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General-Anzeiger
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Amtliches Grs» für Stadt- Mi Landkreis Hanan.
», WaijeuhauseS in Haxau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Swantw cd. 9lebattew: S. Schrecker P HM»
Nr. 215 F-rnspr-chanschlrch Nr. 605.
Slnttliches.
Bekanntmachung.
Aus Grund des rechtskräftigen Planfeststellungsbescheids deS Vorsitzenden des hiesigen Bezirksausschusses vom 5. v. M., B. A. 1328, sollen zur Herstellung des zweiten Gleises auf der Bahnstrecke Heldenbergen—Windecken—Hanau-Ost in der Gemarkung Hanau von den Grundstücken des Gärtners Johann Peter Georg Seitz, Adams Sohn, zu Hanau Kartenblatt GG Parzellen 40, 164/41 und 163/39, 26,25; 10,85 und 5,92 ar groß, Flächen von 7,38; 0,23 und 5,92 ar enteignet werden.
Von dem Herrn Regierungs-Präsidenten zum Enteiguungs- kommissar ernannt, habe ich zur kommissarischen Verhandlung mit den Beteiligten zwecks Feststellung der Entschädigung für die zu enteignenden Grundflächen gemäß § 25 Absatz 1 des Enteignungsgesetzes vom 11. Juni 1874 Termin auf Samstag den 19. September d. Js., nachmittags 2 Uhr, — Zusammenkunft auf dem Bahnyof Hauau-Nord — anberaumt.
Zu diesem Termin werden alle Beteiligten gemäß § 25 Absatz 4 a. a. O. mit der Aufforderung geladen, ihre Rechte im Termin wahrzunehmen.
Die Ladung erfolgt unter der Verwarnung, daß beim Ausbleiben der Geladenen ohne ihr Zutun die Entschädigungen werden festgestellt werden, und wegen Auszahlung oder Hinterlegung der Entschädigungen verfügt werden wird.
In dem Termin ist jeder an den zu enteignenden Grundstücken Berechtigte befugt zu erscheinen und sein Interesse an der Feststellung der Entschädigungen, sowie ihrer Auszahlung und Hinterlegung wahrzunehmen.
Auch etwaige Anträge auf vollständige, Uebernahme der teilweise in Anspruch genommenen Grundstücke sind von den Beteiligten in dem Termin anzubringen. Spätere Anträge dieser Art sind unzulässig.
Ueber den Besitztitel haben sich die Beteiligten in dem Termin auszuweisen.
Cassel den 8. September 1908.
Der Enteignungskommissar.
gez. Riedesel Freiherr zu Eisenbach,
AII7Ö53II Regierungs-Assessor. 18139
Landkreis Ran au.
WmtiüchiNM des KöniMeit LnMMâ.
Der Korbmacher P e t e r L o tz II. in Dörnigheim ist zum Ortsschätzer-Stellvertreter der Gemeinde Dörnigheim auf jederzeitigen Widerruf bestellt und verpflichtet worden. - Hanau den 11. September 1908.
Der Königliche Landrat.
V 5962 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 weißes gehäkeltes Kinderschuhchen.
Verloren: 1 goldenes Herz-Medaillon (auf dem Festplatz), 1 kleine Brosche mit grünen und weißen Steinchen (auf dem Festplatz), 1 Brosche ohne Nadel (Blättermotiv), I goldene Krawattennadel mit Platineinfassung.
Hanan den 14. September 1908.
politische Run dich au.
Der Kaiser im Elsas;. Als der Kaiser von den Vorkehrungen erfahren hatte, die für den Fall getroffen waren, daß er französisches Gebiet betreten sollte, ließ er den aus Epinal besonders entsendeten französischen Kommissar Cochet zu sich entbieten und ersuchte ihn, der französischen Regierung seinen Dank anszusprechen. (Die französischen Behörden hatten den Kaiser eingeladen, bei seiner Fahrt durch das Oberelsaß nach der an der Grenze gelegenen „Schlucht" den auf französischem Gebiet liegenden aussichtsreichen Hohneck zu besuchen. Der Einladung konnte aber aus Mangel an Zeit nicht Folge geleistet werden.)
