Dananer K Anzeiger
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•eUätnlbrucf und Beleg der Buchdruckerei dâ «ereil». ct. WaijeahauIeS in Hauuu.
General-Anzeiger
Änliches Organ für Mt- M FanÄreir Zanas.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 246 F-rnsprechanschlus; Nr. 605
Dienstag den 20. Oktober
Fernsprechanschlutz Nr. 605.
1908
Amtliches.
Landkreis Ran au.
VekkNtiNiiNgtil des Königlichen Lnndratsnnlts.
Nachdem der Fußweg neben der Leipziger Landstraße von der Einmündung der Lamboystraße an bis zur Abweichung des Landwegs nach Langendiebach fertig gestellt worden ist, wird das Bankett der Leipzigerstraße auf die bezeichnete Strecke zum Befahren mit Fahrrädern freigegeben. Die Herren Bürgermeister in Langenselbold, Langendiebach und dlückingen werden ersucht, dies ortsüblich bekannt zu machen.
Hanau den 17. Oktober 1908.
Der Königliche Landrat.
V 7030 v. Beckerath.
Der Kreistierarzt Wittling er hier ist in der Zeit vom 26. d. Mts. bis 7. n. Mts. beurlaubt. Mit seiner Vertretung ist der Kreistierarzt Schirmer in Gelnhausen beauftragte
Zur Vornahme der Ergänzungsschau nach den Vorschriften des Schlachtvieh- und Fleischbeschau-Gesetzes bleibt auch während der Beurlaubung des Kreistierarztes dessen ständiger Vertreter, Tierarzt Hufnagel, zuständig.
Hanau den 16. Oktober 1908.
Der Königliche Landrat.
V 7101 v. Beckerath.
Unter den Schweinen in Fechenheim ist die Schweineseuche ausgebrochen.
Hanau den 17. Oktober 1908.
Der Königliche Landrat.
V 7012 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.
Unter den Schweinen in Ostheim ist die Schweineseuche erloschen.
Hanau, den 17. Oktober 1908.
Der Königliche Landrat.
V 7046 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.
Handelsregister.
Firma Bury & Leonhard in Hanau.
Zur Vertretung der offenen Handelsgesellschaft ist jetzt auch der Gesellschafter Bijoutier Ernst Bury in Hanau ermächtigt.
Eintrag des Königlichen Amtsgerichts 5 in Hanau vom 14. Oktober 1908. 21095
Feuilleton.
Konzcrt des Geslingvereiiis „Siiniscr".
Zu einer beliebten Veranstaltung der Konzertsaison gehört das alljährlich im Herbst staltfindende Konzert des Gesangvereins „Sumser", welches in diesem Jahre am Montag den 2. November in den Sälen der „Centralhalle" abge- halten wird. Der bekanntlich unter der bewährten Leitung deS Herrn Gustav Altvater stehende Verein hat sich diesmal eine besonders große Aufgabe gestellt, indem er als Hauptwerk den „Frilbjof" von Max Bruch für Solostimmen, Chor und Orchester zur Aufführung bringen wird. Dieses einzig dastehende Werk der Männerchorliteratur erheischt außer sorgfältiger Chorbehandlung auch hervor- ragender Solisten. Es ist nun dem Verein gelungen, in Frau Gentner-Fischer, der hier in bestem Andenken stehenden Künstlerin, eine ausgezeichnete Vertreterin der „Ingeborg" zu finden, die mit ihrer einschmeichelnden Summe für diese Partie geradezu prädestiniert erscheint. Den „Friih- jof" singt Herr Kammers äugcr Alexander H einem anu, ein mit glänzenden Stimmmitteln ausgeslatteler Kunstler, zur Zeit wohl der bedeutendste Barilonist des Konzertsaals. Der berühmte Sänger wird außerdem eine vortreffliche Auswahl von Balladen und Lieder aus seinem umfangreichen Repertoire zum Vortrag bringen, deren Wiedergabe ihn auch als einen Liedcrsängcr von außergewöhnlicher Gestalmngs- kraft wird erscheinen lassen. Zur Bekräftigung des eben Gesagten mögen nachstehende Kritiken dienen.
Wien Montags-Blatt". Herr Alexander Heinemann hat' seinen zweiten Lieder- und Balladenabend vor einem den Saal bis auf daS letzte Plätzchen füllenden, distinguierten Publikum absolviert. Der Künstler brachte emo Reibe' der schönsten Balladen und Lieber von Lowe, Schubert,
Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.
Der Hefehändler Wilhelm Herbst ist als amtlicher Wäger bestellt und vereidigt worden. Demselben wurde die Aufstellung einer Wage auf dem Neustädter Marktplatze zum Zwecke der Verwiegung von Marktwaren gestattet.
Die von demselben zu erhebenden Wiegegebühren sind festgesetzt auf:
3 Pfg. für den halben Zentner,
5 Pfg. für den Zentner.
Hanau den 16. Oktober 1908.
