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Amtliches Grgm für Stoib im) LMKms Imm.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 271

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Fernsprechanschlutz Nr. 605

Donnerstag den 19. November

Fernsprechanschlutz Nr. 605.

1908

Amtlich-s.

Stadtkreis Hanau.

Im Anschluß an die im vorigen Jahre durchgeführte Um­numerierung der Gebäude verschiedener Straßen im Stadt­bezirk Hanau ist eine solche zur Beseitigung zutage getretener Mißstände auch in dem angegliederten Bezirk Kefselftadt vorgenommen worden.

Die Benachrichtigung der Gebäude-Eigentümer wegen Zuteilung der neuen Nummern erfolgt durch den hiesigen Magistrat unmittelbar.

Auf Grund der Polizeiverordnung vom 26. Februar v. Js., betr. die Anbringung von Nummerschildern an den Gebäuden der Stadt Hanau, ersuche ich die.Gebäude-Eigen­tümer, die Nummerschilder in der vorschriftsmäßigen Weise spätestens bis zum 1. Januar 1909 anzubringen, widrigenfalls Zuwiderhandlungen und Versäumnisse bestraft werden.

Hanau den 16. November 1908.

Königliche Polizei-Direktion.

P 12397 - I. A.: von Waldow.

.Am Samstag den 21. November d. I., nach­mittags 2 Uhr, werden in dem Kreishaus, Hainstraße Nr. 10, hier

13 ausrangierte Tuchmäntel,

38 Tuchröcke und

4 Säbelkoppel gegen bare Zahlung versteigert, wozu Kaufliebhaber einge­laden werden.

Hanau den 10. November 1908.

Königliche Polizei-Direktion.

P 12125 v. Beckerath.

Landkreis Ran au.

Bekanntm-ulM bei Königlichen Lanöratsamts.

Mit der Berichterstattung auf meine Verfügung vom 7. Juni 1900, V 5255, betreffend Räumung der Bachläufe und Reinhaltung der Ufer re. ist noch eine Anzahl der Herren Bürgermeister und Guisvorsteher im Rückstände. Ich erinnere daher an die Erledigung der genannten Verfügung mit einer Frist von 8 Tagen.

Hanau den 16. November 1908.

Der Königliche Landrat.

V 7441 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachung.

Die Entwürfe zu den Haushaltsplänen

der Oberrealschule,

der höheren Mädchenschule,

der Mutel- und Volksschulen, der kaufm. Fortbildungsschule, der gewerbl. Fortbildungsschule, der Kleinkinderschule und Krippe, der Begräbniskasse und der Armenverwaltung

für das Rechnungsjahr 1909 liegen vom 17. November 1908 an 8 Tage lang im Stadtsekretarial, Rathaus Zimmer Nr. 11, zur Einsicht der Gemeindeangehörigen offen. Hanau den 16. November 1908.

Der Oberbürgermeister.

Dr. Gebeschus. 24337

Brennholz-Verkauf

Gemeindewald Grotzanheim.

Am Dienstag den 24. November, von nachm. 2 Uhr ab, soll auf dem neuen Exerzierplatz bei Groß­auheim nachstehendes Reiserholz

Blichen 4980 Wellen Reis 3. Kl.,

Kiefern = 3470 Wellen Reis 3. Kl.,

Kiefern 612 rm Reis 3. Kl. öffentlich meistbietend zum Verkauf ausgäten werden.

Der betreffende Förster erteilt über das zum Verkauf kommende Holz auf Ansuchen mündlich nähere Auskunft. Zusammenkunft an der Kaiitiiie auf bei neuen (Her »ier platz­fläche Die Verkaufsbcdiugungen werden vor Beginn der Versteigerung bekannt gemacht.

Wolfgang den 16. November 1908.

Der Forstmeister.

Fenner.

24327

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 Duplikats-Militarpaß des Ulan Robert Willy Hennig, 1 geschriebenes Geographiebuch für Marie Nerviger, 1 großer Mülleimer.

Verloren: 1 Portemonnaie mit 11,55 Mk. und einer Wochenfahrkarte der Kleinbahn LangenselboldHanau, 1 neuer grauer wollener Herren-Handschuh, 1 Trauring (gez. Jean Pierre Metzler 15./8. 1905), verschiedene Legitimations­papiere (wie Militärpaß, Jnvalidenkarte Nr. 13,.Abmelde- und Arbeitsbescheinigungen für Gottlieb Scholtiseck geb. 21./5. 1859 in Jeroltschütz).

Zugelaufen: 1 ehbrauner Rattenpinscher m. Gesch.

Entlaufen: 1 Jagdhund, braun und weiß.

Eingefangen: 1 Rehbock.

Zu g e fl o g en: 1 Lachtaube.

Hanau den 19. November 1908.

Politische Rundschau.

Die Lösung.

