22. Oktober
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richten, die bei Großvieh zwischen ’/’ bis 71/« Mk. schwanken und bei Kleinvieh bis zu 3 Mk. betragen. Es gibt südische Gemeinden, die aus diesem Geschäft Einnabmen von 30 000 bis 40 000 Mk. erzielen. Daß diese hohen Beträge in der Hauptsache von den christlichen Fleischkonsumenten aufgebracht werden und für sie eine indirekte Steuer bedeuten, ist nach Lage der in Betracht kommenden Umstände leicht ersichtlich, daß aber städtische Anlagen und Einrichtungen solchen Zwecken dienstbar gemacht werden können, kaum verständlich.
* Geflaflgt haben ans Anlaß des heutigen Geburtstages Ihrer Maj. der Kaiserin die öffentlichen Gebäude.
* Elektrische Straßenbahn. Der Herr Regierungspräsident veröffentlicht im Bezirks-Amtsblatt nachstehende Genehmigungsurkunde : Zur Herstellung einer vollspurigen Kleinbahn in der Stadt Hanau, bestehend aus beiden Linien : 1. Hanau - Ostbahnhof — Ehrensâule —Aubeimerweg — Nürnbergerstraße— Marktplatz (Süd- und Westseite)— Hammer- straße—Erbprinz-Wilhelm-Anlage— Bangertstraße — Hospital- straße —Vorstadt—Kinzigbrücke—Rosenau, 2. Hanau-Westbahnhof—Kanalplatz—Krämerstraße—Marktplatz (Nordseite— Salzstraße—Rosenstraße—Nordstraße— Wühelmsbrückefürden Personenverkehr und zum Betriebe dieser Bahn mittelst Elektrizität wird hierdurch der Hanauer Straßenbahn-Akiiengesell- schaft zu Hanau auf Grund des Gesetzes über Kleinbahnen und Privatanschlußbahnen vom 28. Juli 1892 im Einvernehmen mit der von dem Herrn Minister der öffentlichen Arbeiten als eisenbahntechnische Genehmigungsbehörde bestimmten Königlichen Eisenbahndireklion zu Frankfurt cu M. unter Einreihung des Unternehmens in die Klasse der städtischen Straßenbahnen vorbehaltlich der Rechte Dritter auf die Zeitdauer von 60 (sechzig) Jahren, vom Tage der Betrieberöffnung an gerechnet, die Genehmigung erteilt. Es folgen dann die näheren Bedingungen.
* Wallonische Kirche. Nächsten Sonntag gedenken bie beiden Neustädter Kirchengemeinden eine Jubelfeier zu begehen, zur Erinnerung an den ersten Gottesdienst, der in der Kirche der Neustadt gehalten worden ist, am 29. Oktober 1608. In lebhafter Erinnerung steht noch die schöne Feier, die die beiden Gemeinden am 1. Juni 1897 gehalten haben zur 300jährigen Jubelfeier ihrer Begründung am 1. Juni 1597 — und nicht der Grundsteinlegung des Gotteshauses, wie neulich irrtümlich in einem anonymen Sprechsaal-Artikel zu lesen war. Die Legung des Grundsteines der Wallonisch- Niederländischen Kirche erfolgte erst 1600 am 9. April (Vgl. 1897er Festschriften). Ist auch dieses Jahr keine so glanzvolle Feier geplant wie damals, so wird doch der Gottesdienst durch mehrere Vorträge eines gemischten Chores unter Leitung des Herrn K. Fr. Appel verschönt werden. Der Text zu diesen Liedern wie auch zu den Gemeinde- gesängen ist in der „Gollesdienstordnung" verzeichnet, die bei den«Kirchendienern der beiden Gemeinden unentgeltlich zu haben ist. Der Eintritt zum Gottesdienste steht jedem frei nach Maßgabe der vorhandenen Plätze. Zur Feier des Jubiläums hat die Wallonische Kirche, wie bekannt, bereits im letzten Frühjahr aus den Mitteln der Kirchbau-Kasse eine neue Orgel erhalten. Nun haben aber auch die Mitglieder beider Gemeinden für ihre Kirche etwas getan, und zur Beschaffung" neuer Kirchenbänke unter sich eine Kollekte veranstaltet, welche bis jetzt die Summe von fünfzehntausend Mark erbracht hat, gewiß ein schönes Zeichen der Anhänglichkeit der Gemeindeglieder an ihr Gotteshaus. Wir wünschen nun den beiden Gemeinden ein gutes Gelingen ihrer Feier!
