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IS. September Samstaft __________________ ______ _______ Seite 13

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Husmessen von Grundstücken.

Es kommt sehr oft in der Praxis vor, z. B. beim Kauf und Verkauf eines Grundstücks, daß die genaue Größe eines Grundstücks ermittelt werden muß. Wenn das Grundstück viereckig ist, so ist der Inhalt leicht zu be­rechnen. Da dies aber selten der Fall ist, vielmehr spitze, winklige Teile des Grundstücks mitberechnet werden müssen, so ist die Heranziehung eines Feldmessers vonnöten. Um die Kosten hierfür zu ersparen, d. h. um die Arbeit selbst zu erledigen, seien hier dem Besitzer einige Winke gegeben, wie er diese Arbeiten selbst erledigen kann.

Unsere Abbildung zeigt ein in der Form sèhr kompli­ziertes Grundstück. Um es zu messen, zerlegen wir es in Dreiecke, die durch Strichlinien auf dem Erdboden markiert werden können. Auf dem Bilde ist dies durch Punktlinien

angezeigt. Nun ist die Berechnung sehr einfach geworden, denn die Berechnung des Dreieckinhalts ist nach der ein­fachen Formel: Grundlinie mal Höhe: 2 leicht zu er­mitteln.

Um die Höhe des Dreiecks festzustellen, brauchen wir ein viereckiges Brett, das auf einen transportierbaren Pfahl genagelt wird. Es bekommt schnurgerade Diagonallinien ausgezeichnet und zum Schluß wird ein Nagel in jede Ecke eingeschlagen, genau auf einer der Linien stehend. Setze ich diesen Meßapparat auf die Grenze, die das Grundstück vorne abschließt, am Haus entlang, so daß eine Diagonale des Brettes genau auf dieser Grenze liegt, so muß, wenn die andere Linie in den Winkel des Dreiecks zeigt, diejenige Stelle, auf der der Apparat steht, den Punkt angeben, nach der von der Dreiecksspitze aus eine Linie zu fällen ist, die dann gemessen die Höhe des Dreiecks ergibt. Nehmen wir an, die Grenze am Haus entlang sei 35 Meter Länge, die Höhe des Dreiecks be­trage 18, so ist die Rechnung folgende: 35 mal 18 durch 2. Das ist leicht auszurechnen und ebenso leicht der Inhalt der übrigen Dreiecke. Das Gesamtergebnis zeigt den Flächeninhalt des ganzen Grundstücks an.

Allerhand Ratschläge.

Gegen den Rost.

Viele Gartengeräte werden den Winter über verrosten, wenn man nicht dagegen Vorkehrungen trifft. Ein Mittel, um das Rosten eiserner oder stählerner Sachen zu verhindern, ist u. a. eine Mischung von Fett, welches durch Ausbraten von V- Kilogramm Speck, dem dann 30 Gramm Kampfer und etwas Graphit beigegeben werden, gewonnen wird. Mit dieser Mischung bestrichen und nach 24 Stunden mit einem weichen Lappen abgerieben, zeigen die Geräte nicht nur eine stählerne Farbe, sondern sind auch auf längere Zeit vor den zersetzenden Einflüssen der atmosphärischen Lust derart geschützt, daß sie nicht rosten können.

Schutz der Holzgefäße in feuchten Kellern.

Fässer, Bottiche und Kübel zeigen im feuchten Keller oft einen Schimmelüberzug, durch den die Haltbarkeit des Holzes sehr beeinträchtigt wird. Man schützt die Gefäße, wenn sie mit einem harzhaltigen Firnis bestrichen werden. Dieser wird durch Zusammenschmelzen von drei Teilen Kolophonium und zwei Teilen Leinölfirnis erhalten. Es ist dabei nur ein schwaches Feuer zu unterhalten, damit die Masse nicht zu heiß wird und überläuft. Die noch heiße Mischung wird dann auf das gut ausgetrocknete Holz gestrichen, auf dem sich nach dem Erkalten eine widerstands­fähige, lackartig glänzende Schicht bildet, die dein Holz- gefäß eine erhöhte Dauerhaftigkeit gibt.

Auswahl der Tapeten.

