferd wurde gestern hierher zurückgebracht.

_ * Hanau »3 Viktoria 94. Auf dem Sportplatz Schöne Aussicht" standen sich am vergangenen Sonntag die zweiten und dritten Mannschaften der obengenannten Klubs ini GaumeisterschaftSspiel gegenüber und konnten beide Alannschasten von Hanau 93 mit 6 : 1 bezw. 1 : 0 als