* Lehrlingsamneldmrg. Da die Revision des Beauftragten der Handwerkskammer in Cassel beenbet' ist und bei den meisten der nicht angemeldeten Lehrlinge und Lehrmädchen die 14tägige Frist zur Anmeldung verstrichen ist, so liegt es im Interesse eines jeden Lehrmeisters, soweit es nicht geschehen ist, die sofortige Anmeldung bei der Handwerkskammer bezw. der Innung zu bewirken, um sich vor Strafe zu schützen. Wie mitgeteilt wird, sind im Stadi- und Landkreis Hanau zirka 700 Handwerksbetriebe revidiert.
Lorenzen. Da der Sohn außerhalb Frieslands, namentlich in Holstein, seinen Namen aber immer durch die Betonung Lorönzen verunstaltet hörte, machte er dem dadurch ein Ende, daß er sich Lornsen schrieb.
Eine so geringe Namensänderung erregte damals nicht das mindeste Bedenken. War es doch üblich, daß sich der Sohn z. B. eines Hans Petersen ohne weiteres Peter Hansen nannte (jen — Sohn), und trug einer den Namen Asmus Clausen, so hieß der Vater gewiß Clans Asmussen. Vor fünfzehn Jahren lebte in Hadersleben noch die Tochter eines Pastors Laulrup. Dieser Name hatte geradezu eine Geschick) t e. Am Beginn des 18. Jahrhunderts hieß die Familie nicht Laulrup, sondern Jeffen. Aber ein 1716 lebender Vorfahr der Großmutter des Pastors, ein Landmann Hans Christian Jessen, der in dem wcstschleSwigschen Dorfe Lau- trup geboren war, nahm als erster den Namen Lantrup an. Von seinen vielen Söhnen nannten sich einige mit dem neuen Namen, andere mit dem alten. Welch eine Verwirrung in der Familie daraus entstand, kann man sich denken, besonders da noch dazu ein Vetter von Lantrnps Vater, der Sohn eines Johann Peter Jessen, sich Asmus Petersen nannte. So hatte anch Laulrups Vater in der Taufe noch die Namen Johann Christian Jessen erhalten, aber nach der Konfirmation sich Johann Christian Laulrup genannt nach seiner Mutter. Und ebenso machte es ein Vetter des Vaters, der sich auch Johann Christian Lantrup nannte, obgleich sein Vater Asmus Jessen hieß. - Doch lassen wir diese verzwickte Namensklüterung und wenden wir uns nach der kleinen Abschweifung wieder unserm Uwe Lornsen zu! —
Das Secinannsleben zu Lande gefiel dem jungen Burschen nicht, und eine -/^jährige Beschäftigung als Wächter auf einem auf der Reede von Munkmarsch an der Sylier Ostküste liegenden großen Amerikaner verleidete ihm den Beruf immer mehr, so daß sich der Vater endlich entschloß, den schon 18jährigen Sohn, wie die,er wollte, studieren zu lassen. Er wurde deshalb im Oktober 1811 nach Tondern geschickt,
Es waren vorhanden 629 Lehrlinge, davon waren angemeldet 212, nicht angemeldet 417 Lehrlinge. Hierzu kommen noch 284 Jnnungslehrlinge, davon sind angemeldet 168, nicht angemeldet 66 Lehrlinge, sodaß die Gesamtzahl der Lehrlinge und Lehrmädchen einschl. der Portefeuiller (Etuismacher), welche dieses Jahr zum ersten Male ausgenommen sind, 863 beträgt und die Zahl der nicht angemeldeten 483 auSmacht, ein hoher Prozentsatz gegenüber anderen Kreisen, in denen meistens doch immer die Hälfte angemeldet war. Es ist dieses eine große Gleichgültigkeit der Lehrmeister. Lehrvertragsformulare für Lehrlinge und für Lehrmädchen sind von der Waisenhausdruckerei in Hanau, sowie von Herrn Buchdruckereibesitzer Schack in Fechenheim und in Bergen zu haben. Es ist also den Handwerksmeistern so bequem wie möglich gemacht und dürsten dieselben mit der Anmeldung nicht mehr zöaern.