Die Tapeten, welche die Wände eines Zimmers be­kleiden, sind die Hauptbasis für dessen Schönheit und geben den ersten Beweis dafür, ob die Einrichtung eine ge­schmackvolle ist oder nicht. Die Moden wechseln für Ta­peten ziemlich schnell, und das hat auch seine guten Gründe. Für Herrenzimmer werden meist holz- oder lederfarbige Wandbekleidungen gewählt, denn die Personen, welche sich vorwiegend darin bewegen, sind gewöhnlich in dunkle Farben gekleidet. Für die Eßzimmer gelten dunkle, ge­sättigte Farben als allein berechtigt, weil man sich hier vorzugsweise nach Stil und Farbe des Mobilars richtet. Für die Salons und Damenzimmer aber wechseln die Moden für Wandbekleidungen eigentlich fast so schnell wie die Stoffinoden für die Damen. Es ist diesem Prinzip ja auch eine gewisse Berechtigung nicht abzusprechen, denn die Farben der Wände und Möbel reflektieren stark auf

die Gesichter der Zimmerbewohner; sehr eitle Damen sind daher außerordentlich wählerisch, wie sie ihre Räume aus­statten. Selbstverständlich kann sich dies nur auf die Be­güterten beziehen, denn wer aus kleinem Portemonnaie zu wirtschaften hat, der kann sich vielleicht alle 56 Jahre eine neue Tapete anlegen lassen und wühlt dann natürlich keinen Artikel, der besonders auffallend wirkt, sondern ein­fache Muster, welche lange gut aussehen.

--SG--

Petersilienzueht im hause.

Die Petersilie ist für den Küchengebrauch unentbehr­lich, weil Suppen und andere Gerichte ohne diese Zutat des Geschmackes entbehren. Bei strengem Winter tritt aber oft ein Mangel an Petersilie ein. Um dem vor­zubeugen, pflanze man im Herbst die Wurzeln im Keller in Sand, wo sie bald junge Blätter treiben. Diese sind weich und zart, aber sie besitzen nicht das Aroma der im Lichte getriebenen. In manchen Häusern setzt man deshalb Wurzeln in Töpfe und stellt diese an einen hellen, frost­freien Ort. Dies genügt für den kleineren Bedarf. Um auch einem größeren Bedürfnis zu genügen, , hat sich folgendes Verfahren bewährt: Man nimmt eine Kiste oder ein Faß und macht mit einem Bohrer in einer Ent­fernung von 25 Zentimeter Löcher an den Seiten. Dann bringt man auf den Boden des Gefäßes 10 Zentimeter hoch leichte Erde und steckt zuerst in die untersten Löcher gesunde und möglichst kräftige Wurzeln von Petersilien- pflanzen. Darauf füllt man Erde auf bis an die zweite Reihe Löcher, steckt in diese ebenfalls Wurzeln von Peter- silienpflanzen. Darauf füllt man Erde auf bis an die zweite Reihe Löcher, steckt in diese ebenfalls Wurzeln und fährt so fort, bis das Gefäß gefüllt ist. Die Oberfläche der Erde bepflanzt man schließlich auch noch mit Wurzeln, gießt etwas an und stellt das Gefäß an einen hellen, frost­freien Ort, wo man die Seiten öfters gegen das Licht dreht. Sobald die Pflanzen grün werden, steht eine solche Vorrichtung, die man mehrere Jahre lang benützen kann, gar nicht übel aus. Die Ernte kann nach Bedarf erfolgen.

Hauswirtschaftliche Rezepte.

Holzkohlenpulveristgut zum Putzen der Messer; es greift die Klingen absolut nicht an. Fein pulverisiert liefert es auch ein gutes Zahnpulver.

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Kaffeebohnensatz vertreibt üble Gerüche. Er wird auf einer erhitzten Feuerschaufel verbrannt und mit dieser durch die betreffenden Zimmer getragen.

Buttermilch reinigt Schwämme. Nach einigen Stunden Badens darin werden die Schwämme ausgedrückt und kalt ausgewaschen.

Tintenflecke entfernt man aus Büchern mit Kleesalz­säurelösung, ohne daß Papier und Druck beschädigt werden.

