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ungefähr 2 Mk. Gerne lag 'oiüoM in Brau- ivic in Kutter- ware recht test, da sich die Brauereien bereits stärker am Geschäft beteiligen und auch der Abzug nach dem Westen auhâlt, während Rußland seine Forderungen für Fnttergerste weiter erhöht hat. In Mais ist man vorläufig weiter auf argentinische Ware angewiesen, deren Preis festgcbiiebcn ist.
Es stellten sich die Getreidepreise am letzten Markttage in Mark pro 1000 ßx je nach Qualität, wobei das Mehr (4~) bezw. Weniger (—) gegenüber der Vorwoche in Klammern () beigefügt ist, wie folgt:
Weizen
Roggen
Hafer
Königsberg
210 (- )
175 (4-1
) IM (—3 )
Danzig
209 (4-1 )
173 (—
) 165 (—1 )
Stettin
205 (4-1 )
175 (—
) 164 (- )
Posen
205 (- )
171 (-
) 158 (- )
BreSlau
205 (- )
176 (+1
) 160 (4-2 )
Berlin
207 (-1 )
177 (—2
) 180 (- )
Magdeburg
205 (4-1 1
175 (4-1
)161 (+1 )
Halle
205 (4-2 )
176 (4-1
) 168 (- )
Leipzig
207 (4-2 )
182 (+1
) 168 (4-1 )
Braunschweig
203 (4-1 )
172 (4-4
) 167 (4-1 )
Rostock
204 (4-4 )
176 (4-1
) 162 (4-2 )
Hamburg
206 (4-1 )
175 (+1
) 175 (- )
Hannover
210 (- )
177 (—3
) 165 (- )
Düsseldorf
216 (4-1 )
184 (4-4
) 168 (—2 )
Köln
210 (- )
179 (4-1
) 174 (4-1*/»)
Frankfurts. M. 207*/,(— )
183l/,(-l/,
)175 (- )
Mannheim
234 (4-3 )
194 (4-1
) 177 (- )
Stuttgart
222i/a(4-2i/ä)
1821/s(4-21/
,) 165 (— )
München
220 (— )
178 (-2
) 172 (4-1 )
Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Sept. 210.00 (—0.00), Budapest Oktober 196.70 (-f-2.70), Paris Sept. 190.80 (4-2.15), Liverpool Dez. 174.75 (-f-1.10), Chicago Sept. 154.40 (—0.80), Roggen: Berlin Sept. 178.50 (—2.25), Hafer : Berlin September 166.— (—1.75) Mk.
Hus Hab und fern.
Das Za stressest des .Landesvereins für Innere
Misfio«
wurde in Cassel gefeiert und am Sonntag abend durch einen Gottesdienst in der Lutherkirche eingeleitet. Nach dem gemeinsamen Gesänge „Nun lob mein Seel den Herrn" leitete Herr Pfarrer Nordmann die Feier ein. Der lutherische Kirchenchor brachte dann in formvollendeter Weise unter der umsichtigen Leitung des Königlichen Musikdiri- genten Herrn Spengler das „Schaffe mir Gott ein reines Herz" zu Gehör. In der Festpredigt legte dann Herr Pfr. Saul-Frankfurt a. M. seinen Ausführungen die Worte des 1- Johannesbrieses Kap. 5, Vers 4 zu Grunde: „Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwindet." Redner erinnert darin, dag vor wenigen Wochen der 100jährige Gedenktag der Gründung der inneren Mission gefeiert sei. Weiter erinnert Redner an die Verdienste des Gründers des Rauhen Hauses in Hamburg, Johannes Wichern, der mit glühendem Enthusiasmus den Gedanken der inneren Mission ins weite Land hinaus getragen hat. Redner geht in seinen weiteren Ausführungen auf die Verderbnis der heutigen Zeit, näher ein und betont, daß es Pflicht der inneren Mission sei, hier mit allen Mitteln der Liebe einzusetzen, nach dem Vorbilde Wicherns. Wichern habe es auf eine Erneuerung des ganzen Volkslebens im kirchlichen Sinne abgesehen. Tausende und Abertausende, besonders der gebildeten Kreise, stehen diesen Bestrebungen fern. Es fehlen Leute, die ihr« ganze Kraft in den Dienst des Herrn stellen, nur dadurch aber lasse sich ein Erfolg erzielen. Die Aufgabe der inneren Mission beruhe nicht auf Weltfreundschaft, sondern Weltüberwindung. Eine große Gefahr für die Mission bestehe in der Zielverirrung, ihre Hnuptausgabe sei nicht die Lösung von sozialen Aufgaben, das Ringen um irdische Ziele, ihre Hauptaufgabe ist, die Seele selig zu machen. Redner schließt seine zündenden Worte mit einem leb- schieden, die beiden hohen Herren, die da in einem außerordentlich glänzenden Gefolge nebeneinander ritten. Alexander hübsch, jung, elegant, ein trefflicher Reiter — Napoleon ■ klein, untersetzt, wenig geschickt zu Pferde; und doch der Magnet, der mit dämonischer Gewalt aller Augen auf sich zog. Ja, da gab es was zu sehen; man wußte nicht, wo man seine Augen zuerst hinlenken sollte. Und Napoleon war gnädig, gewährte der Stadt zu Ehren des Tages einige Erleichterungen, und so war die Freude allgemein. Abends glänzende Illumination. Ein Transparent beteuert: „Wenn es einen Sohn der Götter je gab, so wäre es Napoleon."
