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MM^ihrkich 1,80 Mtz, msnatlich 60 Pf-., sät a* Wtatige to»n«atteit mit bm bitressaüxu P,-auW«G, Bit emMr» Stumm« WM 10 Wz,

BBtetiadbn«!> Verlag ber Buchdruck«! bd wat*. W, tBaijMaufd in Hauau.

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Amtliches Grzi« für Stabt- anb fanbktia Km»

Erscheint täglich mit Ausnahme der Semt« und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 268 F-rttsprechanschlich Nr. 605. SllMstgg bell 14. November F-rnsprechanschluß Nr. 605. 1908

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18 Seiten.

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Slmtliches

Stadtkreis l^ansu.

Bekanntmachung.

Arbeltittchende in der Zeit vom 7. bis 13. November 1908:

1 Bäcker, 1 Etuikmacher, 2 Haukburschen, l KitLscker oder Fahrbirrsche, 1 Polsterer imd Tapezierer, 2 Tagelöhner, 1 Schweizer, 1 Biehfütterer.

Gesucht werden 1 Tagschneider, 2 Klempner, 1 Schuh- wacher

Hanau den 14. November 1908. 24097

Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.

politische Rundschau.

Dem Reichstage ging ein sozialdemokratischer Antrag zu zur Abänderung des Artikels 11, Abs. 2 der Reichsver­fassung dahin, daß zur Erklärung eine Krieges im Namen des Reiches außer der Zustimmung des Bundesrates auch die des Reichstages erforderlich sein soll.

Das Abgeordnetenhaus wird am1 Freitag der nächsten Woche eine Plenarsitzung abhallen mit der Tages­ordnung: Interpellation Brust und Genüssen betreffend das Grubenunglück auf der Zeche Nadbod; erste Beratung des Gesetzentwurfs betreffend die Gebührenordnung der Medizinal­beamten und des Gesetzentwurfs betreffend die Heranziehung der Beamten zur Kommunalsteuer. Außerdem wird am darauf­folgenden Samstag eine Plenarsitzung stattfinden. Weitere Plenarsitzungen werden erst dann abgehalten werden, wenn die jetzt den Kommissionen überwiesenen Gesetze in erster Be­ratung erledigt sind.

Der Wohnungsgeldzuschutz in Preußen. Der Entwurf über die Gewährungvon Wohnungsgeldzuschüssen an unmittel bare Staatsbeamte ist dem preußischen Abgeordnetenhause nunmehr anchzngegangen. Seine Bestimmungen lehnen sich eng an die Reichsvorlage an, der Tarif entspricht dem für Reicks- beamie mit den für Preußen notwenigen Ergänzungen. Es erhalten Beamte der 1. Rangklasse in den Klassen AE 2250, 1800, 1350, 1080, 900 Mark (pensionsfähiger Durch­

Feuilleton

1. ALoimcmeiitskoiizcrt des Wcins'sHcn GcsanBcreiiir.

= Hanait, 14. November.

Seit ihrem Bestehen üben die Konzerte des Weins'schen Gesangvereins eine unverkennbare Wirkung auf ihre Besucher aus. Diese Wirkung äußert sich am deutlichsten im starken Zudrang des musik- und gesangsfreudigen Publikums zu den fraglichen Konzerten. So war auch wieder am vor­gestrigen Abend der Cenlralhallensaal bis auf den letzten Platz gefüllt, und alle, welche mit einer gewissen anspruchs­vollen Erwartung der Abwickelung des Programms ent- gegensahen, kamen voll und ganz auf ihre Rechnung. Vor allem waren es die Chorgesânge, welche in ihrer Zu­sammenstellung sowohl, als auch, und zwar m be,anderem Maße, durch die Art und Weise ihrer Ausführung em ganz besonderes Interesse bei den Hörern zu erweisen vermochten Einqcleitet wurde das Konzert mit der von Hingebung und Innigkeit getragenen Franz SchuberGchen Chorkompojiuon des 23. PsalmGott, meine Z u v e r s > ch t . Die den vokalen Satz dieser Komposition fein ummebenbe Klavierbegleitung, um welche sich Herr G u sta v AI t Vater durch feilt dezentes und empfinbungsreiches Sp,e verdient machte, und die Darstellung des Chor atzes.selb durch die Sänger vereinigten sich zu einem klar und gu abgerundeten Ganzen, das einen durchaus guten und nach- haitigen Eindruck ausüble. Von den beiden anderen Schubertschen Chören vermochte der ChorG r a b und Mond" durch seine Eigenartz und elne wohlgelungene Vortragsweise zu fesseln. In gluck - Gegensatz zu der Epik dieses Chores war der lyrische Aon von Der Entfernten" herausgearbeitet. DieW lde Jagd" von Rudolf Buck vermittelte den Konzertbesuchern

