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Erstes Blatt.

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«jährlich 1,80 Mk., aumatlich 60 P?g., fit au» wMy Nbrnnau« mit bem b«N«U«d«n P»tzaufschl«»

SU euqelw Nummer tastet 10 Pj»

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WaljeahaujÄ » Hanau.

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Svnn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Beraahaotti, SirdakU«! e. «chreSre i« Hanau.

Nr. 250 Fernsprechanschlittz Nr. 605.

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Samstag den 24. Oktober

Fernsprechanschlutz Nr. 605

1908

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Sie ieMeNllWtt mfM mn -.NvterhäzSßlstt 18 Seiten.

Amtliches.

Eandkrds Hanau.

BeklUllltmchmllltn des .Ailißlichen Mniteh'.

Unter den Schweinen in Wachenbuchen ist die Schweiuc- seuche erloschen.

Hanau, den 23. Oktober 1908.

Der Königliche Landrat.

V 7181 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.

Unter den Schweinen in Großkrotzenburg ist die Scluveiue- seuche festgestellt.

Hanau den 23. Oktober 1908.

Der Königliche Landrat.

V 7178 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.

Stadtkreis fianau. Bekanntmachung.

Die Lieferung von

300 lfd. Meter wilden Randsteinen,

580 Haurandsteinen aus Basaltlava, 2700 qm Kleinpflastersteinen,

1500 Pflastersteinen ans Hartbasalt (rhein. Format) und 750 cbm Pflastersteinen 1. Sorte ans blauem Anamestt soll zusammen oder in mehreren Losen öffentlich verdungen werden. Die Ausschreibung erfolgt auf Grund der Bedin- gWAtn für Bewerbung um städtische Arbeiten und. Lieferungen.

Die Verdingungsunterlagen liegen im Stadtbauamt, Rat­haus, Zimmer Nr. 22, zur Einsicht aus und können von dort bezogen werden.

Verschlossene mit entsprechender Aufschrift versehene An­gebote sind bis zum Eröffnungstermin am Montag den 9. November, vormittags 1tM tthr, einuifenben.

Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.

Zuschlagsfrist 4 Wochen.

Hanau den 28. Oktober 1908.

Der Magistrat.

Hild. 22389

Bekanntmachung.

Die L c ^imug von 800 esim Hartbasaltschrotten zur Her-

Feuilleton.

M KiiiWfit zu einerAWkiche" lm.

Von Pfarrer 6. Henß in Windecken.

(Nachdruck verboten.)

> dem althan änlichen Städtchen Windecken finden wir iNi der Nähe des Heldenbergertores und des westlichen Auf­gangs'zur früheren Burg der Herren und Grafen von Hanau eine für ländliche Verhältnisse ziemlich geräumige, mit hoch- ausragendem, bis zur Hälfte der Höhe in massivem, schwerem Mauerwerk aufgeführtem Turme versehene Kirche spät- gothischer Bauart. Die Steingewänder der Türen, das Maßwerk der Fenster, das mit einer Ausnahme (Arbeit ans dem Jahr 1865 I) sich nicht wiederholt, und manche andere Einzelheiten weisen uns auf das Ende des 15. Jahrhunderts als Erbauungszeit hin, auch ohne die Jahreszahl 1495, die die wir über dem Triumphbogen auf der dem Chore zuge- wandten Heile finden. Dem oberflächlichen Besucher bietet die Kirche nicht viel Interessantes aus der Vergangenheit; der Torso eines aus dem 13. Jahrhundert stammenden Crnzifixus, der lange Zeit auf dem Kirchenboden unbeachtet lag und seit 1895 in einer kleinen Nische neben der Kanzel, dem Schiffe zugewende«, angebrackt ist, redet allein von früheren Tagen und bildet vielleicht die einzige Erinnerung an jene Zeit, in der die Kirche noch nickt ihre jetzige Gestalt hatte, oder richtiger gesagt, wo eine ganz andere, viel ältere an der Stelle der jetzigen stand. Wenn man aber nicht nur um sich, sondern auch unter sich und über sich steht, soll heißen: wenn man sich den Grundriß der Kirche richtig an« schaut und auf den Kirchenboden steigt und das merkwürdige Dachwerk betrachtet, wird die Sache fehr interessant für den, der der Geschichte dieses ehrwürdigen Gotteshauses nachgeht ; da findet er das Dachwerk der älteren Kirche, das über dem

stellung von Kleinschlag soll unter Zugrundelegung der Be­dingungen für Bewerbung um städtische Arbeiten und Liefe­rungen öffentlich verdungen werden.

