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DienStckft

20. Oktober

in Griechenland vor die Konferenz kommen werde. Beide Fragen sollen gemäß den Wünschen der tihtürten Reaierung erledigt werden. DeS weiteren erfährt das Reuter sche Bureau, der bulgarische Geschäftsträger habe der britischen Regierung mitgeteilt, er sei von Seiner Regierung amtlich beauiiragt, positiv die kategori'che Versicherung abzugeben, daß Bulgarien leben möglichen Schritt tun werde, um den Krieg mit der Türkei zu vermeiden.

Die Kriegshetze in Belgrad.

Belgrad, 17. CTt. Ein nach Belgrad entsandter Mit- arbeiter der8. R. N." schreibt: Der Aufenthalt in der serbischen Hauptstadt gehört jetzt fürwahr nicht mehr zu den Annehmlichkeiten deS Lebens. Ganz Belgrad wimmelt von Polizeispitzeln" der Regierung, und jeder hierher kommende Fremde wird von ihnen auf Schritt und Tritt mit Argus­augen bewacht. Die zerlumptesten Individuen sind solche von den serbischen Machthabern bezahlte Spione, und man braucht auf der Straße nur irgend ein unbedachtes Wort etwas lauter auszusprechen, so wird man von der Geheim­polizei sofort verhaltet oder von der Volksmenge durch­geprügelt. Dieses Schicksal ist u. a. vor einigen Tagen einem von derTäglichen Rundschau" hierher geschickten Redakteur und gestern nachmittag einem Spezialberichtcrsiatter derNeuen Freien Preffe" passiert. Ersterer wurde wegen seinesgermanischen Aussehens" und weil er sich auf der Straße anläßlich einer Demonstration etwas auffällig be­nommen hatte, von der Polizei verhaftet, aber nach zwei Stunden wieder srcigelaffen, während der Vertreter der Neuen Freien Preffe" wegen der antiserbischen Tendenz dieses Blattes von der Volksmenge tätlich insultiert wurde und sich nur durch die schleunigste Flucht zu retten vermochte. (Wie dieNeue Freie Preffe" mitteilt, hat sie sich bereits an die österreichische Gesandtschaft in Belgrad gewandt.) Die Spione der Regierung hatten natürlich das Volk auf diesen österreichischen Herrn aufmerksam gemacht und eS auf ihn gehetzt. Es geht hier jetzt noch schlimmer zu, als dies zu Zeiten der Willkürherrschaft in Rußland der Fall war, und es ist kein Wunder, wenn gegenwärtig der Fremdenverkehr in Belgrad auf ein Mini­mum herabgcsunken ist. Auch die zahlreichen hierher ge­schickten Spezialkot-responbrnten der ausländischen Blätter stehen eS unter diesen Umständen zum größten Teil vor, sich in der gegenüber von Belgrad gelegenen österreichisch-unga- rischen Grenzstadt Scmlin aufzuhalten, da man hier ohnehin keinen Brief und kein Telegramm aufgeben kann, das nicht der Gefahr ausgesetzt wäre, von der strengen serbischen Zen­sur einfach unterschlagen zu werden. Man braucht hier jetzt auf der Straße nur vernehmlich Deutsch zu sprechen oder einen Moment vor einem öffentlichen Gebäude, vor einer Kaserne oder vor dem Königlichen Konak stehen zu bleiben, o hat man sofort einen Postzeispion hinter sich und kann m nächsten Augenblick verhaftet werden.

Die Situation zwischen Serbien und Oesterreich-Ungarn verschärft sich von Tag zu Tag mehr, und der Haß gegen Oesterreich-Ungarn nimmt nachgerade derartige Dimensionen an, daß ein folgenschwerer Konflikt in absehbarer Zeit als unausbleiblich erscheint. In Wien und Budapest kann man sich das gegenwärtige Vorgehen der Serben, wenn nicht das Ansehen her Ration eine schwere Schädigung erleiden soll, u möglich länger gefallen lassen, und die hiesige Gesandt- 'chait Oesterreich-Ungarns beginnt bereits der serbischen Re- I erung deshalb ernstliche Vorstellungen zu machen, die bald, 'all? sie nichts fruchten, die Gestalt eines Ultimatums an­nehmen dürften. In einem großen Bolksmeeting, an dem wenigstens 10 000 Personen teilnahmen und das wieder von 'ehr ernsten antiösterreichis-ken Demonstrationen begleitet war, wurde am Sonntag die Boykottierung aller aus Oesterreich- Ungarn kommender Jndustrieartikel, überhaupt aller Art Waren von dort proklamiert. DaS bedeutet für die öster­reichisch-ungarische Geschäftswelt einen auf Millionen sich be­ziffernden Schaden. Man darf sehr gespannt daraus sein,