schnittssatz 1476 Mk.), Beamte der 2. und 3. Rangklasse 1800, 1350, 1080, 900, 810 Mk. (1188 Mk.), Beamte der 4. und 5. Rangklasse 1350, 990, 810, 720, 630 Mk. (900 Mk.), Beamte welche zwischen den Beamten der 5. Rangklaffe und der Subalternen der Provinzialbehörden rangieren, Subalternbeamte 2. Klasse bei den Zentralbe­hörden, Suballernbeamte bei den Provinzial- und Lokal­behörden 810, 650, 540, 450, 330 Mk. (556), Unterbeamte 480, 360, 290, 220, 150 Mk. (3ü0 Mk.) Dem Entwurf ist ein Ortsklassenverzeichnis beigefügt. Das Verzeichnis weist der Ortsklasse A alle Orte mit einem durchschnittlichen Ein­heitszimmerpreise von 221 Mk. und darüber B von 161 bis 220 Mk., 0 von 121-160 Mk., D von 81 bis 120 Mk., E von 80 Mk. und darunter. Es handelt sich um 12 718 Orte. Aus Klasse C nach B versetzt wurden 4, aus v nach C 19, aus E nach D 138 Orte. Aus der Begründung geht hervor, daß die eine Aufstellung auf Grund sorgfältiger Er­mittelungen stattgefunden hat, wobei auch zum Teil die Teuerungsverhältniffe berücksichtigt worden sind. Der Mehr­aufwand des Staates beläuft sich durch das Gesetz auf rund 22 549 250 Mk. pro Jahr.

Die Wohnungsgeldzuschüfst für Preußen betragen:

in Ortsklasse A für Tarifklasse bish. fünft. 6. k. b. k. b. k. b. k.

1500 2250 1200 1800 900 1350 540 810 360 480 in Ortsklasse B für Tarifklasse

1200 1800 900 1350 660 990 432 650 270 360 in Ortsklasse C für Tarifklasse

900 1150 720 1080 540 810 360 540 216 290 in Ortsklasse D für Tarifklaffe

720 1080 600 900 480 720 300 450 162 220 in Ortsklasse E für Tarifklnsse

.M0 900 540 810 420 360 216 330 108 150

Biehseitchenkomittisston. Gestern vormittag hielten fast alle Fraktionen des Reichstages Sitzungen ab. Daher wurde die auf heute anberaumte Sitzung der Automobil­kommission abbestellt. Es tagte nur die Viehseuchenkommision. § 44a lautet nach der Vorlage:Für einen verseuchten Ort oder einen bestimmten gefährdeten Bezirk kann der Verkehr von Personen auch in Räumlichkeiten (Ge'öit, Stall, Stand­ort, Hofraum, Weidefläche, Viehausstellung, Marktplatz usw.), in denen sich für die Seuche empfängliche Tiere befinden, beschränkt oder insoweit ausgeschlossen werden, als er nicht zur Wartung und Pflege des Viehes erforderlich ist." Ein Antrag auf Streichung des Wortes' Gehöft wurde abgelehnt, dagegen hinzugefügt:Sowie zur Einbringung der Ernte"; hierauf soll also bei Erlaß des Verkebrsverbots auch Rück-

