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Leite 10 _________________________, plötzlich zusammen. Ein Herzschlag batte seine!» Leben ein Ende gemacht.

bin tragisches AtttomobiHmglück wirb aus 65 e ii u a berichtet. Der Ingenieur Garoli, der in dem Dörfchen Albenga zur Sommerfrische weilte, war auf dem Wege zu seiner Villa, als sein einziges' Kind, ein sechs­jähriger Knabe, ihm freudig cntgegcngclaufen kam. In demselben Augenblick brauste ein Automobil, in dem außer dem Chauffeur die beiden Töchter des Marquis Revedin saßen, mit rasender Schnelligkeit um die Straßenecke. Der Laier sah den Wagen nahen und verzweifelt schrie er dem Kinde eine Warnung entgegen. Es war zu spät. Der Wagen brauste über das Kind hinweg, das tot im Straßcn- staube liegen blieb. Den unglücklichen Vater übermannte verzweiflungsvolle Wut. Er reißt einen Revolver aus der Tasche und feuert blindlings auf das davonsausende Auto­mobil. Der erste Schuß geht fehl, der zweite durchbohrt den Oberkörper der jüngeren Schwester, die tödlich ver- wundet wird, und dringt dann in den Kopf des Chauffeurs, der sofort leblos zur Erde sinkt. Seines Führers beraubt, saust das Automobil weiter. Die ältere der beiden Schwestern, entsetzt und fassungslos, macht nicht einmal den Versuch, die Katastrophe aufzuhalten. Einige dreihundert Meter weiter und das Automobil rast mitten hinein in die Felsen der Meeresküste und zerschmettert in Stücke. Schwer verletzt und furchtbar verstümmelt trug man das unglückliche Mädchen aus den Felsen; es ist kaum Hoffnung, sie am Leben zu erhalten. Der Ingenieur wurde sofort verhaftet; man fand ihn immer noch über der Leiche seines einzigen Kindes liegend, die er nicht aus den Armen lassen wollte.

Kaufmännische Taubenpost. Aus L o n d o n wird berichtet: Mit ausgezeichnetem Erfolge bedient sich seit längerer Zeit ein Schlächtermeister von Herne Bay der Brieftauben, um mit Hilfe der schnellen Vögel von seinen Fahrten die Bestellungen auf schnellste und zuverlässigste Art nach seinem Laden zu übermitteln. Immer wenn der Sohn auSgeht, Aufträge einzusammeln, nimmt er sechs der schnellsten Brieftauben mit; ist eine ansehnliche Strecke Wegs zurückgelegt und eine Anzahl Bestellungen beisammen, so wird die Anweisung in einer kleinen Metalltube am Fuße der Taube befestigt, und fünf Minuten später hat der Vater die Bestellungen in den Händen. In dem Maße, als er seine Reise fortsetzt, läßt er. weitere Tauben frei.Meine Touren dauern oft mehr als drei Stunden," so äußerte sich der praktisch« Geschäftsmann, der auf seine Brieftauben sehr stolz ist,und bei den großen Entfernungen kamen die Be­stellungen weit abseits wohnender Kunden oft zu spät, um noch beizeiten erledigt werden zu können. Meine Tauben haben diese Schwierigkeiten beseitigt. Sie fliegen oft mit einer Schnelligkeit von einer englischen Meile in der Minute."

Der luxuriöseste Eisenbahnzug der Welt. Die Frage, in welchen Ländern man am bequemsten und ange­nehmsten auf der Eisenbahn reist, ist eine altumstrittene. Bis jetzt galten die amerikanischen Züge auf den großen Linien der Union als die am behaglichsten ausgestatieten Züge, wo man baden, sich rasieren lassen, Briefe schreiben und tele­graphieren, ja sogar telephonieren kann. Die Kehrseite der Medaille ist nur leider die, daß in keinem anderen Lande der Welt so viele Menschen durch Zusammenstöße oder Ent­gleisungen oder Brückeneinstürze ihr Leben auf den Schienen

