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des Nordkreises bekannt,Viktoria" wird aber auch voraus­sichtlich bei diesen: Spiele mit kompletter 1. Mannschaft an­treten, es werden sich also zwei gleichwertige Gegner gegen- übersteheu. Ueber Spielanfang und sonstiges siehe Plakate.

* Fuszball. Die erste Mannschaft des 1. Hanauer Fußballklubs 1893 spielte am Sonntag in Darmstadt gegen die erste Mannschaft des FußballklubsOlympia" und siegte nach schönem Spiele mit 3 : 1. Die zweite und dritte Mannschaft spielte hier auf dem Platze an derSchönen Aussicht" gegen die erste bezw. zweite Mannschaft vom Offenbacher FußballklubArminia". Die Hanauer siegten iberlegen mit 3 : 0 bezw. 14 : 0. Nächsten Sonntag be­ginnen die Verbandswettspiele und spielen ade, 3 Mann­schaften von Hanau 93 gegen die gleichen Mannschaften des Offenbacher FußballklubsKickers" und zwar die erste Mann­schaft in Offenbach, während das Spiel der zweiten und dritten Mannschaften auf dem SportplatzSchöne Aussicht" stattfindet.

* DerSport-Klub Dunlop" hält am Samstag Len 26. d. MtZ. im Saale derStadt Bremen" eine familiäre Abendunterhaltung ab, bestehend in musikalischen Vorführungen, humoristischen Vorträgen, Verlosung usw., so daß den Besuchern einige fröhliche Stunden sicher in Aus­sicht stehen und ein Besuch der Festlichkeit deshalb nur zu empfehlen ist.

* Das 1. Militär-Konzert nach längerer Pause seitens der vollständigen Kapelle des hiesigen Infanterie-Regiments, welches im Laufe dieser Woche aus dem Manöver zurück­kehrt, findet am nächsten Sonntag abend in derCentral­halle" statt. Das vorliegende Programm des Herrn Königs. Musikdirigenten Schmidt, sowie die eifrigen Vorarbeiten des Herrn Restaurateurs Leipold werden Veranlassung geben zu einem sehr zahlreichen Besuch.

* Die 21. Division im Manöver. Nach ein­gelaufenen Privatnachrichien haben die Truppen der 21. Division, wozu bekanntlich auch die 166er und die 6er Ulanen gehören, in der Manöoergegenb gute Aufnahme sowie auch recht zufriedenstellende Verpflegung gefunden. Recht erfreulich!

Jg. Der neue Exerzierplatz. Die Abholzung des Großauheimer Waldes (sog. Rauschtanne) für den neuen Garnison-Uebungsplatz ist im Gange. Wenn man die schon abgeholzten großen Flächen betrachtet, kann man sich schon einen Begriff von der Ausdehnung des neuen Exerzierplatzes machen.

Hk. In Kanada tritt am 1. Oktober ein Gesetz in Kraft, bctr. Verkauf und Bezeichnung von Gold- und Silber waren sowie von gold- und silberplattierten Waren. Interessenten können auf der Handelskainmer von diesem Gesetz Kenntnis nehmen.

* Stadttheater. Die Proben fürIulius Cäsar" haben gestern begonnen. Das gewaltige Werk Shakespeares, welches hier zum ersten Male zur Darstellung kommt, dürfte großes Interesse erwecken und nimmt Herr Kempf-Bamberger schon jetzt Vorbestellungen auf Billets entgegen. In Folge verschiedener Todesfälle sind einige gute Plätze für diese Spielzeit frei geworden und nimmt Neuanmeldungen zum Abonnement auf dieselben Herr Kempf-Bamberger noch heute und morgen entgegen. Abonnementsprospekie sind im Theater-Bureau unentgeltlich zu haben.

