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Hanauer G Anzeiger

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General-Auzciger

MMinit und Verl«, d« Buchdrucker«! bei verei«.

Wailuch aus«; in Hamm.

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Bâge.

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Die fäuf gespaltene Petitzeil« »drr btrea Ramu R ^ im Rekiaineni«! bi* Zelle SS H-

Nr. 216 Fernfprechanschlutz Nr. 605,

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Amtliches.

Stadtkreis Hanau.

Zwecks Neupflasterung wird die Nordstratze zwischen Bogen- und Wilhelmstraße vom 16. d. Mts. ab auf die Dauer von 3 Wochen für den öffentlichen Fuhr- verkehr gesperrt.

Hanau dm 12. September 1908.

Königliche Polizei-Direktion.

P 9665 I. D.: Siemon, Reg.-Affessor.

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Zwecks Neudeckung wird die Franksurterlandstrahe ^vischen Rosenau und Burgallee vom 16. d. Mts. ab auf die Dauer von 14 Tagen für den öffentlichen Fuhrverkehr gesperrt.

Hanau den 12. September 1908.

Königliche Polizei-Direktion.

P 9664 I. V.: Siemon, Reg.-Affessor.

Landkreis Hanau.

MnntmchllWl des F 1

An die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Landkreises.

Durch Nr. 12 der Vorschriften über den Geschäftsbetrieb der Gcsindevermieter vom 5. März 1907 (Amtliche Beilage Nr. 9) ist den Gesindevermietern und Stellenvermittlern jede Einwirkung auf zur Dienstleistung Verpflichtete dahin, daß sie ihre Stellung mit einer anderen vertauschen, untersagt. Ebenso ist nach Nr. 19 der Vorschriften diesen Personen jeder geschäftliche Verkehr mit den Dienstberechtigten oder zur Dienstleistung Verpflichteten ohne besonderen Auftrag außer­halb ihrer Geschäftsräume untersagt.

Da trotzdem die Klagen über das Treiben der Agenten, die das Dienstpersonal unter allerhand Versprechungen zur Aufgabe ihrer Stellung veranlassen, nicht verstummen, weise ich die Ortspolizeibehörden an, die erwähnten Vorschriften streng zu handhaben und gegen Gesindevermieter, die den Vorschriften zuwiderhandeln, scharf vorzugehen.

Ueber etwaige Erfahrungen darüber, daß die Vorschriften sich nicht als ausreichend erweisen, ersuche ich mir zu berichten.

Hanau den 10. September 1908.

Der Königliche Landrat.

V 6117 v. Beckerath.

Bekanntmachung.

Eirrstellung in das Heer.

Alle Freiwilligen und Rekruten, welche diesen Herbst zur Einstellung gelangen, können ihre Gestellungsbefehle gegen »«^! L^gag«*^^^' «i ^^w

Feuilleton.

Dem Kaiser entgegen.

Quertreibereien zum dritten Kaiser-Preis-Singen 1909 in Frankfurt a. M.

