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eeietiwsbrud und Belag der Buchdrucker«» de» verein, w, Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Mich« Organ für Stob und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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9èl. 230 F-rnsprechanschlutz Nr. 605

Donnerstag den 1. Oktober

Fernsprechanschlntz Nr. 605. 1908

Amtliches.

In das Handelsregister ist heute die Aktiengesellschaft in Firma

Hanauer Straßenbahn Aktiengesellschaft" mit dem Sitze in Hanau eingetragen. Die Gesellschaftsver­träge sind am 28. März 1907, 2. April 1908 und 15. Juli 1908 festgestellt. Gegenstand des Unternehmens ist der Bau und Betrieb elektrischer Straßenbahnen in Hanau selbst und nach benachbarten Gemeinden, die Ausführung von Beleuch­tungsanlagen und damit in Zusammenhang stehenden elek­trischen Unternehmungen. Das Grundkapital beträgt 380 000 Mark und ist in Inhaber-Aktien zu je 1000 Mark zerlegt, welche zum Nennwerte ausgegeben werden.

Der Vorstand der Gesellschaft besteht aus einem vom Aufsichtsrat zu ernennenden Direktor.

Die von der Gesellschaft ausgehenden Bekanntmachungen sind imDeutschen Reichsanzeiger" zu veröffentlichen. Der Aufsichtsrat kann noch andere Blätter bestimmen, in denen die öffentlichen Bekanntmachungen zu erfolgen haben.

Die Generalversammlung der Aktionäre wird durch ein­malige Bekanntmachung in den vorgedachten Gesellschafts- blättern berufen. In der Bekanntmachung muß der Zweck der Berufung angegeben werden, auch muß zwischen ihr und der Generalversammlung eine Frist von mindestens 3 Wochen liegen.

Die Gründer der Gesellschaft sind:

1. die Stadt Hanau,

2. die Kommanditgesellschaft in Firma:Pfeiffer

& Co." in Wiesbaden,

3. Bankier Adolf Oppenheimer in Wiesbaden,

4. die offene Handelsgesellschaft in Firma:Jacob Isaac W e i l l e r Söhne" in Frankfurt a. M.,

5. die Kommanditgesellschaft in Firma:Carlebach

& Cahn in Mainz,

6. die Gemeinde Groß-Steinheim,

7. die Gemeinde Klein-Steinheim.

Diese 7 Gründer haben sämtliche Aktien übernommen.

Vorstand ist der Stadtkämmerer Adolf Scherzberg tu Hanau.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind:

1. der Oberbürgermeister Dr. Ge b e schus in Hanau,

2. der Beigeordnete Carl H i I d in Hanau,

3. der Baurat Hermann Wohlfarth in Hanau,

4. der Oberingenieur Adolf Hecker in Wiesbaden,

5. der Bankier G u stav Pfeiffer in Wiesbaden,

6. der Bankier Adolf Oppenheimer in Wies­baden,

7. der Bankier Emil Jakob Weiller in Frank­furt a. M.,

Feuilleton.

- Zur MWNMWlmMen Ns den Mrtn 1906-08

in der König!. Zeichenakademie.

Von Dr. F. Ouittiug.

Die Ausstellungen unserer Zeichenakademie sind nach ihrem Inhalt und dessen Qualität längst weit über Hanaus Grenzen hinaus bekannt. Wer mitten im Betriebe einer Kunstgewerbe­schule steht und dadurch Gelegenheit hat, Schülerarbeiten zahlreicher verwandter Anstalten kennen zu lernen, der wird denn auch jederzeit die Behauptung belegen können, daß die Leistungen der Hanauer Fachschule für Edelmetallindustrie nur von wenigen anderen Schulen erreicht werden.

