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27. September

Montag

Sekte 3

* Das Ulanen - Regiment trifft morgen aus dem Manövergelände in der Garnison Hanau ein.

* Stiftungsfest. Vergangenen Samstag feierte der I. Hanauer Kellnerbund in den Sälen zur Centralhalle sein diesjähriges Stiftungsfest. Das Gebotene überstieg alles Erwartete. Die Lorey'sche Musikkapelle leistete Hervorragen­des, Herr Vollert wurde mit lauten Lachsalven begrüßt, der Brodtsche Männergesangverein verherrlichte das Fest durch schöne Chöre, sowie Herr Kreßler durch prächtig zum Vortrag gebrachte Baritonsoli. So verliefen die wenigen Stunden sehr schnell. Küche und Keller des Herrn Restau­rateurs Leipold boten das beste.

* Plötzlicher Tod. Eine hier wohnhafte Dame, Frl. A. H., wurde gestern abend am Bahnhöfe Hochstadt von einem Schlaganfalle betroffen, der den sofortigen Tod zur Folge hatte.

* Eine Schlägerei gab es am Samstag Abend in einer Wirtschaft mit weiblicher Bedienung.

* Silberne Hochzeit feiern morgen die Eheleute Ferdinand Rang und Frau, Glockenstraße 11.

* Stiftungsfest. Am Samstag den 3. Oktober findet wie alljährlich das Stiftungssest des 1. Athletenvereins Hanau, verbunden mit Abendunterhaltung und Ball, im Deutschen Haus, unter freundlicher Mitwirkung des Gesang­vereins Melomania, mit Konzert, Theater und athletischen Aufführungen statt, worauf wir Freunde und Gönner schon jetzt anfmerksam machen.

* Wettgehen. Wie alljährlich, so veranstaltet der Turn- sport-VereinFrankfurt" am 11. Oktober, vormittags 9 Uhr, auf der Babenhäuserlandstraße in Frankfurt a. M. -Sachsen­hausen, Start und Ziel: Ducat'sche Wirtschaft, nationale Wettgehen in 6 Klassen je über 1 Kilometer, sowie ein Vor- uabe-Wettgehen über 5 Kilometer. Klasseneinteilung ist:

1 Schüler unter 17 Jahren

2) Anfänger

3) Junioren

4) Senioren

5) Herren über 3040 Jahre

6) Herren über 40 Jahre.

Der Einsatz beträgt Mark 1.30 und ist nebst Meldung spätestens am 5. Oktober a. c. an C. E. Eberhard, Frankfurt a. M., Rordendstraße 83, zu senden. Es dürfen sich beteiligen: die Mitglieder von Sport-, Turn- und ver­wandten Vereinen. Zur Verteilung gelangt eine große An­zahl schöner Diplome.'

0 Bischofsheim, 28. Sept. (Obstausstellung.) Die in diesem Jahre durch ihre Reichhaltigkeit, besonders durch Güte ausgezeichnete Obsternte gab unserem Obst- und Gartenbauverein Veranlassung, wiederum eine Obstaus­stellung zu veranstalten. In der Tat ist man überrascht von der Schönheit und Reinheit der Früchte, darunter der seltensten Sorten von Aepfel und Birnen. Ohne Frage ist es ein großes Verdienst unseres Vereins, darin Wandel geschaffen und die Einbürgerung ganz vorzüglicher Sorten erzielt zu haben,, deren Ertrag bei angemessener Pflege gewiß mehr einbringt, als der Bau des Wirtschaftsobstes allein. Unser Verein hat in den 10 Jahren seines Bestehens seine Mitgliederzahl verdoppelt und vergleicht man die dies­malige Ausstellung mit den anfänglichen Hervorragendes geleistet, nicht zuletzt dadurch, daß er das Interesse für die Besserung des Obstbaues auch in weiteren Kreisen geweckt hat. Von den 80 Mitgliedern haben 41 ausgestellt und von diesen erhielten nachfolgende nach dein Urteil des Pomo-

logen Zorn aus

Hofheim Preise:

1. Preis

Wilh. Grimm IV

2.

Peter Reul I

3.