Nächstentags beginnen die beiden Kaiser sich zu dauerndem Aufenthalte und Verkehr einzurichten. Abgesehen von dem Ausflug« nach Weimar vollzog sich fortab ihr Verkehr in Erfurt mit großer Regelmäßigkeit. Versuchen wir es, den Tageslauf des Erfurter Lebens der beiden Monarchen so zu schildern, wie er sich in der Regel abspielte.
Jeden Morgen begrüßten die beiden Kaiser einander durch einen Kammerherrn. Der Vormittag gehörte dann jedem von ihnen allein. Sie geben ihre Audienzen, halten ihre Empfänge, arbeiten mit ihren Ministern. Napoleon lieft des Vormittags seine Depeschen, nimmt den Bericht des Platzkommandanten entgegen, erteilt seine Befehle. Außerdem liest er den Rapport der Polizei; denn er will bis auf die Taschendieb stähle herunter alles wissen, was in Erfurt vor sich geht. Es folgen die Empfänge. Napoleon erledigt sie, indem er dabei unausgesetzt weiter mit seinen Ministern konferiert. Zwischendrein nimmt er noch sein Frühstück zu sich. So war es, daß er am Vormittag des 2. Oktobers Goethen empfing. Er frühstückte, konferierte mit Daru und unterhielt sich dazwischen mit Goethe. Erst nachmittags treffen sich die beiden Kaiser, um den Rest des Tages gemeinsam zu verbringen. Da gibt es zunächst die großen militärischen Schauspiele, Revuen und Paraden der glänzendsten Armee der Welt. Des Abends nimmt man bei Napoleon in der Statthalterei gemeinsam das Diner, während Talleyrand und Champagny das diplomatische Korps und die rremden Würdenträger bewirten. Dann trifft sich alles im Theater, und der Abend schließt beim Kaiser Alexander, wo
Mittwoch__ haften Appell an alle, festzuhalten in der Liebe und dem Glauben.
* *
*
Die öffentliche H au p t v e r s a m m l u n g wurde am Montag morgen um 10 Uhr im evangelischen Bereinshaufe durch den Vorsitzenden, Generalsuper- intenbent D W erne r, eröffnet. Nach gemeinsamem Gesang und Gebet führte Herr Generalsuperintendent D. Werner ungefähr folgendes aus: Als unser Volksleben tiefe Abgründe zeigte," an denen unser Volk ahnungslos dahinwandelt, hat die Arbeit der inneren Mission eingesetzt. An Wohltätigkeit und Liebestätigkeit fehlte es auch damals schon nicht, 'die innere Mission aber wollte die verlorenen Söhne und Töchter unseres Volkes suchen, um Gott wiederzugewinnen. Nichts anderes solle die innere Mission tun, als das Wort verkünden und die Bahn für die Verlorenen frei machen. Redner beleuchtet die Verhältnisse in Hessen um 1848. Damals waren die einzelnen Gemeinden nur klein gewesen, sodaß der Pfarrer sie allein besorgen konnte. Dies Amt muß auch der Kirche bleiben, man müsse aber die Mithilfe der Gemeinde annehmen, gebe es doch für die Helfertätigkeit der Liebe immer mehr zu tun. Redner weist auf die segenbringende Arbeit des Diakonissenhauses und des Bruderhauses hin. Tief zu beklagen sei es, daß andere Sekten, die selbst das Wort und Sakrament nicht kennen und auf andere Weise das Ziel erreichen wollen, kein Verständnis für die Tätigkeit der inneren Mission haben. Auf solche Weise werde aber nicht aufgebaut, sondern das Ge- fammelte zerrissen. Redner gibt ein kurzes Bild über die Arbeiten des Landesvereins 'im verflossenen Jahre aus den verschiedensten Gebieten. Unterstützungen sind einer ganzen Reihe von Vereinen u. a. m. zuteil geworden. Der im vorigen Jahre gegründete Christliche Verein junger Männer, hat sich sehr gut entwickelt. Vom 1. Oktober d. I. ab wird ein weiterer Stadtmissionar für Jugendpflege angestellt werden.
