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Donnerstag

24. September

Hus Hanau Stadt und fand.

K-MMU, 24. September.

BeamLsn-Perfonalnachricktstt.

Beauftragt: der Pfarrer extr. A lbrccht als Ge­hilfe des erkrankten Pfarrers S t e h f e n in Oberelsungen.

Uebernommen: der Gerichtsassessor Dr. Score- zewski aus dem Bezirk des Oberlandesgerichts Hamm in den von Cassel.

Beigelegt: der Charakter als Rechnungsrat den Kanzleiräten I ß m c r bei dem Oberlandesgericht, Wolff bei dem Landgericht in Hanau, Birnbaum in Cassel, Maibaum in Allendorf, Fröhlich in Wolfhagen, Warnke in Marburg, S u n k e l bei dem Landgericht in Castel, P e n n i n g h bei dem Landgericht in Marburg, W i e s e r bei der Oberstaatsanwaltschaft in Cassel, H u r t t i g bei der Staatsanwaltschaft in Cassel, Luley bei der Staats­anwaltschaft in Hanau.

K . Bom Manöver des 18. Armeekorps. (Mitt­woch, 23. Sepibr.) So sind denn heute die diesjährigen Herbstübungen zu Ende gegangen. Es waren heiße und an- prengende Tage in einem landschaftlich zwar schönen, für marschierende Truppen aber unbequemen Gelände. Welch zahlreiche Bergkuppen daS Hinterland hat, geht daraus hervor, daß man z. B. von der Sackpfeife bei Biedenkopf mehr als 80 steile Höhen zählen kann. Zweierlei aber war für das Manöver sehr günstig, einmal das herrliche Wetter und vor allem die guten Quartiere. Die biedere Bevölkerung des Hinterlandes von Gladenbach bis Biedenkopf, Battenberg und Bromskirchen in den Tälern der Eder, Lahn und Salzböde haben nach einstimmigem Urteil alles aufgeboten, um den wackeren Vaterlandsverteidigern die Quartiere und damit das Manöver angenehm zu machen. Besonders große Anforde­rungen an die Truppen stellte noch das dreitägige Korps­manöver. Es begann am Montag im nördlichen Dillkreis mit der Schlacht bei Roth ; Dienstag folgte die Schlacht bei Römershausen, und heute kämpften die Truppen zum Schluß etwa 2 Stunden südwestlich von Marburg, im Tale der Allna. Die Vorposten hatten sich gestern abend bei Runz- Hausen, Bellnhausen, Sinkershausen (21. Division) einerseits, Gladenbach, Rüchenbach und Friebertshausen (25. Division) andererseits gegenübergelegen. Nachts 12 Uhr wurden die Truppen in den Biwaks alarmiert, die beiderseitigen Gros rückten auf den Höhen des Allnatals ostwärts bis Weiers-, hausen, Heimershausen und Dorf-Allna. Zwischen beiden Parteien floß die Allna. Die 21. Division stand auf Höhe 273 bei Weiershausen. Die 25. Division hatte eine sehr günstige Stellung auf dem Roßberg und der Höhe 309 zwischen Allna und Heimershausen. Gegen 9, Uhr begann hier ein heftiges Gefecht, in das auch die Fußartillerie Nr. 3 aus Mainz mit ihren schweren Haubitzen, das Panzerauto­mobil und die Maschinengewehre eingriffen. Das Gefecht wurde um 11 Uhr abgebrochen, es war unentschieden. Zum letzten Mal erklang das willkommene SignalDas Ganze halt!" Die Truppen rückten zum Verladeort bezw. ins Quartier. In den Orten südlich des Gefechtsgeländes zwischen Herborn und Gießen bezogen die Artillerie-Regi­menter 61, 25, 63Frankfurt", 27Oranien" und die Kavallerie-Regimenter 6 er, 23er, 24 er Dragoner und 6 er Hanauer Ulanen Quartier. Die allgemeine Kriegs­lage für das Korpsmanöver lautete: Eine rote Armee ist im Vormarsch von der Kinzig durch Oberhessen gegen die untere Eder. Blaue Heereskräste sammeln sich bei und west­lich Marburg. Während des Korpsmanövers hatten die Post­ämter Dillenburg, Gladenbach, Wilhelmshütte, Nieder-Eisen- Hausen, Eibelshausen und Niederwalgern ununterbrochen Tages- und Nachtdienst. In Nieder-Eisenhausen war eine Pferdesammelstelle für beide Divisionen errichtet. Die Ab­beförderung der Stäbe und Fußtruppen, erfolgte heute nach­mittag bis spät abends von ^sA Uhr bis nachts ^212 Uhr von den verschiedensten Stationen. In Niederwalgern wurden verladen: das Generalkommando, der Stab der 21. Division, der 41. und 42. Infanterie-Brigade, der 21, Kavallerie-Brigade, der 21. Feldartillerie-Drigade, der Jnf.- Regimenter 81, 87, 88, in Frohnhausen die Regimenter 80, 168 und Pioniere, in Gladenbach die 166 er, Stab der 6 er Ulanen und die Fernsprech-Abteilung, in Lollar die Stäbe der 25. Division und 49. Infanterie-Brigade, die Regimenter 117, 118, die schwere Artillerie Nr. 3 von Mainz und die Stäbe der 25. Kavallerie- und 25. Artillerie-Bri­gade, in Lohra die Unteroffizierschule Biebrich. An den Ver­ladeplätzen wurde überall fleißig das sog.Löffelbegraben" geübt, das Hunderte von Zuschauern herbeilockte. Heute nacht