Mktcorologen Hergriell in daSDeutsche Hous" zurückkehrte, während Baron BaffuS imHotel Lamm" sein Sland- quartier hat, zerstreute sich die neugierige Menge wieder. Auch der morgige Tag kommt für einen Aufstieg nicht in Frage. Es scheint, alS ob die Wetterberechrkung Hergesells die weitere Hinausschiebung deS Aufstieges nolwendig macht, wenn auch nur für 1 bis 2 Tage, denn vor Ende der Woche werden wir Graf Zeppelin ganz bestimmt in den Lüften sehen, wie mir von kompetentester Stelle nochmals versichert wurde. Also warten wir hier im journalistischem Heerlager noch etwas. Was wollen auch die wenigen Tage bedeuten gegenüber der Tatsache, daß man früher lange Jahre gewartet hat! Dazu kommt, daß es sich hier in Friedrichshafen ganz gut warten läßt, das muß man dem reizenden Bodenseestädtchen schon lasten. Im schönsten Herbstschmuck prangt das Laub noch immer an den Bäumen und die Wein- und Obsternte bietet Genüsse mancherlei Art. Eine Rundfahrt um den See erschließt uns die Reize von fünf Ländern in weniger als einem halben Tage, und wem der württembergische Land mein nicht behagt, der kann der Reihe nach die badischen, schweizerischen ober Tiroler Sorten versuchen und eventuell den Tag in Lindau mit Bier be- schließen. Vor allem hat man Zeit, sich über das neue LustschifiZ 1", das aus der Asche des alten bei Echter­dingen verbrannten wie ein Phönix erstanden ist, genau zu informieren, soweit dies eben möglich ist. In der voidercn Gondel werden beim Aufstieg nur Graf Zeppelin und Baron Baffuâ als Navtgaiionsleiler Platz nehmen, während in der hinteren Gondel neben einigen Monteuren und Ingenieuren die Luftschiffkapitäne Hacker und Lau dir Steuerung bedienen werden. Wenn erst 2 bis 3 Probeaufstiege das richtige Funktionieren aller Teile ergeben haben werden, werben auch andere Personen mit aufsteigen dürfen, in erster Linie naiür- lich^dem Grafen nahestehende Personen, Für die ersten Aufstiege sind hier bereits Vertreter einer Pariser und Ber­liner Kinematoaravbrnsabrjk einaetrosien. sodaß man in

wie matt sich in Wien und Budapest gegenüber dieser neuesten serbischen Repressalie verhalten wird.

Man kann den gegenwö'tigen Zustand zwischen Serbien und Oesterreich-Ungarn bereits als einen vollkommen kriegs­mäßigen kennzeichnen, und eS fe'üt nur noch die o'fitielle Kriegserklärung, die wie heute hier in Belgrad und drüben in Scmlin angenommen wird nunmehr feben Moment erwartet werden kann. Seit Samstag hat man auch auf serbischer Seite den Paßzwang gegen Oesterreisch-Ungarn, der zwei Jahre lang aufgehoben war, wieder eingeführt und er wird äußerst streng gehandhabt, da man allenmißliebigen Elementen" aus Otsterreich-Unaarn den Eintritt nach Serbien möglichst erschweren will. Schließlich sei noch erwähnt, daß Samstag alle in Belgrad befindlichen Filialgeschäfte der großen Wiener und Budapester Firmen von bet Polizeibehörde den Auftrag erhielten, ihre Kaufläden von jetzt an immer gesperrt zu halten, weil die Polizei diesen Geschäften gegenüber nicht mehr die Garantie für einen ausreichenden Schutz gegen die Wut der fanatisierten Volksmenge übernehmen könne. Wie man aus alledem ersieht, geht das Serbenvolk sehr scharf vor, um die mächtige öfter!eichiick-ungarische Nachbarmouarchie auf alle mögliche Art und Weise zu provozieren, und es wäre nur lebhaft zu wünschen, baß die Serben endlich einmal einen heilsamen Denkzettel dasür erhalten würden.

