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Hanauer K Anzeiger
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«MchShrSch 1,80 Mk, maurüich 60 Pfg., für au». »Ätig« M»unaU«i mit d«n büressrsdw PsstauM«».
Dtt VNjEln- Nummer §-üÄ 10 Pkt.
H^âadmck und Beiia$ d« Buchdruck«« bM »atitt. «o. WaisvchauseS in Hanan.
Gennal-Anzeiger
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 219 Ferusprechauschlutz Nr. 605.
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Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: ^/, Schweinskopf (frisch geschlachtet), 1 Aluminium-Kettenarmband, 1 neubesohlter Damenschuh. 1 Portemonnaies mit M. 1.20 Inhalt.
Hanau den 18. September 1908.
politische Rundschau.
Der Kaiser reiste gestern um 8 Uhr abends von Station Werbellinsee mittels Sonderzug nach Hohenstein in das Manövergelände des 1. und 17. Korps ab. Die Ankunft in Hohenstein erfolgte heute früh um 7 Uhr 50 Min. Im Gefolge befinden sich Hofmarschall Graf v. Zedlitz und Trützschler, die Generaladjutanten v. Messen, v. Scholl und v. Hülsen-Häseler, ferner Oberstallmeister Frhr. v. Reischach, sowie die Flügeladjutanten Frhr. v. Senden und Major 1. Neumann-Cosel und Leibarzt Dr. Niedner.
In Preußen wird regelmäßig seitens des Finanzministers der Ueberblick über die Finanzlage bei Einbringung des Staatshaushaltsetats gegeben. In der nächsten Landtagsfesston dürfte von dieser Gepflogenheit aber insofern eine Ausnahme gemacht werden, als schon bei Einbringung der Besoldungsvorlagen bei Beginn der Tagung die Finanzlage zur Erörterung gelangen muß. Wie im Reiche die Durchführung der Besoldungsverbesserungen in untrennbarem Zusammenhänge mit der Reichssinanzreform steht, so bildet auch in Preußen eine sachgemäße Finanzierung der erforderlichen Mehrausgaben die Voraussetzung für die Durchführung der geplanten Besoldungsverbesserungen. Schon in der letzten Landtagssession ist seitens der Staatsregierung wiederholt darauf hingewiesen worden, daß die zur Zeit bestehenden Einnahmen des Preußischen Staates zur vollen Deckung des beträchtlichen dauernden Mehrbedarfs für die Verbesserungen der Gehälter der Beamten, Geistlichen und Lehrer nicht ausreichen und einer entsprechenden Ergänzung bedürfen. Diese Ergänzung kann nach Lage der preußischen Staatsfinanzen nur auf dem Wege einer weiteren Ausgestaltuitg der Einkommen- und Ergänzungssteuer stattfinden. Der Finanzminister hat demzufolge auch bereits in der vorigen Landtagssession angekündigt, daß eine entsprechende Steuervorlage »inen integrierenden Teil des gesamten gesetzgeberischen Planes bildet. Inzwischen hat sich gegenüber den Einnahmen, von denen bei der Aufstellung und Feststellung des Staatshaushaltsplanes für das laufende Jahr ausgegangen ist, die Finanzlage in Preußen beträchtlich verschlechtert. Es erscheint nahezu ausgeschlossen, daß in diesem Jahre aus den ordentlichen Einnahmen Preußens eine so hohe Summe für die geplanten Besoldungsverbesterungen sich wirb flüssig machen lasten, als diese in dem Etatshaushaltseiat vorgesehen ist. Dadurch wird die Aufgabe, für die gesamten Mehr-
Feuilleton.
Ja so ein Walzer ist mein Leben . . . Die Saison beginnt.
Tanz-Unterricht.
Zu einem Privat-Kursus werden noch Herren und Damen angenommen.
Herr u. Frau Leichtfuß.