Die Reichstags-Ersatzwahl im Kreise Wolsen- büttel-Helmstedt. Nach dem nunmehr festgestcllten Ergebnis der Reichstagsersatzwahl im 2. Braunschweigischen Wahlkreise erhielt Kleye < Vereinigte nationale Parteien) 11 423, Dedekind (Welfe) 5926 und Rieke (Soz.) 7196 Stimmen. Es ist mithin Stichwahl zwischen Kleye und Rieke erforderlich. Bei der Reichstagswahl im Jahre 1907 sind unter allgemein starker Beteiligung für den bisherigen Abgeordneten Fritz v. Kaufmann, der von den nationalen Parteien ausgestellt war und als Hospitant der nationalliberalen Fraktion auftrat, 14 122 Stimmen, für den sozialdemokratischen Bewerber 7998 und für den Welfen 4876
Montag den 14. September
Stimmen abgegeben worden. Daneben erhielt der Zählkandidat der Zentrumspartei 472 Stimmen. Die Beteiligung war also am Freitag bedeutend schwächer als bei der Wahl im Januar 1907 und nur wenig stärker als 1903. Der Rückgang trifft alle Parteien, wenn auch die nationalen Parteien schwerer als die Sozialdemokraten und Welfen. Die Erklärung liegt darin, daß die Nichtwähler meistens aus dem Lager der Nationalen.stammen und daß sich vor allem die Deutschsozialen zurückgehalten haben.
Die Versicherung der Privatbeamien. Die Ausarbeitung der Gesetzesvorlage über die Alters- und Hinterbliebenenversorgung der Privatangestellten dürfte ungefähr in der Richtung zu erwarten sein, die durch die vor mehreren Wochen vom Reichsaivtc des Innern veröffentlichte Denkschrift vorgezeichnet worden ist. Wie das „B. T." erfährt, sind bereits eine große Zahl Rückäußerungen von Privat- beamten-Korporationen im Reichsamte des Innern einge- laufen, die zu den Ausführungen der Denkschrift Stellung nehmen. Die große Mehrzahl der Zuschriften erkennt die Richtigkeit der in der Denkschrift aufgestellten Grundsätze an und glaubt, daß eine auf dieser Basis aufgebaute Gesetzesvorlage den Interessen der Privatangcstellten gerecht werden würde. — Da am 1. Januar 1910 die Waisen- und Witwenversichcrung in Kraft treten und bis dahin die sozialpolitische Gesetzesreform durchgeführt sein muß, so dürfte die Fertigstellung der Vorlage nach Abschluß der Vorarbeiten und Umfragen so kräftig gefördert werden, daß sie ebenso wie die Vorlage über die Reform der Arbeitergesetzgebung dem Reichstage wahrscheinlich noch in der bevorstehenden Session vorgelegt werden kann.
Beamten-Artsbesiemmg in Württemberg. Im „Staatsanzeiger" kündigt die Regierung eine allgemeine Be- amtenaufbesserung an. Es heißt dort: Die Besoldungsaufbesserungen, die in unseren Nachbarstaaten Bayern und Baden, sowie in anderen Bundesstaaten jüngst erfolgt und im Reich und in Preußen in Aussicht genommen sind, haben der Staals- regierung eine erneute Prüfung der Besoldungsverhältnisse der öffentlichen Diener nahegelegt. Die Staatsregierung ist zu der Ueberzeugung gekommen, daß auch in Württemberg ein Bedürfnis in dieser Richtung vorliegt und hat daher eine Durchsicht der bestehenden Gehaltsverhältnisse in Aussicht genommen. Diese bereits mit dem nächsten Etatsentwurfe für das Etatsjahr 1909 und 1910 zu verbinden, ist nicht möglich, da dieser Etat ohnedies mit einem Fehlbetrag abschließt und es besonderer Vorkehrungen bedürfen wird, um ihn ins Gleichgewicht zu bringen. Die Gehaltsrevision soll aber sobald als irgend möglich zur Durchführung gebracht werden. Mit Rücksicht auf die hiernach bevorstehende durchgreifende Gehaltsneuordnung muß davon abgesehen werden, in dem nächsten Etatsentwurfe Gehaltsaufbesserungen für einzelne Beamtenkategorien einzustellcn. Die Vorarbeiten für die Ge- Haltsrevision werden demnächst eingeleitet werden.