Der Oberbürgermeister.
Dr. Gebeschus. 21099
Gefundene nnd verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 silbernes Bröschchen (bestehend aus 3 kleinen 20 Pfennigstücken), 1 kleines gelbes Kinderportemonnaie mit 1.20 Mk.
Verloren: 1 Paket in einem grauen Zeichenkittel (enthaltend Reißzeug, Farbe, Buntstift re.)
Hanau den 20. Oktober 1908.
Politische Rundschau.
Personalien. Oberstleutnant Quade vom Kommando der Schutztruppen wurde als Abteilungschef in den Generalstab der Armee zurückberufen und wird Chef der Eisenbahnabteilung des Großen Generalstabs; beim Kommando der Schutztruppen im Reichskolonialamt tritt an Stelle des Oberstleutnants QuadeOberst v. Glasenapp, bisher Inspekteur der Marine-Infanterie, und zwar als Kommandeur der Schutztruppen.
Uebersührung.
Berchtesgaden, 19. Okt. Die Uebersührung der Leiche der Herzogin-Mutter von Anhalt erfolgte im Laufe des gestrigen Nachmittags. Nach einer Trauerfeier in der Villa „Ascania", zu der Prinzregent Luitpold von Bayern, die Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz, bcr' Herzog und die Herzogin von Anhalt, Prinz und Prinzessin Aribert von Anhalt, Prinzessin Adelgunde von Modena und Prinzessin Alexandra von Schwarzburg-Rudolstadt erschienen waren, setzte stch der Trauerzug nach dem Bahnhöfe in Bewegung. Der Sarg traf mit den Angehörigen der Verstorbenen am Abend auf dem Hauptbahnhof in München ein, wo Prinz Ludwig Ferdinand und Prinz Alfons den Hinterbliebenen ihre Teilnahme ausdrückten.
Dessau, 19. Okt. Heute vormittag 9 Uhr 30 Minuten traf der Sonderzug mit den sterblichen Ueberresten der
Schumann und Beethoven zur prächtigen Wirkung. Sein mächtiges Organ, gepaart mit einem vollendeten und geschmackvoll angewendeten mezza voce (Mittelstimme) brachte den vollen dramatischen Gehalt und die zarten lyrischen Momente der Kompositionen zu Gehör und löste nach jedem Liede wahre Beifallsstürme aus.
Wien, „Neue Musikalische Presse". Ein Sänger von hervorragenden Qualitäten ist der Baß-Bariton Alexander H c i n e m a n n. Sein männliches, umfangreiches und schön ausgeglichenes Organ von dunkler Färbung ist sehr modulationsfähig und gestaltet dem Sänger die monnig= fachsten Schattierungen. Eine klare Aussprache, musikalisches Gefühl, Intelligenz und Temperament befähigen den Künstler, allen Intentionen des Dichters und Komponisten gerecht zu werden. Wahrhaft erschütternde Momente bot er in der Wiedergabe der beiden Balladen „Der seltene Beter" und „Die Lauer" von Löwe, unübertreffliche Meister- leistungen von einer Plastik der Tongebung und Deklamation, die ihresgleichen sucht, während er in dem darauffolgenden „A bendlied" von Löwe uns durch die Einfachheit des Ausdruckes und Ehrlichkeit der Empfindung bis zu Tränen rührte.
„Berliner Tageblatt". Ein auSverkausteS Haus — auch das Podium bis zur Orgel hinauf war dicht besetzt — feierte in der „Singakademie" die GcsangSkunst Alexander Heinemann's, der an diesem Abend auf eine an Ehren und Erfolgen reiche zehnjährige künstlerische Tätigkeit zunlckblickcu konnte. Er zeigte sich hier wieder als ein Meister des Vortrags, der in feiner Aufgabe völlig aufgeht. Schumanns Die beiden Grenadiere" sang er mit wirksamster Steigerung, eine weihevolle Stimmung sprach aus Schuberts Litanei" und auch auf heiterem Gebiet ist Heinemann zu Hause, wovon Beethovens „De r K u ß" beredtes Zeugnis ablegte.
Alle in den beiden letzten Kritiken angeführten Lieder wird Heinemann auch im „Sumserkonrert" sinnen und wir
Herzogin-Mutter von Anhalt hier ein. In dem Zuge be» fanden sich auch der Herzog und die Herzogin und die hohen Anverwandten. Die Leiche wurde durch die Straßen der Stadt nach der Schloßkirche übergeführt, wo eine kurze Trauerandacht statffand.
Die Krists im Orient.
Wien, 19. Oktober. Wie die „Neue Freie Presse" meldet, ist ihr Spezialkorrespondent am Freitag in Belgrad auf der Straße überfallen und tätlich beleidigt worden. Auf Weisung des Ministers des Auswärtigen Frhrn. v. Achrenthal hat nun die österreichisch-ungarische Gesandtschaft in Belgrad von der serbischen Regierung auf das nachdrücklichst« Genugtuung und Bestrafung der Täter gefordert.