Solche und ähnliche Inserate findet man jetzt zu Dutzenden, wenn man die Zeitung durchlieft: Die Saison der Tanzkunst hat begonnen. Für die Herren Tanzlehrer und -Lehrerinnen ist cs keine Kleinigkeit, all die unbeholfenen Gestalten zu dressieren . . . pardon, das Tanzen beizubringen. Am leichtesten haben sie es ja mit den Mädels. Es gibt wohl heute kaum noch einen Backfisch von 15 Jahren, der nicht den Walzerschritt kennt, oder der sich nicht flott im Polka- oder Schottischtakt zu drehen wüßte. In der Tanzstunde bekommen sie nur den höheren „Schliff" beigcbracht. Außer den gewöhnlichen Rundtänzen gilt es den Langier, die Washington-Post, die Tyrolienne und ähnliches zu lernen. Dann kommt die Grazie an die Reihe, die den Schülerinnen ebenfalls beigebracht werden muß. Es ist absolut nicht einerlei, ob man den Körper bei einer Verbeugung um 15 Grad oder um 17^2 Grad nach vorwärts neigt. Aber all das lernen die jungen Damen mit einer erstaunlichen Fixigkeit. Aber die Herren . . . Davon weiß mancher Tanzlehrer ein Liedchen zu fingen. Wie viele Schweißtropfen kostet eS, bis mancher junge Mann einmal gelernt hat richtig zu stehen, nicht die Hände in den Hosentaschen zu halten oder gar an den Finger- nägeln zu kauen. Hat er das richtig erfaßt, dann kommt das Gehen. Schwungvoll muß er sich der Dame nähern die er zum Tanze auffordern will. . Wie oft muß er auf die Frau des Tanzlehrers zugehen, bis er das begriffen hat. Dann kommt der schwierigste Akt: das Engagieren. Welch linkische.
Freitag den 18. September
ausgaben eine mit den Grundregeln solider Finanzwirtschaft zu vereinbarende dauernde Deckung zu schaffen, erheblich erschwert. Man wird daher in der Annahme nicht fehl gehen, daß schon bei der Vorlegung und allgemeinen Besprechung der erwähnten gesetzgeberischen Vorlage eine eingehende Darlegung und Erörterung der Finanzlage Preußens stattfinden wird.
Beim Papst. Beim Empfange von Teilnehmern des in Rom tagenden Kongresses der katholischen Jugend hielt der Papst eine Ansprache, in der er, auf den eucharistischen Kongreß in London anspielcnd, darauf hinwies, daß in dieser protestantischen Stadt die Katholiken dem Sakrament ihre Ehrfurcht bezeugt haben und daß dort während der Prozession, an der 20 000 Kinder sich beteiligten, Fahnen mit der Inschrift : „Gott möge die Bekehrung Englands bewirken I" mit Beifall begrüßt worden seien. „Wir schließen uns dieser Bitt» an", sagte der Papst, „beten aber darum, daß alle Dissi- benien, nicht allein die Englands, sondern die der ganzen Welt unter einen einzigen Hirten zurückkehren möchten". Die Worte des Papstes wurdeu mit großem Beifall ausgenommen.
Präsident Roosevelt gab in Oysterbtzy einen Empfang, zu dem die gesamte Einwohnerschaft geladen war und bei dem Roosevelt von den Bewohnern Oysterbays in seiner Eigenschaft als Präsident verabschiedete. Der deutsche Sängerbund des benachbarten Hicksville brachte auf besonderen Wunsch des Präsidenten Liedervortrâge zu Gehör.
Sozialdemokratischer Parteitag.
(Unber. Nachdr. Verb.) S. h. H. Nürnberg, 17. Septbr.
Vierter Tag.