* Akademieschüler-Vereinistirng. Fröhlichen Ver­lauf nahm die zu Ehren der scheidenden Mitglieder am Samstag abend in der Centralhalle abgehaltene Abschieds- Jeier. In einer kurzen Ansprache begrüßte der erste Vor­sitzende der A.-V. das Lehrerkollegium und die so zahlreich erschienenen Gäste. Die scheidenden Mitglieder ermahnte er, der gemeinsam verlebten fröhlichen Stunden zu gedenken und auch fernerhin der A.-V. ihr Interesse zu bewahren. Im Namen des Lehrerkollegiums dankte Herr Prof. Direktor Petersen für die zuteil gewordene Einladung und gab der Hoffnung Ausdruck, die ihm so lieb gewordene Ver­einigung möge auch fernerhin das rechte Ziel, abwechselnd mit ernster Arbeit und echter Freude, tm Auge behalten. Manch schöne, seitens verschiedener Mitglieder und Freunde vorgetragene Musik- und Gesangsstücke, sowie ein von einem Mitglied verfaßtes lokales Theaterstück half diesen Festabend verschönern. Die Tanzlust hielt alt und jung noch lange zusammen. Zum Schluffe fand anläßlich der Ausstellung der Vereinigung eine Verlosung von Kunstgegenständen statt. Es ist mit Freuden zu begrüßen, daß dieser noch sehr jungen Vereinigung ein sehr reges Interesse entgegengebracht wird.

* Während der bevorstehenden Herbstferien finden in der Grimmschule wieder Ferienklassen statt, zu denen Knaben und Mädchen aller Klassen der höheren Schulen (Klassen- oder Einzelunterricht in allen Fächern) an­genommen werden. Schwachen oder zurückgebliebenen Schülern, deren Osterversetzung zweifelhaft ist, sollten diese günstige Gelegenheit nicht versäumen, umsomehr, als der Unterricht nur vormittags stattfindet, sodaß zur Erholung immerhin genügend Zeit und Gelegenheit bleibt. Im übrigen sei auf die an anderer Stelle stehende Anzeige verwiesen.

Katholische Gemeinde.

Die Festtage der kathol. Gemeinde von Hanau sind vorüber und cs geziemt sich, einen Rückblick über ihren glanzvollen Verlauf zu halten. Unter dem Geläute der Glocken zog am Samstag nachmittag 6 Uhr der Hochw. Herr Bischof in die Pfarrkirche ein, nachdem er schon am Bahnhof von dem Kirchenvorstand und Deputationen sämtlicher kathol, Vereine feierlich begrüßt worden war. Die Kirche war für diese Feier bis auf den letzten Platz angefüllt. In warmen Worten begrüßte der Herr Bischof die kathol. Gemeinde von Hanau, vor der er zum ersten Male als Oberhirte stehe. Vor allem hatte er herzliche väterliche Worte für die Kinder, die am folgenden Tage das hl. Sakrament der Firmung empfangen sollten. Abends '/s9 Uhr brachten die kathol. Vereine dem Bischof im Pfarrhof eine Ovation dar. Der Kirchenchor und die Slabikapelle verherrlichten dieses Ständchen durch feierliche Gesangs- und Musikvorlrâge. Herr Lehrer Füller legte im Namen der kathol. Vereine in seiner An- vrache das Bekenntnis der Treue und Liebe vor dem ischöftichen Oberhirten ab. Der Hochw. Herr banste für , n herzlichen Empfang in Hanau, der Stadt, die durch ihre

Dienstag

Gastfreundlichkeit berühmt sei, und brachte ein Hoch auf das gastfreundliche Hanau aus.

Das feierliche Hochamt am folgenden Tag mit Bischöf­licher Assistenz wird allen Hanauer Katholiken in Erinnerung bleiben. In der Festpredigt ermahnte der Herr Bischof die Gläubigen, nach dem Beispiel der ersten Christen treu zu verharren in der Lehre Christi, in der heutigen ungläubigen Zeit festzustchcn im Glauben, den Christus gelehrt, vor allen: die Jugend in dieser Religion Christi dadurch zu befestigen, daß sie bis zum 18. Lebensjahr die Christenlehre besucht. Mit bewegten Worten ermahnte der Oberhirte die Eltern, ihre Kinder frühzeitig zur ersten hl. Kommunion zu schicken; er erinnerte an die Bischöfliche Bestimmung, die Kinder mit bem 12. Jahre zum Tische des Herrn zu führen. Mögen diese apostolischen Worte, die der Bischof in die Herzen der Gläubigen gesenkt, aufgehen und Frucht bringen.

Es folgte sodann die hl. Firmung, die 370 Kinder aus der Hand des Hochw. Herrn Bischofs empfingen. Am Nach- mitiag nahn: derselbe eine Neligionsprüfung der christenlehr­pflichtigen Jugend vor.

Den Glanzpunkt der äußeren Festlichkeiten war Die Pa p stfeier am Abend.

