Einzelbild herunterladen
 

Erstes Blatt.

«McklHröch 1,80 Mt., m«,Mch 60 Pfz., für au* ' »Mit fcfaiMtten mit dm barrsfmdrn Vo-aujjchiatz, DU wqtb* Nummer t»M 10 Pstz.

Blteiteatotiuf Mb Bette« bet Buchdruckers M »etti«.

General-Anzciger

A»rlichtt ®r$M für Mt- Mi Janiktris Imm.

Biitrtom|»g«M5n

DU fLufzes-âu. WUcU «bet bau Rea* M Wh

H, 8tal|e«baufe tu Ham«.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Senn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

SoMfaettl. toteitatt < B^t«»«« B Hem»

Nr. 249 F-rnsprechanschltttz Nr. 605

Frcitag den 23. Oktober

Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1908

Sie WWii« Wfsßt oüer LUßtetWWhtl

14 Seiten.

m«wmm9saa^mE!g^^

Amtliches.

Candkreis Hanau.

77 1 ' ., des MiMtn Lündratsamts.

Unter den Schweinen in Bergen ist die Schweineseuche rloschen.

Hanau, den 22. Oktober 1908.

Der Königliche Landrat.

V 7151 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.

Unter den Schweinen in Marköbel ist die Schweine- leuche erloschen.

Hanau den 21. Oktober 1908.

Der Königliche Landrat.

V 7123 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.

lln die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises.

Der Landesausschuß hat in seiner Sitzung vom 22. v. M. Mit Genehmigung des Herrn Ober-Präsidenten beschlossen, !ür das Jahr 1909 die Erhebung einer einfachen Vieh- seuchen-Abgabe für Pferde usw. 20 Pfg. für jedes Stück und einer dreifache» Abgabe für Rindvieh 15 Pfg. für jedes Stück tvergl. §§ 5 bis 7 des Reglements vom 7. Dezember 1881 / 14. Januar 1882) anzuordnen.

Ich ersuche Sie, die Zähiung des Viehbestandes und Ausfüllung der ersten 6 Spalten des Verzeichnisses, ;u welchem ich Ihnen die erforderlichen Formulare bereits übersandt habe, am 2. November d. J. vorzunehmen. Die Spalten 7, 8 und 9 werden hier ausgefüllt.

Das ausgestellte Verzeichnis ist nur mit Bescheinigung über die erfolgte Auslegung bis spätestens zum 10. Dezember rr. eiinnreichen.

Hanau den 20. Oktober 1908.

Der Königliche Landrat.

V 7119 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachung.

Die auf gestern nachmittag 4 Uhr angesetzte Wahl des Steuerausschusses der Gewerbesteuerklasse III ist nicht zu­stande gekommen.

Unter Hinweis auf meine Bekanntmachung vom 14. d. M. lade ich die wahlberechtigten Mitglieder des Steuerausschusses

Feuilleton.

Stadtthcater in Hanau.

= Hanan, 21. Oktbr.

Wildfeuer", dramatisches Gedicht von Friedrich Halm.

Das Geheimnis der Bühnenwirksamkeit läßt sich nicht gut auf eine Formel bringen; und von Zeit zu Zeit ist ohne ein resigniertes Kopfschütteln nicht âuSzukommen. WaS vom alten Halm, dem Kind einer jambenfrohen Zeit, noch lebendig ist und pietätvoll ab und zu hervorgeholt wird, will unS immer ein wenig antiquarisch anmuten. Wir sind freier und ehrlicher geworden in unseren Anschauungen und litera­rischen Neigungen, vielleicht auch geichmackvoller und empfinden daher trotz der dezenten Behandlung unbehaglich daS Peinliche des Stoffes. Eine Geschlechtsmaskerade, ein Mädchen wird als Junge erzogen und wird 16 Jahre alt, ohne den Betrug zu merken. . . . Vor fünfzig Jahren mag das Publikum noch in schöner Naivität vom Dichter solche Gewaglbeiten gläubig eingenommen haben; besonders wo die abstruse Idee so schön in munteren Jamben plätichern kann. Aberheule? . . . Genug, das Stück wurde gespielt und wir freuen uns, cs sagen zu dürfen recht gut gespielt. Frau Rohn-Ressel brachte eine wohlgelungene plastische Wiedergabe der in Einsamkeit verbitterten Gräfin von Dommartin, in deren Seele Haß gegen die feindliche Vetterlinie und leidenschaftliche Liebe zu dem einzigen Kinde sich in einem gefährlichen Feuer verbinden. Und dieses, aus selbstsüchtigen Gründen von der Mutter zum Knaben ge­stempelte Kind, daS durchaus jungenhaft fühlt und sich ganz so durch seine Jugendjahre trollt und siegelt wie schön wußte das Frl. Horsten zu verkörpern. Und beide Damen halfen gut und sicher mit eigener Kunst über die bedenkliche

der Gewerbesteuerklasse III zur Wahl von 7 Mitgliedern und

7 Stellvertretern wiederholt ein und zwar auf

Samstag den 31. Oktober d. JS^ vormittags 11 Uhr, in den unteren Rathaussaal.