Die Sage in Marokko.

Berlin, 19. Oktbr. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Der französische und der spanische Vollcharter übergaben heute dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes den Ent­wurf eines Schreibens, das der Doyen des diplomatischen Korvs in Tanger in der Anerkennungssrage an Muley Hafid richten soll.

Köln, 19. Oktbr. DerKöln. Ztg." wird überein­stimmend aus Berlin und Paris gemeldet, daß bei den Be­sprechungen, die zwischen den Kabinetten über den Zwischen­fall von Casablanca stattgefiinden haben, auch die Frage deS schiedsgerichtlichen AuStrages gestreift worden ist, falls sich eine Einigung auf andere Weise nicht erzielen ließe. Formale Vorschläge in dieser Richtung sind jedoch nicht ge­macht worden und auch keine Entschließungen getroffen worden. Von deutscher Seite war das nickt möglich, weil das zur genauen Prülung der Streitfrage erforderliche amt­liche französische Material erst in diesen Tagen in die Hände der deutschen Regierung gelangen wird. Die Meldung mehrerer sranzösischer Blätter, daß die deutsche Regierung bereits einen formellen Antrag auf schiedsgerichtliche Rege­lung gestellt habe, ist demnach unzutreffend.

Rom, 19. Oktbr. Der französische Geschäftsträger j und der spanische Botschafter überreichten dem Minister j des Auswärtigen Tittoni die neue französisch- t spanische Note betreffend die Anerkennung Muley Hafids.

Melilla, 19. Oktbr. Die Lage el Roghis verschlimmerte i sich. Gestern abend wurde er von den Truppen Muley ! Hafids angegriffen und ins Gebirge zurückgeworien. Seine * Verbindung mit Melilla ist abgeschnitten. Die Besitzungen I seiner Parteigänger wurden von den Hafidisten geplündert. i An der Besitznahme der von el Roghi eingerichteten Zoll- I fiat innen konnten die Truppen durch den Gouverneur von j Melilla gehindert werden.

Varis, 19. Oktbr. Es wird bestätigt, daß Frankreich - gemäß seiner überlieferten Politik es nicht ablehnen würde, die Regelung der Deserteurangclegenheit einem Schieds­gericht anzn'uertrauen. Angesichts des völligen Ausein­andergehens der Berichte der französischen und deutschen Beamten über die tatsächlichen Vorkommnisse und dem Rechtsstandpunkt ist aber Frankreich der Meinung, daß ein Schiedsgericht die Frage im ganzen Umfange* behandeln müsse.

Deutschfeindliche Ausschreitungen in Prag.

Prag, 18. Okt. Heute kam es hier zu Ausschreitungen zwischen Sozialisten und Couleurstudenten, die ihren Bummel auf dem Graben machten. Die Studenten wurden von den Sozialisten verhöhnt. Es kam zu kleinen Zusammenstößen, denen jedoch durch einige Verhaftungen ein Ende bereitet wurde. Die inzwischen auf etwa 300 Köpse angewachsenen Couleurstudenten gerieten später, als die sich auf dem Graben ansammelnde Menge immer größer wurde, ins Gedränge

Paris und Berlin bereits am Tage nach dem Aufstieg die Einzelheiten in Spezialitäten- und Kinematographentheaiern wird verfolgen können. Man ermattet hier auch noch das Eintreffen der mutigen Tochter des Grafen, die zur Zeit bei ihrer greifen Mutter auf dem Schloßgut des Grafen bei Konstanz weilt. Da die Gräfin herzkrank ist, so hat der Graf sie in liebevollster Weise von den Aufregungen seiner Unternehmung ferngehallen. Da in den letzten Tagen Nach richten über eine Erkrankung des Grafen in norddeutschen Blättern verbreitet waren, so sei fefigefiedt, daß sich Gra' Zeppelin wohl und munter befindet. Er steuerte heute selbst ein Motorboot nach Manzell und freute sich über die Huldigungen, die das Fremdeupublikum ihm bei seinem Gauge durch die Stadt darbrachte.