Die Verdingungsunterlagen liegen im Stadtbauamt, Rat­haus Zimmer Nr. 22, zur Einsicht aus und können von dort bezogen werden.

Die Angebote sind versiegelt und mit entsprechender Auf­schrift versehen bis zu dem auf Montag den 9. November, vormittags 1 P/e Uhr, anberaumten Eröffnungstermin einzureichen.

Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Hanau am 23. Oktober 1908.

Der Magistrat.

Hild. 22387

Bekanntttmchtmft.

Arbeitsnchende in der Zeit vom 17. bis 23. Oktober 1908:

1 Banschlosser, 1 Erdarbeiter, 1 Uabrbnrsche,

1 Glaser, 2 .tzansbnrschen, 1 Inwelen- Montenr, 1 Mechaniker, 2 Schlosser, 1 Schneider, t Schuhmacher, 1 Schweizer, 4 Tagelöhner.

Hanau den 24. Oktober 1908. 22391

Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.

Gefundene nnd verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 Paket getragener Kleidungsstücke, 1 kleines grünes Handtäschchen ohne Inhalt, 1 Kontobuch mit dem Namen Bächle, 1 Obstpresse.

Verloren: 1 Portemonnaie mit 4.50 Mk., 1 oxydierte Damenuhr mit Karabinerhaken.

Hanau den 24. Oktober 1908.

Politische Rundschau.

Das Arbeitsrrogramm der Duma. Die in zehn Tagen zusammentretende Reichsduma wird in den ersten Monaten von den vorliegenden wichtigen Entwürfen zunächst die Vorlage über die Reform der lokalen Gerichtsbarkeit be­raten. Alsdann wird der Entwurf über den Austritt der Bauern aus der Ackergemeinde beraten. Dabei dürfte sich eine große Agrardebatte aufrollen. Was das neue Univer­sitätsreglement betrifft, so wünschen die Oktobristen die Er­örterungen darüber nach Möglichkeit hinauszuschieben, um der Frage einiges von ihrer Schärfe zu nehmen. Die Rechte wünscht die kaukasische Frage, in der neues Material ge­sammelt wird, recht bald zu beraten.

Mittelschiff der Kirche noch erhalten ist und sitzt von dem neueren, die beiden später angefügten Seitenschiffe mit über- svannenden Dache überdeck! wird. Sicher haben wir in dem Mittelschiff der Kirche mit dem noch erhaltenen alten Dach- werke die 1282 zuerst urkundlich erwähnte capella nova (neue Kapelle) zu erblickn, die an der Stelle eines noch älteren Baues entstanden sein muß und verschiedentlich als Kapelle vor der Burg" genannt wird. Merkwürdig ist auch und in dieser Beziehung bildet die Windecker Kirche in baugeschichtlicher Hinsicht ein Gegenstück zur Hanauer Marienkirche, daß der Chor der Kirche nicht rechtwinklig dem Kirchenschiffe angegliedert ist, sondern daß diese beiden Gebäudeteile in einem schiefen Winkel aufeinander- stoßen. Das rührt sicher daher, daß die Magnetnadel in der Zeit zwischen der Orientierung der ältesten Kirche und der Erbauung des Chores am Ende des 15. Jahrhunderts eine Schwenkung gemacht hat; die Richtungslmie der ältesten Kirche war geblieben, aber für den neuen Anbau mußte man jetzt eine andere nehmen; die Magnetnadel wies am Ende des 15. Jahrhunderts nach einem anderen Punkte als Osten, als sie zur Zeit der Erbauung des ersten gottesdienstlichen Raumes für ba§ alte Windecken angegeben hatte. So weist uns manches an Holz und Stein in und an der Arche, ganz abgesehen von gelegentlichen urkundlichen Erwähnungen im Mittelalter, auf ihr hohes Alter und zugleich auf ihre an ge­schichtlichen Erinnerungen gewiß nicht arme Vergangenheit.

Zu der ehrwürdigen Vergangenheit deS mit seiner ®e» schichte weit zurück ins Mittelalter reichenden Gotteshauses paßt sein Name, und wir werden immer an sein hohes Alter erinnert, wenn unser Ohr von dem Klänge des Wortes Stiftskirche" berührt wird.

Wie aber die Kirche zu dieser Bezeichnung gekommen ist und woher sic die Berechtigung zu diesem Titel hat, das ist eine besondere Sache. Der ins Mittelalter, in die katholische Zeit weisende Name ist noch aar nickt alt. nock keine hundert Jahre alt.