Die Betrügereien des frühere» Ministers Alberti haben, wie die letzten Meldungen aus der dänischen Hauptstadt dartun, noch mehr Kassenteilnehmer zu Schaden gebracht, als man bisher schon angenommen hatte. Es verlautet, daß der Butterexportverein gegen die Bezahlung der von Alberti kontrahierten Schuld protestieren will. Jetzt ist festgestellt, daß 26 000 Sparer Einzahlungen unter 2000 Kronen bei der Bauernsparkassc geleistet haben und 5000 Einzahlungen von mehr als 2000 Kronen gemacht wurden. Der Gedanke ist angeregt worden, wenigstens einen Teil der durch Alberti unterschlagenen Millionen durch öffentliche Sammlungen im Lande wieder cinzubringen. — In einem Geldschrank seines PrivatbnreauS fand sich unter Papieren ein scharf geladener Revolver schweren Kalibers. Alberti trug sich also für den Fall des Eintritts der früher oder später unabwendbaren Katastrophe mit Selbstmordgedanken, obwohl er nun im entscheidenden Augenblick aus noch unbekannten Gründen den Weg zum Gefängnis vorgezogen hat. Offenbar ist dem Vorgefühl seines eigenen Schicksals das bisher unverständlich gewesene ganz außerordentliche Interesse entsprungen, mit dem Alberti als Justizminister das in mancher Hinsicht von ihm gemilderte Schicksal der Gefangenen umfaßte.
Die neue Türkei. In einem Interview mit dem Korrespondenten der Petersburger TÄegraphen-Agentur erklärte der Minister des Aeußeren, Tewfik Pascha, die neue Türkei werde gegen sämtliche Mächte eine friedliche und freundschaftliche Politik betreiben, jedoch ihre nationalen Interessen wahren und sich nicht in internationale Zwistigkeiten einmischen. Falls die Türkei Kulturkräfte nötig haben sollte, würde sie dieselben, dem Beispiel anderer Länder folgend, aus dem Auslande berufen unb zwar aus eigenem Antriebe. Ein systematisches kulturelles Eindringen anderer Mächte in das türkische Gebiet werde auf die Dauer unmöglich, da die Türkei selber ein Kulturstaat geworden sei. — Auf.
Fernsprechanschlus; Nr. 605. 1908
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Mazedonien übergehend erklärte der Minister, die Türkei werde jetzt in Mazedonien Reformen in gleicher Weise wie im ganzen Reiche einführen. Zu allererst stehe eine Justizreform bevor. Das mazedonische Budget werde bedeutend erleichtert werden, da keine Notwendigkeit vorliegt, daselbst wie bisher zahlreiche Truppen zu halten. Die dreiprozentigen Zuschlagszölle würdèn vorläufig nach wie vor für bit Bedürfnisse des mazedonischen Budgets verwandt werden, doch beabsichtige er, über diese Frage ein neues Einvernehmen herbeizuführen, wenn er mit den Mächten über die Handelsverträge verhandeln würde. Reformen müßten den Wohlstand der mazedonischen Bevölkerung heben, was natürlich auf das mazedonische Budget günstig wirken würde. Zum Schluffe betonte der Minister noch einmal, daß die Türkei besonders mit Rußland freundschaftliche Beziehungen unterhalten wolle.
Dte Lage in Marokko.
Tanger, 13. Sept. Der spanische Kreuzer „Emperador Carlos V." ist auf der Reede eingetroffen.
Tanger, 13. Sept. Mohammed el Torres, bet hiesige Vertreter des Sultans, Abdul Asts, ist heute nacht gestorben.
Tanger, 13. Sept. Das Schreiben Mulay Hafids an das diplomatische Korps besagt, er erkenne die von seinem Vorgänger eingegangenen Verpflichtungen an, insbesondere die Akte von Algeciras. Er bitte um seine Anerkennung seitens der Mächte und rechne zur Durchführung der in der Akte vorgesehenen Reformen auf ihre Unterstützung.
