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16. Sept-mve*

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sch Fulda, 15. Septbr. Der hiesige Magistrat hat heute 914 64 Mk. alsZeppelitt"-Spende dem bei der allge­meinen Rentenattstalt Stuttgart errichteten Konto des nationalen Luftschiffbau-Fonds für Graf Zeppelin überwiesen. In der hiesigen Industrie herrscht schon seit Wochen eine recht leidige Tiefkonjunktur, die die meisten Fabriken zwingt, entweder Arbeiter zu entlassen oder verkürzte TageSschichten rinzulegen. In einem der größten Werke wird nur an 5 Jagen in der Woche gearbeitet, in einem andern von 8 bis 5 Uhr. Der Revolverheld vom Samstag ist kein Zigeuner und kein ZirkuSmensch, sondern ein Karussellbesitzer, dessen Ringelfahrzeug in Hosenfeld am Bogelsberg still steht, weil die Pferdekraft hier zurückbehalten wurde. Er hat übrigens die zwei Schüsse erst dann abgegeben, als er vor­her von dem Metzgergesellen Schäfer gereizt und bedroht worden war. Einen Schuß erhielt der Schäfer in die linke Hand, was er anfänglich verschwieg.

sch. Schlüchtern, 15. September. Zum Bahnbau SchlüchternFlieden (Tunnel durch denDistelrasen") ist der Anfang in diesem Monat gemacht worden. Es arbeiten bereits mehr als 100 Personen an dem Durchstich, der 3560 Meter lang wird und am 1. Juli 1912 vollendet am Lap­penstein diesseits sein muß. Durch diesen Elmer Um- gehungSbau wird die Bahnentfernung zwischen Frankfurt und Fulda um rund 12 Ki. meter kürzer und der Sinter Bahnhof, bekannt durch seine Dammrutschungen, erheblich entlastet. Er hat später nur noch den Zweck, den Verkehr der Lokal- und Pendelzüge für die Linie Eim-Geinünden zu vermitteln und einzelne direkte Züge aus Nord- und Süd­deutschland passieren zit lassen.

Oesscntlicher Wetterdienst.

(Beobachtungen des Physikalischen Vereins, Frankfurt.) Voraussichtliche Witterung für vie $<it vom Abend des 16. Septbr. bis znm nächsten Abend.

Zumeist trocken, wechselnde Bewölkung, später Trübung, Regenschauer.

Drahtnachrichten

Die Lage in Marokko.

Paris, 16. Septbr. Einzelne Oppositionsblätter

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nun heute die französisch-spanische Note zum Anlaß, um die Marokkopolitik der Negierung scharf zu tadeln. Der GauloiS" schreibt: Wir sind geschlagen samt unserem Schütz­ling Abdul AsiS, für den wir demütig eine anständige Be­handlung erbitten und zwar von Mulay Hafid erbitten, dem Schützlinge Deutschlands; wir sind geschlagen, denn die offi« ziösen Blätter sind genötigt, zur Verschleierung der Fehler der Negierung die Mäßigung der Note zu rühmen. Wir sind geschlagen, da Spanien, dessen kluge Politik einen so be­trübenden Gegensatz zu der französischen Politik bildet und

das sich genau an die AlgeciraSäkic gehalten hat, ohne einen Soldaten oder Peseta geopfert zu haben, in demselben Tone wie Frankreich zu Europa spricht und dieselben Vorteile er­hält.

Paris, 16. Sept. Eine Meldung aus Marrakesch vom 18. d. Mts. dementiert das Gerücht, daß Miugi in Marrakesch Ungezogen sei. Mtugi lagerte an diesem Tage noch immer in der Umgebung der Stadt. ,

Paris, 16. Sept. Aus Tanger wird berichtet, daß der österreichisch.ungarische Konsularagent Löhr sich heute nach Fez begeben werde.

Der Parsevalbatto»«.

Berlin, 16. Septbr. Den Morgenblättern zufolge empfing der Major P a r s c v a l ein Glückwunschtelegramm des Kaisers, in welchem der Wunsch ausgesprochen Jt, den Parscvalballou, sowie daS Militârluftschifi heute in Döberitz zu sehen. DaS Militärschiff unternahm um 3 Uhr 55 Minuten nachmittags einen dritten Aufstieg mit acht Herren in der Gondel. Die InformationSfahrt ging über Däberitz, Potsdam und Charlottenburg. Um 6 Uhr erfolgte die Landung.

Beileidstelegramm.

Stratzburg t. Elsas;, 16. Septbr. Der Kaiser sandte an die Familie des verstorbenen Präsidenten v. Schlumm- berger in Gebweiler ein herzliches Beileidstelegramm.

Fürst Eulenburg.

Berlin, 16. Septbr. Fürst Eulenburg verbleibt nur noch bis aum 1. Oktober in den ihm während der Dauer der Untersuchungshaft in der Charite zugewiesenen Räumen. Diese Räume werden anderweitig gebraucht. Ueber die fernere Unterbringung des Patienten finden Er­wägungen statt.

Ehrensiabt.

Berlin, 16. Septbr. Den Morgenblüttern zufolge über­reichte gestern der deutschen Gruppe der internationalen Union der Präsident der amerikanischen SchiedSgerichtsgruppe Richard Barthold, der 1855 in Schleiz geboren ist, eine schwarz-meiß-rote Fahne im weißen, den Distkerfrieden sym­bolisierenden Rahmen als Ehrengabe der Natianal-Ardit» ration and Peace Congreß mit dem Ausdrucke der be­stimmten Erwartung, daß diese stumme, aber doch so beredte Botschaft nicht lediglich ein Akt internationaler Höflichkeit, sondern ein Beweis ausrichtiger Freundschaft und eilt Omen dauernden Friedens sein möge.

Ersatzwahl.

Kaiserslautern, 16. Septbr. DiePsülz. Presse" meldet: Nach bem amtlichen Wahlergebnis bei der Reichs- tagSersntzmahl in Speyer-LudwigShafen erhielten Buhl (ntt.) 12156, Binder (Soz.) 19 251 Stimmen; zersplittert waren 608 Stimmen.

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New-Park, 16. Sept. Diebe drangen in das Sommer« Haus der Sängerin Madame Nordica aus MarthanS Vin«- yocyandinsel in Massachusetts ein und stahlen Juwelen int Werte von 14000 Dollars.

Fluchtversuch. 4

Berlin, 16. Se^t. Gestern nachmittag versuchten zwei Gefangene der Strafanstalt Plötzensee zu entfliehen, wurden aber ivieder eingefangen.

ÖrtSbesichtigttNg.

Berlin, 16. Sept. An der Riordstätte in Grunau fand gestern nachmittag eine Ortsbesichtigung statt. Der mutmaß- liche Mörder Wollenberg wurde an beiden Händen gefesselt an den Tatort geführt.

Grohstuer.

Sittllgarl, 16. Septbr. In Rosenfeld, Oberamt Sulz, sind heute nacht acht Wohnhäuser einem großen Feuer zum Opfer gefallen. Aienschenleben sind nicht zu beklagen.

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