Es soll im folgenden nicht versucht werden, diese Leistungen der Lehrer wie der Schüler im einzelnen durch­zusprechen. Nur was. die Ausstellung gegenüber ihrer Vor­gängerin an Neuem zu bieten hat, soll uns beschäftigen. Sie umfaßt die Arbeiten, die seit Ostern 1906 entstanden sind. Im Oktober 1906 trat der leider viel zu früh für die Zeichenakademie wie für die Hanauer Edelmetallindustrie wieder nach Berlin berufene Direktor, Herr Prof. Petersen, sein Amt an. Die Zeit seiner Tätigkeit ist also ungefähr die gleiche, wie der Zeitraum, von dem die jetzige Aus­stellung Zeugnis ablegen soll; sie gibt einen Maßstab an die Hand für das, was Petersen hier erstrebt und erreicht hat.

Zunächst wurde unter seiner Leitung eine besondere Be­deutung der Kunsterziehung zugemcssen. Zahlreiche Maß­nahmen im Unterricht entsprangen seinen eingehenden Ueber- legungen und seinen reichen Erfahrungen auf diesem Gebiete. Die natürlichen Fähigkeiten und Anlagen der Schüler, die schaffenden Kräfte, die in jeder jungen Brust schlummern.

8. der Bankier Konsul Adolf Carlebach in Mainz,

9. der Bürgermeister Spielmann in Groß- Steinheim,

10. der Bürgermeister Braun in Klein-Steinheim.

Von den bei der Anmeldung eingereichien Schriftstücken, insbesondere dem Prüfungsberichte des Vorstandes und Auf­sichtsrates sowie dem Prüfungsberichte der Revisoren kann bei dem unterzeichneten Gerichte Einsicht genommen werden. Der Prüfungsbericht der Revisoren kann auch bei der Handels­kammer hierselbst eingesehen werden.

Hanau den 29. September 1908.

__Königliches Amtsgericht 5. 19527

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachung.

Die Wohnung in dem Gebäude Badergaffe 11, be­stehend aus 1 Zimmer mit Küche im Erd- und 2 Zimmern mit Küche nebst Zubehör im Obergeschoß, soll zum 15. Oktober 1908 neu vermietet werden.

Die Wohnung kann nach vorheriger Anmeldung beim Stadtbauamt, Zimmer 17, besichtigt werden.

Angebote sind schriftlich an uns einzureichen.

Hanau den 29. September 1908.

19543 Der Magistrat. ! Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 Kindercapes, 1 schwarzer Herren- ; Regenmantel und 1 schwarzer breiter Filzhut, 1 weißer j Damengürtel.

Verloren: 1 grauer Herrenrock mit Jnvalidenkarte und Zeugnissen rc. für Emil Oesterreich aus Gollnow, 1 goldner Damengürtel (am Schlachthaus).

Hanau den 1. Oktober 1908.

Politische Rundschau.

Gegen das deutsche Konsulatsgebäude > in Bor­deaux ist gestern nacht ein Anschlag verübt worden, der nur geringen Sachschaden verursachte und allem Anscheine nach lediglich als ein Dummerjungenstreich zu bewerten ist. Ein Telegramm berichtet darüber: Gegen Mitternacht wurde die Familie des Konsuls Meyer in Bordeaux durch eine Explosion aufgeschreckt. Alle Fensterscheiben im Hause wurden zertrümmert, sonst aber kein Schaden angerichtet. Auf einem Fenstervorsprung des Erdgeschosses fanden sich Reste von Jagdpulver, das von einem Leinwandlappen umhüllt ge­wesen war; das ganze hatte der Urheber dieses Buben­streichs mit Metallfäden umwickelt. Die Polizei forscht nach, ob im Konsulate vielleicht in jüngster Zeit von einem