Eine Kundgebung des Reichsanzeigers im amtlichen Teile hat folgenden Wortlaut:

Berlin, 17. Novbr. In der heute dem Reichskanzler gewährten Audienz hörte Seine Majestät der Kaiser und König einen mehrstündigen Vortrag des Fürsten v. Bülow. Der Reichskanzler schilderte die im Anschluß an die Ver­öffentlichung des Daily Telegraph im deutschen Volk hervor- getretene Stimmung und ihre Ursachen;' er erläuterte ferner die Haltung, die er in den Verhandlungen des Reichstags über die Interpellationen eingenommen hatte.

Seine Majestät der Kaiser nahm die Darlegungen und Erklärungen des Reichskanzlers mit großem Ernste entgegen und gab seinen Willen dahin kund: Unbeirrt durch die von ihm als ungerecht empfundenen Uebertreibungen der öffent­lichen Kritik erblicke er seine vornehmste kaiserliche Aufgabe darin, die Stetigkeit der Politik des Reichs unter Wahrung der verfassungsmäßigen Verantwortlichkeiten zu sichern.

Demgemäß billigte Seine Majestät der Kaiser die Aus­führungen des Reichskanzlers im Reichstage und versicherte den Fürsten v. Bülow seines fortdauernden Vertrauens.

Berlin, 17. Novbr. DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" meldet in ihrer heutigen Ausgabe:

Der Reichskanzler Fürst Bülow hat alsbald nach seiner Rückkehr aus Potsdam das preußische Staatsministerium zu einer vertraulichen Besprechung zusammenberufen, worin er über das Ergebnis seines Vortrags beim Kaiser Mitteilung macht. Unmittelbar hierauf wird der Reichskanzler den Präsidenten des Reichstages, Grafen zu Stolberg, zu einer längeren Besprechung empfangen. Gleichzeitig macht der Stellvertreter des Reichskanzlers, Staatssekretär v. Bethmann- Hollweg, den stimmführenden Mitgliedern des Bundesrats im Auftrage des Reichskanzlers entsprechende Mitteilung.

Kaiser imb -Kanzler.

Berlin, 17. Novbr. DerKöln. Ztg." wird berichtet: Die Unterredung hat sttaltgefundcn und das Ergebnis ist so ausgefallen, wie es alle Patrioten gehofft haben: Der Kaiser hat die eingehenden und offenen Erklärungen des Reichs­kanzlers mit einem großen Ernst entgegengenommen und aus ihnen diejenigen Folgerungen gezogen, die die Lage erforderte und die allein uns über einen schweren Konflikt hinwegbringen konnten. Der Kaiser hat ausdrücklich die ReichstagSrede des Fürsten Bülow gebilligt, d. h. er hat damit diejenigen Aeußerungen ratifiziert, in der der Kanzler seiner Ueber­zeugung Ausdruck gab,der Kaiser werde sich künftig diejenige Zuiückhalluug auferlegen, die für eine einheitliche Politik, die für die Autorität der Krone unerläßlich ist." DerKaiscr hat fernerden Fürsten Bülow seines fortdauernden Vertrauens versichert. Das Regierungsprogramm, an das der Kaiser sich fortan laut der Erklärung des Reichsanzeigers halten will, geht dahin, daß er seine vornehmste Aufgabe erblickt in der Sicherung der Stetig­keit der Reichspolitik unter Wahrung der verfassungsmäßigen Verantwortlichkeiten. So ist nun heute die Krists, die das Deutsche Reich vierzehn Tage lang erregte, zu einem unseres Erachtens befriedigenden Abschluß gekommen. Wir wissen sehr wohl, daß von manchen Seiten Zusagen, mögen sie auch noch so bestimmt und feierlich sein, nicht für ausreichend er­achtet werden, unb daß man sie durch Garantien in Gestalt von Gesetzesvorlagen oder Verfassungsänderungen verstärken möchte. Grundsätzlich wird man gegen solche Forderungen nichts einivendcu können, den weder Verfassung noch Gesetze sind für die Ewigkeit gemacht und Aenderungen in den Ver- Hältnissen und den Anschauungen werden oft zur Folge haben, daß das, was gestern gut unb nützlich schien, heute nicht mehr- brauchbar und vielleicht schädlich ist. Als eine erste Forderung erscheint eS. daß daS Slaatsrecht eines modernen Landes sich