* Der Landesane schütz hat in seiner Sitzung vom 22. v. M. beschlossen, für das Jahr 1909 die Erhebung einer einfachen Viehseuchen - Abgabe für Pferde re. — 20 Pf. für jedes Stück — und einer dreifachen Abgabe für Rindvieh — 15 Pf. für jedes Stück — anzuordnen. — Zur Erhebung der dreifachen Abgabe für Rindvieh ist die nach § 10 dieses Reglements erforderliche Genehmigung des Herrn Oberpräsidenten erteilt worden.
"Apotheke in Fechenheim. Mit Genehmigung des Herrn Oberpräsidenten soll die in Fechenheim im Landkreise Hanau bestehende Zweigapotheke in eine Vollapotheke umgewandelt werden. Die Konzession wird nur nach Maßgabe des Allerhöchsten Erlasses vom 30. Juni 1894 und des Ministerialerlasses vom 5. Juli 1894 über die Einführung der Perionalkonzession erteilt. Geeignete Bewerber haben binnen 4 Wochen ihr Gesuch schriftlich bei dem Herrn Regierungspräsidenten einzureichen. Persönliche Vorstellungen sind zwecklos.
* Stadiiheater. Das heutige Gastspiel des Tègern- seer Bauerntheaters, welches außer Abonnement bei gewöhnlichen Preisen statifindet und nicht wiederholt werden kann, beginnt um V28 Uhr. Zur Aufführung gelangt das Volksstück „Der P r 0 z e ß h a n s I" von Ganghofer und Neuert, eine der besten Darbietungen des rühmlichst bekannten Ensembles, welches auch als Schuhplattler und Zitherspieler unübertreffliche Leistungen bringt. — Am Freitag wird als 11. Vorstellung im Abonnement L Serie Nr. 11 zum zweiten Male die hier so erfolgreich gewesene historische Komödie „Der Wasunger Krieg" gegeben, welche bei ihrer Erstanfführung herzliche Lacherfolge zu verzeichnen hatte. Am Sonntag nachmittag findet bei kleinen Preisen die letzte Aufführung des herrlichen Wildenbrucksischen Schauspiels „Die Rabenstetneriu" statt, während am Sonntag abend außer Abonnement bei gewöhnlichen Preisen der hier so überaus beliebte kgl', bayer. Hofschauipicler Direktor Conrad Dreher in dem Lustspiel „Mathias Gollinger" auftritt.
* Tausende von künstlichen Rosen Haben die Mitglieder der Frauenabteilung hiesiger Turngemrinde in der letzten Wochen angefertigt und zu Ranken gebunden, um dieselben zur Ausschmückung des Saales im Vereinshaus zu verwenden. In diesem feenhaft gesckmückien Raume findet dann nächsten Samstag abend 8 Uhr das Rofen- fest der Frauen abtèilung und Sonntag abend 6 Uhr: „Ein Fest im R 0 senhaiii ", veranstaltet von der V. Riege, statt. Für beide Festlichkeiten ist eine abwechselungsreiche Unterhaltung vorgesehen und somit den Mitgliedern und Freunden der Turngemeinde Gelegenheit geboten, einige frohe Stunden in gemütlichem Kreise zu verbrinoen.
* Geflnqehuchtverertt Klein - Steinheim. Die 6. Lokal-Geflügel-Attsstellung genannten Vereins findet am nächsten Sonntag und Montag den 25. und 26. ds. Mts. im „Gasthaus zum Engel" statt. Die Eröffnung erfolgt am Sonntag vormittag 10 Uhr, die Ausstellung währt bis abends 7 Uhr und Montag vormittags von 9 Uhr bis nachmittags 5 Uhr. Der Eintrittspreis ist auf 25 Pfg. festgesetzt.
um als sogenannter Seminaristenschüler an den meisten Unterrichtsstunden des mit der höheren Bürgerschule verbundenen Seminars teilzunehmen. Nach 2^s jährigem Aufenthalte bezog er die Domschule, d. h. das Gymnasium zu Schleswig, und von hier ging's im Frühjahr 1816 auf die Universität, zunächst nach Kiel, zwei Jahre später nach Jena.