Zu Ehren des 50jährigen Priesterjubilüums Papst Pius X. hatte die katholische Gemeinde eine solenne Feier arrangiert, die den ganzen Abend von 712 Uhr ausfüllte. Die mit päpstlichen Fahnen und Wappen geschmückten Säle der Centralhalle" waren bis auf den letzten Platz besetzt. Ge­hoben wurde die Feier durch die Anwesenheit des Hochw. Herrn Bischofs, der bis fast zum Schluffe derselben beiwohnte und in einer Ansprache die tiefen Eindrücke darlegte, die er beim letzten Besuche des hl. Vaters in Rom gewonnen hatte. Nachdem Herr Dechant Braun den Hochw. Herrn begrüßt und auf die beiden höchsten Gewalten Kaiser und Papst ein Hoch ausgebracht hatte, wurde die große Institution des Papsttums in dramatischen Bildern, Hymnen, Rezitationen aus der hl. Schrift und aus Klassikern und musikalischen Darbietungen gefeiert. Die lebenden Bilder, die unser rühm­lichst bekannter Rezitator Bock malerisch gestellt hat, führte die Anwesenden zunächst an den Jordan, wo Christus den Simon zum Apostel berief, dann hinauf in den Norden von Palästina nach Caesarea-Philippi, wo der Herr die be­deutungsvollen Worte sprach:Du bist Petrus, der Fels, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen."

Das dritte lebende Bild führte die Versammlung in die Zeit wo der Heiland, der Hirt der Völker, Abschied nahm von seiner Heerde, Petrus den Hirtenstab überreichte mit den Worten:Weide meine Lämmer, weide meine Schafe".

Unter dem Segen des Heilands sehen wir die Jünger ausziehen Petrus stand vor Rom, um die Stadt des heidnischen Götzendienstes und heidnischer Sittenlosigkeit zum Mittelpunkt der Christenheit zu machen. Die Bühne zeigte uns die Begegnung des Apostelfürsten mit einem heidnischen Philosophen. Es entspann sich ein Zwiegespräch, in dem Petrus die große Idee, alles in Christus zu erneuern, die Welt ohne Heer, ohne menschliche Mittel für Christus zu er­obern, barlegte. Der heidnische Philosoph hatte für diese Pläne nur Worte des Spottes und zog ab mit den Worten Ihr seid ein Mensch, der den Verstand verloren", fügt aber ohne zu wollen das prophetische Wort hinzu: Rom ist und bleibt die Weltbeherrscherin.

Zwei Bilder aus der Papstgeschichte zeigten die Wirksam­keit der Päpste für Zivilisation und Christianisierung Europas. Ein Bild von der Abwehr der Hunnengefahr durch Papst Leo I. durfte an diesem Abend nicht fehlen. Wir hörten den Hunnenkönig Attila dem Papste Leo die Worte aus Körners Zriny zurufen:Du hättest jetzt nicht leben sollen und dein Europa lüg' zu meinen Füßen."

Wie das Papsttum speziell für Deutschlands Zivilisation gearbeitet, zeigte das folgende Bild: Die Aussendung des hl. Bonifatius nach Germanien, das trefflich erläutert wurde durch die Deklamation aus WebersDreizehnlinden" : Die Mönche als Kolonisatoren.

Das letzte Bild ließ uns schauen, wie der Papst segnend seine Hände über die Vertreter aller Stände ausstreckt, die sich um seinen Thron zur Huldigung versammelt haben. Da stand der Träger der Königskrone, für deren Autorität das Papsttum stets mit den Mitteln der geistlichen Macht eintrat, und der Vertreter der Wissenschaft, zu ihm gesellten sich die Repräsentanten der Künste: Handel und Gewerbe, Handwerk und Ackerbau hatten ihre Vertreter entsandt.

Dieselbe Idee, die uns in den lebenden Bildern vorgc- führt wurde, war auch das Thema der Festrede. Der Fest­redner verstand es, in einem dreiviertelstündigen Vortrag durch packende Gedanken, schwungvolle Sprache und Wärme des Vortrags das gesamte Publikum zu fesseln und als er am Schluffe ein Lebensbild des jetjiQën Papstes entwarf, da wurden die Herzen warm und begeistert für den Vater der Christenheit.