nicht versteinern darf, sondern stets mit der Denkweise des Volkes und den Erfordernissen des Lebens mit großer Vor­sicht und ohne Ueberstürzung freilich in Uebereinstimmung ge­bracht werde. Durch die Erklärungen, die der Kaiser dem Kanzler abgegeben hat, ist aber unseres Erachtens dem augen­blicklichen Erfordernis genügt und eine schwere Sorge beseitigt. Ob und welche gesetzgeberische Folgen den jetzigen Ereignissen zu geben sind, ist eine Frage, die späterer ruhiger Erwägung vorbehalten bleibt. So wie sie die Sozialdemokraten sich denken, werden die Folgen jedenfalls nicht aussehen. Daß Worte nichts als Worte seien, wollen wir in diesem Falle nicht glauben, denn die Umstände, aus denen diese Worte ent­standen, waren so ernst, daß sie nicht wohl vergessen werden können. Sie werden aber wirken nicht nur in der Rück­erinnerung, sondern auch als eine Mahnung und Warnung für die Zukunft, denn ebensowenig wie das Reich, ebensowenig und noch weniger kann der Kaiser wünschen, daß das sich wiederhole, was in Deutschland in der letzten Zeit geschehen ist. Es waren harte und böse Tage, und doch, nach der ganzen Entwicklung, die diese Angelegenheit genommen hat, möchten wir sie nicht ungeschehen machen, denn wir hoffen, daß aus ihnen eine Gesundung unserer Verhältnisse hervor­gehen wird, daß die deutsche Politik sich in Zukunft auf festerer und stetigerer Grundlage bewegen und daß dann auch das im Auslande erschütterte Ansehen sich wieder heben wirb. Nach dieser letzten Richtung hin können bereits erfreuliche Merkmale festgestellt werden. Ueberblicken wir die Vor­gänge der letzten Wochen, mit all ihren Irrungen und Wirrungen, so werden wir bei ihrer Zusammenfassung und psychologischen Würdigung zu einem für alle beteiligten Fak­toren ehrenvollen Bilde kommen.

Berlin, 18. Novbr. DieVosstscheZtg." schreibt: Der Kaiser habe sein Haupt gebeugt. Er habe bewilligt, was von ihm gewünscht wurde. Er wolle Frieden mit seinem Volke und habe anerkannt, daß die Verhältnisse bisher nicht so waren, wie sie hätten sein sollen. Er übe Selbstüber­windung, indem er gelobe, zu sichern, was im Interesse der Gesamtheit gefordert werde. Wer billig und unbefangen denke, müsse zugeben: Mehr könne ein Herrscher nicht sagen wenn er weiter bie Krone tragen wolle. Er könne nicht reu­mütig um Verzeihung bitten in Formen, die ihn demütigen müßten. WaS aber zu sagen war, ohne daß der Herrscher durch ein kaudinisches Joch ging, sei gesagt worden. Nun aber müßten die verantwortlichen Ratgeber des Kaisers nicht nur moralisch und politisch, sondern auch rechtlich der Volks­vertretung haltbar werden. An Bülow habe sich die politisch« Welt zu halten. Mit seinem Einfluß sei auch die schwer« Bürde seines Amtes gewachsen. DieKreuzztg." schreibt: Alle^ Konservativen werden mit besonderer Genugtuung empfinden, daß die Billigung der Ausführungen des Kanzler­in einer Form erfolgt ist, die dem kaiserlichen Ansehen keinen Abbruch tut. , Nicht nur der Kaiser, sondern weite Kreise deS Volkes hätten die Uebertreibungen schmerzlich empfunden. Je schwerer dem Kaiser der Entschluß geworden sein möge, desto größerer und wärmerer Dank gebühre dem kaiserlichen Herrn für die reichlich erwogene Entschließung. Das konservative Blatt freut sich, daß Fürst Bülow weiter das Vertrauen des Kaisers genieße. Man dürfe der weiteren Entwicklung mit Hoffnung entgegensetzen. Mit Dank gegen Gott müsse man empfinden, daß der innere Friede vor drohenden Gefährdungen bewahrt geblieben sei. Aehnlick schreibt dieDeutsche Tagesztg.": Alle müßten dem Kaiser dankbar sein, daß er diese Lösung ermöglicht hat. Sie sc^ von weittragender Bedeutung und werde dem Kaiser nicht leicht^ gefallen sein. DieBerliner Neuesten Nachrichten", »Post",Natioualztg." undTägliche Rundschau" begrüßen ebenfalls die Losung mit sehr warmen Worten als die Grundlage neuen vertrauensvollen Schaffens.

Wien, 18. Novbr. In Besprechung der gestriger Audienz deS Reichskanzlers Fürsten Bülow bei dem Kaiser fuhrt dasWiener Fremdenblatt" aus: Den heutigen Tag wird das deutsche Volk dem Kaiser nicht vergessen, denn heute haben auch diejenigen den Kaiser kennen gelernt, die ihn verkannt haben. In dem kaiserlichen Willen und seiner feierlichen ^öffentlichen Bekundung wird das deutsche Volk die stärkste Bürgschaft seiner Ruhe finden. UeberaK in Deutsch- iaiib und unter Deutschlands Freunden hat man mit Be­ruhigung vernommen, daß der Reichskanzler, der bisher di« Verantwortung für die Reichspolitik getragen, sie im vollen Besitze des kaiserlichen Vertrauens weiter tragen wird. Daß aber dem Kaiser sowie dem deutschen Volke auch der Kanzler sein Vertrauen gewahrt hat, wird allen zur Befriedigung gereichen, die in dem bewährtesten Ratgeber und Mitarbeiter des Kaisers Wilhelm eine starke Bürgschaft für die friedliche Entwicklung der Dinge erblicken. Jnbesondere wird diese Besriedigung in Oesterreich-Ungarn geteilt werden, wo man