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â»tâMn»ck und Bering der Buchdruckers bei verein, a, Waljenh auseS in Harum.

Gencral-Anzciger

Amtliches Organ für Statt- und Faudkreis Kana«.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Freitag den 20, November

Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1908

Die ieMeNmmtt MM * ß.WnhâBlttt

16 Seiten.

Amtliches.

Stadtkreis F)anau.

Bekanntmachnnft.

Die aus Anlaß der Gebäudesteuer-Revision aufgenom- menen Gebäude - Besckreibungen vom Stadtbezirke Hanau einschließlich Kesselstadt liegen nach Vorschrift des § 42 der Anweisung vom 20. Dezember 1906 vom 23. d. Mts. ab 14 Tapr sanst im Bureau der städtischen St-ueiverwaltung, Markt 14, 1 Treppe. Zimmer Nr. 23, zur Einsicht der Gebäudeeigentümer aus.

Hanau den 16. November 1908.

Der Oberbürgermeister.

Dr. Gebeschus. 24411

Gerichtsbauten Hanau.

Die Lieferung und Verlegung der schmiedeeisernen Träger soll in öffentlicher Ausschreibung vergeben werden.

Unterlagen werden, soweit der Vorrat reicht, gegen post- und bestellgeldfreie -Einsendung von 1 Mk. zugeschickt.

Angebote sind bis zum Eröffnungstermin am

12. Dezember 1908, vormittags 11 Uhr, versiegelt und mit kennzeichnender Aufschrift versehen ein­zureichen'.

Die Zu'chlagsfrist beträgt 4 Wochen.

Hanau, Nußallee 13a, den 19. November 1908.

Der Königliche Landbauinspektor. 24443

Gefundene nnd verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 weißer mit grünlich bl anen Bändern durchzogener Damengürtel. 1 Kneifer. 1 herzförmiger Anhänger. 1 Arbeiter-Wochenfahrkarie WindeckenHanan.

Verloren: 1 schwarzer Damenpelz (in Klein-Steinheim). 1 Seidengnmmigürtel mit oxydierter Schnalle (auf dem Wege Metzgerstraße Marienkirche). 1 Kindergummischuh.

Hanau den 20. November 1908.

Politische Rundschau«

Im Auftrage des Kaisers legte der Staatssekretär des Reichsamts des Innern von Bethmann-Hollweg einen Kranz am Sarge des früheren Justizministers v. Schelling nieder und wohme der Trauerfeier bei.

Feuilleton

Ws AbmcmnwnMt M NMiwnmS.

= Hanau, 20. November.

Der hiesige Oratorienverein veranstaltete am Abend des vorgestrigen Buß- und Bettages sein erstes Abonnemente konzert. ' Dieser Konzertabend hatte für den Oratonenverem eine besondere Bedeutung, galt es doch, die Ennncrung an das 60jahrige Bestehen des Vereins zum Ausdruck zu bringen. Diesem schönen Gedanken entsprechend hatte der Dirigent des Vereins, Herr Dr. F r a n k L. L i m b e r t, sich und fernem Chore eine ganz besondere Aufgabe gestellt und Mozarts neu entdeckte, große e-moll - Messe zur Aufführung gebrach. Ueber die Möglichkeit einer vollwertigen Aufführung fragt Werkes mit den gegebenen Faktoren am hiesigen Platze mögen berechtigte Zweifel entstanden gewesen sein unter der Wirkung einer sachlichen und gerechten Würdigung der vorhandenen Verhältnisse und Umstände. Umso großer und a n g e - nehmer war die Ueberraschung, welche das vorgestrige Konzert allen denen gebracht hat, die an einer soliden mutt- kalischen Leistung ihre Freude haben können - umso hoher ist aber auch die Anerkennung zu bemessen, welche allen Mstwirkenden-ausgesprochen werden muß: Auf diese ganz besondere Anerkennung hat selbstverständlich m a^ieUtei Linie den wohlverdienten größten Anspruch der -etter des Konzertes, Herr D r. L i m b - r t; denn nach Maßga e seiner führenden Stellung und alles dessen, waS an mu - kalischem Können und musikalischer Fertigkeit für die el le notwendige VorauSietzung ist, muß man ihm den Löwen­anteil an dem Erfolg des vorgestrigen Konzertes u'^ebeu. Welch eine Summe von Arbeits last und Arbeit« n s , welches unerschöpfliche Maß von Beru'ssreudig ett muß h' r eingesetzt worden sein, um den Gewinn cme^ Jobben Jesu - tatcs zu erziele», wie es erzielt worden ist. -eicht kann ater