Hanau den 22. Oktober 1908.

Der Vorsitzende der Gewerbesteuer-Ausschüsse III u. IV für den Stadtkreis Hanau.

I. V.: B o d e. 22345

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in der Ge­markung Langenselbold belegene, im Grundbuche von Langen­selbold Blatt 2473 zur Zeit der Eintragung des Versteige- rungsvermerkes auf den Namen des Tagelöhners Heinrich Hölzinger 1k und dessen Ehefrau Katharina geb. Stürz zu Langenselbold, je zur ideellen Hälfte eingetragene Grundstück:

Krtbl. 69 Nr. 182, JZgergaffe Nr. 14, 2,39 ar,

a) Wohnbaus mit Stallung, Hofraum und Hausgarten,

36 Mark Nutzungswert, zu der dem Ehemann zustehenden ideellen Hälfte, am 8. Januar 1909, vormittags 9 Nhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle versteigert werden.

Langenselbold den 19. Oktober 1908.

Königliches Amtsgericht. 22317

politische Rundschau.

Zur Besteuerung von Elektrizität und Gas. DerVorwärts" ist in der Lage, den Entwurf des getrennten Elektrizitäts- und Gassteuergesetzcs zu veröffentlichen. Die Steuer für elektrische Kraft und Gas wird im Entwurf mit 5 Prozent des Abgabenpreises, jedoch nicht über einen halben Pfennig pro Kilowattstunde bezw. pro Kubikmeter angesetzt und zwar soll als Abgabepreis der vom Verbraucher zu ent­richtende Preis gelten, also der Höchstpreis. Neben dieser Besteuerung des Verbrauchs von GaS und Elektrizität ist eine enorme Besteuerung der Beleuchtungsmittel gevlant, teilweise biS zu 50 und 60 Prozent ihres heutigen Detail­preises. So sollen z. B. die Glübstrümpfe für Gasglühlicht, die heute im Detailverkauf 18 bis 20 Pfg. kosten, künftig mit 10 Pfg. pro Stück versteuert werden und ebenso wird von gewöhnlichen Glühbirnen eine Steuer von 10 Pfg. pro Stück verlangt.

schwache Stelle im letzten Akt hinweg, wo der Umschlag von Haß in verstehende Güte bei der Mutter und die Wieder­einsetzung in dennatürlichen Stand" bei der Tochter so dicht die Grenze unfreiwilliger Komik streifen. Eine vor­zügliche Charakterfigur machte Herr Commer aus dem alten Seneschall, diesem Gemisch von Fuchsschläue und Diener­treue. Wenn e§ nur nicht eben Jamben wären I . . . Temperamentvoll in den starken Stellen, in der Wiedergabe zarterer Regungen aber nicht ganz so sicher, war Herr Feigel, dessen Regieleitung noch besonders anzuerkennen ist. Herr Wiebcrg als Bertrand fand sich mit seiner kleinen Rolle gut ab, ohne sie mit grotesken Mitteln aus ihrem anspruchslosen Rahmen zu heben. Herr Grimm als Kanzler, Herr Römer als Burgvogt und Herr Pröls al« Leibarzt wurden ihren Rollen mit gewohnter Routine gerecht. Auch Frl. Halden als Margot entledigte sich nicht ohne Gewandtheit ihrer sie men Ausgabe. Daß die drei Vasallen" ihrer Freude über das unerwartete Er­scheinen des rechtmäßigen Schloßherrn gar zu lebhaft und überschwenglich Ausdruck gaben, mag vielleicht auf die innere Verlegenheit über die eigentliche Ueberflüsfigkeit ihrer Partten zurückzujühren sein.

= Hanan, 22. Oktbr.

Der Pro zeßhans I",

Volksstück mit Gesang und Tanz in 4 Akten.

Im Stadtthcater hatten heute bayerische Gäste ihren Ein­zug "gehalten. Das E r st e T e g e r n s e e r Bauern­theater" brachte Ganghofers VolksstückDer Prozeß- Hansl" zur Ausführung, ein Stück, welches den Eigensinn eines Gebirgsbauern, der sich durch Rachsucht und Prozehwut zu Grunde richtet, schildert, aber auch die psychologischen Ur­sachen dieser Verbitterung ausdeckt und den endlichen Zu- sammen r,ch des Starrsinns ergreifend vorführt, sodaß unS dieses Charaklergemäide trotz seiner abstoßenden Farben mächtig

Die Wirren im Orient.