Hrch. Alb. Reul

4.

ff

Lehrer Schäfer

5.

kk

Bürgermeister Heck

6.

fr

Joh. Grimm

7.

if

Joh. Wörner

8.

ft

Frdr. Grimm

9.

fr

Peter Heß III

10.

ff

Just. Reiz

11.

n

Andr. Reiz

12.

ff

Pfarrer Ganß

13.

tf

Peter Burckhardt II

14.

Joh. Wilh. Grimm

15.

Peter Fritz VII

16.

Peter Uhrig

17.

ff

Lehrer Klauer

18.

Joh. Seip

19.

Wilh. Ebert IV

20.

21.

ir

Daniel Grimm Phil. Krebs III

22.

Phil. Reiz

23.

Johs. Grimm XV

24.

Lehrer Knöll

25.

tr

Beruh. Sippel.

Olistaiisstclluiig in Osthcim.

-st. Ostheim, 28. Septbr.

Die Obstausstellungen haben in unseren Tagen einen immer wichtigeren Platz erobert. Immer glänzender ent­wickelt sich das Spstem der Konkurrenz unter den Landwirten, das beste Obst und den ertragfähigsten Baum zu besitzen. Was wäre also besser dazu geeignet, Vergleiche über den eigenen Fortschritt anzustellen, als die Beteiligung an einer Obstausstellung? In diesem Sinne wurde auch die von dem hiesigen Obstbauverein arrangierte Ausstellung von den Mitgliedern äußerst reich beschickt. Wie vorauszusehen, ge­staltete sich die Ausstellung unter Leitung des sich um die Hebung des Obstbaues in unserer Gemeinde sehr verdient gemachten Herrn Lehrer Hofacker und des Baumwarts Herrn H. Schuffert zu einer glanzvollen. Das Arran­gement des ganzen war stilvoll, dem Auge wohltuend ge­halten. Im sinnvoll dekorierten Jost'schen Saale waren auf drei weißgedeckten Tafeln die Erzeugnisse der heimischen Obst- kultur ausaestellt, die in hohem Maße dazu angetan sind,

das Auge der Ausstellnngsbcfucher zu erfreuen und ein wür­diges Zeugnis nblegten, von dem Aufschwung des Obstbaues unserer Gemeinde seit der letzten Ausstellung (1904). Aus­gestellt wurden 208 Portionen Aepfel und 68 Portionen Birnen, außerdem noch Pfirsiche, Zwetschen, Quitten und Weintrauben. Das Sortiment Aepfel und Birnen (je 10 Sorten ü 20 Stück), mit dem sich der Verein anfangs Ok­tober an der Bezirks-Obstausstellung in Kirchhain beteiligt, war separat ausgestellt und gab den schönsten Beweis des Strebens der Vercinsmitgliedcr, auch den Außenstehenden zu zeigen, wie hoch im Ansehen der Obstbau in unserer Ge­meinde steht. An letzter, aber nicht geringster Stelle sei noch der von Fräulein E m m a Hofacker ausgestellten, selbst bereiteten Obstkonserven, Gelees, Fruchtsäften, Liköre usw. gedacht, die mit dem Weckschen Einkochapparat hergestellt, einen äußerst appetitlichen Anblick gewährten und davon zeugen, daß die Ausstellerin bei Herstellung derselben mit Verständnis und Sorgfalt zu Werke ging. Es ist mit Freuden zu begrüßen, daß es möglich war, auch diesen Zweig der Obstverwerlung vorzuführen und noch dazu in solch mustergültiger Weise, die geeignet ist, Nacheiferung zu erwecken. An den Wänden des Saales hingen Merktafeln, auf denen in Wort und Bild Freunde und Feinde des Obstbaues verzeichnet sind. Neben diesen Tafeln wurde auch das von Herrn Obstbauiechniker K. Huber-Oberzwehren verfaßte und vor kurzem von dem Obstbauverein für den Reg. -Bez. Cassel herausgegebenen Merkblatt:Kurze Anleitung zum Obstbau" von den Aus- stellunqsbesuchern eingehend besichtigt und dürfte sich dessen Anschaffung für jeden Obstbauverein empfehlen. Am Sonntag nachmittag hielt Herr Kunstgärtner Henrich- Hanau einen Vortrag überSortenwahl und Änpflanzungsmethoden". Nach der von dem Obstbaumwart Schuffert verlesenen

