Erstes Mâ
Hmmuer K Anzeiger
vdâjâhrUch 1,80 Mk., E-atUch SV Pfg., für a«. âig« W»a»«â »it be* bürrffmdrn PrßsujjHi«^
Dir s^z^-- Nummer ktjiet 10
fcNeMbnrf u*b »erleg b«c 88u$btM<f*ei b< »â Waijeuhaufe» in Harum.
Gencral-Anzciger
Anillichks Orzn fit $1aM= nni Mettin fnnnn.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Senn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
fMiu|l|tHfi|
Dit jÜttj-ejpLiteae P^it-^^ *bct Was Mäwm M M^ ta Nr^^imn^ Ne gifte U
««<mi»»rL. «ââur: » «4»<L«, M HW»
Nr. 256 F-rnsprechanschl«tz Nr. 605.
Sie lMeNWMtt Wsaßt Süßer tz.MtthMUsßlsü
18 Seiten.
Amtliches.
Stadtkreis k^anau. Bekanntmachung.
Arbeitsuchende in der Zeit vom 24. bis 30. Oktober 1908:
1 Bauschloffer, 2 Hansburschen, 3 Kisten schreiner, 2 Tagelöhner.
Gesucht werden 2 Dienstmädchen.
Hanau den 31. Oktober 1908. 22991
Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.
Bekanntmachung.
Das Proviantamt kauft Roggen, Haser, Wiesen- Heu und Roggenstroh (Flegelstroh und ungepreßtes Maschinenstroh) diesjähriger Ernte zu den gangbaren Tagespreisen. Es werden selbst die kleinsten Mengen angenommen.
Die Einlieferung der Naturalien kann ohne vorherige Anmeldung unb, mit Ausnahme der Samstag-Nachmittage, an jedem Wochentage von 8—12 Uhr vormittags sowie von 2—4 Uhr nachmittags erfolgen.
Hanau den 29. Oft ober 1908. V 7306
Königliches Proviant-Amt.
GencbtsiaaL
Stressor Dr. Pflüger, der frühere Leiter der falliten Nassauischen Bank in Wiesbaden, war wegen verschiedener Unregelmäßigkeiten von der Strafkammer zu zwei Jahren einem Monat Gefängnis verurteilt worden, das Reichsgericht hatte das Urteil aufgehoben und die Sache an die Strafkammer zurückveriviesen. Auf Wunsch seiner wohlhabenden Frau wurde er Direktor der Sans, kaufte für 100 000 Mk. wertlose Aktien und griff auch das Vermögen seiner Stiefkinder an. In kurzer Zeit hatte er 200 000 Mk. auf diese Weise verloren. Das Gericht'verurteilte ihn wieder zu einem Jahr einer Woche Gefängnis unter Anrechnung von fünf Monaten Untersuchungshaft.
Drei Monate nm zwei Scheite Holz. Ein fast 60 jähriger Armenhäusler hat auf dem Holzplatz in Stadtprozelten nächtlicherweile zwei Scheite Brennholz im Werte von je 10 Psg. gestohlen. Trotz sichtlichen Bestrebens des Staatsanwalts und des Gerichtshofes, die Angelegenheit von der mildesten Seite aufzufassen, kann niemand über § 244 Abs. 2 des Str.-G.-B. hinweg, der für einfachen Diebstahl im zweiten Wiederholungsfälle drei Monate als Mindeflstrafe vorsieht, selbst wenn es'sich, wie im vorliegenden Falle, erst um die zweite Wiederholung nach gleichartiger Verurteilung handelt. Auf jene Mindeststrafe lautete denn auch der Spruch der Strafkammer in Aschaffenburg.
Gefärbter Sens. Vor der Sirafkammen in Koblenz wurde gegen den Senffabrikanten Heidralh von Bendorf verhandelt,' der beschuldigt ist, seinen naturreinen Senf durch Zusatz von Teerfarbe gefärbt zu haben. Nach dem NahrnngS- mittclgesetz sollte hier eine Fälschung vorliegen. Die Sachverständigen waren nicht der Ansicht, daß eine Fälschung vorliege. Nach Ansicht des Angeklagten ist Senf ein Kunstprodukt, das nach dem Geschmack der Abnehmer hell und dunkel hergestclli werden müsse. Die Gutachten von Handelskammern ‘in dieser Hinsicht könne er nicht anerkennen, er lege ihnen nur geringen Wert bei. Das Gericht war nicht der Ansicht, daß eine Fälschung vorliege, und sprach ihn frei.