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Zeppelins neuer Aufstieg Aus Friedrichs- Hafen wird gemeldet: Der starke Ostwind, der über Nacht ausgekommen ist, dürste den Ausstieg des Luftschiffes um einige Tage verzögern, da er das Herausbringen anS der festen Landhalle, wo das Schiff erbaut ist und sich noch be- sindet, außerordentlich erschwert und sich nicht ungefährlich gestalten würde. Es drängt jetzt ja zum Glück nichts zu einer Ueberstürzung. Erfahrungsgemäß pflegt dieser Wind hier 3 Tage anzuhalten. Das Interesse an dem Zeppeliuschen Unternehmen scheint imgelckwächt foriznbestehen ; wenigsten? ist der Zufluß von Fremden seit gestern ein sehr lebhafter geworden.

Sprachclle dcs Allgemeinen Teutschen Sprachvereins.

Zweigverein Hanau.

Wut.

Wuk, was heißt das? Würze und Kraft. S. C., toa8 heißt das? Senioren-Konvent (her Korps« Studentenl. Sollen mir uns gegen solche Kürzungen

und wurden aufgeforbert, sich in daS deutsche Kasino zu be­geben. Dieser Aiifforderung kam ein Teil der Studenten nach. Nur die deutschnationalen Studenten sammelten Kch vor dem Kasino und fangen die Wacht am Rhein. Die Polizei schritt ein und drängte die Studenten in das Kasino, die Menge aber neuen den Menzelp'atz zurück. Hierbei kam eS mehrfach zu Zusammenstößen. Schließlich zerstreute sich jedock die Menge, nachdem mehrere Verhaftungen vor» genommen worden waren. Auf dem Rückwege schlugen btt Sozialisten in mehreren deutschen Gebäuden die Fenster ein. Heute nachmittag wied-rholten sich die Demonstrationen in größerem Maße, sodaß die Polizei von der blanken Waffe Gebrauch machen mußte und der Polizeichef um militärische Hilfe ersuchte. Tas Militär besetzte mehrere Straßen. Um 10 Uhr abends herrschte Ruhe. Insgesamt wurden 76 Ver­haftungen vorgenammen.

Wien, 19.' Okt. DaSFremdenblatt" schreibt zu den Nackrichten über die gestrigen Exzesse in Prag:

Es ist klar, daß derartige Ausschreitungen, die schon in normalen Zeiten aufs schärfste zu verurteilen und zu be« kämvfen wären, im gegenwärtigen Zeitpunkt unter keinen Umständen geduldet werden können. Es wird, wie eS scheint, der Versuch gemacht, die tschechische Politik durch den Druck von Straßenexzessen in eine Richtung zu drängen, die den Staatszwecken und politischen Zielen der Monarchie direkt ziiwiderläust. Diese Bestrebungen traten schon in der Demon- ftrationSpn'itit, die in der letzten Zeit von slawisch-radikaler Seite getrieben wurde, hervor und das geschmacklose Nach­laufen hinter den französischen Gästen, die ohne politische Manifestationsabsichten gekommen waren, bildete ebenso, wie die famose Rede be§ Herrn Klofatsch nach Belgrad, nur ein ckarakieritsisches Symptom in der Kette von Erscheinungen. Heute steht die Sache so, daß sich die ernst zu nehmenden Elemente unter den Tschechen entscheiden müssen, ob sie sich der auswärtigen Politik des Staates in den Weg stellen und ein Hindernis für die Durchführung vitaler staatlicher Zwecke werben wollen oder nicht. Es ist von der politischen Einsicht der maßgebenden Kreise des tschechischen Volkes zu erwarten, daß sie nicht nur in Worten, sondern auch in der Tat jede Gemeinschaft mit den Urhebern der Prager Demon­strationen aufbeben und eine reinliche Scheidung zwischen sich und diesen Leuten vollziehen. Die Wiederkehr solcher Aus­schreitungen würde die schärfste und nachdrücklichste Abwehr beraussordern und sofort zu Maßnahmen führen, die dann von der tschechischen Ocffentlichkeit ohne 'Parteiunterschied schmerzlich empfunden werden würden. Es wird also im Interesse der tschechischen Parteien liegen, rechtzeitig, und das ist in diesem Falle unverzüglich, eine Scheidung zwischen der verantwortlichen Politik und dem unverantwortlichen Exze- bententum durckzuführen; denn, wenn die Abwehr deS Staates einmal begonnen hat, wird man auch beim besten Willen nicht mehr in der Lage sein, derartige Unterschei­dungen zu machen.