io mehr, als die Gestalt des Boris mächtig überragt wird von der seines jüngeren Sohnes und Nachfolgers, Simeon. Der Bulgarenkönig Simeon ist wohl überhaupt als die ge­waltigste Figur der alten bulgarischen Geschichte zu bezeichnen. Er vermochte die Macht des Bulgarenreiches so zu steigern, daß er sich den byzantinischen Nachbarn ebenbürtig, wenn nicht gar überlegen fühlte. Das fand darin seinen Ausdruck, daß er den Titel eines Zaren, später sogar den eines Kaisers der Bulgaren und Herr der Griechen annahm. Was aber die Regierung Simeons noch besonders macht, das ist, daß sie zugleich den kulturellen Höhepunkt der allbulgarischen Ge­schichte bezeichnet. Es entstanden die Anfänge einer Literatur, eS entstand eine Kunst. Man gewinnt einen Einblick in dieses Kulturleben, wenn man die Schilderungen liest, die der Exarch Jovan von Simeons Hauptstadt Preslav gegeben hat. Er erzählt, daß, wenn man in den fürstlichen Hof hineintrete, so sähe man zuerst zu beiden Seiten Gebäude, die mit Steinen verziert und mit Holz bunt verkleidet sind. Weiter in den Hof hineingehend findet man hohe Paläste und Kirchen mit zahllosen Steinen, Hölzern und Malereien, im Innern mit Marmor, Kupfer, Silber und Gold ausgeschmückt. ..Aber wenn er zufällig auch den Fürsten erblickt, wie er da sitzet in seinem mit Perlen benähten Gewände, mit einer Münzenkette um den Hals und mit Armbändern an den Händen, umgürtet mit einem goldenen Schwerte an der Seite, und wie ihm zu beiden Seiten seine Bojaren sitzen mit goldenen Ketten, Gürteln und Armbändern: da, wenn ihn jemand nach seiner-Rückkehr in die Heimat fragen will: Was hast du dott gesehen?" so wird er antworten:Ich weiß nicht, wie ich euch das alles erzählen soll."

Nun aber tritt ein Vorgang ein, der sich in der Geschichte dieser Völker immer wiederholt: nach höchster Erhebung ein jäher Abfall. Byzanz rächte sich, und um Bulgarien zu demütigen, rief der Kaiser jene Männer aus dem Norden herbei, deren Herkunft nicht ganz sicher ist; es scheint aber, daß diese Horden aus Rußland kamen. Jedenfalls brach der Nordmann Sviatoslav in Bulgarien ein, bemächtigte sich des Landes und wurde selbst seinen byzantinischen Verbündeten gefährlich. Damit erfolgte also eine neue Rassenausmischung bei den schon gemischten Einwohnern Bulgariens. Das Ende dieser Wirren war, daß der östliche Teil des bulgarischen Reiches überhaupt unter der Oberhoheit von Byzanz zurück­kam, während das westbulgarische Reich unter dem rüstigen Zaren Samuel noch bis 1019 seine Selbständigkeit behaup­tete. Tas Ende dieses Reiches ist wieder für jene Zeiten und Volker höchst charakteristisch. Als der Kaiser Basil die entscheidende Schlacht gewonnen hatte, da ließ er, so wird berichtet, von den 15 000 Bulgaren, die er gefangen genom­men hatte^ 14 850 blenden, den übrigen 150 aber je ein Auge ausstechen, und jeder der letzteren mußte dann 100 an­einander geigelte Blinde in die Heimat zurückführen. Als dieser jämmerliche Auszug vor Sumu^ erschien, fiel der Zar besinnungslos zur Erde. Raum wieder zu sich (gekommen.

Donnerstag

verlieren wie in den Bereinigten Staaten. In Deutschland ist der Eisenbahnbetrieb anerkanntermaßen der zuverlässigste, sicherste, und hat auch an Annehmlichkeiten gewonnen, seitdem dem'BedienungSpersonnl eine etwas weniger unterossiziermäßige Behandlung deS Publikums beigebracht worden ist. Aber von wirklichem Luxus kann man auf unseren deutschen Bahnen im allgemeinen kaum sprechen, lind jene Gleichheitsfanatiker, die womöglich noch die erste Klasse ganz abgeichafft sehen möchten, sind sich wohl nicht darüber klar, daß dann die reichen inter­nationalen Reisenden deutsches Gebiet, zum reinen Vergnügen, noch weniger berühren würden als jetzt. Anderswo ist man zur Hebung deS Fremdenverkehrs bestrebt, den Leuten, die ihn bezahlen können, auf der Eisenbahn soviel Luxus zu gewähren, als sie nur wünschen und sich technisch bewerkstelligen läßt. Englische Blätter melden jetzt, nicht ohne einen Anflug von nationalem Stolze, alle bisher bestehenden Luxuszüge würden in den Schatten gestellt werden durch den neuen Lxuuszug, der vom November ab London mit dem fashionablen Seebade Brighton verbinden soll. Dieser Zug wird sich aus vier höchst splendid ausgesiattcieu Salonwagen und aus zwei unter­einander verbundenen Wagen für Raucher zusammensetzen und außerdem einen Restaurationswagen, mit Buffet und Bar, mit sich führen, dessen elegante und komfortable Einrichtung cs mit der des vornehmsten Speisehanses einer Großstadt auf- uehmen kann.

Bandel, Gewerbe und Verkehr,

Frankfurt a. M., 15. Oft Der Viehmarkt war gestern mit 1318 Schweinen befahren. Es kosteten Schweine 1. Qualität 73-74 Pfg., 2. Qualität 72 Pfg. pro Pfund Schlachtgewicht. Das Geschäft ging lebhaft; es verblieb kein Ueberstand. Die Zufuhr betrug 12 Doppelwaggons und 2 Waggons. Auf der Freibank gelangen heute Donnerstag und Freitag von 8 Uhr morgens ab, nachstehende Fleischsorten zu den beigesctzten Preisen zum Verkauf: Rindfleisch, roh 35 und 40 Pfg., gekocht 30 Pfg.; Schweinefleisch, roh 50 Pfg., gekocht 35 Pfg. pro Pfund.

Schiffsberichte.

(Mitgeieilt von Agem Ad. Treusch-Hanau.)

Hamburg, 12. Oktbr. Der DampferSachsenwald" von der Hamburg - Amerika - Linie ist gestern in Colon und der DampferLa Plata" vorgestern in Oporto eingetroffen.

Depot u. Versandapotheke in Hanau: Engelapotheke, Markt 12.

trank er ein paar Tropfen Wasser, verfiel aber sogleich wie­der in Krämpfe, die ihn nach 2 Tagen hinrafften.

So war denn Bulgarien wieder griechisch, doch konnte die griechische Herrschaft das Land nicht vor neuen bar­barischen Invasionen schützen, und sie war so unerträglich, daß die Bulgaren nach Erlösung lechzten. Diese kam nun von den beiden Brüdern Äsen, Peter und Johann, die die Gründer des zweiten bulgarischen Reiches gewesen sind. Auch diese Reichsgründung ist von zahlreichen Legenden um­sponnen: genug in Tirnowo, das die neue Residenz wurde, ward Peter Asen in der Kirche des heiligen Deme­trius feierlich zum Zaren der Bulgaren und Griechen ge­krönt. Die große Gestalt der Aseniden-Dynastie ist Johann Asen II., der seine Waffen wieder bis vor die Mauern von Konstantinopel trug, Bulgarien zur Großmacht erhob uud zugleich den Kulturzustand des Landes wesentlich förderte. Damals galt Tirnowo als eine Stadt, die im Orient nur Byzanz nachstand. Handel und Künste blühten; aus Trans­sylvanien wanderten die Sachsen ein und gründeten tätige Kolonien, Kaufleute aus Ragusa, Venedig und Genua .uch- zogen in freier Handelstätigkeit das Land. Am Hofe ging es mit echt orientalischem Pompe zu. Unbeschränkte Gast­freundschaft herrschte dort. Bei fürstlichen Hochzeiten wurde unglaubliche Pracht entwickelt: eine könig­liche Braut brachte einmal 60 Pferdeladungen von Gold, Silber und Seide, sowie andere Kostbarkeiten mit sich. Die Zarinnen entstammten den verschiedensten Nationalitäten; man findet darunter Griechinnen, Bulgarinnen, Serbinnen, Walachinnen, eine Ungarin und sogar eine Jüdin, die zum Christentum übertrat. Im Jahre 1241 starb Johann Asen II., dessen Reich von drei Meeren bespült wurde und wieder folgt ein schneller Verfall. Noch nicht hundert Jahre später geriet bas Land wieder unter fremde Herrschaft aber dies­mal war eS nicht Byzanz, sondern es war Serbien, das den bulgarischen König zum Vasallen machte. Das war in den Tagen des großen serbischen Königs Duschan.

Hier ist es am Platze, einen Blick auf die Entwickelung zu werfen, die Serbien bis dahin genommen hatte. Auch hierin lassen sich zwei Glanzperioden unterscheiden. Das erste Mal ist es Stephan Dobroslaw, der 1043 das Land unabhängig macht. Eine Zeitlang ist dann Serbien ein eigenes bedeutendes Reich, bis es wieder in sich zerfällt und die byzantinische Oberherrschaft anerkennen muß. Zum zweiten Male aber bricht Stephan Nemanja 1165 das byzantinische Joch und damit beginnt nun die Großzeit des serbischen Reiches, jenesgroßserbifche Kaisertum", das in den Ueberlieferungen, den Gedichten und den Anschauungen der Serben eine so große Rolle spielt. Dies Kaisertum aber er­reichte seinen Höhepunkt eben inStephan ®ufd)an(13Bl1355), der vielbesungenen größten Figur der serbischen Geschichte und einer der Hauptgestalten der Geschichten der Bakkanvölker 'überhaupt. Er besiegte die Ungarn, eroberte Bosnien, macht sich zum Herrn in Kagusa, unterwirft sich Albanien, Maze-

15. Oktober

Kasseler

Hafer-Kakao 1 wird als Kinder-Frühstück tausendfach ärztlich empfohlen. Nur acht in blauen Kartons für 1 Mk.. niemals tose.

Von vcn vielen Fortschritten, die uns die Chemie in den letzten Jahren gebracht, hat wohl keine so sehr di« Sympathie der Hausfrauen erworben, als die neueste Er- findung, welche berufen ist, eine vollkommene Umwälzung in der Behandlung der Wäsche hervorzurufen. Der Wäschetag war stets der kritischste Tag in der Familie, hing doch soviel von dem schönen Ausfall der Wäsche von der Gunst der Witterung ab, dabei erforderte aber auch die Wäsche eine Unsumme von Arbeit, Mühe und Kosten. Jeder Neuerung auf dem Gebiete der Wäschebehandlung wird aber so manche Hausfrau, vielleicht gar durch die bösen Erfahrungen, die sie mit minderwertigen Waschmitteln gemacht hat, mißtrauisch gegenüberstehen. Den Vorteilen, welche die so geniale Neu­heit der Firma Joseph Müller, chem. techn. Fabrik, Limburg, mit sich bringt, wird sich aber eine einsichtsvolle Hausfrau nicht länger verschließen. Die Wäsche wurde seither mit vieler Mühe gewaschen und gereinigt, dann zum Bleichen auf den Rasen gelegt. Besonders in Städten, wo vielfach überhaupt keine Gelegenheit zum Bleichen vorhanden oder diese doch sehr durch den niederfallenden Ruß der Kamine beeinträchtigt ist, muß die Hausfrau auf die Annehmlichkeit der Bleiche verzichten und versuchte häufig die Wäsche mit dem so schädlichen Chlor zu bleichen. Bei der Rasenbleiche bewirkt lediglich der den Gräsern entströmende Sauerstoff das blendende Weiß der Wäsche, dabei ist aber die Rasenbleiche sehr mühevoll, kostspielig und zeitraubend. Unserer stets vorwärts strebenden Chemie ist es gelungen, in dem Wasch- und BleichmittelAugil" ein Produkt herzustellen, welches beim Kochen der Wäsche ganz erhebliche Mengen Sauerstoff entwickelt und hierdurch die mühevolle, zeitraubende Rasen­bleiche nicht nur vollkommen ersetzt, sondern auch gleichzeitig das Reinigen der Wäsche ohne Mühe vollzieht. Es leistet in einer Stunde die Arbeit, welche früher Tage erforderte. Rechnet man, daß beiAugil" infolge seiner kolossalen Reinigungskraft das viele Reiben und Bürsten fortsällt, eine Unmenge Arbeit gespart, dabei aber die Wäsche, deren Wert jede Hausfrau zu schätzen weiß, unter Garantie, selbst bei falscherAnwendung, nicht nur geschont, sondern deren Gewebe- fasern noch strammer wird, so wird man finden, daßAugil" doch das billigste Waschmittel ist. Es sind in der letzten Zeit Waschmittel auf den Markt gekommen, welche ähnliche Vorteile in Aussicht stellen, dieselben enthalten aber zum großen Teil Wasserglas rc., einzelne sind sogar explosiv, andere aber enthalten sehr geringe Mengen aktiven Sauerstoff. So wurde durch Analyse bèi einem durch seinen sehr billigen Preis frappierenden Mittel festgestellt, daß dessen Sauerstoff- gebalt so minimal ist, daß um einen annähernd gleichen Erfolg wie bei Augil zu erzielen, etwa die vierfache Mengte dieses sich auf seinen billigen Preis stützenden Mittels ange­wandt werden muß. Also Vorsicht beim Einkauf. Berück­sichtigt man alle diese Vorteile, so wird es einem klar, warukn die Firma Joseph Müller, Limburg, in dem Bestreben mit ihrem ProduktAugil" vom Besten das Beste zu liefern, sich den Dank und die Anerkennung schon so vieler Hausfrauen erworben hat.

donien, Thessalien, Nordgriechenland und Bulgarien. Ja, er richtete sein Augenmerk noch weiter: auf Konstantinopel selbst. Dazu bediente er sich eines Prätendenten auf den Thron von Konstantinopel, Kontakuzemos. Seine Stellung wird dadurch bezeichnet, daß er sich selbst den Titel gegeben hatte:Stepha­nus, von Gottesgnaden griechischer Kaiser". Auch hatte ihn Jnnocenz VI. mit der Bezeichnung beehrtBekämpfer der Türken zum Schutze der ganzen Christenheit". Die Persön­lichkeit Durschans war so gewaltig, daß er über die zentri­fugalen Tendenzen der Woiwoden Herr wurde. Eine Sag« erzählt, daß er sie am Feste des Erzstreiters Michael gefragt habe, nach welcher Seite er sie führen solle, gegen Griechen» land, oder gegen Allemannien.Wohin du uns führst, glor- würdigster Zar", erwiderten sie ihm,dahin wollen wir dir folgen." Die Kultur des großserbischen Reiches erreicht unter ihm einen Höhepunkt. Kirchen, Klöster, Schlösser und Festen steigen empor, viele davon reich und prächtig ausgeziert. Ein Gesetzbuch wird gegeben, Anfänge von Literatur ent­stehen. Dieser Duschan war zugleich als Krieger, Gesetzgeber, Politiker und Verwalter hervorragend. Im Begriffe, sich aus Konstantinopel selbst zu stürzen, sein Werk zu vollenden, er­reicht ihn der Tod.

Und nun sollte beiden Reichen bald die letzte große Schick- salsstunde schlagen. Eine neue Macht tritt auf den Schau­platz: das sieghafte Kriegervolk der Osmanen. Die drei Mächte des Balkans, Byzanz, Bulgarien und Serbien, be­dienen sich der Türken erst gegeneinander, um dann nach­einander ihnen zum Opfer zu werden. Schon haben sie Bulgarien überrannt, bei Adrianopel verliert der serbische Woiwode Vukaschin gegen den Sultan Murad I. Schlacht und Leben, und sein Nachfolger wird türkischer Vasall. Die letzte Entscheidung aber bringt die weltberühmte, vielbe­sungene Schlacht bei Kossowo oder auf dem Amselfelde, im Herzen des altserbischen Landes, wo zu den Serben noch 20000 Bosnier gestoßen waren, während auf türkischer Sette schon Bulgaren und Serben für die Sache des Halbmondes fochten. Die Schlacht auf dem Amselfelde bildet ein ent­scheidendes Moment der Weltgeschichte. Hätten die Balkan­völker damals den Osmanen zu widerstehen vermocht: ihre und des ganzen Orients Geschichte wäre von Grund auf anders gelenkt worden. Aber sie wurden geschlagen, obwohl am Morgen ein Serbe bem Sultan Murâd einen Dolch in den Leib gestoßen hatte. Er lebte noch bis zum Abend, um seinen Sieg zu sehen.

Das ist in den Grundzügen die Geschichte der alten ser- bischen und bulgarischen Großreiche und ihres Unterganges. Was wir heut geschehen sehen, das ist nichts anderes, als die Abrechnung der alten Balkanvölker mit dem übermächtigen Volke, das vor 500 Jahren ihrer Geschichte ein Ende ge­macht hat. Die Gegenwart schließt sich eng an die älteste Vergangenheit an.