Bleidrebe. In der Nacht zum 20. Januar haben der Taglöhner Josef Hartmann und ein gewisser Reichel, beide von Koblenz, auf dem Blei- und Silberwcrk bei Braubach große Mengen Blei gestohlen, die sic nach Oberlahnstcin schleppten, um von hier mit dem ersten Zug nach Koblenz zu fahren. Auf der Station wurden sie eines Gendarmen ansichtig, vor dem sic flüchteten, als er an sie herankam. Reichel lief direkt in den Rhein und ertrank. Hartmann stand jetzt vor der Strafkammer in Wiesbaden als rückfälliger Dieb und wurde zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt.
Rus Hanan Stadt und Hand.
Hana«, 31. Oktober.
* Verliehen. Dem Hauptmann a. D. Gi ova n uin i wurde bei seinem Ausscheiden der Rote Adler-Orden 4, Klasse verliehen.
Samstag den 31. Oktober
* Versetzt. Zahlmeister Grill vom Jnf.-Regt. Nr. 166 wurde zum 3. Bataillon Jnf.-Regts. Nr. 87 in Mainz und Zahlmeister B u h r o w von der Schutztruppe für Süd- westasrika zum 2. Bataillon Jnf.-Regts. Nr. 166 versetzt.
88 Vollversammlung der Handwerkskammer. Die Herbstvollversammlung der Handwerkskammer für den Regierungsbezirk Cassel und das Fürstentum Waldeck wird am 9. November, vormittags 11 Uhr, im Sitzungssaale der Landesversicherungsgesellschaft für Hessen-Nassau in der Hohen- zollernstraße 44 zu Cassel abgehalten werden; den Vorsitz wird Herr Bäckerobermeister Konrad Simmen führen. Die Tagesordnung der Vollversammlung sieht bis jetzt die folgenden Punkte vor: Eröffnung der Sitzung durch den Vorsitzenden der Handwerkskammer; Geschäftsbericht des Herrn Syndikus Thanheiser; Bericht der beiden Kammerbeauftragten, der Herren Hempler aus Borken unb Siebert aus Immenhausen ; Beschlußfassung über die Vorschriften-Abänderung zur Regelung des Lehrlingswesens; Wahl eines Mitgliedes des Ausschusses für das Lehrlingswcsen; Abnahme der Jahresrechnung durch die Vollversammlung (Berichterstatter der Rechnungs-Ausschuß); Beschlußfassung über die B e- teiligung der Kammer an der Errichtung eines Handwerker-Erholungsheims; Beschlußfassung über die Anträge der Rechtsberatungsstellen in Cassel und Gelnhausen um Gewährung einer Beihilfe; die Durchführung des kleinen Befähigungsnachweises; Beschlußfassung über die Abänderung der Meisterprüfungsordnung; Beschlußfassung über die Beanstandung von zwei Abrechnungen einer Meisterprüfungskommission; Beschlußfassung über die Bestellung der gewerblichen Sachverständigen; nochmalige Beschlußfassung für die Aufstellung einer Meister- prüfungsordnung für das Putzmacherhandwerk; der Berichterstatter dieser Prüfungsordnung ist der Syndikus der Kammer; Bericht über den neunten deutschen Handwerksund Gewerbekammertag in Breslau; Resolutionen und Verschiedenes. Unter Resolutionen wird sich die Handwerkskammer auch mit der geplanten Steuer auf Gas und Elektrizität beschäftigen.