v. Tschudi bleibt. Die Nachricht, daß der Direktor der National-Galerie. Geh. Regierungsrat Dr. v. Tschudi. aus seiner Stellung "scheide, ist satsch. Geheimrat v. Tschudi wird, wie halbamtlich gemeldet wird, nach Ablauf seines Ur­laubs auf seinen Posten zurückkehren. Hiermit entfallen auch alle Nachrickten über die Person seines Nachfolgers.

Der Seniorenkonvent des Reichstages trat gestern vor Beginn des Plenums zu einer Besprechung zu­sammen. Das Ergebnis der Beratungen ging dahin, auf die heutige Tagesordnung die Interpellation betr. das Gruben­unglück in Hamm zu setzen. Die Beantwortung der Inter­pellation wird heute nicht erfolgen, weil gleichzeitig das preußische Abgeordnetenhaus sich mit derselben Frage beschäf­tigt. Die Antwort im Reichstage wird voraussichtlich Mon­tag erfolgen. Weiter wurde beschlossen, nach der ersten Lesung der Finanzreform einen oder einige Schwerinstage einzuschieben. Es sollen dann die vorliegenden Anträge auf Verstärkung der Ministerverantwortlichkeit besprochen werden Man will dem Reichstag auch Gelegenheit geben, sich zur Erklärung des Kasters zu äußern.

Die Lage in Marokko. Aus London, 19. Novbr., wird gemeldet: Sir Edward Grey sagte heute abend in einer Rede, die er in Scarborough über die auswärtigen An­gelegenheiten hielt, daß die Streitfragen Deutschlands und Frankreichs in Marokko in einer der Würde der beiden Länder entsprechenden Weise beigelegt worden seien und daß die Uebereinkommen das Gefühl des Vertrauens und der Achtung zwischen den beiden Staaten erhöht habe.

Zur deutschen Kanzler-Krisis.

Köln, 19. Novbr. In einemDie Waffen nieder" betitelten Artikel erörtert dieKöln. Ztg." die Mitteilung desReichsanzeigers" vom 17. November, die ein An­erkenntnis aus kaiserlichem Munde sei. Weiterhin die Ver­antwortlichkeit des Reichskanzlers besprechend, gibt das Blatt zu, daß der Artikel 17 der Reichsverfassung unklar sei; aber die seit 38 Jahren bestehende Unklarheit gebe den Beweis dafür, daß in Deutschland nur bei einem Vertrauens­verhältnis zwischen Kaiser und Volk, nur in genauer Ueber­einstimmung beider, regiert werden könnne. Deshalb be­deutet auch, so schließt der Artikel, jeher nicht vom Kaiser und den verbündeten Regierungen ausgehende Versuch, diese Uebereinstimmung unter den jetzigen Umständen zu beseitigen, nichts anderes, als die kaiserliche Vertrauenskundgebung vom 17. November mit einer Mißtrauenskundgebung zu beant­worten. Das liegt auf der Hand, und dieser Eindruck wird durch keinerlei Versicherung gegenteiliger Absicht aus der Welt zu schaffen sein. Man darf daher erwarten, daß die Blockmehrheit diesem Versuch des Zentrums und der Sozial­demokratie, den Kaiser zu demütigen, einmütig sich wider­setzen wird. Das Volk, dessen darf die Opposition ver-