Herr Pastor D. Henig, Direktor des „Rauhen Hauses" zu Hamburg, sprach dann über: „Der Wittenberger Kirchentag ein kirchengeschichtlicher Wendepunkt im 19. Jahrhundert." Redner feiert Wichern als den Vorkämpfer der inneren Mission, der durch sein Auftreten auf dem Wittenberger Kirchentage bahnbrechend für die Wege der inneren Mission gewirkt habe. Er werde aber noch immer nicht genug von den Männern, die am Schreibtische sitzen, verstanden. Redner geht dann auf die erschreckenden Bilder ein, die die Zeit um 1848 bot. Sonntagserftheiligung, Meineid , Brandstiftung, Trunksucht, Unzucht seien an der Tagesordnung gewesen, das Familienleben ging dem Verfall entgegen. Da setzte eine Erweckungsbewegung ein, die aber nicht neben der Kirche her, sondern mit der Kirche ging. Da war es Wichern, der das neu erwachende religiöse Leben zur Tat brachte. Er erkannte, daß die Kirche an der damaligen Verwilderung des Volkes mit die Schuld trage, der Geistlicke sollte nickt nur Prediger, sondern auch Helfer in der Liebe sein. Redner weist dann weiter auf die Charitasbewegung in der katholischen Kirche hin, die die Schwesterkirche durch die Innere Mission wieder dem Evangelium nähert. Redner schließt mit dem Gebet, daß Gott helfen möge, damit uns das Errungene nicht wieder verloren gehe. (Beifall.)
Nach kurzen Dankesworten des Vorsitzenden führt dann Herr Pfarrer Schuchard-Treysa über die männliche Diakonie, ihre Geschichte und ihre Aufgaben aus: Schon zu Zeiten des ersten Christentums habe man die Diakonie gekannt, die Anforderungen, die man an die Diakonen inbezug auf Leistungsfähigkeit, Wissen, Charakter usw. stellte, waren sehr hohe. Allmählich wurden sie mehr und mehr zum niederen Kirchendienste herangezogen und ihrer eigensten Bestimmung, der werktätigen Liebe, entzogen. Durch das ganze Mittelalter hindurch ruhte das Amt des Diakon. Erst die Reformation brachte hier eine Aenderung, Luther hatte die Notwendigkeit der Diakonie erkannt. Trotzdem wurde die Diakonie noch nicht neu gebildet, einmal weil es an den nötigen Leuten fehlte, dann war aber auch das Aergerniß über die alte Diakonie so groß, daß man vorläufig von einer neuen absah. Im Anfang des vorigen Jahrhunderts sei dann das Diakonenamt wieder in die Erscheinung getreten, bis dann Joh. Heinr. Wichern 1834 die Sache energisch in die Hand nahm. Zwölf Jahre dauerte der Kampf mit der Verwaltung des „Rauhen Hauses" in Hamburg, bis die Bruderanstalt dem „Rauhen Hause" angeschlossen wurde, die beiden Monarchen sich oft noch bis in die tiefe Nacht hinein unterhalten. Napeleon machte aus der Behandlung Alexanders ein ganzes System: er versucht ihn abwechselnd zu blenden, ihn zu unterhalten, ihm zu schmeicheln, ihm zu imponieren. Alexander nimmt all das gern an, aber beobachtet bei aller Freundlichkeit eine gewisse Reserve. Er studiert offenbar dies Phänomen, das sich Napeleon nennt, und sucht aus ihm nach Möglichkeit viel herauszuholen. So bringt er zum Beispiel das Gespräch besonders gern auf, die Tätigkeit des Kaisers im Frieden.