Heute wurde in die Aussprache über die Budgetbewilligung eingetreten. Der Andrang war wieder sehr stark. Es erhält abwechselnd ein Redner für und einer gegen die Vorstands- Resolution das Wort. Als erster Redner sprach der Reichs- tagsabg. Frohme-Altona. Er begründete seine Resolution, die besagt: Der Parteitag bestätigt von neuem die Resolution des Lübecker Parteitages. Er beschließt, um Streitigkeiten über eine eventuell aus zwingenden Gründen notwendig erscheinende Zustimmung zu einem Budget zu vermeiden, daß sich die Fraktionen in den Einzellandtagen darüber zunächst mit ihren Landesvorständen und dem Parteivorstand zu verständigen haben. Er führt aus: Der Antrag soll in dem hochgehenden Meinungsstreit eine Vermittlungslinie bilden. Der Resolution des Vorstandes kann aus mehreren wichtigen Gründen nicht zugestimmt werden. Es ist nicht angängig und sehr bedenklich, der Lübecker Resolution eine Verschärfung zu geben. Es geht nicht an, durch eine Resolution den süddeutschen Genossen irgend einen Tadel auszusprechen. (Deif. der Südd.) Jedenfalls nehme ich ganz entschieden für sie das eckige Verbeugungen kann man da zu sehen bekommen. Aber die Lust zum Tanzen hilft auch dieses überwinden und nach einigen Stunden kann der junge Mann eine tadellose Verbeugung vor seiner Auserwählten machen. Dann gehts weiter imUnterricht. Zuerst einzelne Tanzschritte, der wiegende Walzerschritt, der hopsende Mazurkaschritt usw. Geht auch das einigermaßen, wird mit dem Rundtanzen angefangen. Eine Dame getraut man sich dem jungen Manne noch nicht in die Hand zu geben und so müssen zwei der tanzlustigen Jünglinge mit einander walzen. Dann kommt der lang ersehnte Moment, Weiblein und Männlein kommen zum Zusammentanzen. Emmas Herz klopft ungestüm kann man auch hier mit dem Dichter sagen. Von da ab ist der Tanzunter- richt schon mehr ein Vergnügen, eine Vorbereitung für den langen Winter mit seinen vielen Winterfesten, Snftungsfesten, Fahnenfesten und wie die Veranstaltungen sonst alle heißen mögen. So verfliegen die Wochen der Tanzstunden nur zu rasch und die Zeit kommt, wo man beweisen soll was man gelernt hat, das Abiturium der Tanzstunde:. Der Schlnßball. Ein wichtiger Tag bei den jungen Damen. Eltern, Geschwister und sonstige Verwandte find anwesend um zu sehen was das Milchen, die Betty oder die Elly kann. Wie alles, so geht aber auch das vorüber und hinein gebts dann in den großen Ballsaal. Neidig sehen dann die Türhüter zu, wie sich die Jugend so munter im Kreise dreht, sie haben die Zeit versäumt und nickt tanzen gelernt. Jetzt ist es zu spät und kein Mädchenauge weilt auf ihnen, „sie können ja doch nicht tanzen", hört man sagen. Drum frisch und froh hinein in den Tanzkurs, damit ihr nicht später auch solche Eckensteher gebt. G. v. M.
Kunst und Leben.
Altertumsfunve. Nach Mitteilungen des Forschungsreisenden Dr. Stein aus Chotan vom 15. Juli sind in Karaschar in der nordöstlichen Ecke der.Tarimwüste Gemälde
Fernsprechanschlub Nr. 605. 1908
Zuerkenntnis in Anspruch, daß sie in der besten und recht- schaffendsten Absicht gehandelt haben. (Beifall.) Für mich ist die ganze Frage keine prinzipiell«, sondern eine rein taktische. Wenn man so konsequent in der Frage der Budgetbewilligung sein will, dann gehe man doch bis zum Ende und verwerfe den Parlamentarismus überhaupt. (Beifall.) Bensen Sie doch an den Reichstag, wo durch bk Zustimmung zu den Gesetzen dem bestehenden Staate manche Konzessionen gemacht werden. Man fall einseitig sein und sich nicht darauf kaprizieren, den süddeutschen Genoffen ans der Budgetbewilligung einen Strick zu drehen. (Lebh. Beifall d. Südd.) Wir wollen vermitteln, um die Partei vor schweren Schäden zu behüten. (Beifall.) Solange ich die Zunge und die Feder rühren kann, werde ich allen Bestrebungen ent# gegentreten, die die Partei schädigen und zerreißen wollen. (Lebh. Beifall.) — Reichstagsavg. Geck- Mannheim: Ich bitte Sie, den Antrag Frohme abzulehnen. Er kann nicht befriedigen. Der einzig richtige Weg ist durch die Vorstands« resolution gegeben. (Großer Lärm. Zuruf: Judas I) Dies« Resolution ist getragen von wohlwollenden Absichten. (Großer Lärm der Südd., Zurufe: Judas! Selbst geohrfeigt!) ES liegt uns jedes Mißtrauen gegen Sie fern. Das müssen Sie uns glauben. So weit sind wir doch noch nicht voneinander getrennt. lLärm.) Sie haben aber die dem Haupte der Gottheft entsprungen« Resolutton schon im voran» verurteilt. (Gelächter der Süddeutschen). Wir bekämpfen entschieden die „Los von Norddeutschland- Bewegung" die hier in Szene gesetzt wird. (Beifall.)