- r. Die Landkrankenhäuser in Kurheffen. In den kurhessischen Krankenhäusern und Irrenanstalten wurden im Jahre 1907 insgesamt 12 498 Kranke verpflegt. Diese verteilten sich wie folgt: Cassel 3892, Eschwege 476, Fulda 2202, Hanau 1754, Gersfeld 1043, Rinteln 300, Schmalkalden 387, Marburg (Landesheilanstalt) 660, Haina (Jrren- pflegeanstalt) 919, desgl. Merxhausen 865. Von 4174 innerlich Kranken wurden 2485 geheilt, 885 ungeheilt entlassen und 355 sind gestorben. Von den äußerlich Kranken wurden 3649 geheilt, 322 ungeheilt entlassen und 355 sind gestorben. Geisteskrank waren insgesamt 2508; davon wurden geheilt bezw. gebessert 200, ungeheilt entlassen bezw. beurlaubt 332, während 131 gestorben sind. Syphilis-, Augen- und Krätzekranke waren vorhanden 1112. Davon wurden geheilt 965, ungeheilt entlassen 60, während 5 gestorben sind. Von 59 verpflegten Wöchnerinnen und Säuglingen wurden 49 geheilt und 5 ungeheilt entlassen, während 3 gestorben sind. Die Gesamtkosten der Verpflegung ausschließlich der Verwaltnngskosten betragen 1 138 203,44 Mk., ersetzt davon wurden 540 398,88 Mk. (Die Universitätskliniken zu Marburg und die Privatkliniken sind hier nicht mit einbegriffen.)
* Stadttheater. Morgen Sonntag nachmittag wird bei kleinen Preisen die Operette: „Ein Walzertraum" nochmals zur Aufführung kommen. Die abends stalisindendc Uraufführung von : „O diese L e n t n a n t s" wird sicher großes Interesse erwecken. Der Verfasser des neuen Lustspieles, Curt Kraatz, ist anwesend, auch haben zahlreiche Berichterstatter auswärtiger Zeitungen ihr Erscheinen zugesagt. Die Novität ist bereits von vielen größeren Bühnen erworben worden und sieht man der hiesigen Erstaufführung mit Spannung entgegen. — Am Dienstag geht die Operette: „D i e D o 11 a r p r i n z e s s i n" nochmals bei ermätzigten Preisen in Szene.
* Bon der Akademie zu Frankfurt a. M. Die erste Immatrikulation im laufenden Wintersemester findet Montag den 9. November, 12 Uhr, im Hörsaal C statt. — Anmeldungen bei der Oästur. Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß die für die Immatrikulation erforderlichen Zeugnisse während der Studienzeit im Original bei der Quästur zu deponieren sind.
* Auf dem Kartoffelmarkt am Mainkai in Frankfurt waren am Freitag 9 Wagen angcsahren. Bezahlt wurden 5.50 bis 6 Mark für das Malter.
* Kirchweihfest sindet morgen zu Niederrodenbach und Nachkirchwcihfcst zu Oberissigheim statt.
* Von Den Apotheken ist morgen nachmittag von 2—9 Uhr die Löwen-Apotheke geöffnet
Fernsprechanschlutz Nr. 665. 1908
* Die „Volksstimme" hält auf Grund ihrer Fest- stellungen die von ihr unter der Spitzmarke: „Die Hanauer Zeitung als sozialdemokratisches Organ" gebrachten Ausführungen über die Konkurrenzmanöver eines Vertreters bet „Hanauer Zeitung" aufrecht. — In seinem Zustande nervöser Ucberreiztheit, der hervorgerufen ist durch die Unfähigkeit und Unmöglichkeit, den „Han. Anz." kurzerhand zu verschlucken, erblickt das sich in der „Entwickelung" befindliche freisinnige Hanauer Organ in fast jeder von uns wiedergegebenen Auslassung eines Presseorgans ein Konkurrenzmanöver und überschüttet uns mit sattsam bekannten und auch allseits entsprechend gewerteten Liebenswürdigkeiten. Der „gesellschaftlich unzulässige" Ton dieser Anrempelungen verbietet uni mit Rücksicht auf unseren Leserkreis mit gleicher Münze zu dienen.
* Hanau „94" I. — „Germania"-Bieber 1 Diese beiden erstklassigen Gegner der ^-Klasse des 1. Bezirks um die Meisterschaft des Nordkreises stehen sich morgen aus dem „V ik t o ri »"-Sportplätze gegenüber. Es wird sicher ein Spiel sich abwickeln, das in allen Phasen interessant und abwechslungsreich verlaufen wird. Beginn des Spiels punkt halb 4 Uhr.
* Differenzen. Zwischen den Zement- und Bauhilfs' arbeitern an den städtischen Kasernenneubauten und der Unternehmerfirma Rautenberg u. Co. sind Differenzen ausgebrochen. Die sozialdemokratische Stadtverordnetenfraklion richtete eine Eingabe an den Magistrat, in dieser Sache zu vermitteln.
