Lette LS
Samstag
21 November
geringem Umfange gefunden worden sind, angenommen werden, daß e? sich um eine Schlagweitern-plosion bandelt, bei der Kohlenstaub eine nur sehr imbcbeutenbe Rolle ge= spielt hat. Die Ar -debnunq der Ervlosion über das game Grubenoebändc, dos 950 m lan-', etwa 700 m breit und in den 5.nächten 850 m bock ist. zwingt zu dem Schluß, daß es sich um eine migerorbeiulid) gro^e Menge von Grubengas achaudelt haben muß. Die bloße Ansammlung in einer Äuskesselttug der Firste oder vor Ort eines Betriebes konnte unmöglich solche Wirkung haben. Die meiste Wabrscheinlich- feit bat deshalb die Annahme für sich, bau unter starkem Druck im Gebirge eingescklosseneS Gas plötzlich hervorgetreten ist. Der Eintritt der Explosion um 41/* Ubr morgens geschah zu einer Zeit, wo Sprengschusse iveggetan w werden pflegen. Man wird hiernach vermuten dürfen, daß die Einleitung der Explosion durch einen Sprengschuß erfolgte. -
Luftsport.
Ein treuer Erkssg Wilbur Wristtzts. Vorgestern nachmittag gewann Wilbur Wright auf dem Lagerfeld von AuvourS den 85-Meter-Höhenpreis des Aeroklubs von 2500 Fr. Der Amerikaner stieg ohne Benutzung seiner Abflugvorrichtung auf. Der Aeroplan berührte an zwei vorher bestimmten Punkten im Fluge den Boden und über- stog dann in einer Höhe von 40 Meter die Fesselballons. Wright flog hierauf mit dem amerikanischen Aeronauten Lahm sen. und sodann mit dem Hauptmann Girardville als Paflagier. Bei dem letzterem Fluge riß nach 19 Minuten die Antriebskette einer der beiden Schrauben. Wright stellte den Motor ab und ließ den Apparat zur Erde gleiten. — Der HöhenpreèS, der jüngst bereits von Farman gewonnen, wurde aber diesem wieder entzogen, weil die Nachmessung des überflogenen Hindernisses eine Höhe von kaum 24 Meter ergeben hatte.
Kunst und Leben.
Expedition.
London, 19. Novbr. „Daily Mail" melbet aus Nigeria, daß zu Anfang nächsten Monats eine große Expedition abgeben werde, um unbekannte Distrikte des Nigerfluffes zu erforschen. Diele Gegenden werden von kriegerischen Negrrstänimen bewohnt, mit denen schwere Kämpfe bevorstehkn dürften. Die Ursache dieser Expedition liegt in heftigen Angriffen, welche diese Neger auf britische Stationen kürzlich ausgeführt haben.
Mit einem Gemälde der Schlacht bei Sedan, einem Geschenk des Kaisers für das Gardejäger-Bataillon, ist der Historienmaler Professor Knötel eben beschäftigt. Am Donnerstag hatte der Künstler dem Monarchen vier Skizzen Su diesem Werke vorgelegt. ES ist ein Moment kurz vor I« Entscheidung der Schlacht vor dem Bois de la Garenne gewählt. Dort, bei einem einzelstehenden Hause, ergaben sich Sie Trümmer zweier französischer Brigaden drei Zügen der 1. Kompanie der Gardejäger. Von den vier Skizzen in Tempera wählte der Kaiser diejenige, welche den Augenblick der Gefangennahme schildert. Diese Skizze soll mit einer zweiten kombiniert werden, welche den 'Moment darstellt, in dem französische Offiziere, aus die Leichenhaufen Gefallener springend, ihre Leute zu erneutem Angriff anfeuern. Vor der Ausführung im großen Format wird Professor Knötel noch diese neue Skizze vorlegen.