sollen von vornherein, schon im Anfangsunterricht, nicht durch ein schematisches Kopieren von Vorlagen oder durch eine die Arbeit des Schülers mehr oder weniger beeinträchtigende Korrektur des Lehrers in eine bestimmte Richtung gezwungen oder gänzlich ertötet werden. Im Gegenteil darf es nur Aufgabe des Unterrichts sein, das, was im Schüler an künst­lerischen Ansätzen bereits vorhanden ist, zu entwickeln, .zur Reife zu fördern und es während seiner Entwicklung vor Verirrungen zu bewahren. Diesen kunstpädagogischen Forderungen wird in der Weise Rechnung getragen, daß einerseits die Korrektur des Lehrers niemals den Entwurf des Schülers selbst berührt, sondern immer auf darüber ge­legtem Pauspapier vorgenommen wird und daß ferner der Anfänger nicht mit den stumpfsinnigen Abzeichnen von Vor­lagen beschäftigt, sondern sofort vor eine Aufgabe gestellt wird, die seiner Phantasie Anregung und zugleich dem Lehrer Gelegenheit bietet, sich über die Befähigung seiner Schüler schnell ein Urteil zu bilden.

Die in der Aula ausgestellten Arbeiten der Klasse Schmiegelow erläutern in einer Menge von Entwürfen, wie diese Art des Unterrichts gehandhabt wird. Es wird dem Anfänger z. B. die Aufgabe gestellt, eine Kreisfläche mit Ornament zu füllen. Bei 20 Schülern der Klasse werden 20 verschiedene Lösungen herauskommen, da jedem freier Spielraum gelassen ist, seine Phantasie und seinen Geschmack zu betätigen. Dann werden die Ergebnisse einzeln durchgesprochen, die allgemeinen Grundsätze und Möglich­keiten der dekorativen Flächenfüllung erörtert und auf die vorhandenen Leistungen vergleichend angewendet. Zugleich werden erkennbare Lücken ausgefüllt. Hat beispielsweise ein Schüler Pflanzenmotive zur Dekoration der Fläche benutzt und der Lehrer erkennt, daß ihm die Struktur der betreffenden Pflanzen noch gänzlich fremd ist, so wird er dem Schüler zunächst eine solche Pflanze in natura vorlegen, sic ihm er­klären und ihn danach einige Studien anfertigen lassen. Danach wird hie aleiche Ausgabe nochmals vorgenommen

Petenten Drohungen ausgestoßen wurden, oder ob es sich um die Tat eines durch die Lektüre chauvinistischer Blätter irregeleiteten Individuums handelt. Man erwartet, daß das ausgezeichnete Einvernehmen in dem die relativ zahl­reiche und sehr angesehene deutsche Kolonie mit der fraNzö- fischen Bevölkerung von Bordeaux steht, durch diesen Vor­fall keine Trübung erfahren wird.

Bulgarien und die Türkei.

Sofia, 30. Septbr. Der Ministerrat setzt« heute dir Beratungen über die beiden Streitfragen mit der Türkei fort. Ueber die Orientbahnfrage wurde ein ausführliches Memorandum ausgearbeitet, welches den Ursprung der Be­schlagnahme der Orientbahn darlegt und die Beschlagnahme durch die Staatsraison zu erklären sucht. Danach ist die bulgarische Regierung entschlossen, die Orientbahn keines­falls zurückzugeben. Der Finanzminister soll mit der Ein­leitung von Ablösungsverhandlungen mit der Orientbahn­gesellschaft beauftragt und das Memorandum soll uoch heut« allen Vertretern der Signatarmächte des Berliner Vertrages übersandt werden und derart zugleich eine Antwort auf den türkischen, den österreichisch-ungarischen und den deutschen Protest bilden.

Wien, 30. Septbr. Ein CommuniguS der Betriebsge- fellschaft der Orientalischen Eisenbahnen besagt: ES wird uns mitgeteilt, die bulgarische Regierung habe dem deutschen Vertreter in Sofia die Erklärung abgegeben, daß der bulga­rische Dautenminister in Wien mit der Betriebsgesellschaft der Orientalischen Eisenbahnen wegen Ablösung ihres oft* rumelischen Netzes verhandelte. Die Betriebsgesellschaft er­klärt hiermit, daß zwischen ihr und der bulgarischen Re­gierung keinerlei Verhandlungen über die oben erwähnt« Materie hier stattgefunden haben. Im Jahre 1898 war zwischen der Betriebsgesellschaft und der bulgarischen Re­gierung ein Vertrag über die Abtretung des Betriebsrechts abgeschlossen worden, jedoch unter dem ausdrücklichen Vor­behalt der Zustimmung dèr türkischen Regierung als Eigen­tümerin. Dieser Vertrag ist aber infolge Ausbleibens der türkischen Zustimmung hinfällig geworden. Seither fanden keinerlei Verhandlungen irgend welcher Art über die Ab­lösung ihres ostrumelischen Netzes zwischen Bulgarien und der Betriebsgesellschaft statt.