Konstantinopel, 22. Oft. Wie derZkdam" er­fährt, habe der englische Botschafter gestern dem Großwesir kategorisch erklärt, er halte direkte Unterhandlungen mit Bulgarien nicht für angezeigt. Dasselbe Blatt erfährt, daß der Minister deS Aeußern Tewfik Pascha die Türkei auf einer etwaigen Konferenz vertreten werde.

Paris, 22. Oft. Als Gegengabe für die Anerkennung der bulgarischen Unabhängigkeit und für den Verzicht aus Tribut von Ostrumelien bietet angeblich Bulgarien der Türkei ein Offensiv- und Defensiv-Militär-BündniS an. In Sofia rechnet man, wie derGauloiS" meldet, auf die Annahme dieses Anerbieten- durch die Türkei, deren Selbst­gefühl verletzt und deren Vertrauen auf den guten Willen der Großmächte stark erschüttert ist.

Hus Hanau Stadt und £and,

Hana«, 23. Oktober.

Geistliches Konzert. Auf da« nächsten Sonntag, abends 8 Uhr, in der Marienkirche stattfindende geistliche Konzert zum Besten deS hiesigen Diakonissenheim« sei hiermit nochmal« hingewiesen. Mit Rücksicht auf den wohltätigen Zweck ist eine rege Beteiligung sehr erwünscht. Karten find in den beiden Hofbuchhandlungen sowie bei Herrn G r a S- mrher, GSrtnerstraße 73, und bei Herrn L. Speit el, Altstädter Markt 5, zu haben.

Evangelischer Bund zur Wahrung ver deutsch - protestantischen Interesse». Heute abend von 81/» Uhr ab findet in einem besonderen Zimmer deS Gasthauseszur Post" ein der Unterhaltung und gegen­seitiger Aussprache dienendes Zusammensein von Bundes­freunden (Mitglieder-Versammlung) statt, wobei auch Mitteilungen über die Bundestage in Schmalkalden und Braunschweig erfolgen werden und auch über die vom Hanauer Zweigverein für den bevorstehenden Winter geplanten Familien-Unterhaltung»ab«nde be­raten werden soll.

K. Limesforschungen. Die im Sommer vorge­nommenen um fangreichen Limesforschungen bei dem Orte Ostheim an der Bahn FriedbergHanau sind vor kurzem vorläufig eingestellt worden. Das Ergebnis der durch Herrn Bausch-Windecken im Auftrag der ReichS-Limes- kommission vorgenommenen Ausgrabungen war ein sehr günstiges. ES handelt sich um eine starkbefestigte Römer- siedelung an der Straße OstheimEichen. Die Länge bei Lagers wird auf etwa 400 Meter geschätzt. Die Umfassungs­mauern sind etwa 0,70 biS 1 Meter stark. Von Wichtigkeit ist die Auffindung mehrerer Gebäude, zweier Türme und anzieht und menschlich nahtgeht. Gespielt wurde vortrefflich. Den Andreas Lahndorfer (Prozeßhansl") spielte Herr Sachs, der eine äußerst realistische und innerlich verttefte Schilderung deS starrköpfigen Bauern gab mit feiner Heraus- arbeitung der weicheren Regungen und packender Zeichnung des Zusammenbrechens an der Bahre, auf der man seinen Sohn anscheinend als Leiche bringt, al« Opfer seiner (des Vaters) Rachsucht. Mit prächtigem Humor verkörpert« Herr H e r t l den Gemeindediener Schlaucherl, auch die übrigen Rollen waren gut besetzt. Vorträge des Sängerquarletts und ein Schuhplattlertanz waren angenehme Zugaben, die die Wirkung des Auftretens der Gäste erhöhten und reichen Beifall hervorlockten.

* Stodttheater. Heute geht Ohorn« historische KomödieDer Wasungcr Krieg" zum zweiten Male in Szene. Das humorvolle Stück wird sicherlich auch heute wieder starken Beifall finden. Am Sonntag nachmittag */i4 Uhr wird Wildenbruch« SchauipielDie Rabensteinerin" nochmals bei kleinen Preisen gegeben und Sonntag abend wird der kgl. bayer. Hofschauspieler Konrad Dreher inMathias Gallinger" gastieren. Der hier bereits be­kannte und beliebte Künstler zählt die Rolle desGollinger" zu feinen besten Leistungen. In hervorragendem Maße ist ihm darin Gelegenheit gegeben, seinen prachtvollen Humor und sein glänzendes darstellerisches Können zu entfalten. DaS Stück zählt zu den bewährtesten Repertoirestücken aller Bühnen, sodaß man dem genußreichen Abend mit Interest» entgegensetzen darf. Die Vorstellung findet außer Abonne­ment bei gewöhnlichen Preisen statt und beginnt um 1/i8 Uhr. Am Montag wird die OperetteSin Walzertraum" bei ermäßigten Preisen gegeben.