Die Beerdigung des Ministerialdirektors von Althoff.

Steglitz (bei Berlin), 29. Oktbr. Der verstorbene Ministerialdirektor Friedrich Althoff wurde heute mittag be­erdigt. Der Eichensarg war vor dem Altar der Steglitzer Kirche aufgebahrt. Er verschwand unter der Fülle von Kränzen; zu oberst lag der reich mit Chrysanthemen durch- flochtene Lorbeerkranz deS Kaisers. Professor Adolf Harnack widmete dem Verewigten einen ergreifenden Nachruf. Der Kaiser war vertreten durch Geh. Kabinettsrat v. Valentini, die Kaiserin durch Kammerherrn v. Behr-Pinnow vertreten. Für den Reichskanzler erschien Unterstaatssekretär v. Günther, vom Kultusministerium Unterstaatssekretär Wever, dir Unterstaatsdirektoren Schwartzkopff und Naumann sowie die Geheimen OberregierungSräte Müller und Schmidt, vom Reichsamt des Innern die Geheimräte JonquiereS und Lewald. Die Universität Berlin war vertreten durch den Rektor und zahlreiche Professoren. Die Stadt Münster, beren Ehren» Bürger der Entschlafene war, entsandte den Oberbürgermeister Dr. Jungblodt. Auch StaatSmiwster v. Studt und den Präsidenten deS evangelischen OberkirchenrateS Voigts be­merkte man in der Trauerversammlung. Nach dem Schluß­gebet des Geistlichen setzte sich der Kondukt unter feierlichem Glockengeläute nach dem Botanischen Garten in Dahlem in Bewegung, wo die Beisetzung stattfand.

Beanstandet.

Gotha, 23. Oktbr. Der Landtag beanfiaubete die Wahlen der sozialdemokratischen Abg. Boch und Bürger­meister Rotter-Ohrdruf wegen Unregelmäßigkeiten.

Barometerstand.

12 Uhr am 23. 10.

Sehr trocken 77fl,=

Beständig ==

Schön

Veränderlich=

Regen

Viel Regen 74d

720^=

710^

Wie ist nun die Windecker Kirche zur Bezeichnung als Stiftskirche gekommen?

Bekanntlich bestanden vor hundert Jahren im Bereich der früheren Grafschaft Hanau-Münzenberg zwei evangelische Landeskirchen, eine reformierte und eine lutherische. Diese beiden vereinigten sich im Jahre 1818 zu einer Kirchengemeinschaft mit bem ursprünglich beabsichtigten Namenevangelisch-christ­lich" ; an seine Stelle ist aber die Bezeichnungevangelisch, uniert" getreten. Der Artikel 2 der Synodalbcschlâssr von 1818 belr. die Vereinigung der reformierten und lutherischen Kirche im Fürstentum Hanau rc. bestimmt:Die Namen lutherisch und reformiert fallen künftig überall hinweg, und es werden zur Bezeichnung der Gebäude und Anstalten, welche zcither einen dieser Namen führten, andere passende Namen gewählt". Das war natürlich nur da nötig, wo verichiedene Kirchen der beiden Konfessionen waren. In Hanau hatte man für die ref. Kirche zuerst den Namen Pauluskirche" gewählt, der in letzter Stunde auf Veran­lassung eines Mitgliedes des Hessischen Kurhauses in Marien­kirche umgewandelt wurde; die lulh. Kirche daselbst wurde Johanniskirche genannt. In Kesselstadt wollte Pfarrer Brand die ref. KircheSankt Marienkirche" nennen; das Kon­sistorium beanstandete aber das WörtchenSankt" und strich es, während für die dortige luth. Kirche ebenfalls die Be­zeichnungJohanniskirche" vorkommt usw. In Windecken gab es nun auch eine reformierte Gemeinde, die im Besitz der jetzt noch gebrauchten, alten, vormals katholischen Kirche war, und eine lutherische, die sich im Jahre 1720 eine eigene Kirche gebaut hatte. Für diese beiden Gotteshäuser mußten nun besondere neue Namen gewählt werden. DaS im Archiv des Königlichen Konsistoriums zu Cassel befindliche Akten­stückUeber die Vollziehung des 2ten, 3ten und 6ten Artikel» der Synodalbeschlüsse bey der evang. Gemeinde zu Windecken" enthält darüber folgenden Bericht deS vormals lutherischrn Pfarrers Grauel und deS vormals reformierten Pfarrer» Zimmermann zu Windecken: