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General-Anzeiger
Änliches Orgn» für Sindt- nsd Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 237
Fernsprechanschlutz Nr. 605»
Freitag den 9. Oktober
F-r«spr-chattschl«tz Nr. 605. 190 8
Amtliches.
Stadt- und Eandkreis Ranau.
Durch Zeitungsannoncen sowie durch Offerten wird unter der Bezeichnung „Professor Paul Lind's Flüssigkeit für das Haar" ein Präparat angepriesen, durch welches dem Haare die ursprüngliche Farbe wieder gegeben werden soll. Es wird von dem Professor Paul Lind in London vertrieben und auch von dort unmittelbar an die Besteller versandt.
Durch die staatliche Untersuchungsanstalt zu Berlin ist festgestellt worden, daß das Präparat erhebliche Mengen von Bleiverbinduttge« enthält und deshalb als gesundheitsschädlich zu betrachten ist. Vor dem Gebrauche desselben wird daher hiermit gewarnt.
Hanau den 8. Oktober 1908.
Der Königliche Landrat und Polizei-Direktor.
P 10650 J. V.: Siemon, Reg.-Assessor.
Eandkreis Ran au.
BekmtnlchlltM des Mischen Mrntatë.
Der israelitische Gemeinde-Aelteste Raphael Wolf in Windecken ist auf eine weitere Amtsdauer von 3 Jahren zum Aeltesten dieser Gemeinde bestellt und verpflichtet worden. Hanau den 5. Oktober 1908.
Der Königliche Landrat.
V 6648 I. V.: Siemon, Reg.-Assessor.
Der israelitische Gemeinde-Aelteste Simon Gernsheimer in Rückingen ist auf eine weitere Amtsdauer von 3 Jahren zum Aeltesten dieser Gemeinde bestellt und verpflichtet worden.
Hanau den 5. Oktober 1908.
Der Königliche Landrat.
V 6647 I. V.: Siemon, Regierungs-Assessor.
Der israelitische Gemeinde-Aelteste Salomon Strauß II. in Wachenbuchen ist auf eine weitere Amtsdauer von 3 Jahren zum Aeltesten dieser Gemeinde bestellt und verpflichtet worden. Hanau den 5. Oktober 1908.
Der Königliche Landrat.
V 6*649 I. V.: Siemon, Reg.-Affessor.
Politische Rundschau.
Die Volksschttlkommission der Württembergischen Zweiten Kammer ist gestern nachmittag zur Beratung der Volksschulnovelle zusammengetreten. Es wurde beschlossen, zwei Lesungen vorzunehmen. Der sozialdemokratische Antrag auf
Feuilleton.
Konzert des Gesangvereins „Tontliithe".
— Hanau, 8. Oktober.
Das am 22. Oktober er. im Saale der „Centralhalle" in Aussicht genommene Konzert des Gesangvereins „Tonblüthe" verspricht nach den in die Wege geleiteten Vorbereitungen einen künstlerischen Genuß. Was das Konzert besonders noch anziehend wertvoll gestaltet, ist die Mitwirkung der Solisten. Als Gesangs-Solistin ist Frau Hella Rentsch- Sauer (Sopran) aus Berlin gewonnen. Dieser geschätzten Künstlerin geht der beste Ruf voraus und steht zu erwarten, daß dieselbe auch bei dem „Tonblüthe"-Konzcrt hervorragende Proben ihres gesanglichen Könnens ablegen wird. Einige ihrer Kritiken gelangen hiermit zur Veröffentlichung.
„Neues Wiener Journal."
Wien, 9. Nov. 1907. Sehr hoch über den Kollegen steht Frau Hella Rentsch-Sauer, die Freitag ihr Konzert gegeben hat, eine in vortrefflicher Schulung ausgebildete Sängerin. Eine mit breitem Schwung gesungene Arie aus Händels „Semcle" läßt vermuten, daß Frau Rentz gute Anlagen für das Oratorium besitzt. Ihr heller, gesunder, frischer Sopran ist namentlich in der Höhe von großem Reiz, die Art zu singen überaus anmutig. Viele Lieder ihres Programms: Schuberts „Die Liebe hat gelogen", Brahms' „Am Sonntagmorgen", „Sandmännchen" waren wunderschön, mit Verständnis und Wärme vorgetragen. Es war eine Freude, im „Bösendorfer Saal" wieder einmal richtig singen zu hören.
„Die Zeit."
Wien, 3. Nov. 1907.« Neben den zahlreichen Sanges- mutiaen. die. unwiderstehlichem Drauae iolaend. ihre Gönner
Streichung des Religionsunterrichtes in der Volksschule wurde «mit allen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten abgelehnt. Ebenso wurde der Antrag der Volkspariei, die Erteilung des Religionsunterrichtes auf die Geistlichkeit zu beschränken und den Lehrer davon zu befreien, gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt.
Der neue Ches des Geheimen Z!vilkabi«etts von Valentini hat sich dieser Tage von dem Regierungsbezirk Frankfurt a. O-, an deffen Spitze er bisher gestanden, verabschiedet. Seine letzte Rede enthielt eine Reihe von Gedanken. die gerade im Munde des neuen Kabinettschefs nicht ohne Interesse sind. Herr v. Valentini bekennt sich zunächst zu durchaus erfreulichen Verwaltungsgrundsätzen. Er habe zu seinen Beamten immer Vertrauen gehabt, „das Vertrauen, daß sie ihre besten Kräfte in den königlichen Dienst stellen" — nicht nur als Taglöhner, sondern als Persönlichkeiten mit freiestem Spielraum — in der Ueberzeugung, daß nur der Gutes leistet, der Verantwortung fühlt. „Wo Du stehst"
— so fuhr der Redner fort — „da mußt Du Deine ganze Kraft einsetzen, das muß das oberste Prinzip unserer Verwaltung sein. Diese Freudigkeit im Dienste, die ich durchzuhalten versuchte, bei meinen Mitarbeitern, durfte ich selbst empfinden. Je freier sich der Mensch gegen andere gibt, um so mehr wächst er selbst. Jede Einmengung der Individualität, alles, was wir Bureaukratismus nennen, davon müssen wir uns emanzipieren, um so erfolgreicher werden wi» sein . . . Voll Bewundernng bin ich für die märkischen Städte, besonders die kleineren, die so schwer zu arbeiten haben, gegen die Konkurrenz der Reichshauptstadt. Die Tapferkeit, mit der sie unter großen Opfern am Fortschritt der Hygiene und der städtischen Kultur arbeiten, ist bewundernswert. Hier wirkt die Konkurrenz der Reichshauptstadt erziehend ein auf den tüchtigen, klaren, starken Märker- sinn. Die Bodenschätze der Mark sind nicht groß. Aber was die Mark dafür züchtet und hervorbringt, daß sind Männer, Männer, die in der Not der Geschichte stets die alte märkische Kraft bewährt haben. Ich glaube, auf diesen Ehrentitel können Sie stolz sein. Erwähnen möchte ich noch die außerordentliche Rührigkeit des Märkers in der Industrie trotz schwieriger Bedingungen. Möchte weiter ein glücklicher Stern über Landwirtschaft und Industrie, Stadt und Land leuchten!"
Die Gehaltsaufbesserttnge« i« Preußen. Offiziös wird geschrieben: In Besprechungen über die für Preußen zu erwartende Revision der Einkommen- und Ergänzungsbesteuerung wird vielfach der Verwunderung darüber Ausdruck gegeben, daß die bevorstehende Aufbesserung der Besoldungen für Beamte, Geistliche und Lehrer Summen erfor- i dere, die ein kräftigeres Anziehen der Steuerschraube nötig ' machen. Zunächst darf darauf aufmerksam gemacht werden,
und Freunde abendlich in die Herrengasse locken, steht die Berliner Sängerin Hella Rentsch-Sauer heldenhaft da. Selten bekommen wir einen kräftigen, edelklingenden Sopran zu hören, der gleichzeitig so untadelhafte Tonmechanik aufweist. Bewunderungswürdig ist die Verwebung der Register; da ist nirgends ein Fältchen oder eine Naht bemerklich, und insbesondere die hohen Lagen glänzen in silberheller Reinheit. Auch die Vortragsweise der Sängerin ist eine korrekte und verständnisvolle.
„Tägliche R u n d s ch a u."
Berlin, 16. Januar 1908. Im „Mozartsaal" gab Dienstag abend Frau Hella Rentsch-Sauer ihren zweiten diesjährigen Liederabend und konnte an dem fast bis auf den letzten Platz gefüllten Zuhörerraum ermessen, wieviel Freunde ihrer Kunst sie sich im Laufe der Jahre in der Reichshauptstadt errungen hat. Diesmal war der Abend ausschließlich zwei Meistern des Liedes gewidmet, deren Eigenart in je zwei kontrastierenden Nummern vorzüglich zu erkennen war. Die Künstlerin bot uns acht Lieder und Gesänge von Franz Schubert und neun Gesänge von Hugo Wolf. In besonnener Erkenntnis der ihr eigenen Begabung hatte die Künstlerin vor allem solche Werke ausgewäblt, in denen ihr geschmackvoller Vortrag und ihre herrliche Kunst des Pianogesanges glänzend zur Geltung kam. Man hatte dabei Gelegenheit, von beiden Tonmeistern Lieder zu hören, die sich sonst seltener auf unsere landläufigen Programme zu verirren pflegen. Zum Teil Kompositionen, deren gehäufte Schwierigkeiten nur von einer außergewöhnlichen musikalischen Sicherheit bemeistert werden können. In dieser Hinsicht war vor allem die letzte Gruppe der Wolf-Lieder überaus fesselnd, und cs bedeutete eine gerechte Anerkennung, daß das Publikum sich MörikeS „Nixe Binsefuß" zur Wiederholung erzwang. Auf der anderen Seite erreichte aber die Künstlerin auch in Werken, deren Wesen vor allem im cmpfindungSvolleu Vorträge zu erfassen ist, eine starke Ausdrucksfähigkeit, so z. B. in hem Sckmbertschcn Liede »Du liebst mich nicht". Es sei
daß ein ganz beträchtlicher Teil des zu der Aufbesserung notwendigen Betrages gar nicht einmal durch eine Steuerreform hereingebracht zu werden braucht. Man wird sich in dieser Beziehung erinnern, daß in den preußischen Etat für 1908 bereits 77 Millionen Mark eingestellt waren, die ihre Deckung auf gewöhnlichem Wege fanden, d. h. durch die Steigerung der in den Etat eingesetzten Einnahmen. Ob die Einnahmesätze, wie sie im Etat angenommen sind, der Wirklichkeit entsprechen werden, wird allerdings abgewartet werden müssen. Immerhin darf als sicher angesehen werden, daß die Deckung eines sehr großen Teiles der zu der Besoldungsaufbesserung nötigen Summe auf die schon bestehenden Einnahmen verwiesen und nur der verbleibende Rest durch die Einkommen- und Ergänzungssteuerrevision aufgebracht werden soll. Sodann vergißt man vielfach, daß es sich bei der Aufbesserung nicht bloß um b« Gehälter der Beamten, Geistlichen und Lehrer handelt, daß vielmehr jede solcher Gehaltsaufbesserungen auch Kons«- quenzen auf anderen Gebieten zeitigt. In erster Reihe ist dies bei den Pensionen und den Reliktenbezügen der Fall. Durch die Einkommenverbesserungen steigen ganz naturgemäß die den Arbeitsunfähigen und den Witwen und Waisen zu- gestcherten Bezüge, da sie im Verhältnis zum Gehalt ausgeworfen find. Wenn schon auch in der ersten Zeit nach der Besoldungsaufbesserung diese Konsequenzen nicht in ihrem ganzen Umfange in die Erscheinung treten, so muß mit dem Eintritt der Gesamtausgabe dieser Art doch schon jetzt gerechnet werden, ganz abgesehen davon, daß auch bereits in naher Zeit hierfür ansehnliche Summen aufzuwenden find. Man wird also bei Betrachtungen der oben erwähnten Art nicht vergessen dürfen, daß Gehaltsaufbesserungen auch Konsequenzen inbezug auf Ausgaben auf anderen Gebieten haben. Alle diese Ausgaben ergeben insgesamt recht beträchtliche Summen.
Der holländisch-englische Gegensatz in Natal. Dem „Petit Bleu" wird aus Durbau ein bemerkenswerther Zwischenfall gemeldet: Am 14. Oktober soll im Rathaussaale zu Durban ein Kongreß aller Vertreter der südafrikanischen Besitzungen Englands eröffnet werden. Um den holländischen Delegierten eine Aufmerksamkeit zu erweisen, hat die Regierung von Natal bereits ein Porträs von Milner, das neben den Bildern der Königin Viktoria und Chamberlains hing, verhüllen lassen. Die Engländer in Durban find deswegen sehr erregt und fie haben fich vorgenommen, vor Begum des Kongresses die Hülle von dem Bild« herabzureißen.
Die Bewegung i« Deutsch-Ostafrika. Die vor einigen Monaten gemeldete Eingeborenenbewegung in des zentral-ostafrikanischen Landschaften Turu und Irak» ist nach soeben an amtlicher Stelle eingetroffenen Nachrichten ohne weitere Störungen zum Abschluß gelangt. Die Ruhe ist
nicht unterlassen, zu bemerken, daß Frau Hella Rentsch- Sauer an Herrn Erich I. Wolff einen ganz vorzüglichen Partner am Klavier hatte.
„Börsen-Zeitung".
Berlin, 17. Jan. 1908. Sehr erfreuliche, rrHe Kunst bot Frau Hella Rentsch-Sauer an demselben Abend im Mozartsaal ihrer zahlreichen Hörerschaft. Die anmutig« Künstlerin hatte für ihren Liederabend ausschließlich Kompositionen von Schubert und Hugo Wolf aufs Programm gesetzt. Der reine Klang ihrer lieblichen Sopranstimme, die Sicherheit der Intonation, ihr schlichter und doch so gefühls- warmer Vortrag nahmen wieder ganz gefangen. Ganz vorzüglich gelangen der Künstlerin Schuberts „An die Nachtigall" und „Gretchen am Spinnrad"; auch Wolfs „Verschwiegene Liebe" und „Die Bekehrte" wird man nicht allzu häufig so fein gesungen hören. Herr Erich I. Wolf begleitete mit künstlerischem Feinsinn am Flügel.
„Dresdener Nachrichten".
Dresden, 13. Febr. 1908. Der von der Berlin« Konzertsängerin Frau Hella Renlsch-Sauer am Dienstag im „Palmengarten" gegebene Liederabend hatte sich eines ziemlich guten Besuches zu erfreuen. Die sympathische Künstlerin verfügt über einen lieblichen Sopran mit ausgezeichneter Schulung, die in der Beherrschung des Organs auch in hohen Lagen, in Sicherheit des Tonansatzes und der Führung, in tadelloser Reinheit der Tongebung, sowie in rühmlich« Sorgfalt der Textbehandlung vorteilhaft zutage trat. Durch berückende Klaugfchènheit ragt in besonderem Grad« daS Piano hervor.
Dresdener Deutsche Freie Presse.
Dresden, 13. Febr. 1908. Gestern abend ließ sich im „Palmengarten" die hier noch nicht bekannte Konzertsängerin Frau Hella Rentsch-Sauer vor ziemlich gut besuchtem Saale hören. Wir freuen uns, mitteilen zu können, daß dies Komert eines der besten war von den rablloies dieieS