London, 13. Sept. Wie dem Reuterschen Bureau aus Mogador vom 10. September gemeldet wird, wurde die Ausrufung Mulay Hafids zum Sultan dort mit außerordentlicher Begeisterung ausgenommen.
Eine 13 Stunden-Fahrt des deutschen Militär, ballons.
Berlin, 13. Septbr. Ueber den Verlauf einer 13stündl- gen Fahrt des Militärballons erhält der Lokal-Anzeiger nachstehenden, auf Mitteilungen der Fahrtteilnehmer beruhenden ausführlichen Bericht: Bei bewölktem Himmel und leichtem Südwestwind erhob sich der Ballon vom Tegeler Schießplatz gestern um halb 11 Uhr abends, um zunächst in einer Höhe von 400 Metern den Tegeler See zu überfliegen. Bald war Spandau erreicht, und die Luftschiffer entschieden sich, der Lehrter Bahnstrecke zu folgen. Am Bahnkörper entlang ging die Reise nach Rathenow und von dort nach Stendal. Während bisher die westliche Richtung verfolgt worden war, drehte der Ballon jetzt nach Südwesten ab und steuerte gegen morgen Magdeburg zu. Bereits um Mitternacht hatte der Südwind aufgefrischt und mit anbrechendem Tage an Stärke zugenommen, sodaß schon in einer Höhe von 500 bis 600 Metern, die der Ballon zeitweilig erreichte, elf Sekundenmeter festgestellt wurden. Mehrfach mußte mit beiden Motoren gearbeitet werden und dennoch gab e8 nicht selten Augenblicke, in denen das Luftschiff zum Stillstand gezwungen war. Um 8 Uhr morgens war Magdeburg erreicht. (Die Meldung in Nr. 966 der Köln. Ztg. aus Magdeburg, daß dort um diese Zeit der Parsevalsche Ballon gesehen worden sei, beruht also auf einen Irrtum.) Die Straßen füllten sich mit Menschen. Alles stürzte aus den Häusern, um den Ballon zu scheu. Es war gerade die Zeit des Schulbeginns, und es war besonders die Schuljugend, die ihrer Freude über das noch nicht gesehene Schauspiel lebhaften Ausdruck gab. Als man über Magdeburg schwebte, wurde die Rückfahrt beschlossen. Sie ging über Brandenburg und Potsdam. In Potsdam wurde eine Rundfahrt über die Schlösser gemacht und dann über Westend in einer Höhe von 1000 Metern dem Tegeler Schießplatz wieder zugesteuert. Aus einer Höhe von 800 Metern erfolgte nun der Abstieg auf rein dynamischem Wege, indem das Luftschiff sanft in der Serpentine herniederglitt. Die Fahrt war wunderbar, das Luftschiff erreichte teilweise eine Höhe von 1300 Metern. Die Motors hatten auf der ganzen Fahrt vorzüglich gearbeitet, sodaß nicht eine einzige Störung zu verzeichnen gewesen war. Major Groß und Major Sperling hatten sich in der Führung abgelöst, während Oberingenieur Basenach die Motors bedient hatte. Während der Nacht war die 3. Kompanie des Luftfchiffer-Bataillons im Alarmzustande geblieben, die wacker ausharrte, bis um Mittag die Rückkehr des Luftschiffes erfolgte. Als dann die Landung vor sich ging, wurden die zurückgekehrten Herren lebhaft beglückwünscht/ Der Ballon war 13 Stunden und 2 Min. ununterbrochen unterwegs gewesen. Der Ballon Zeppelins hatte auf seiner großen Schweizerfahrt 11 Stunden und 50 Min. sich ohne Unterbrechung im Luftmeer gehalten. Das Militärluftschiff hat daher um eine Stunde und 12 Minuten die Zeppelinsche Fahrt übertroffen, ein Vorsprung, der um so höher zu veranschlagen ist, als die Kapazität des Militärballons nahezu zwei Drittel weniger beträgt.