Aber was ist es nun, was die beiden Kaiser verhandeln, wenn sie allein sind? Gibt es Frieden oder Krieg, Bündnisse oder Zerwürfnisse? Das ist die große Frage des Tages, um die sich ein dichtes Netz von Intriguen spinnt. Heute, nach hundert Jahren, sind wir imstande, in das Geheimnis dieser kaiserlichen Unterhaltungen hineinzuschauen. Ihren Mittelpunkt bildete das Verhalten der beiden Monarchen zu Oesterreich, das sich weigerte, die neuen Könige von Napoleons Gnaden anzuerkennen, und dessen Absichten daher Napoleons höchstes Mißtrauen erregten. Er versuchte Alexander zu einer entschiedenen Stellung gegen Oesterreich zu bewegen, aber der Russe ist nur zu einem eventuellen Defensivbündnisse bereit. Er glaubt nicht daran, daß Oesterreich allein den Kampf aufnehmen wird; und dann — die wahre Gefahr sieht er nicht in Oesterreich, sondern in Napoleon. Das ist die Wirkung der Einflüsse Talleyrands, der auch hier sein Sonderspiel spielt. Er hat Alexander gegen Napoleons Ehrgeiz mißtrauisch zu machen verstanden. Er ist ihm gegenübergetreten als der Sprecher des französischen Volkes, und er hat in der Rolle auch auf Alexander Eindruck gemacht. So stößt Napoleon in allen feinen Verhandlungen mit Alexander immer wieder auf einen hartnäckigen unbesiegbaren Widerstand. Er versucht alles : Gründe, Schmeicheleien, selbst Drohungen. Vergebens. Schließlich gerät er mehr und mehr in Wut, und es kommt so weit, daß er in einer dieser Unterhaltungen ganz außer sich vor Zorn seinen Hut auf die Erde wirft. Alexander betrachtet ihn lächelnd und sagt nach einigem Schweigen in ruhigem Tone: „Sie sind heftig, aber ich bin hartnäckig; bei mir richtet der Zorn nichts aus. Sprechen und überlegen wir — oder ich gehe." Und wirk-
30. September
Dies bedeutete eine Neubelebung der biblischen Diakonie mit dem Unterschiede, daß dort der Diakon aus der Gemeinde herauswuchs, während hier es eine Genossenschaft von Männern ist, die die Arbeit der dienenden Liebe als Lebens- beruf münahmen. Es bestehen jetzt 18 Brüderhäuser in Deutschland, die - zu einem Verbände zusammengeschlossen sind, 1 in- Holland, 3 in Skandinavien. Der jüngste Verein ist der im Jahre 1901 gegründete Hessische Bruderverein zu Treysa, der der Jdiotenanstalt zu Hephata angeschlossen ist. Redner bemängelt, daß noch große Unkenntnis über die Vorbedingungen für die Aufnahme herrsche. Die Bruderhäufei seien ' feine Bewahranstalten oder Versorgungshäuser für körperlich oder geistig Zurückgebliebene, auch keine Fürsorgeanstalt für Arbeitslose, man brauche körperlich völlig gesunde und geistig frische Jünglinge, die ihre Kraft in den Dienst ihres Herrn stellen wollen. Jni hiesigen Diakonissenheim seien 6 Brüder tätig, die ihre Hilfe ohne Ansehen der Religion jedem zu teil werden lassen. Diese haben 1992 Nachtwachen, 328 Tagwachen und 1244 Hülfen aller Art geleistet. In 320 Rettungsheimen, Asylen für noch nicht strafmündige Kinder und 40 Burschenheimen sind in Deutschland 12 000 Insassen untergebracht. 465 Herbergen zur Heimat gewährten über 1*4 Millionen Wanderern Unterkunst, 275' Diakoue sind in diesem Häusern tätig. Weiter weist Redner auf die Tätigkeit in Arbeiterkolonien hin. 360 Diakons haben als Stadtmissionare ein weites Arbeitsfeld. Es werde noch einmal die Zeit kommen, daß der Diakon als Helfer, Organist, Küster für die Kirche gefordert werde. Die preussische Generalsynode habe für Gemeinde -Diakons 215 000 Mark ausgeworfen. Zum Schluß fordert Redner seine Amtsbrüder auf, Jünglinge zu werben, die mit Hand anlegen und eintreten in den Kampf der Liebe. (Lebh. Beifall.) Der Vorsitzende dankt dem Redner für seine interessanten Ausführungen.
Dem von Herrn Srrperintendent Wissemann erstatteten Kassenberichte ist zu entnehmen, daß die Kasse in Einnahme und Ausgabe mit 19 934 Mk. abschließt, 11 436 Mk. wurden für Unterstützungen verausgabt, 7627 Mk. auf neues Konto vorgetragen. Der Kassenstand beträgt 8527 Mk. Im laufenden Jahre stehen 11 237 Mk. für Unterstützungen bereit, die nach den Vorschlägen des Vorstandes auf bedürftige Anstalten verteilt werden, so erhält das hiesige Säuglingsheim 300 Mk., Arbeiter-Bauverein 150 Mk. Weiter werden Hersfeld, Liebenau, Allendorf, Hanau, Eschwege u. a. mit Beträgen von 100 bis 500 Mk. bedacht. Dem Anträge des Vorstandes folgend wird dann noch diesem die Ermächtigung erteilt,- aus Vereinsmitteln heraus einen Vereinsgeistlichen anzustellen. Um halb 3 Uhr schließt der Vorsitzende Herrs Superinteirdent D. Werner die diesmalige Tagung. Ein gemeinsames Mittagessen schließt sich an.