eine ganz neue Art von Männerchorkomposttion. An Schwierig­keiten und Absonderlichkeiten fehlt es hier nicht. Daß eine verhältnismäßig kleine Anzahl von Sängern diese offenbar für viel größere Chorkörper berechnete Komposition in solcher Weise herausbrachten, wie es vorgestern durch den konzert­gebenden Verein geschah, gereicht den Sängern wie dem Dirigenten zu gleicher Ehre. Der lebhafte Beifall, welcher den Dirigenten, Herrn Adolf Müller noch einmal aufs Podium zurückrief, war der Ausdruck der besonderen Aner­kennung, welche die Anwesenden für die neuartige, interessante Gabe und für die darauf verwandte Mühe mit Fug und Recht empfanden. In ihrer Art ebenso eigenartig und für die Hörer interessant waren die von E. S. Engelsberg und Gustav Wohlgemuth arrangierten VolksliederDaS allerliebste Mäuschen" undDas Plappermäulchen". Beide Arrangements machen auS dem Volköliede eigentlich einen Kunstchor. Inwieweit man mit dieser Maßnahme einverstanden sein kann, mag hier nicht untersucht werden. Jedenfalls hindert uns der Umstand, daß beide Nummern alsVolkslieder" verzeichnet stehn, nicht daran, für ihre Aufnahme ins Programm sowohl, als auch für die vor­trefflich gelungene Ausführung Dank und Anerkennung un­umwunden auszusprcchcn. Dazu kommt noch, daß der heilere, schalkhafte Ton beider Chöre, der allseitiges Veranügen aus­löste, in Gemeinschaft mit dem lebensfrischenSoldaten­lied" das allseitige Interesse wach zu halten vermochte gegenüber der etwas zu ausgedehnten zeitlichen Länge des Programms, welche u. E. durch die zu voll bemessenen, in der Stimmung und Vortragsweise mehr ober weniger gleich- arsigen Soli sich bemerkbar zu machen Gefahr lief. -- Die Vertreter dieser Soli waren Frau Emma B e l l w i d t (Sopran) und Herr Walther Davisson (Violine); beide aus Frankfurt a. M. Frau Bellwidt sang ihre sämtlichen Lieder mit viel Hingebung und mit der ihr auch meist wohlgelungenen Absicht, ihre von Natur aus weniger für das weiche lyrische Moment geeignete Stimme diesem dienstfähig 8U machen. Unter diesem Gesichtspunkt muß ihr eine ganz besondere Anerkennung ausgesprochen werden u. a.

sicht genommen werden. Weiter wurde auf Antrag der Konservativen dem 8 44a folgender Absatz hinzugefügt: Innerhalb eines gefährdeten Bezirks dürfen unbeschadet der nach den allgemeinen Vorschriften zulässigen Beschränkungen des Verkehrs mit Tieren öffentliche Wege vorübergehend gegen den Verkehr auch von Personen gesperrt werden, wenn dadurch die Benutzung von Tieren, die einer Sperre (§ 22) unterliegen, zur Feldarbeit oder der Auftrieb solcher Tiere auf die Weide ermöglicht ober erleichtert wird." Die nächste Sitzung der Kommission ist unbestimmt.

Aus den Kommissionen.