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Durchgeschnittene Zitronen halten sich lange frisch, wenn man auf die Schnittfläche feines Salz streut

wird. Das läßt sich sehr oft

bin Küchengerätaußerm hause.

Beim Einkauf eines Hasen oder von anderem Wild muß die Hausfrau dafür sorgen, daß das betreffende Stück an der frischen Luft hängt, Bi§' es in der Küche hergerichtet nicht anders machen, als daß ein Nagel ins Holz des Fensterkreuzes ge­schlagen wird, woran Meister Lampe oder das Rebhuhn nun Platz fin­den. Dieses Hinaus­hängen hat aber unter Umständen seine Unan­nehmlichkeiten ; denn erstens wird die Außen­wand des Hauses da­durch oft von Blut be­sudelt, und dann ist auch dem Ungeziefer Gelegen­heit geboten, von der Hauswand an die Wild- stücke heranzukommen. Solchen Übelständen hilft nun das Aufhänge­

gestell ab, das unsere Abbildung darstellt. Es ist aus wenigen Leisten und schmalen Brettern hergestellt, in einer Form, die auch in solchen Dingen unerfahrene Hände bald mit Hammer und Nagel zustande bringen werden. Das Gestell wirdaußerm Hause", d. h. unter dem Küchen­fenster oder sonstwie nach dem Hofe zu befestigt. Der Tropfenfall sorgt dafür, daß die Wand sauber bleibt, die Querleisten verhindern, daß die Wildstücke die Hauswand berühren. Da der Herstellungspreis dieses Gestelles nur wenige Pfennige beträgt, kann der Hausfrau die Sache auch dann nützlich sein, wenn ihre Tafel seltener ein Hasen­oder Rebhuhnbraten ziert. Natürlich darf das Wild nicht an solchen Stellen ausgehängt werden, wo es von brennender Sonne bestrahlt wird.

Der Gemüsegarten.

Herbstanbau der Gemüsepflanzen. Vielfach be­gnügt man sich mit dem Herbstanbau von Spinat und Feldsalat, und doch eignen sich Wintersalat, Sellerie, Pastinaken, Möhren usw., namentlich aber frühe Kohlarten für diesen Anbau. Zu diesem Zwecke werden Gemüsearten im September angesäet. Gegen Ende Oktober werden die Setzlinge die zum Auspflanzen nötige Stärke erreicht haben. Es werden die stärksten ausgesucht und auf ge­düngtes Land in etwa zehn Zentimeter tiefe Furchen, und zwar die Kohlarten so tief gepflanzt, daß das Herz der­

selben noch etwas mit in die Erde kommt. Den Blumen­kohl, sowie die übrig gebliebenen Setzlinge von Wirsing-, Rot- und Weißkraut pikiert man in einen kalten Kasten oder auf besondere Beete im Garten und umgibt dieselben mit einem Bretterumschlag, damit die Pflanzen bei ein« tretendem stärkeren Frost mit Brettern, langem Stroh und Laub geschützt werden können. Bei den bereits aus­gepflanzten Wirsing-, Rot- und Weißkrantpflanzen kann man die Furchen mit kurzen: Dünger oder Laub ausfüllen, damit sie vor dem mehrmaligen Auftauen und Zufrieren etwas geschützt sind. Sobald Tauwetter eintritt, müssen die Pikierbeete vorsichtig abgedeckt und möglichst viel gelüftet werden, damit die Pflanzen beim Aussetzen recht abgehärtet sind, und können letztere dann schon zeitig im Frühjahr, sobald die Erde völlig aufgetaut und etwas ab­getrocknet ist (oft schon Ende März oder Anfang Slprill auf das bestimmte Land gepflanzt werden.

Unser Vogelbauer.

DaS Goldhähnchen.