Noch sind die offiziellen Bedingungen zum Kaiser- Gesangswettstreit den Landräten und Polizeiorganen zur Weitergabe an die Männergesangvereine vom Hofmarschall­amt in Berlin nicht zugegangen, noch sind erst die aller­ersten beratenden Sitzungen mit dem Magistrat in Frank­furt erfolgt, da sind auch schon Elemente an der Arbeit, einen Keil in die Einigkeit der deutschen Sängerwelt zu treiben. Reklame um jeden Preis treibt eine emporstrebende Sängerzeitschrift dazu, eine Wühlarbeit zu inszenieren, der mit aller Energie entgegenzutreten Notwendigkeit ist. Unter dem Deckmantel, der Sangeskunst einen Dienst erweisen zu wollen, hat man eine Anzahl Künstler mobil gemacht gegen das bisher bei Gesangswettstreiten übliche Punktier­system. Und man ist taktlos genug, dem vermeintlich besseren System dadurch Einführung verschaffen zu wollen, daß man einen sogen. Reform-Gesangswettstreit für das Frühjahr 1909, also um die Zeit des Kaiserpreissingens nach Frank­furt einberuft. Es unterliegt keinem Zweifel, daß ein solches Vorgehen geeignet ist Meinungsverschiedenheiten in die Reihen der deutschen Sänger zu tragen, die dem Kaiser- Sängerfest 1909 von Nachteil sein können. Schon im Juli dieses Jahres hatten die Neuerer eine Versammlung ein­berufen, der angeblich eine große Anzahl von Vorständen und Vereinsdirigenten beiwohnten, die alle den Versuch eines Reformwettstreites freudig begrüßt haben sollen. Man be­mängelte es, daß bisher jeder Preisrichter für sieben Rub­riken (Schwierigkeit, Tonreinheit, Stimmenausgleich, Aus­sprache, Dynamik, Rythmus und Auffassung^ Punkte wertete und demgemäß aus sieben rundverschiedene Gebiete zu achten hatte, was in den Augen der Neuerer als nahezu unmöglich erscheint. Und nun höre und staune man über die angestrebte

Dienstag den 15. September

Abgabe der Annahmescheine bezw. Rekruien-Urlaubspässe vom 15. d. Mts. ab in Empfang nehmen:

a) diejenigen der Stadt Hanau von vormittags 8 bis nachmittags 7 Uhr beim Bezirkskommando, Lamboy­straße 17,

b) diejenigen von Kesselstadt bei Herrn Bezirksvorsteher Geibel,

c) die übrigen der Landbevölkerung bei den Bürger­meisterämtern.

Diejenigen Rekruten, welche keine Gestellungsbefehle er­halten, gelangen voraussichtlich dieses Jahr nicht zur Einstellung und müssen sich nächstes Jahr erneut zur Stamm­rolle melden.

Bezirkskommando Hanau.

In das Handelsregister Abteilung B ist bei Nr. 3 Dr. Lambotte & Schattenberg, Gesellschaft mit be­schränkter Haftung zu Mainkur bei Frankfurt a. M. heute eingetragen worden:

Die Firma ist erloschen.

Bergen bei Hanau, 12. September 1908.

Königliches Amtsgericht. 18187

Gefundene nnd verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 Paar rotbraune Herren-Glacöhand- schuhe.

Verloren: 1 goldener Kneifer (auf dem Festplatz oder auf dem Wege nach dem Westbahnhof), 1 schwarzer Stoff­gürtel und Stoffreste.

Hanau den 15. September 1908.

politische Rundschau.