Es war die Zeit, da nach der Wiedergeburt des deutschen Volkes aus langer Schande Nacht auch das sittlich entartete deutsche Studentenleben einen gründlichen Wandel und eine heilsame Erneuerung erfuhr. Lorusens Aufenthalt in Jena fällt zwischen das große Wartburgfest und die Er-, mordung Kotzebues. Er trat sofort in die 1815 gegründete Jenenser Burschenschaft ein und wird neben den hervorragendsten Mitgliedern, z. B. Karl Ludwig Sand, August von Binzer, Heinrich von Gagcrn, als Vorsteher verzeichnet. An der Stiftung der allgemeinen deutschen Bursch'nschaft hat er persönlichen Anteil gehabt, itnb so kehrte er, 1819 nach einem stürmischen Studenten- leben, das er in vollen Zügen genossen hatte, in die stille Heimat zurück.
In weiteren Kreisen war der reckenhafte priese eine be= fauste Persönlichkeit geworden, und mit Vergnügen und Staunen erzählte man sich in Jena ein Geschichlchen, das auch hier seinen Platz finden möge. Lornsen spielte mit einigen Kommilitonen Billard, und dabei wurde seine und seiner Freunde Geschicklichkeit Gegenstand wiederholter Be- merkungen zuschauenderHandlungsdiener. AIS sich wörtliche Jnrechttveisungen fruchtlos erwiesen, legte er seinen Billardstock nieder, nahm die beiden „Handelsbübchen", wie der be- leidigte Hermann sie in Goethes Epos nennt, wie Waren- ballen unter die Arme und setzte sie unbeschädigt auf der Straße ab. Auch in Ulsnis, einem Dorfe an der Schlei, wo er sich einige Zeit aufgehalten hat, erzählte man unter andern Proben seiner Kraft, daß er einmal mit jeder Hand einen Sack Roggen gefaßt und auf den Wagen gehoben habe. Aber
Diese Ausstellung ist verbunden mit Prämiierung, Tombola und Preisschießen. Ausgestellt werden Jung- und Altgeflügel als: Gänse, Hühner, Enten und Tauben aller Rassen. Für das Preisschießen sind vorläufig 10 Preise festgesetzt, welche bei Versuch einer Schußnummer, je 3 Schuß 10 Pfg, zum Teil zu erreichen sind, die besonders aus Geflügel bestehen. Am Sonntag, nachmittags um 1/s4 Uhr, beginnt im vorderen Sälchen zum Engel ein Vortrag über rationelle Geflügelzucht durch Herrn Gchlachthof-Direktor Z e e b aus Offenbach ; es sind hierzu alle Interessenten willkommen.
* Jubiläum. Morgen blickt der Ausläufer Herr Jakob K l 0 h s hier auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma I. Steinheuer & Comp. zurück. Wir wünschen dem Jubilar, daß er noch recht lange im Dienste dieses alt« renommierten Hauses zu gegenseitiger Zufriedenheit tätig sein möge.
* Für die Pensionäre. Zwecks Gründung eines Vereins und Vorstandswahl werden sämtliche Pensionäre zu einer Zusammenkunft auf heute Donnerstag den 22. Oktober, präzis S1^ Uhr, in den kleinen Saal der Concordia ein« geladen.
* Verschieden. Hochbetagt, im Alter von 93 Jahren, verschied der Steueraufseher a. D. Herr Karl Dehnh ardt der 1848 den badischen Feldzug mitmachte und Inhaber bet badischen Kriegsdenkmünze war.
* Eingeliefert ins hiesige Landgerichtsgefängnis würd» aus Fulda der Zigeuner Franz Wagner, der vor Monaten bei Neuhof einen Gendarmerie-Wachtmeister durch einen Schuß tödlich verletzte.