Sowohl die kirchliche Feier am Morgen als auch der Fest­abend wurden verherrlicht durch die kunstvollen Vorträge des Kirchenchores. Ter Chor, an der Spitze der Dirigent Herr Lehrer Mil b ach, hat keine Mühe gescheut, um Dar­bietungen zu erzielen, die selbst den höchsten Anspriichen ge­recht wurden. Leider verflossen die Stunden am Abend all­zurasch, sodaß die munteren Weisen, die für den nichtoffiziellen Teil vom Kirchenchor vorgesehen waren, nicht mehr zum Vortrag kamen. Das religiöse Lied:Seht, welche Liebe", gesungen von Frl. Plappert, und die durch Inhalt und kunstvolle Darbietungen hervorragenden Sopran-Solis der Frau Löffert,Ave verum" von Mozart, die ArieWie lieblich sind die Füße derer, die den Frieden verkünden-- und Arie aus demWeihnachtsoratorium" von Müller verdienen ganz besonderer Erwähnung.

Gerichtssaal.

Litzung der Ferierrstrafkammer vom 21. Septbr.

Urkundenfälschung.

Weil er die rechtzeitige Anmeldung auf dem hiesigen Bezirkskommando verbummelt hatte, fälschte der Arbeiter M., um einer Bestrafung zu entgehen, in seinem Militärpaß das Datum seines Wegzugs von Fulda dergestalt, daß er aus 14 24 machte, aber so oberflächlich, daß es auf den ersten Blick zu erkennen war. Das Urteil lautete am drei Tage Gefängnis.

Unterschlagung und Untreue.

Der Agent Baake aus Roth unterschlug 3 Mark, die er im Auftrage einer Berliner Versicherungsgesellschaft von einer

Depremver

Versicherten erhoben hatte. Er ist noch nicht vorbestraft und kommt deshalb bei der Geringfügigkeit der Sache mit der geringsten Strafe von einem Tag Gefängnis davon.

Rückfallsdieb stahl und Unterschlagung.

Der Gelegenheitsarbeiter Ludwig St. in Hanau lockte den Hund des Metzgers W. an sich und verkaufte ihn. Weiter unterschlug er 3 Mk., die er für den Hund eines hiesigen jungen Mannes erlöst hatte, der ihm zum Verkäufe über­geben worden war. Der Diebstahl, bezüglich dessen er sich int wiederholten Rückfall befindet, wird mit 4 Monaten, di» Unterschlagung mit 2 Wochen Gefängnis geahndet.

Vereins- u. Bergnüqnngsnachrichten

für Dienstag den 22. September.

Oralorienverel» : Probe im Stadtschloßsaale.

E». Männer- und JUnalingsverein: Unterhaltung (Ev. V»rcinShanS).

Turngemeinde: 4 '^ o/j; Mädchenabteilung von 67 Jahren, 5/» bt* 6'/-: Mädchenabteilung von 1014 Jahren, G' s7/«: Grauen- abteilung B, 7-/«8'/«: Frauenabteilung A, 910; Jugend- abteilung.

Turngcsellschaft: Abends von 810 Uhr: Turnen der Männer- und Jngeudabteilung.

Turnverein: Abends von 810 Uhr: Turnen der Jugendabteiluug.

Erster Athleten - Verein: Abends von 911 Uhr: Uebungsstnnde im Vereinslokale (Restauration Sandhof).

Humoristischer Musikvei ein »Germania" : Von 911 Uhr: Uebungsstnnde l Restanrationzum Sandhof').

Dram.-Liter. Verein Hanau: Vereinsabend imEarlsberg".

Ges. Verb.Rormannia": Klubabend imLöwengänchen".

Kath. KasinoEintracht" (Vereinst,zum Brauflabll"): Vereiusabeud. GesangvereinEintracht" : Singstunde.

GelangvereinM-lomania": Singstunde in derKarthaune'.

Familien» Marken - KonsumvereinEinigkeit": Abends von 810 Uhr: Markenausgabe für Kontrahenten (VereinshausConcordia").

GesangvereinSnmser": Singstunde in derStadt Bremen".

Verein für Handluugs - Kommis von 1858: Vereins ab end im Nestau» rankCarlsberg".

Kathol. Kaufmännischer Verein: Abends 9 Uhr: Zusammenkunft im Ver- cinslokalzum Lindenhof".

Verein der Bayern: Vereinsabend im Gasthauszur Sonne". Gabelsberger Steuogcaphen-Verein (Lokal:Frankfurter Bau", Eingang Lindenstraße): Abends von 89 Uhr: Anfängerkursus, 910; UebungSstunde, Verkehrsschrift.

Gewerbe- und Handwerker-Verein: Vereinsabend in derCentralhalle".

VevsLeègermttgs- re. Kalender

für Mittwoch den 23. September.