Fürst Bülow über die politisch^ Lüge. Im LondonerStandard" berichtet Sidney Whitman über eine Unterredung, die er mit dem Fürsten Bülow auf Norderney gehabt hat. Fürst Bülow habe erklärt, daß niemand von einigem Verstand und Einfluß in Deutschland daran denke, Händel mit England anzufangen, aber noch viel weniger solche unsinnige Gedanken wie den einer Invasion in Eng­land hege. In Deutschland bestehe nur Besorgnis wegen seiner exponierten geographischen Lage, Fürst Bülow besprach dann den in der Julinummer derQuarterly Rewiew" er­schienenen ArtikelDie deutsche Gefahr" und widerlegte den­selben Punkt für Punkt. Was die Flottenorganisation be­treffe, so habe der Reichskanzler an der Hand von amtlichen Aufstellungen über die relative Stärke der Flotten Englands, Frankreichs, Amerikas und Deutschland nachgewiescn, daß Deutschland am Ende der Liste stehe. In Deutschland be­stünden keine feindseligen Gesinnungen gegen Frankreich und Reform. Ueber die Aussprache und Ausbildung des Mate­rials soll ein Gesangslehrer entscheiden, über Tonreinheit ein Streichinstrumentalist und Quartettspieler, über Dynamik und Rythmus je ein Kapellmeister, über Auffassung und Gesamteindruck ein erfahrener Männerchordirigent und Komponist. Auch soll die Anzahl der Punkte von'sieben auf fünfzehn erhöht werden.Ein bekannter Männerchordirigent" soll die Neuerung geradezu als bahnbrechend für die Zukunft bezeichnet haben. Dieser einen Stimme aber stehen viele erster Autoritäten fentgmen. Das Vorgehen der Neuerer muß also in deutschen Sängerkreisen in das rechte Licht ge­setzt werden. Die Teilungen der Kritik ist keineswegs neu. In England ist es längst üblich, daß erstklassige Zeitungen zu gemischten Konzerten für Klavier, Violine, Cello, Gesang usw. für jede einzelne Kunstart einen besonderen Kunstkritiker entsenden, der das zu beurteilende Instrument selbst glänzend beherrscht. Diese Kritiker, die getrennt die Konzcrldar- bietungen verfolgen, treten dann nach Schluß des Konzertes zusammen, um gemeinsam die Kritik des ganzen Konzertes unter Assistenz eines Schriftstellers ausznarbeiten. . Hier ist die Trennung der Funktionen allerdings am Platze, denn es handelt sich um Beurteilung von Leistungen aus verschiedenen Instrumenten. Ein Sängerchor aber soll ein harmonisches Ganzes sein und ist deshalb als ein Instrument anzu­sprechen, dessen Klangschönheit, Stimmenausgleich, Dynamik, Rythmus usw. naturgemäß auch nur insgesamt von einem erfahrenen Männerchor-Dirigenten beurteilt wer­den können und sollen. Der Männerchor-Dirigent, der beim Dirigieren gezwungen ist, alle die Einzelheiten zu beobachten, dessen Ohr dadurch aufs peinlichste trainiert ist zur Beurteilung eines Chores, ist deshalb auch der einzige Künstler, der befähigt ist, das Können eines Chores zu werten. Ebenso wenig wie ein solch hervorragender Chor­dirigent sich anmaßen würde, das. Spiel eines Geigers werten zu wollen, weil er in Unkenntnis der Violintechmk nicht erschöpfend urteilen könnte, ebensowenig kann man einen Geiger zur Beurteilung der Tonreinheit eines Chores be­ordern, weil er die Gefangstechnik nicht kennt. Das ange­strebte'Punktiersystem muß also aus sachlichen Gründen ver­worfen werden. Ebenso werden es ernste Vereine von sich

Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1908

England. Bei einem provozierten Angriff Englands auf du deutsche Flotte könnte jedoch ein so rachsüchtiger Groll aus- brechen wie zurzeit der Invasion Napoleons. Der Reichs­kanzler sprach dann noch über Marokko und die Türkei. Was Marokko betreffe, so wünsche Deutschland allein seine eigenen Angelegenheiten zu besorgen, würde sich aber eine nationale Demütigung nie gefallen lassen. Bezüglich der Dinge in der Türkei wünsche Deutschland eine kräftige Re­gierung. Der Sultan habe bezüglich seines letzten Vorgehens Deutschland nicht um Rat gefragt. Die deutsche Regierung habe aber mit dem Ausdruck ihrer freundlichen Sympathien nicht zurückgehalten.

Die Reform der drei Arbeiterverffchernngs' gefeste soll der Königsberger Hartungschen Zeitung zufolge in der bevorstehenden Reichstagssession möglichst verabschiedet werden, so daß sie gleichzeitig mit der Witwen- und Waisen­versicherung am 1. Januar 1910 in Kraft treten könnte.

Der Fall Schücking. Wie die Schleswiger Nach­richten aus guter Quelle erfahren, ist die Verhandlung gegen den Bürgermeister Dr. Schücking vor dem Bezirksausschuß auf den 29. September anberaumt.