während andere Teilnehmer mehr oder weniger leer ausgehen eder sonst noch gar Schaden leiden. Und so ist ein woninischer Vertrag, der rechtliche Ausdruck für eine Ver- Hirchung, die auf ähnliche Zwecke hinausläuft.

Barometerstand.

12 Uhr am 23. 9.

Sehr trocken

Beständig

Schön 760===

Veränderlich I

Regen (2Btob)75°2 =

Biel Regen 74

Sturm

bis morgen früh treffen die Fußtruppen in den Garnison- städien ein, morgen (Donnerstag) werden dieBrocken" ab- geliefert, Freitag werben die alten Mannschaften entlassen, dann hatReserve Ruh".

* Rückkehr aus dem Manöver. Welch innigen Anteil unsere Einwohnerschaft an allen Vorgängen nimmt, die unsere Garnison betreffen, zeigte wieder einmal die gestrige Rückkehr unserer 166er aus dem Manöver. Einer Völker­wanderung gleich ergoß sich in den Abendstunden der Strom der Einwohnerschaft beiderlei Geschlechts nach dem Nord­bahnhofe, woselbst um 71/2 lflu daS 2. und auch daS 3. Bataillon eintrafen. Die Regimentskapelle marschierte der Fahnenkompanie voraus und zurück nach der Stadt flutete auch der Strom der Zuschauer. Noch einmal jedoch war die Gegend am Nordbahnhofe das Ziel der Schaulustigen, denn kurz nach 9 Uhr sollte die Ankunft des 1. Bataillons erfolgen. Es schien, als ob die gesamte Einwohnerschaft Hanaus sich angesammelt habe, um der Rückkehr der 166er beizuwohnen. Als dann nach der Ankunft sich der Marsch des Bataillons unter Vorantritt der Regimentskapelle in Be­wegung setzte, marschierten wohl Tausende von Zivilisten voraus. Es war ein herzlicher, wohltuender Empfang, der den braven Marssöhnen zuteil wurde nach Beendigung an­strengender Manövertage.

* Zeppelittspsnds. In dem kürzlich veröffentlichten Verzeichnisse muß es bei der Sammelliste Nr. 2 (zu den drei Rindern) heißen 210.50 Mk. statt 210 Mk.

* Der Hanauer Tierschuhverein bittet, ihm über die an den Baustellen der Lamboystraße (Kasernen-Neuban) vorkommenden Tierquälereien möglichst unter Namhaftmachung von Zeugen der Vorgänge Mitteilung machen zu wollen. Allerdings dürfen nicht, wie es in letzter Zeit erfolgt ist, anonyme Zuschriften abgesandt werden. In der letzten Vor- standssitzung des Tierschutzvereins gelangten einige leider ano­nym eingegangeneZuschriften zur Verlesung, die bekundeten, daß auf den grundlosen Zufuhrwegen einige Fuhrleute in geradezu haarsträubender Weise ihre Tiere mißhandeln. Die Polizei hat ebenfalls ein wachsames Auge auf die sich dort abspielenden Vorgänge geworfen, auch schon verschiedene Bestrafungen eintreten lassen, doch muß das Publikum mit bett Behörden Hand in Hand arbeiten, um derartige Mißstände aus der Welt zu schaffen.