Reichstagsabg. Ulrich- Offmbach: Ich werde nicht in der aufgeregten Weise sprechen, wie mancher es bisher getan hat. Ich mache den Ton des „Vorwärts" und der „Leipz, Volksztg." nicht mit. Von Zeit zu Zeit taucht in unserer Partei immer eine große Prinzipienfrage auf, die in einer Weise traktiert wird, daß wir uns die Köpfe abschneiden, ohne daß eS notig ist (Sehr richtig I) Die Berliner haben übers Ziel geschossen. (Beifall und Widerspruch.) Sie schlagen wieder Töne an, die man ja bei ihnen gewöhnt ist. Ein junger Berliner hat ja sogar erklärt, ich sei unwürdig, in der Partei zu bleiben. (Heiterkeit,' großer Lärm der Berliner und Rufe: . Er ist rausgeschmissen!) Wenn Ihr ihn abgeschüttelt habt, dann ist's gut. Er hat aber damals eine große Rolle in Berlin gespielt. Ich gehöre nicht zu denen, die verbrannt werden sollen. (Heiterkeit.) Ich erkläre mich aber mit den Bayern, Badenern und Süddeutschen völlig solidarisch. (Lebhafter Beifall der Süddeutschen, Gelächter der Berliner und Leipziger.) Der Parteitag darf uns nicht die Hände binden. Die Fraktionen müssen BeroegungSfreihM haben. Die Vorstandsresolution muß abgelehnt werden, weil wir kein Ketzergericht hahen wollen, sondern freie Männer sind. (Lebhafter Beifall der Süddeutschen.)
und Skulpturen gefunden worden, die vorherrschend graeco" buddhistischen Einfluß verraten. In den Trümmern eines verfallenen Wachtturms auf einem einsamen Hügel in der Nähe von Masar-Tag wurde eine groß« Sammlung von Schriftstücken auf Holz und Papier gefunden, die hauptsächlich indischen, chinesischen und tibetanischen Ursprungs sind. Die Schriftstücke stammen frühestens aus dem achten oder neunten Jahrhundert und gehören offenbar zur Period« der tibetanischen Invasionen. Stein beschreibt in den Mitteilungen auch die gefahrvolle Reise durch bie Wüste, wo sich der Kerufafluß im Sande verläuft.
Fabrikant unv Opernsänger. Aus Pforzheim wird geschrieben: Wie wir aus guter Quelle erfahren, wird Herr Fabrikant S ch i ck l e demnächst aus der Firma, in welcher er Teilhaber ist, austreten, um sich ganz der Kunst zu widmen. Herr Schickte, welcher schon früher wiederholt ein« gesangliche und schauspielerische Begabung, die weit über den landesüblichen Dilettantismus hinausgeht, an den Tag gelegt hat, sang und spielte jüngst in Lortzings „Zar und Zimmermann" die Rolle des Bürgermeisters van Bett so vortrefflich, daß die mitwirkenden Solokräfte von Bems bis Karlsruher Hoftheaterverwaltung auf ihn aufmerksam machten, welche die Gelegenheit, einen tüchtigen Baßbuffo sich zv sichern, gern ergriff und ihn zu einem Probesingen einlud. Herr Schickte entsprach den gehegten Erwartungen und wurde für die Karlsruher Oper zunächst für kleinere Auf- gaben verpflichtet. Nach weiteren Studien, die Herr Schickle noch unternimmt, wird er nach einiger Zeit auch die ersten Rollen eines Baßbuffo übernehmen. Es ist nicht gerabi häufig, daß ein Mann in den Jahren SchickleS sich soviel Idealismus bewahrt hat, um aus dem sicheren Port bei bürgerlichen Erwerbslebens sich auf das ungewisse Feld des öffentlichen Auftretens als Opernsänger zu wagen; umsomehr darf man Herrn Schickte dazu gratulieren und ihm wünschen, daß ihm hier ein voller Erfolg beschieden sei.
Albumblätter.
Nichts ist schön, als unsere Empfindung bei SchLnen, nicht der körverliche Geaenstand, Jean