* Der Juwelendieb gefangen. Kürzlich wurden, wie wir berichteten, der Gräfin O r i 0 l a aus Büdesheim im „Hotel Britannia" in Venedig Juwelen und Schmuck- sacben im Werte von ungefähr 12 000 Mark gestohlen. Der Verdacht der Täterschaft hatte sich sofort auf einen gewissen Emil Schmidt gelenkt, der zarte Beziehungen zu Frankfurt hatte. Denn es war eine Postkarte in Schmidts Zimmer gefunden worden, in der ihn seine „Maria" aus Frankfurt zu seinem flotten Leben herzlich beglückwünschte. Eine Zeitungsnotiz über diese Marie sollte zur Entdeckung des Täters führen. Denn auf der Frankfurter Kriminalpolizei erschien ein Mann und gab an, bei ihm wohne eine Maria, die Karten und Briefe aus Venedig erhalte; er glaube fast, sie stehe mit diesem gesuchten Schmidt in Verbindung. Die Kriminalpolizei nahm hierauf die Verfolgung der Affäre in die Hand und war im Stande, ganz genau die Spuren des Diebes zu verfolgen. Er war per Auto in den bayerischen Alpen und in Tirol herumgereist und hatte dann in München den größeren Teil der gestohlenen Brillanten für 550 Mark verkauft. So ging es bis zum 11. d. Mts. hin und her, da verlor man die Fährte, bis Schmidt am 18. Oktober wieder in Paris auftauchte, von wo er am nächsten Tag nach Genf reiste. Hier ereilte ihn dann gestern der Arm der Gerechtigkeit, und er wurde in Haft genommen.
Es stellte sich bald heraus, daß ber ’ 21jährige Kaufmann Emil Schmidt, geboren in Betzdorf, Kreis Altenkirchen, schon erheblich vorbestraft war und daß er auch wegen einer Urkundenfälschung über 1600 Mark von Barmen ans gesucht ist. Die Verhandlungen zwecks Auslieferung wurden sofort ausgenommen. Der verhaftete junge Hochstapler begann vor einigen Jahren seine vielversprechende Laufbahn als Drogisten- lehrling in Offenbach und war auch zwei Jahre in Frank- furt in Stellung.
* Ein tödlicher Nnglücksfall trug sich heute früh auf dem hiesigen Ostbahnhof zu. Als der 557 von Gelnhausen kommende Personenzug 220a auf dem dritten Geleise in die Station eiufuhr, kam auf Gleis 1 von der entgegengesetzten Seite eine Maschine gefahren. Die 20jährige Fabrikarbeiterin Elise Müller aus Oberrodenbach entstieg dem einführenden Zug, als dieser kaum zum Halten gebracht war, um über die Geleise zur Station zu gelangen. Bei diesem Beginnen wurde sie von der Maschine, die wohl Haltesignal auch in g e i st i g e r Beziehung galt er schon damals für einen Mann, von dem einst Bedeutendes zu erwarten sei.
So kam also der Jenenser Bursch, und zwar über Altona auf dem Seewege, nach seiner stillen Insel zurück, in der Blüte der Jugend und mit dem ganzen Uebermute seiner Vollnatur und in der Tracht eines Burschen von 1819; natürlich ein Gegenstand der freundlichsten Teilnahme und Neugierde. Eine weibliche Hand gibt folgende allerliebste Beschreibung von ihm: „Er war eine höchst auffallende Erscheinung von herkulischen Dimensionen und rücksichtslosen Manieren. *Auf seiner langen krausen blonden Lockc-ifülle thronte ein ganz winziges schwarzsamtneS Mützchen. Ein kleines Schnürröckchen bedeckte höchstens ein Drittel seiner langen Gestalt, während daS übrige bekleidet war mit enganschließenden Pantalons von weißem Kaschmir und mir siebten Stulvstiefeln. So kam er an bei uns und erregte ztlgleich Erstaunen und Entsetzen. Seine Arroganz und Dreistigkeit übertraf alles bisher Gesehene." Das kleine Mützchen pflegte er, übrigens in Jena mit dem Schirm nach hinten zu tragen, weil, wie er meinte, jetzt doch alles verkehrt sei in der Welt.
(Fortsetzung folgt.)
Albumblätter.
Freue dich, daß du zu ringen hast!
Nur auf den Bergen blüht Edelweiß, Je steiler die Pfade, je schöner der Preis, Je höher das Tagwerk, je süßer die Rast. Freue dich, daß du Hu ringen hast!
Frida Schanz.
DaS Ideal erhebt den Geist und reinigt daS Herz, stählt den Willen und spornt ihn zu edlem Streben. * Gerok.
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Das Schicksal ist ein vornehmer aber teurer Hof' meister. Goethe.