* Grohes Militär - Streichkonzert. Morgen abend findet in dem Saale der „Concordia" ein großes Streichkonzert unserer rühmlichst bekannten Jnfanteriekapelle statt, wozu Herr Musikdirigent Schmidt ein ausgewähltes Programm an neuen Konzertstücken und Operetten in Aussicht gestellt hat. Das im vorigen Winter mit so vielem Beifall aufgenommene Arrangement der Einzel-Familientische wird Herr Riesterer auch in dieser Konzertsaison beibehalten und für eine flotte Bedienung Sorge tragen.
* Hanauer Kriegerverein. Zu dem nächsten Diens» tag den 3. November in der „Concordia" stattfindenden Vortragsabend der deutschen Kolonialgesellschaft werden für die Mitglieder des Hanauer Kriegervereins Eintrittskarten zu ermäßigten Preisen abgegeben, die bei den Kameraden Renner, Schwellenberg und Barthmann zu haben sind.
* Das Dekorierungsfest des Spessart-TourifienvereinS, welches morgen im Saalbau zum Deutschen Hause gefeiert wird, beginnt abends 6 Uhr.
* Herrenabend. Wir verweisen nochmals auf den heute abend 8 Uhr im „Deutschen Hause" stattfindenden Herrenabend des Gesangvereins „Fröhlichkeit".
* Stiftungsfest. Morgen Sonntag den 1. November/ abends 7 Uhr, wird der Radfahrerverein „Falke", Kesselstadt, im Gasthaus „zum Schwanen" sein 11. Stiftungsfest begehen. Der Vorstand mit einem Vergnügungsausschuß hat ein reiches Programni ausgearbeitet und verspricht die Feier einige recht genußreiche Stunden zu bereiten.
* Preis-Stat. Der gestern abend von Herrn Restart- rateur I. Fischer (Brauerei Orschler) veranstaltete Preis- Skat ergab eine rege Beteiligung der Skatspieler, sodaß im Laufe nächster Woche eine Wiederholung des Preis-SkatS vor sich gehen wird.
* Schwedische Krone. Die Vokal- und Jnstrumental- Virtuosen-Truppe W. Bittl, welche für diesen Winter um einige Personen verstärkt ist, konzertiert Sonntag von 4 bis 12 Uhr abends. Im Saale findet Tanzvergnügen statt.
* Orpheum. Ein großartiges und durchaus erstklassiges Programm hat nächsten Sonntag das Hanauer Orpheum (Brauerei Dörr) zu verzeichnen. Außer zwei großartigen Possen werden noch ein Parterre-Akrobat, ein Tänzerin, ein Humorist und zwei Soubretten das Programm verherrlichen, sodaß ein Besuch sehr zu empfehlen ist. (Näheres Annonce.)
* Flugapparat ohne »tjnamifefte Kraft. Aus Großauheim kommt die Mär — oder vielmehr, es soll tatsächlich Wahrheit sein — von der Erfindung eines Flugapparates ohne jede dynamische Kraft, also ohne die Gefahr eines Versagens der Maschinen, wie sie bei Wilbur Wright ja noch immer besteht. Dieser geniale Erfinder wäre damit in den Schatten gestellt, in den Schatten gestellt von einem unserer näheren Landsleute, wenn sich die Erwartungen erfüllen, die der Erfinder an sein Werk knüpft. Hoffen wir, daß dem so ist. Einen Dauerflug über den Main und zurück hat er bereits unternommmen, wie uns glaubhaft versichert wird. Zum Ausbaue seiner Erfindung in größerem Maßstabe fehlen ihm jedoch die Barmitcl und er sucht deshalb einen Kapitalisten, der ihm gegen Sicherheit und die Aus- sicht, an dem eventl. zu erringenden Weltenruhm teilzunehmen, 1000 Mk. vorstreckt. Interessenten können alles Näher« vom Erfinder, Herrn Wilhelm Röll in Grotzauhtim, Haggasse 15, erfahren.
* Wettspiel Das am vergangenen Sonntag festgesetzte Verbandsspiel des Fußballklub „Melitta" mit dem Offenbacher Fußballklub „Germania" konnte leider nicht stattfinden, da „Germania" in letzter Stunde noch abdepeschierte.