Keine Forderungen für Deutfch-Südwestafrika. Staatssekretär Dernburg erklärte einem Mitarbeiter der T. R.", er bringe keine Forderungen für Deutsch-Südwest von dort mit, auch keine für den Neubau einer Landungs­anlage in Swakopmund. Er überlasse diesen Neubau den Interessenten. Er werde nur den bestehenden Holzpier ver­stärken lassen, der dann lange Zeit genügen werde. Die neuen Eisenbahnen seien doch unrentabel, besonders die von Windhuk nach Keetmanshoop. Die Ovambofrage solle vor­sichtig behandelt, es sollten keine Truppen hingeschickt werden. Kaufleute, die hingingen, sollten nur gegen hohe Kaution Zutritt erhalten.

Vereinigte Staaten. Der deutsch - amerikanische Nationalbund hat sämtlichen Deutschen des Landes einschließ­lich der Deutsch-Schweizer und Deutsch-Oesterreicher zur Feier der Grundsteinlegung für das aus Anlaß des 22bjähr. Jubiläums der deutschen Einwanderung am 6. Oktober zur Errichtung gelangende Pastoriusbenkmal nach Germantown eingeladen.

Der republikanische Staatskonvent. Aus S a r a t o g a, 14. Sept., wird berichtet: Staatsminister Root eröffnete als Vorsitzender den republikanischen StaatS- konvent mit einer längeren Ansprache, in der er die Errungen­schaften des republikanischen Regimes und deS Präsident» Roosevelt auf dem Gebiete der inneren und äußeren Politii erwähnte, insbesondere die Verhütung eines Zollkrieges mit Deutschland durch den Abschluß des Handelsabkommens unter Sektion 8 deS DingleytarifeS. DaS wilde Geschrei der Sensationspresse des In- und Auslandes habe nicht ver. SMUiS!!»!-!!' ....................................................

weisen, sich von Geldpreisen anlocken zu lassen. ES ist die« eine Neuerung, die man von Holland und Belgien zu unS bringen möchte, die aber entschieden gegenüber dem bisherigen deutschen Wettstreit um die Ehre des Preises demoralisierend wirken muß. Kommt noch hinzu, daß die seitens der Neuerer für den ReformgesangSwettstreit normierten Preise viel zu gering sind, als daß sie für einen einigermaßen ansehnlichen Verein, angesichts der ihm durch eine Sängerreise erwachsenden Spesen, von irgend welcher Bedeutung sein könnten. Zu jeder andern Zeit hätte es niemand den Neuerern zum Vor­wurf gemacht, ihre Ideen zu verwirklichen, aber ihre An- maßung, den Kaiserwettstreit zu beeinträchtigen, dadurch, daß sie gleichzeitig einen ReformgesangSwettstreit einberufen, der die bisherige Wertung der Sangesleistungen als ungerecht erweisen soll, mußten erste Chordirigenten bedeutendster Vereine herausfordern, den wahren Wert der angestrebten Reform darzutun. Wenn auch vorauszusehen war, daß die Vereine sich dadurch am Kaiserwettstrett die Freude nicht ververben lassen würden, so sollen doch auch die wenigen vor Wankelmiitigkeit bewahrt werden, die vielleicht aus über­großer Kunstliebe und übertriebenem Gerechtigkeitsgefühl dem Blendwerk der Reform ein Opfer geworden wären.

Konzert des GesangvereinsEintracht."

(Leiter: Herr Wilhelm Hamburger.)

Im Hinblick auf die schönen Erfolge, die der Verein mit seinen früheren Konzerten erzielt hat, beabsichtigt er, auch in diesem Jahre, und zwar am 13. Oktober c., in den Sälen der Centralhalle wiederum ein Konzert zu veranstalten. Das Programm enthält Perlen der Männerchor- Literatur von älteren und neueren Komponisten wi, Schubert, Mendelssohn, Goldmark, Hegar ic. sowie einige an- sprechende Volksweisen, und es dürften sowohl bu Leistungsfähigkeit des wohlgeschulten Chores wie auch die bewährte Energie seines Meisters, des Herrn Wilh. Hamburger, eine aedieaene Wi« d «vaabe ver­bürgen.