* Oèffentlicher Vortrag. Wir weisen an dieser Stelle nochmals auf den heute abend 9 Uhr im Hotel Riesen stattfindenden öffentlichen Vortrag hin, veranstaltet von der hiesigen Ortsgruppe desDentschnationalen Handlungsgehilfen- Verbandes über das Thema:Die jetzige und die zukünftige Lage der Handlungsgehilfen." Referent: R. Döring aus Hamburg.

* Gesellenprüfung. Diejenigen jungen Leute, welche das Spengler- und Jnstallateurhandwerk erlernt und die Gesellenprüfung noch nicht abgelegt haben, wollen sich unter Vorlegung der nötigen Papiere bei dem Vorsitzenden Herrn Ernst Pforr, Nürnbergerstraße 24, bis zum 1. Oktober melden. Später eingehende Meldungen können erst Ostern berücksichtigt werden.

* Kast unglaublich! Bon einem Tierfreunde wird uns geschrieben: Einen unerhörten Roheitsakt konnten Passan­ten am Sonntag nachmittag im Garten Hospitalstraße 43, gegenüber vomLöwengärlchen", beobachten. Ein Herr in braunem Anzug machte sich das Vergnügen, ein hilfloses Kätzchen anzubinden und einen großen Hund darauf zu hetzen, der cs dann zerriß. Die Menschenmenge, welche sich bei diesem Schauspiel ansammelte und ihrem Unwillen über solch eine Roheit äußerte, wurde noch von diesem Herrn verhöhnt.

* Widerruf. Wie uns von beteiligter Seite glaub­haft mitgeteilt wird, ist der von einem Berichterstatter ge­schilderte Vorgang über ein Familieudrama in Rodenbach bei Büdingen aus der Luft gegriffen. Wir haben uns behufs Klärung der Angelegenheit an unseren Berichterstatter, der auch anderen Blättern die falsche Nachricht übermittelte, ge­wandt und behalten uns weitere Schritte vor.

* Diebstahl. Im hiesigen Schlachthose wurde vor­gestern vormittag 11 Uhr das Hinterviertel eines geschlachteten Kalbes gestohlen.

88 DieEisenerzgewiunuug im Regierungsbezirk verspricht wieder größeren Umfang anzunehmen. Ein b e - deutendes Erzfeld zur Gewinnung der dort vor­kommenden Manganerze hat das Oberbergamt Clausthal (Harz) der Aktiengesellschaft Friedrich Krupp in Essen im Kreise Gelnhausen verliehen. Dieses Manganerzfeld ist in den Gemarkungen Mosborn, Flörsbach und Röhrig und in dem Gutsbezirk Oberförsterei Bieber be­legen und hat eine Ausdehnung von 2 199 714 qm ; es wird des NamenErna" als Bergwerk führen.

Cvm. Die Dragoner als Postillon d'amours. Der Sergant Leineweber aus Worms befindet sich zur Zeit in der Untersuchungshaft in Wornis wegen der bekannten Patronendiebstahlsaffäre. In der Haft verstand er es noch, Briefe an seine in Worms wohnende Braut durchzuschmuggeln. Da der Briefwechsel der Braut aber unter der Kontrolle des Militärgerichts stand, kam die Sache sehr bald an das Tageslicht. Die Frage war nur die, wie die Briefe aus dem Untersuchungsgefängnis gelangten. Da entdeckte man denn, daß zwei Dragoner der 5. Eskadron des 23. Dragoner­regiments in Darmstadt den Vermittler spielten. Beide wurden ^tun in der Nacht aus ihren Beilen heraus verhaftet und ebenfalls in das pntersuchungsgcfängnis eingeliefert.

* Viehseuchen. Im Regierungsbezirk herrschen zur Zeit in folgenden Ortschaften Viehseuchen : S ch w er n e l e u cy e (Schweinepest): Stadtkreis Cassel: Cassel; Landkreis Cassel: Sandershausen, Obervellmar, Ihringshausen, Waldau; Kreis Fritzlar: Gudensberg, Fritzlar, Hundshansen, Zwesten; Kreis Gelnhausen: Kassel, Hailer, Aufenau, Somborn, Breitenborn a. W., Meerholz; Landkreis Hanau: Langen­selbold, Bergen, Kinzigheimerhof, Ostheim, Großkrotzenburg, Eichen, Wachenbuchen, Niederdorfelden; Kreis Hofgeismar: Sababurg, Trendelburg, Hümme, Sielen; Kreis Homberg,:

Niederhülsa; Kreis Kirchhain: Todenmühle; Kreis Herrsch. Schmalkalden: Struth. Influenza der Pferde. (A. Brustseuche): Kreis Witzenhausen: Unterrieden, Ermschwerd. (B. Pferdestaupe): Kreis Marburg: Göttingen, Aumühle, Bauerbach.