II. II ——■■■ ------- —
Hus aller Sielt
Blutige Schlägerei. In Speyer spielte sich eine blutige Schlägerei ab. Der Makler Monat geriet mit dem Wirt Wühl wegen Handelsgeschäften in Auseinandersetzungen, die schließlich in eine Schlägerei ausarteten. In deren Verlauf griff Monat zum Mester und brachte seinem Gegner Wühl je einen Stich in die Schläfe und in die Lunge bei. Die Verletzungen sind lebensgefährlich.
Tas traurige Ende eines Liebesromans spielte sich vorgestern vor der Strafkammer in M a g d e b u r g ab. Der Handlungsgehilfe Kurt Czylinski war im August mit der Kontoristin Elisabeth Müller aus Berlin nach Magdeburg gekommen. Am 31. wurden beide in einem Hotel schwer verletzt aufgefunben. Da? Mädchen starb, während Czy- linèki geheilt wurde. Er behauptete vor Gericht, er habe überhaupt nicht aus die Unglückliche geschossen, doch wurde als erwiesen angenommen, daß er das Mädchen auf dessen ausdrückliches und ernstes Verlangen getötet habe. Das Urteil lautete auf fünf Jahre Gefängnis.
Den Verbrennungstod auf einem Scheiterhaufen wählte sich die 48jährige SchneidmühlenbesitzerSsrau mge m Kalkberge-RLdersdoZ bei Berlin. Am Mittwoch trug die
geistesgestörte Frau auS allen Zimmern Kleidungsstücke, namentlich die AnsstattunaKstiicke zweier kurz vor der Hochzeit stehender Töchter, im Schlafzimmer zusammen. zerschnitt dann die Beiten, türmte alles zu einem Scheiterhanstn auf i und goß zum Schluß fünf Liter Petroleum über das Ganze. : Dann bestieg die Unglückliche den Scheiterhaufen und zündete ; ihn an. Im Nu züngelten die Flammen empor und er= I griffen gierig die Kleider der Frau. Dichter Qualm drang aus den Zimmern durch das ganze Haus und alarmierte die Bewohner, die in das Schlafzimmer stürzten und dort die Frau auf dem brennenden Scheiterhaufen fanden. Es gelang, die Unglückliche aus den Flammen herauszuholen. Die Unglückliche, deren Körper über und über mit Brandwunden bedeckt war, verstarb gestern mittag.
Mit ihren drei Kindern in den Tod! In Großwonnenteich bei Elmshorn ertränkte sich die 33jährige Frau des Hofbesitzers Tetjens mit ihren drei Söhnen im Älter von zwei bis sechs Jahren.
Verhaftung von Mädchcnhändlern in Metz. Die Metzer Kriminalpolizei hat ein berüchtigtes Mädchenhändlernest in der Felsenstraße ansgehoben. Eine Frau namens Marie Hahnen, deren Bruder und ein Helfer Sebastian wurden verhaftet. Die beschlagnahmte umfangreiche Korrespondenz bekundet, daß das Hauptgeschäft mit südamerikanischen Städten gemacht wurde. ÄlS die Kriminalpolizei erschien, war man gerade mit dem Engagement zweier Mädchen für Südamerika beschäftigt. Ein drittes, von Luxemburg kommendes ahnungsloses Mädchen wurde am Bahnhof von der Polizei aufgeklärt.
Mord. In Stadel wurde der 32 Jahre alte Dienstknecht Josef Geißl tot vor dem Hause seines Dienstherrn aufgehmben. Das Gesicht lag in einer großen Blutlache, der Kopf wies eine handbreite klaffende Wunde auf.
Grotzes Aussehen erregt in Hamburg der Selbstmord de? bekannten Landrichters Dr. Salomon, welcher sich vorgestern erschossen hat.
Berlosnngen.