noch im letzten Augenblick hier das Spiel verloren und alle vorausgegaugene Mühe umsonst und vergeblich gewesen sein, wenn ein noch so gut und gewissenhaft vorbereiteter Ton­körper sich dann, wenn es gilt, nicht in jedem Augenblick auf seinen Dirigenten verlassen kann. Indem wir diesen Gedanken aussprechen, kommen wir auf das Verdienst zu reden, welches Herr Dr. Limbert nach den voraufgegangeuen Einstudicrungsarbeiten sich vorgestern um die Auf­führung der o-moII-Messe erworben hak. Dem auf­merksamen Beobachter konnte cs nicht entgehen, daß Herr Dr. Limbert das Werk bis in die kleinsten Details hinein beherrschte- daß er mit gleichbleibender Kaltblütigkeit und stets sicherer Hand die gefährlichsten Klippen um - steuerte, kurzum, daß die Ruhe und Bestimmt­heit seiner Direktion zum großen Teile den wohl- gelungenen Erfolg der Aufführung herbeiführte, welche ohne nennenswerte Störung verlief.

Bezüglich der Leistungen des Chores sind wir in der angenehmen Lage, ebenfalls viel Lobenswertes berichten zu sönnen. Säuger und Sängerinnen waren sämtlich eifrig und redlich bemüht, der oft recht schwierigen Stellen, Einsätze und Passagen, an denen die o-moII-Messe reich ist, Herr zu werden. Trotz aller technischer Schwierigkeiten waren auch die mancherlei Schattierungen im Ensemble nicht vernach­lässigt worden oder gar außer Acht gelassen. Als vielsagendes unbtppifdjeS Beispiel hierfür mag nur das in den verschiedenen Abtönungen ganz vortrefflich gelungene: .,J e s u C h r i s t e. cum s a n c t o spiritu erwähnt werden. Auch die Doppelchöre wirkten ihr Bestes. Die Einsätze unb die Durchführung der verschiedenen Stimmen in den schwierigen koulrapuuklstcheu Sätzen geschah mit Aufmerksamkeit und in anerkennenswerter Weise. Im Chor I vir Linken des Dirigenten fiel immer eine sehr weiche Tongebung im ®in> fa^ und in den dominierenden Stellen besonders beim Sopran und beim Tenor wohltuend auf. Damitsoll keineswegs gesagt sein, daß die übrigen Stimmen, welchen in der Komposition

sichert sein, folgt ihr auf diesem Wege nicht. Es will Frieden mit seinem Kaiser und keine Fortsetzung des Kon­fliktes über das hinaus, was cs erzielt hat.

Auf eine Resolution der- Nationalliberalen in Breslan. die dem Reichskanzler Fürsten v. Bülow ihr Vertrauen ausivrachen und die Hoffnung äußerten, daß trotz der letzten Vorkommnisse Fürst v. Bülow auch für die Zukunft der er­probte Führer für die Reichsgeschäfte bleiben werde, ist an Professor Kaufmann folgendes Antworttelegramm eingegangen: Für die Vertrauenskundgebung der nationalliberalen Ver­sammlung am Sonntag bitte ich meinen aufrichtigen Dank entgegenzunehmen. Mit Jbnen hoffe ich zuversichtlich, daß in Preußen und in Deutschland jetzt wie immer ernste Er­lebnisse Herrscher und Volk näher zu einander führen."

Englisches Unterhaus.

London, 19. Novbr. Auf eine Anfrage aus dem Hause bezüglich des Handels von Trinidad mit Venezuela erklärte ein Regierungsvertreler, daß die Handelslage zurzeit unbefriedigend sei. Die Beziehungen zu Venezuela beschäf­tigten bereits seit einiger Zeit die englische Regierung, sowie den englischen Gesandten in Caracas. Der dortige Gesandte habe alles in seinen Kräften Stehende getan und werde dies auch ferner tun, um Wandel zu schaffen ; die Regierung könne aber nicht in Aussicht stellen, daß diese Bemühungen bald von Erfolg gekrönt sein werden.