Eines der kleinsten und zierlichen Vöglein unserer deutschen Fichtenwälder ist das gelbköpfige Goldhähnchen. Leider ergeht es ihm, wie so vielen nützlichen Sängern unserer Forsten; der ganze auf Gewinn zugeschnittene Be­trieb raubt ihm Nistgelegenheit und Ruhe. So ist es denn kein Wunder, wenn der Liebhaber sich dieses reizende Tierchen ins Heim geholt bat, um sich an seinem lieblichen zarten Sümmchen und seinem drolligen Gebahren zu er­

götzen. Auch die Färbung des kleinen Tieres ist an­ziehend. Unsere Abbil­dung deutet es schon an; in Wirklichkeit gibt der hochgelbe, ins Rote über­gehende und schwarz ge­säumte Scheitel, die olivengrüne Oberseite mit dem dunkelgrauen, weiß unterbrochenen Flügel ein geradezu ent- zückelches Bild. Die Nahrung des Goldhähn­chens besteht aus kleinen Insekten und deren

Larven. Wo dieser niedliche Vogel infolge umfangreicher

Holzschläge obdachlos wird, mag er im Käfig bei guter Pflege gehalten werden; er wird für den Kanarienvogel guten Ersatz und viel Freude bieten. Ist ihm aber draußen im Walde Unterschlupf und Ruhe sicher, so gehe der Vogel­freund lieber hinaus zu ihm und freue sich an seinem, in der Freiheit doppelt anmutigen Wesen. Er gehört zur Waldpolizei, die den tierischen Schädlingen der Bäume, insbesondere den gefährlichen Borkenkäfern nachspürt, und dieses Amts soll man ihn nach Möglichkeit walten lassen.

Fange» der Kanarienvögel.

Beim Ausfangen der Kanarienvögel aus den Käfigen wird den Tieren sehr oft ein Leid getan, weil sie unruhig an die Gitterstäbe fliegen und sich verletzen, dann aber auch, weil sie ungeschickt angefaßt werden. Um jede Quälerei zu ver­meiden, braucht man dem Vogel, der sich meistens in eine Ecke flüchtet, wenn dieKäfigtür geöffnet wird, nur ein Tuch über den Kopf zu werfen, worauf er sich ruhig greifen läßt. Außerhalb des Käfigs wird der Vogel aus dem Tuch befreit und so ge­halten, wie es unsere Skizze zeigt. Ebenso greift man den Vogel an wenn sich das Beschneiden

der Nägel oder irgend eine andere kleine Operation er­forderlich macht. Immerhin ist es am besten, den Vogel so wenig wie möglich anzufassen.

Kniffe und pfiffe.

Um Risse in Mahagoniholz zu beseitigen, wird nachstehendes Verfahren empfohlen: Eine konzentrierte Auflösung von Gummiarabikum und Englischrot, beides innig vermischt, wird mit einem Spatel in die Risse ein­gedrückt, durch einen kleinen Zusatz von in Spiritus auf­gelöstem Drachenblut erhält die Politur des Mahagoni­holzes einen lebhafteren schönen Ton.

Goldene und silberne Stickereien sollten nicht zu wollenen Sachen gelegt werden, weil diese durch einen allerdings sehr minimalen Gehalt an Schwefeloerbindung das Gold und Silber schwarz anlaufen lassen.

Linoleumbelag muß nach dem feuchten Abwischen mit einem reinen Lappen trocken gerieben werden. Von Zeit zu Zeit ist es auch erforderlich, eine Einreibung mit einem guten Bohnerwachs vorzunehmen. Dies erhält das Lino­leum geschmeidig. Läufer aus diesem Stoff sollten öfters daraufhin untersucht werden, ob sich beim nassen Aufwischen nicht Feuchtigkeit unter ihnen angesammelt hat. Sind die Läufer nicht festgenagelt, so werden sie am besten täglich daraufhin geprüft. Festgenagelte Läufer sollten niemals mit einem feuchten Tuch gewischt werden. Feuchtigkeit, die sich unter dem Belag ansammell, ist diesem selbst ebenso schädlich wie den Dielen.

Um weißen Gipsfiguren terrakotähnliches Aussehen zu geben, wird empfohlen, sie einfach in eine Abkochung von Kaffee einzutauchen. Namentlich in den Tiefen soll sich die Farbe ansammeln und auf diese Weise ein antikes Aussehen vortäuschen. Nach dem Trocknen wird die Figur mit einer dünnen Lösung von weißem Schellak in Spiritus bestrichen.