Statistik gestaltete sich die von ihm vorgenommene Anpflan­zung und Veredelung der Obstbäumen in hiesiger Gemeinde

in den letzten fünf Jahren folgendermaßen:

Gepflanzt

Veredelt

1903/04

284

1465

1904/05

316

1041

1905-06

359

767

1906/07

424

3039

1907/08

621

2158

Die Zusammenstellung

ergibt eine Gesamtzahl von 2004

Neupflanzungen und 8470 Veredelungen und spricht für sich selbst. Nicht hinzu gerechnet sind die in großer Zahl von privater Seite gemachten Anpflanzungen. Es ist nun aber auch noch mit Genugtuung zu kon­statieren, daß der vielen Liebesmühe um die Ausstellung nicht umsonst war, daß vielmehr eine überaus lebhafte Teil­nahme der hiesigen Einwohnerschaft und auch auswärtiger Gäste diese vergalt. Hoffentlich ist die Zeit nicht mehr fern, wo alle Obstbau treibenden Landwirte dort sind, wohin sie ge­hören in den Obstbauverein, der die Erreichung seiner Ziele erstrebt durch Veranstaltung von Vortragsabenden, ständige Bekanntgabe aller Vcrbessungen und Neuerungen der verschiedenen" Verwertungsarten und Hilfsmittel usw. Für unsere Obstzüchter wird aber dieser neue Erfolg ein Ansporn sein, immer rüstig vorwärts zu schreiten und daran zu denken:

Pflanz' einen Baum

Und kannst du auch nicht ahnen,

Wer einst in seinem Schatten tanzt;

Bedenke Mensch:

Es haben deine Ahnen,

Eh' sie dich kannten,

Auch für dich gepflanzt.

Vereins u. VergnngnngsnachrrchLen

für Monlag'd-n 28. September.

Kirchenchor der Marienkirche: Abends 8 Uhr: Probe in, Saale des Stadt- schlosses.

Kirchenchor der Iohanniskirche : Abends 8 Uhr: Probe im Uebungssâlchen der Kirche.

Turn- n. Red)tnub: 67'/-: Trauen-, 8P10: JugmdaLtcllimg.

Evanq. Männer- und Jünglingsverein: Gesang (Eo. Vereinshaus.)

Brièftauben-Klnb: Versammlung in der Brauerei Orfchter.

Stenographen-Verein Stolze-Schrey : Vereinsabend in derSonne".

GesellschaftHeiterer Bund": Vereinsabend imDeutschen Schützen".

VereinHessischer Bund": Versammlung imHessischen Hof".

Familicn-Marken-KonjumvereittEinigkeit" : Abends 810 Ubr: Marken- auflage und Annahme neuer Mitglieder (VereinshausConcordia").

Zimmersintzen - Klubzum Kaiser Friedrich": Abends von 911 Uhr: Schießen.

Freiwillige Feuerwehr, 4. Komp., Zusammenkunft imSchühenhof". VereinUnner uns" : Zusammenkunftzu den vier Jahreszeiten". Erste Hanauer Karnevalgesellschaft: Vereinsabend imDeutschen Haus". GesellschaftLuftige Brüder" : Klubabend bei Heinrich Vowinkel.

(yeoüa4)tungen des Physikalischen Vereins, Frankfurt.)

'voraussichtliche Witterung für die Zeit Vom Abend Ves 28. Septbr. bis $um nächsten Abend.

Bewölkung wechselnd, Niederschläge unerheblich, wärmer, nachts kalt, neblig.

Mr Errichtung eines Anssichtsturmes auf dem Buchberge bei Langenselbold gingen ein Frau Pf....... 1. Mk.

Großauheimer Buchbergsreund . . 1. Treue Buchbergfreundin . . . 1.

Voriger Betrag. . . 2553.05

Zusammen bis jetzt 2556.05 Mk.

Weitere Spenden nimmt gerne entgegen die RedaktiondesHanauer Anzeigers".

Sprechsaal.

Eingesandt.

Die Redaktion einer hiesigen Zeitung hat sich mit ihrer PlaudereiAus der Woche" in der letzten SamstagSnummer recht nett in Hanau eingeführt.