Konstantinopel, 30. Septbr. Die hiesige Direktion der Orientbahn erhielt von ihrem Vertreter in Ost-Rumelien einen Bericht, wonach auf verschiedenen Stationen der Bahn bulgarische Soldaten mit Bajonetten di« Familien der Bahn­angestellten aus den Dienstwohnungen vertrieben haben. Zum Teil wurden die Türen zertrümmert, verschiedentlich auch Billetschalter zerstört. Ein Beamter der Orientbahn wurde wegen Widerstands verhaftet. Beim bulgarischen Minister des Aeußern wurde deshalb ein Protest einge­reicht.

Konstantinopel, 30. Septbr. (Wiener Korr.-Bur.) Dem Jkdam'' zufolge wird der bulgarische Agent Geschow dem­nächst hierher zurückkehren. Zu der Angelegenheit Geschow wird noch gemeldet, daß der Oberzeremonienmeister Galib Bey demissionierte, weil in einer Note der Pforte gesagt und es wird jetzt dem Schüler nicht nur selbst Freude be« reiten, die neu gewonnenen Kenntnisse zu verwerten, sondern er wird von solcher Verwertung auch dauernden Nutzen haben, weil die Studien und ihre praktische Umsetzung zu einem ganz bestimmten, sich dem Gedächtnis «inprägenden Zwecke erfolgt sind.

Selbstverständlich wird bei allen diesen Uebungen von Anfang an auf gute Raumverteilung der Zeichnungen auf dem Blatte, auf gute, von Absonderlichkeiten freie Schrift, überhaupt auf alle diejenigen Momente Bedacht genommen, die nur scheinbar nebensächlich, vielmehr in Wirklichkeit von erheblicher Bedeutung für die Bildung dès Geschmackes sind.

Sobald der Anfänger einigermaßen Handfertigkeit und Sicherheit im exakten Zeichnen erlangt hat, treten neue Auf­gaben an ihn heran: die sogenannten Gedächtnis- zeichnungen. Der Lehrer entwirft nach einem muster­gültigen Vorbilde eine Zeichnung in großem Maßstab. Sie wird den Schülern wie etwa eine Wandkarte kurze Zeit ge­zeigt und in ihren Hauptmotiven erläutert. Danach wird diese Vorlage weggenommen und jeder muß sie aus der Er­innerung aufzeichnen. Diese Uebungen bringen einen drei­fachen Vorteil mit sich. Sie gewöhnen an ein genaues Be­obachten, sie verschaffen einen gewissen Schatz guter Formen und sie leiten allmählich hinüber zum eigenen Entwerfen.

Es ist eine bekannte Erfahrungstatsache, daß selbst vielt Künstler nicht imstande sind, einen noch so oft gesehenen Gegen­stand aus dem Gedächtnis wiederzugeben. Diese Erscheinung ist lediglich zurückzuführen auf eine mangelnde Gewöhnung an intensives Betrachten aller Objekte; sie bedeutet aber einen Mangel nicht nur für den Künstler, sondern schlechthin für jeden, beim, jeder soll lernen, das was er sieht, auch so zu sehen, daß er eS in seinen wesentlichen Formen erfaßt und behält. Sobald aber jemand weiß, daß er einen Gegenstand, der ihm vorgelegt wird, nachher aus dem Ge­dächtnis zeichnen muß, wird er sich diesen Gegenstand mit besonderer Sorgfalt und Genauigkeit betrachten, er wird