P a t e n l - E r t c i l u n g e n.
Nr. 202 309. Um eine wagrechte Achse drehbare Mischmaschine mit das Mischgut vor- und zurückführenden Schaufeln und einer in die Trommel hineinragenden Auffangvorrichtung ; Zus. 3- Pat. 199 824. Farbwerke vorm. Meister Lucius & Brüning in Höchst a. M., vom 31. Januar 1908 ab. — F. 24 888. Kl. 50f.
Nr. 202 289. Platlensprechmaschinc, bei welcher zur Erzielung gleicher Weggeschwiudigkeit an allen Stellen der spiralförmigen Schallkurve eine die Platte drehende Friktionsrolle entsprechend dem Abstand der Schalldose von der Platteumitte verschoben wird. Louis Rosenthal in Frankfurt a. M., Rückertstraßc 44, vom 19. Oktober 1906 ab. — R. 23 440. Kl. 42g.
Nr. 200 994. Einrichtung zum Belastungsausgleich in Anlagen mit schwankendem Kraftbedarf. Felten & Guilleaume - L ah in ey er we rke Akt. - Ge s. in Frankfurt a. M., vom 5. Juni 1907 au. — F. 23 634. Kl. 21b.
Nr. 202 597. Geschwindigkeitsmesser für Geschosse H a r t m. a n n L B r au n A k t. - G e s. in Frankfurt a. M.- Bockenheim, vom 18. Juli 1907 ab. — H. 41 191, Kl. 42o.
Schiffsberichte.
Mitgeteilt vom Vertreter des Norddeutschen Lloyd in Bremen, M. Schuster, Fahrstraße Nr. 1.
Der Dampfer „Prinz Friedrich Wilhelm" ist am 28 September wohlbehalten in New-Pork angekommen.
lich: Napoleon richtet nichts aus. Die Kosten dieses Miß- erfolges muß Preußen zahlen, denn nun weigert sich Napoleon entschieden, die von ihm besetzt gehaltenen preußischen Festungen herauszugeben.
* * *
Also tobt der Kampf in der Stille der fürstlichen und diplomatischen Kabinette. Aber draußen merkt man davon nichts. Da sind die beiden Kaiser ein Herz und eine Seele und alles ist voller Glanz und man amüsiert sich herrlich. In biefen Tagen fehlt es in Erfurt nicht an Unterhaltungen. Es gab Vergnügungen von allerlei Art. Gesellschaften, wo man zusammen speiste, plauderte und ein Spielchen machte. Die Politiker, soweit sie der Opposition angehörten, versammeln sich vorzugsweise beim Prinzen Wilhelm von Preußen. Das war das HcMptquartier der Franzosenfeinde. Und es gab wirkliche Salons damals in Erfurt. Bei der Frau von Necke war ein neutrales Terrain, wo sich alles traf, was Stellung oder Geist hatte, und wo auch Goethe gern verkehrte. Aristokratischer war der Salon der Prinzessin von Thurn und Taxis, der Schwester der Königin von Preußen, der eine leicht antifranzösische Note hatte. Aber Alexander selbst erschien in diesem Salon. Und so gab es noch allerlei andere Zirkel und Unterhaltungen, und um jeden Fürsten bildete sich ein eigener kleiner Kreis. Es war eine strenge Etikette eingeführt: die Tambours trommelten dreimal für die Kaiser, einmal für die Könige, und als ein unglücklicher Tambour den König von Württemberg mit drei Wirbeln begrüßt hatte, fuhr ihn sein Offizier an: „Stille, Du Schafskopf, Du siehst doch, daß das bloß ein König ist."
Aber den Glanzpunkt der Unterhaltungen bildete das Theater, das Napoleon aus Paris mitgebracht hatte. Auf der Bühne von Erfurt traten die Koryphäen des Theatre srangais auf: Talma, Lafont, St. Brix, die Raucourt, Duchesnois, Bourgoin. Die Truppe gab im ganzen während der Erfurter Tage 14 Vorstellungen, von denen 6 Racine und je 6 Corneille und Voltaire galten. Das war bei Geschmack des Kaisers, der Racine vor allem liebte. @* war aber nicht gerade ganz der Geschmack deS deutschen Publi- kums und der anderen Fremden, die lieber einmal etwas Amüsanteres statt dieser auf (StAiw» «•öiuxjyjreitenben fran-