Anleihe der Stadt Lüttich vom Jahre 1905, Ziebung vom 14. November 1908. Auszahlung ab 1. Juni 1909. Gezogene Serien: 4586 5812 14121 15204 15956 16438 19026. Hauptpreise: Serie 15204 Nr. 8 zu 10 000 Frcs. Serie 15204 Nr. 24 zu 500 Fr. Serie 4586 Nr. 7 zu 250 Fr. Serie 5812 Nr. 17, Serie 14121 Nr. 13 je 200 Frcs. Serie 5812 Nr. 1, Serie 15956 Nr. 22 je 150 Fr. Serie 4586 Nr. 12 19 21 25, Serie 5812 Nr. 20, Serie 14121 Nr. 2 4 6 12 21, Serie 15204 Nr. 5 22, Serie 15956 Nr. 7 18 24, Serie 16438 Nr. 8 14, Serie 19026 Nr. 22 je 125 Frcs. Alle übrigen in obigen Serien enthaltenen Nummern sind mit je 110 Francs gezogen. (Ohne Gew.)
Auszüge aus dem Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Cassel.
Udenhain. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung von Udenhain belegenen, im Grundbuche von Udenhain zur Zeit der Eintragung des Ver- steigerungsvermerkes auf den Namen des Heinrich Eckert 6r (Christophs Sohn) zu Udenhain eingetragenen Grundstücke am 28. Januar 1909, nachmittags 2 Uhr, durch das Königliche Amtsgericht zu Wächtersbach — in der Feit 'scheu Wirtschaft in Udenhain — versteigert werdon.
Sckiffsuachtichtetk.
Dlitgeteill vom Vertreter des Norddeutschen Lloyd in Bremen, M. Schuster, Fahrstraße Nr. 1.
Der Dampfer „Kronprinzessin Cecilie" ist am 17.
November wohlbehalten in New-Fork angekommcn.
Schiffsberichte.
(MUgeteiU von Vgent O. Treu, ch-Hanau.)
Sambitvft, 18. Novbr. Der Dampfer „Schaumburg" Jton der Hamburg - Amerika - Linie ist gestern in St. Thomas und der Dampfer „Georgia" vorgestern in Havana eingetroffen.
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(Band 4)
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enthaltend die Adressen sämtlicher Kaufleute, Fobrckanten,
Grossherzogtum Hessen Fürstentum Waldeck
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Der heutigen Gesamtauflage unseres Blattes liegt ein illustrierter Projekt ber altrenommierten Koffer- und Peber- warcnfcibnk von MorSiz Mädler. L.-Linvenau, Per kaufsgeschüft Frankfurt a. M., Kaiserstr. 29, bei, auf den wir unsere Leser ganz besonders ainmerksam machen, da die Firma Moritz Mädler als erste und älteste der Branche infolge ihrer leichten, eleganten und haltbaren, meist patentierten Fabrikate, ihrer kulanten und reellen Bedienuna, hohes Ansehen und berechtigtes Vertrauen im In- und Auslande genießt. Wer Interesse hat für die neuesten Schöpfungen der modernen und praktischen Lederwaren und Reiseartikel- sabrikation, der versäume nicht, das genannte Verkaufs- etabliffement der Firma Mädler aufziisuchen; er wird von der Reichhaltigkeit und sorgfältigen Ausstattung des Gebotenen, der der gesamten Warenlager sowie der enormen Vielseitigkeit entzückt sein. Wem es indessen nicht möglich ist, persönlich hinzngehen, der lasse sich vom Versandtgeschäft der Firma L.-Lindenau einen Katalog Nr. 40 kommen. Dieser enthält eine Uebersicht über die hauptsächlichsten Fabrikate des Mädlerschen Betriebes in vorzüglicher und ansprechender Darstellung. Für die im In- und Auslande bekannten unverwüstlichen Mädlerschen Patentreisekosfer für Damen und Herren bedarf es wohl keines besonderen Hinweises, wohl aber sei an dieser Stelle auf die reiche Aus- w«hl, die erwähnter Katalog an Reiseausrüstungs-Gegen- stnnden und prima Lederwaren jedweder Art ausweist, speziell aufmerksam gemacht. Weitere Verkaufsgeschäfte unterhält die Firma in Leipzig, PetcrZstraße 8, Berlin, Leipzigerstraße 101/102, Hamburg, Neuerwall 84.
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