Zum Beginn Der Freitagssitzung der verstärkten Budgetkommission des Abgeordnetenhauses gedachte der Vor­sitzende des folgenschweren Grubenunglücks auf der Grube Radbod und schlug vor, daß die Kommission an das Ober­bergamt in Dortmund ein Beileidstelegramm richte. Der Vorschlag fand allseitige Zustimmung. Sodann wurde die Beratung der Klasse 21b, unter die nicht weniger als 23 Beamtenkategorien fallen, fortgesetzt. Von nationalliberaler Seite wurde bemängelt, daß die Eisenbahnverlehrskontrolleure, die zugleich Vertreter des Vorstandes der Verkehrsinspektion sind, nicht dieselbe Aufbesserung erhalten sollen, wie die Ober­zollrevisoren und die Betriebsingenieure, die ihnen insofern gleich sind, als sie auch die Vorstände vertreten. Hinsichtlich deS Registrators beim Geheimen Staatsarchiv in Berlin regte ein Mitglied der Kommission dasselbe an, was früher bereits ein anderes Kommissionsmitglied bei den Bureau­assistenten an den Staatsarchiven in den Provinzen ange­regt hatte, nämlich daß die Beschäftigung dieses Registrators am Berliner Archiv kaum eine andere sei, so daß er von den Bureauassistenten bei den Staatsarchiven in den Provinzen nicht differenziert werden dürfe. Ein Antrag der National­liberalen, die expedierenden Sekretäre und Kalkulatoren beim Reichs- und Staatsanzeiger den entsprechenden Beamten bei den Reichsämtern gleichzustellen, wurde abgelehnt. Dagegen gelangte einAntrag, der dasGleiche für die Bureaubeamten beim statistischen Landesamt verlangt, zur Annahme. Bei den Gerichtsschreibern und Sekretären an den Oberlandesgerichten und Oberstaatsanwaltschaften hob der Berichterstatter die zahlreichen Wünsche dieser Beamten hervor, die dahin gehen, ihre Stellung gegenüber den Gerichtsschreibern und Sekretären bei den Land- und Amtsgerichten und Staatsanwaltschaften mehr zu heben und insbesondere die bereits angestellten Be­amten in höherem Maße in ihren Besoldungsverhältnissen zu verbessern. Ein Kommissar aus dem Justizministerium er­klärte dazu, daß die Regierungsvorlage den vielfach ausge­sprochenen Wünschen des Abgeordnetenhauses entspreche, die dahin gehen, daß diese Stellen an den Oberlandesgerichten und Oberstaatsanwaltschasien Beförderungsstellen sein sollen. Die Sekretäre, die zurzeit bei den Oberlandesgerichten und

für die von ihr prächtig dargestellte Steigerung des zweiten Teiles vonGretchen am Spinnrade". Die beiden Brahms-Lieder vermochten weniger zu interessieren, während

mit den Hugo Wolfischen GesängenDer Knabe und das Jmmlein",Nimmersatte Liebe" undStorchen- botschaft" die Sängerin einen entschiedenen musikalischen Erfolg errang und auch hinsichtlich der Deklamation ihr Bestes tat. Vielleicht pointierte sie etwas zu stark jedoch Hugo Wolf ist modern. Ob all seine Licdvcr- tonungen ohne Skrupel in den Rahmen eines seriösen Kon­zertes ausgenommen werden können? musikalisch betrachtet: ja, mit Rücksicht auf die Texte: nicht ja, nicht nein; das muß eben von Fall zu Fall entschieden werden.Nimmersatte Liebe" mag, nicht zu rea­listisch in Vortrag gestaltet, überall hingenommen werden können, bei der'S t o r ch e n b o t s ch a f t" ist Vorsicht ge­

boten. Aber die musikalische Illustration ist großartig, und Herr Gustav Altvater versteht Hugo Wolf vor­trefflich zu spielen.

Herr WaltherDavisson brachte das Me ndels-

s o h n sche 6-moIl-Konzert zum Vortrag und zeigte sich als ein Violinspieler von virtuoser Technik und reicher Empfin­dung. Die gewandte Darbiemngsweiie des ersten unb( letzten Satzes mag als Beweisstück dessen angeführ werden, was wir bezüglich seines technischen Könnens sagten^ während ein Hinweis auf den Vortrag des melodiösen, ein schmeichelnden Andante die gefühlvolle Hingebung bts Solisten gebührend würdigen soll. Als zweiten Violinvor- trag brachte Herr Davisson zwei Arien und zwei Menuette alteren Stils. Diese Nummern gelangten schlicht und einfach gestaltet zum Vortrag, etwas einerlei in Tonstimmung unter Verzicht auf eine stärkere Hervorkehrung der charakteristischen Momente in der KomposttionSart. Die Begleitung der Violinsoli hatte Frl. Ida Fe in mann, ebenfalls aus Frankfurt a. M-, übernommen. Die zugend- liche Erscheinung dieser Dame verhalf ihrem Spiel zu im­ponieren, welches aber auch ohne RückflchNia'.nne auf jene Aeußerlichkeit als korrekt und vielversprechend ;;. bezeichnen ist