Premierminister Asquith teilte dem Hause mit, daß das neue Unterrichtsgesetz in einem oder in zwei Tagen einge­bracht werden soll. Wenn die in der Vorlage enthaltenen Vorschläge von der Regierung auch nicht als die denkbar besten angesehen werden, so seien sie doch derart, daß alle Parteien, die für eine Beendigung dieses schon lange schwebenden Streites seien, sie annehmen könnten, ohne ihren Grundsätzen untreu zu werden. Führende Männer aus den Nonkonformisten-Kreisen und der Bischof von Canterbury hätten, allerdings unter dem Vorbehalt, daß sie zur Abgabe einer für die Nonkonformisten bezw. für die englische Kirche bindenden Erklärung nicht ermächtigt seien, die Versicherung gegeben, daß sie die in der Vorlage vorgeschlagene Regelung anerkennen und für ihre Annahme eintreten würden. Auch mit den Angehörigen der römisch-katholischen Kirche hätten Erörterungen über den Gesetzentwurf stattgefuirden.

Der Regierungswechsel in China.

Peking, 19. Novbr. Prinz Tsching, Chef des StaatS- rates, richtete namens des Kaisers an alle befreundeten Mächte ein persönliches Schreiben, in dem er die Sympathie ihrer Staatsoberhäupter erbittet. Es ist dies ein neues Der- fahren für China und es wird als ein bedeutsames Zeichen der Kraft der Regierung angesehen.

Peking, 19. Novbr. Ein Beamter des Weiwupu gab in Erwiderung einer Frage die formelle Versicherung, daß

weniger Gelegenheit zu solchem Hervortreten geboten ist, etwa qualitativ geringer zu bewerten wären. In derselben lobens­werten Weise, wie die einzelnen Stimmen des Chors die polyphonen Stellen brachten, erschienen diejenigen Abschnitte, in denen die Komposition sich mehr auf der Grundlage harmonischer Akkorde bewegt. Hier entfaltete der Gesami- chor vom pianissimo bis zum fortissimo sehr hübsche Klang- effekte, bei denen auf kontrastierende Abstufungen erfolg­reich Bedacht genommen worden war. Sehr schön abgetönt und demgemäß in sinnvoller Wechselwirkung mit dem Sopran­solo erschien der Chor imA g n u s D e i". Dieses und die anderen S o p r a n s o l i wurden von Frau Karoline Kaiser-Düsseldorf gesungen. Das Organ dieser Sängerin hat weniger die leichtflüssige Beweglichkeit eines hohen Koloratursoprans als vielmehr das gesättigte Volumen, welches für Heldenpartien sich zumeist eignet. Immerhin erledigte sich Frau Kaiser in dankenswerter Weise ihrer vor­gestrigen, in der o-inoli-Messc ihr gestellten Aufgabe, die der oben gekennzeichneten Art ihrer Stimme doch wohl ferner zu liegen scheint. Es ist sogar zu ver- wunbern, daß die Solistin ihre Partie zu Ende führte in ungeschmälerter Kraft und Frische, trotz ihres anstrengenden tiefliegenden Tonansatzes. Besonders schöne und einnehmende Leistungen, welche auck dem Stimmcharakter der Frau Kaiser voll und ganz entsprechen, waren das Et incarnatus est de spiritu saneto und das vorher schon erwähnte ^A g n u s De i. Fräulein MetaMehrtens- Düsseldorf sang die M c z z o so pr an> Partien der e-m^Il-Messe. Diese Nummern erheischen einen bedeutenden Stimmumfang. Den hierin gestellten An­forderungen an eine Sängerin wurde Fräulein Mehrtens in jeder Weise gerecht. Mit vornehmer Ruhe burcblief sie singend die bei ihr gut ausgeglichenen Siimmregister, in der Tiefe ebenso wirkungsvoll, wie in der hohen Kopftonlage. Die T e n o r s o I i des Herrn Karl Zetsche- Frankfurt vermochten einen durchaus sehr günstigen Eindruck zu mattem