* Die vielseitigen Anforderungen, die heute an die Angestellten kaufmännischer Betriebe gestellt werden, machen jedem, der sich dem K ufmannsstand zu widmen oder in demselben weiter auszubilden gedenkt, eine gründliche Vor­bildung bezw. Vervollkommnung des Erlernten zur Pflicht. Schöne Schrift ist Bedingung," biefem stereotypen Passus in den Engagementsbriefen wird wohl schon mancher begegnet sein, der durch Verbesserung seiner Posilion sich zu einem Wechsel seiner Stellung genötigt sah; aber neben einer flotten Handschrift ist auch die Beherrschung sämtlicher kaufmännischer Fächer erforderlich. Eine gründliche Vorbereitungsanstalt für bett kaufmännischen Beruf ist die seit dem Jahre 1902 am hiesigen Platze domizilierende Privat - Handelslehranstalt M. Brückner, Hospitalstraße 43. Wie das Bestreben des Anstaltsleiters, mitzuwirken, einen tüchtigen Kaufmannsstand heranzubilden, in den weitesten Kreisen Anerkennung findet, sind auch die glänzenden Erfolge, die das Institut mit seiner stetig wachsenden Schülerzahl bisher zu verzeichnen hatte, der beste Beweis für die Leistungsfähigkeit desselben. Am Dienstag den 6. Oktober eröffnet die Anstalt das Winter- Semester mit einem Unterricht in sämtlichen kaufmännischen Lehrfächern und verweisen wir auf das in heutiger Nummer befindliche Inserat nebst diesbezüglichem Stundenplan.

* Mit großer Zufriedenheit kann der Marken- Konsum-VereinEinigkeit" auf seine diesjährige Tätigkeit zurückblicken. Dank der Bemühung des Vorstandes und der guten Sache ist die Mitgliederzahl um fast 40 Prozent, der Umsatz um gerade das Doppelte gestiegen, so daß wieder 6'/, Prozent'als Dividende zur Verteilung an die Mit­glieder kommen können. Neue Mitgliederaufnahme findet jeden Montag und Dienstag, abends von 810 Uhr, im RestaurantConcordia" statt.

* Beinohe verunglückt wäre gestern abend in der Hospitalstraße ein Radfahrer, welcher der Straßenbahn und einem ihm entgegenkommenden Handwagen ausweichen wollte. Der Radfahrer fiel zu Boden, doch gelang es dem Wagenführer der Elektrischen zu bremsen und ein Unglück zu verhüten.

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O Bischofsheim, 23. Sept. (Obstausstellung.) Sonntag den 27. September findet hiersclbst im Gasthaus Zum grünen Baum" die diesjährige Obstansstellung, ver­anstaltet vom Obst- und Gartenbauverein, statt, wozu jeder­mann freundlichst eingeladen ist.

SprechsckKl.

Am Abend des 22. September, in der Zeit von 9.30 bis 9.40 Uhr standen an der Haltestelle Spessaristraße der Straßenbahn zwei Frauen, um in die Stadt zu fahren, zum Einsteigen bereit. Der Wagen kam mit großer Geschwindig­keit vom Ostbahnhof gefahren und mußte der Wagenführer die Frauen sehen, um so mehr, als eine derselben auf den Wagen zuging, in der Annahme, daß derselbe halten würde, was aber nicht geschah, auch nicht trotz des Zurufes zu halten.

M Kitts DinikW beginnt dieparlmnentarische Session, die von weittragender Bedeutung sein wird und deshalb das Gesamtinteresse in Anspruch nehmen dürste. Der Sunaatr Anzeiger wird den Verhandlungen der Parla­mente große Aufmerksamkeit schenken und für ausführliche Wiedergabe der­selben Sorge tragen. Die Verbindung mit den leistungsfähigsten Depeschen- unternehmuligen imb ein Stab tüch­tiger Mitarbeiter setzen uns in den ! Stand, allen dahingehenden Ansprüchen gerecht zu werden.

In einem Umfange von täglich 12, oft iiä 16!!. 20 Seiten erscheinend, wird derHanauerAnzeiger" wie seither auch fernerhin bemüht bleiben, auf allen weiteren Gebietet: seinen Lese­stoff auszubauen und ein getreues I Spiegelbild der Vorgänge in der engeren I wie weiteren Heimat zu bieten.