Prag, 19. Oktbr. Im Laufe des gestrigen Tages fanden auch in anderen Städten Ruhestörungen statt. In Gab­lonz wiederholten sich die Zusammenstöße zwischen Sozial­demokraten und Deutsch-Nationalen. Die Gendarmerie stellte die Ruhe wieder her. In Budweis drohte es anläß­lich der Bekränzung des Kaiser Franz Ioset-Denkmalk durch die Deutschen zu Konflikten zwischen den Deutschen und den Tschechen zu kommen. Der Polizei und der Gendarmerie gelang es, die beiden Parteien z>t trennen. In Teplitz fanden blutige Zusammcustöße zwischen den Deutsch-Natio­nalen und den Sozialdemokraten statt. 6 Personen wurden verletzt, davon eine schwer. Die Polizei und die Gendar­merie zerstreuten die Menge. 10 Personen wurden ver- baftet, von denen 8 aber wieder freigelassen wurden. In Karlsbad fanden auch Ansammlungen vor dem tschechiscken VereinShaiise statt; eine Fensterscheibe wurde durch Stein­würfe eingeschlagen. Da die Wiederholung von Demon­strationen befürchtet wird, wurde die Gendarmerie verstärkt

N^iiiitiiO des Gau 9 des 1 R.-B.

Frankfurt a. M., 18. Oktbr.,

Im Hoteldu Nord" fand heute der Herbstgau'ag des Gau 9 des Demschen Radfahrerbundes statt. Um 10 Uhr wurde die Delegierteuversaiomlung durch den 1. Ganvor- sitzenden Aug. Stifft et öffnet. Die Präsenzliste ergibt bte wehren? Mit Nichten! Weshalb soll der Erfinder eines Nahrungsmittels nickt das Recht haben, einen zugkräftigen Namen dafür auSzuklügeln und dabei zugleich einen guten Witz zu machen? Wuk ist jedenfalls zehnmal besser ais Schnupfol und Schildkrötin und ähnliche Won-U n bilder. Und den Studenten werden wir chre alte Vorliebe für die Ansangsbuchstabenspracke nicht nehmen können und wollen. Aber wirkt ihr Vorbild nun nicht verderblich ein auf die Allgemeinsprache? Spricht man nicht auch schon von Err Ge Rau statt vom Nielengebirgsverein? und vom Dan Vau Pe statt vom Verschönernng'snerein Poscmuckel? ja spricht und schreibt man nicht schon längst von der Hapag statt von der Hamburg-Amerikanischen Paketkahrt Aktien-Ge- sellschasl? und in jüngster Zeit nur von der Damuka statt von der Deutschen Armee-, Marine- und Kolonial-AuS- ftedung ? Und dieser soll im nächsten Jahre einA it g u r folgen! WaS mag das für ein Ding wohl sein ? Ja'nennt der Berliner nicht auch die Droschken der Berliner Elektro- Droschken Akticn-Gesellsckaft kurz Bedag-Drofchken? Und sprechen wir nicht seit lange schon von den Hakatisten? Ist das nun sprachlich erfreulich oder nicht ? Ja und nein I Ja, denn es zeigt uns, wie gewandt der Deutsche sich mit solchen langatmigen Namen zu behelfen weiß, indem er sämtliche Wörter darin köpft und diese Köpfe geschickt aneinanderreiht. Aber auch nein; denn wohinaus soll es denn, wenn immer mehr solcher rätselhafter Unworte auftauchen ? Schließlich wird feiner mehr solch Kauderwelsch verstehen. Nnd deS- halb muß doch eindringlich gewarnt werden vor solch um- stündlichen und langatmigen Bezeichnungen, die aus vier, fünf und mehr Wörtern bestehen. Werden wir mit ihnen verschont, dann hören jene W»k-Worte von selbst auf.

Aspm,»blätter.

Aus der Stunde, die du mixest, Quillt dein Eigentum, die Ruh;

Du bist nicht, was du besitzest, Was du tust, nur das bist du. Ttedge.