Budapest, 19. Oktober. Der „Pester Lloyd" erfährt aus authentischer Quelle: Der Ton des Handschreibens König Eduards, welches der Botschafter Goschen dem Kaiser Franz Josef überreichte, sei von Freundschaft diktiert und das Handschreiben enthalte keine Stelle, welche im entferntesten Empfindlichkeit Hervorrufen könnte.
Köln, 19. Oktober. Der „Kölnischen Zeitung" wird aus Konstantinopel vom 18. Oktober telegraphiert: Die leitenden Kreise find immer weniger geneigt, dir Konferenz zu beschicken; sie würden jetzt eine unmittelbare Verständigung vorziehen. Die Presse verlangt einstimmig die Abschaffung der Kapitulationen als eine der unvermeidlichen Entschädigungen.
London, 19. Oktober. Alle aus den europäischen Hauptstädten einschließlich Sofia einlaufenden Meldungen schildern di« Lage im Orient hoffnungvoller, seitdem Bulgarien direkt mit der Türkei über den Ankauf der Orientbahn unterhandeln will.
Cettinje, 19. Oktbr. (Wien. Korr.-Bur.) Der Präsident des Staatsrates Miofchkowitsch ist in außerordentlicher Mission nach Petersburg abgereist.
Belgrad, 19. Oktbr. (Wien. Korr.-Bur.) Bei der gestrigen Demonstration wurden 40 Verhaftungen vorgenommen. Eine strenge Untersuchung wurde «ingeleitet. Die meisten Blätter verurteilen die Gewalttätigkeiten gegen die österreichisch-ungarischen Geschäftsleute und sprechen sich für den friedlichen Boykott aus. Die Belgrader Frauen richteten einen Apell an die Frauen Englands, Frankreichs und Rußlands, sich des Schicksals des serbischen Volkes anzunehmen.
Belgrad, 19. Oktbr. (Wien. Korr.-Bureau.) Dir Jahresversammlung der Nationalpartei billigte die Haltung der Skuptschtina in der bosnischen Frage.
London, 19. Oktbr. Das Reutersche Bureau erfährt daß das Programm, welches eventuell zur Grundlage für die Erörterungen in der Konferenz dienen soll, jetzt Gegenstand der Beratung unter den verschiedenen Großmächten ist und daß Italien bereits sein Einverständnis kundgegeber habe. Reuter ist ferner ermächtigt, zu erklären, daß weder die Dardanellenfrage, noch die Frage der Angliederung Kreta«
sehen, daß wir cs mit einem ganz phänomenalen Künstler zr tun haben, der hier zu Worte kommt.
Es steht also zu hoffen, daß die „Sumser" mit ihrer anerkannt gediegenen Chorleistungen, im Verein mit ihre, hervorragenden^ Solisten, auch diesmal dem kunstsinnige) Publikum einen schönen Konzertabend bereiten werden.
Herbsttage am Bodensee.
Die Zeppelin-Woche.
(Mnbcr. Nachdruck verboten.)
S. & H. F-eie-richshafe«, 19. Okt.
Die heute beginnende Zeppelin-Woche, zu der trotz bei vorgerückten Jahreszeit alle Hotels vor allem mit Journalisten aus aller Herren Länder überfüllt sind, setzte heute mit einer kleinen Enttäuschung ein: Graf Zeppelin wird morgen nickn aussteigen. Damit fallen alle ^Reibungen, daß der Aufstieg bestimmt für den 20. geplant war, in sich zusammen und den Kombinationen werden aufs neue Tür und Tor geöffne Denn nur auf Kombinationen können sich diese Voraus sagen aufbauen. Graf Zeppelin muß selbstverständliet günstige Witrerungsverhältnisse abwarten. Und während bisher dem Bodensee drei Wochen lang die schönsten Herbst tage beschieden waren, ist jetzt das Wetter plötzlich umgc- schlagen. Gestern ging über dem Bodensee ein starkes Gewitter nieder, das heftigen Regen im Gefolge hatte, sodaß das Niveau des SeeS um einen halben Meter stieg. Heute wehte den ganzen Tag über ein be'n? -. kalter Wind, der dichte Nebelschwaden aus dem See m: ■ —en ließ und die bayerischen, Vorarlberger und schweizer -er Höhenzüge vollständig verschleierte. Um 5 Uhr nachmittags klärte sich der Himmel etwas aus und man rechnete jetzt mit einem kleinen Probeflug. Aber in Manzell, der maßgebenden Zcntralstätte, dachte niemand daran. Der Gras ist neb i natürlich der großen Verantwortung bei seinem nächsten ! Ansstiea bewußt er in Bealrütma Kea