Nachdem der Verfasser bereits 24 Tage hier zugebracht hat, ist er zu der Erkenntnis gekommen, daß in Hanau nichts los ist! Glaubt dec Herr etwa, daß dies für Hanaus Ein­wohnerschaft ein Kompliment ist? Hanau ist freilich keine Weltstadt, das wissen wir schon allein, das hätte uns der aus China angekommene Verfasser nicht klar zu machen brauchen. Seine Ausführungen betr. die Post sind unzu­treffend und unlogisch. Wie kann sich vor dem Posthause eines kleinenStädtchens" eine gewaltige Menschenmenge ansammeln? Warum fragt er nach der Bedeutung des großen Gebäudes, die er doch ohne weiteres aus der In­schrift herauslesen konnte? Aus den ganzen Auslassungen bezüglich der Post geht hervor, daß der Verfasser über den hiesigen Postbetrieb schlecht orientiert ist. Erscheint wirklich nicht zu wissen, daß die Berliner Post auch mal Verspätung haben kann und man sie nicht früher ausgeben kann, eheste angekommen ist. Die Witze über die Straßenbahn über­gehen wir. Jeder Einsichtige wird wohl ein einsehen, daß alle neue Einrichtungen auch Mängel haben können, die sich mit der Zeit schon ausgleichen werden. Den AusdruckStall" für das Stratzenbahndepot halten wir für sehr unpassend. Das Schönste leistet der Verfasser sich über die Hanauer Bedürfnisanstalten, die er gründlich revidiert zu haben scheint. Bis jetzt haben sie aber nachts nicht abgeschlossen werden können, weil keine Türen daran sind. Man sieht, mit welcher Gründlichkeit der Herr seine Studien gemacht hat, auch beherrscht er den Hanauer Dialekt nicht und soll deshalb davon bleiben. Zum Schluß noch einen guten Rat. Die Hanauer sind bekanntlich ein recht gemütliches Völkchen; er soll aber deren Gutmütigkeit nicht gar zu viel zumuten, da er sonst recht üble Erfahrungen machen könnte. L.

Hus Hab und fern,

W Frankfurt, 28. Septbr. Gestern abend gegen 10 Uhr trafen mittels Sonderzugs, von Weimar kommend, 280 Mitglieder der Internationalen Pressevereinigung hier ein. Sie wurden von dem Empfangsausschusse des hiesigen Jour­nalisten- und Schriftstellervereins empfangen und zu ihren Hotels geleitet. Später folgte ein zwangloses Zusammen­sein im Cas« Buerose.

8 Friedberg, 26. Septbr. Energischen Wider« spruch gegen demGroßherzogl. Fiskus erhob die Stadtverordnetensitzung. Bei Anlegung des Grundbuchs für Bad-Nauheim verweigert nämlich der Fiskus den Eintrags welcher den Bewohnern unserer Stadt auch fernerhin das Recht zugestcht, ant Ludiyigsbrunnen unentgeltlich Sauer­wasser holen zu können. Die Stadt erhebt hiergegen Klage und will durch öffentliche Aufforderung Beweismaterial für das Recht ihrer Bewohner sammeln. Unser städtisches Volksbad, zu dessen Errichtung bekanntlich ein hoch­herziger Spender mit einer beträchtlichen Summe den Anlaß gab, ist im Rohbau vollendet. Auch sind die mächtigen Ma-

Mit dem 1. Oktober 1908

beginnt ein neues Quartal. Unsere Leser, die sich den unge» störten Fortbezug des Blattes sichern wollen, bitten wir, die

AmmM-ßmuemg

so frühzeitig wie möglich betätigen zu wollen. Der

wird auch in Zukunft bemüht fein, seinen Ruf einer viel­seitigen, reichhaltigen, übersichtlichen und rasch bedienten Zeitung für alle Kreise un» Stände zu wahren. Der Hanauer Anzeiger" will ein getreues Spiegelbild unserer Zeit sein und,alle interessanten Erscheinungen im politischen und kulturellen Leben der Gegenwart erfassen und dem Leser rasch und objektiv vor Augen führen.

Ein umfangreicher

lokaler Teil,

der über alle wichtigeren Vorkommnisse auf den verschieden­sten Gebieten Chronik führt, ist unserem nach vielen Tausenden zählenden Leserkreise schon längst eine unentbehrliche Fundgrube geworden.

Mit einem tägliche»» Umfange von

12-16, oft auch 20 Seiten, ist der a.........

ff

WtmGe Siiitt im AM- und LMkreije Smit