Nachmittags von 2 Uhr ab sollen im Saale zumNürnbergerhos* eine Partie Wollwaren und sonst Verschiedenes durch deu beeid. Taxator und Auktionator Herrn Fr. Sümpfet gegen gleich bare Zahlung versteigert werten.

Nachmittags 3 Uhr sollen in der Stadthauptkasse (Neustädter Rat­haus, 1. Obergeschoß. Zimmer Nr. 4) einige in den Gemarkungen Hanau und Großauheim gelegenen Grundstiicksparzellen verpachtet werden (L 01t. 220Han. Auz.").

Oessentlicher Wetterdienst.

(Beobachtungen des Physikalischen Vereins, Frankfurt.)

Voraussichtliche Witterung für Sie Zeit vom Abeuv des SS. Septbr. bis zun» nächsten Abenv. Zunehmende Bewölkung, etwas kühler, meist trocken.

Hus Dab und fern.

W Cassel, 21. Septbr. Zu d r n m a t i s ch e N S z e N e N kam es heute auf der Strafkammer I des hiesigen Landge­richts. Wegen Körperverletzung hatten sich fünf junge Leute aus Cassel zu verantworten; sie waren in betrunkenem Zu- stande aus reiner Rauflust mit einer Anzahl Straßenpaffanten in der Neujahrsnacht in ein Handgemenge geraten und hatten sich derart erhitzt, daß sie einen ihrer Kameraden erschlugen. Die Verhandlung, zu der nicht weniger als 28 Zeugen geladen waren, zog sich über sieben Stunden in die Länge; die Beweisaufnahme ergab, daß die fünf Ange­klagten in ihrer Trunkenheit einigen aus der Holländischen Straße kommenden jungen Leuten die Papplaternen entreißen wollten, worüber es zum Streit kam. In: Augenblick war eine wüste Schlägerei im Gange; der 1881 geborene, mehr­fach vorbestrafte Arbeiter Heinrich Wendel zog das Messer und verletzte drei Personen durch Stiche in den Kopf, in die Schenkel und in den Hals; sein Begleiter, der 1883 ge* borene und gleichfalls mehrfach vorbestrafte Arbeiter Johannes Peler Vergott aus Cassel, verheiratet und Vater mehrerer Kinder, ergriff einen Tannenstamm, einen seiner Zweige be­raubten Weihnachtobaum, und schlug in blinder Erregtheit auf die Kämpfer ein, wobei er mehrere sehr erheblich am Kopf und im Geficht verletzte. Der Arbeiter Ferdinand Acker und der Arbeiter Christian Heinrich Wendel, beide 23 Jahre alt und nicht vorbestraft, schlugen mit ihren Stöcken auf die Gegner ein, während den: Mitangeklagten Arbeiter Balthasar Werner eine Teilnahme an der Schlägerei nicht nachgewiesen werden konnte. Die Prügeleien zogen sich durch drei Straßen hin; sic halten in der Holländischen Straße begonnen, wurden in der Wolfhagerslraße fortgesetzt und endeten in der Gicsbergstraße mit dem traurigen Ergebnis, daß der 25 Jahre alte Bruder des Peter Hergott, der Arbeiter Joseph Vergott, durch einen Slockschlag über den Schädel derart schwer verletzt worden war, daß er besinnungslos in der Wolfhagerstraße ju Boden stürzte und dort liegen blieb; er starb an der er» litteiien Schâdelverletzung bald darauf im Landkrankeuhaus. Den tödlichen Schlag hatte ihm aus Versehen einer seiner eigenen Zechgenossen versetzt; wer es indes getan Halle, tonnte durch die Beweisausnahme mit Bestimmtheit nicht cr- mittelt werden, da jeder der Angeklagten seine Schuld in Abrede stellte. Das Gericht verurteilte den Arbeiter Heinrich Wendel zu 3 Jahren Gefängnis, den Joh. Peter Hergoit zu 1 I a h r und 6 Monaten ©efängniS, Acker wurde zu 6 und Christian Heinrich Wendel zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt; der Arbeiter Werner wurde sreigesprochcn. Bei der U r t c i l s v e r k ü n d i g u u g kam es zu erschütternden Szenen; die Muller des er­schlagenen und des verurteilten Hergoit fiel mit einem lautem Aufschrei ohnmächtig zu Boden, während die Frau des zu 3 Jahren verurteilten Arbeiters Wendel einen Scbreidunvf