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Gesetze dürfen nur noch diejenigen Handwerker Mrlinge inleiten, welche die Meisterprüfung abgelegt haben. Solche, sie vor dein 1. Oktober 1879 geboren sind und am 1. Ok­tober 1903 schon Lehrlinge anktten durften, erhalten auf Antrag dieses Recht auch fernerhin. Personen, die in der Zeit vom 1. Oktober 1879 bis 1. Oktober 1884 geboren sind und am 1. Oktober 1908 das Recht, Lehrlinge an- zuleiten, bereits besaßen, kann es von der unteren Ver- waliungsbehörde auch fernerhin zuerkannt werden. Alle Personen, die nach dem 1. Oktober 1884 geboren sind, müssen die Meisterprüfung bestanden haben, wenn sic Lehr­linge anktten wollen. \

Im übrigen kann der Regierungspräsident Personen, welche den angeführten Anforderungen nicht entsprechen, das Recht zur Anleitung von Lehrlingen verleihen, wenn be­sondere Umstände vorliegen. Diese letzteren hat der preußische Handelsminister in längeren Ansführungsbestiinmnngen näher bezeichnet. Es kommen danach namentlich solche Personen in Betracht, die das Handwerk bereits geraume Zeit selbst­ständig und persönlich ausgeübt haben. Hinsichtlich der Aus­übung des durch das Gesetz neu zugelassenen Widerrufs bot Verleihung der Anleitungsbefugnis empfiehlt der Minister mit Rücksicht auf die tief einschneidende wirtschaftliche Be­deutung dieser Maßnahme besondere Vorsicht. In Betrieben, in denen mehrere Gewerbe vereinigt sind, kann der Unter­nehmer abweichend von den bisherigen Bestimmungen, auch wenn er für eins der Gewerbe den Voraussetzungen ent­spricht, die Anleitungsbefugnis für die übrigen Gewerbe in Zukunft nur noch durch Verleihung erwerben. Bei allen Verleihungen oder Entziehungen der Anleitungsbefugnis sind die Handwerkskammern zu hören.

Die bisher von den Handwerkskammern erlassenen Vor­schriften zur Regelung des Lehrlingswesens müssen infolge Der neuen Bestimmungen abgeändert werden. Abweichend von dem bisherigen Recht ist die Zulassung zur Meister- srüfung nunmehr in der Regel von dem vorhergegangenen Bestehen einer Gesellenprüfung abhängig. Jedoch wird nur die Ablegung einer Gesellenprüfung überhaupt, nicht aber gerade die Gesellenprüfung in dem Handwerk erfordert, für das demnächst die Meisterprüfung abgelegt werden soll. Die­jenigen also, welche nach bestandener Gesellenprüfung ein neues Handwerk ergreifen, brauchen, um darin zur Meister­prüfung zugelassen zu werden, sich nicht einer nochmaligen Prüfung als Geselle zu unterziehen. Die Ablegung einer Gesellenprüfung bildetin der Regel" die Voraussetzung für die Zulassung zur Meisterprüfung. Für die über die Zu­lassung entscheidende Stelle ist hiernach die Möglichkeit ge­geben, in geeigneten Fällen Ausnahmen zuzulassen. Dabei wird besondere Rpckücht auf die Personen zu nehmen sein, die bereits geraume Zeit als selbständige Handwerker oder als Werkmeister tätig waren. Die geforderte dreijährige Gesellenzeit kann auch in einem Großbetrieb zurückgelegt werden.

politiTdu Rundschau.

Der Rheinische Verein für ärztliche Mission hat in den zwei Jahren seines Bestehens seine anfängliche Mitgliederzahl auf das Fünffache vermehrt. Ihm gehören eine ganze Reihe Aerzte, viele Geistliche, Kaufleute und An­gehörige anderer Berufe, auch eine Anzahl Damen an. Bis­her hat die ärztliche Arbeit der Rheinischen Misfionsgcsell- schaft viel zu sehr im Verborgenen geblüht. Schon vor 20 Jahren wurden die beiden ersten Rheinischen Missionsärzte, der eine nach China, der andere nach Neu-Guinea gesandt. Letzterer Posten ist leider seit mehreren Jahren verwaist. Dafür ist das Werk in China erfreulich gewachsen. Auf zwei Inseln nahe der Stadt Tungkun liegen die Anstalten, hier die Krankenhäuser, dort das Aussätzigenheim, beide für je 100 Kranke etwa berechnet. An denHeiltagen" wurden 1907 13 458 Beratungen gezählt. Besondersä stattlich ist das neue, voriges Jahr erst bezogene Männerhaus, dessen Erbauer, Dr. Olpp, kürzlich mit dem Roten Adlerorden 4. Klasse ausgezeichnet wurde. Die Anstalten wirken nicht nur m einzelnen segensreich, sondern haben durch ihre menschen­freundliche Tätigkeit die Bevölkerung der früher äußerst sremdenfeindlichen Stadt so für die Europäer und Mission günstig zu stimmen vermocht, daß während deS Boxerauf­standes im Jahre 1900 sogar das mitten in der Stadt ge­legene Krankenhaus von den Chinesen selbst geschützt wurde. Aehnlich hat sich die vor etwa zehn Jahren in Sumatra be­gonnene ärztliche Arbeit entwickelt. Dort finden wir neben den Häusern für Männer und Frauen ein Aussätzigenheim und eine Anstalt für mutterlose Säuglinge, die ohne die ihnen dort gewährte Pflege rettungslos ihren Müttern ins Grab nachfolgen würden. Ein erfreulicher Teil kann so vor dem sonst sicheren Tode bewahrt werden und wird später den Angehörigen zurückgegeben. Um das Uebel an der Wurzel anzufassen, haben die dort tätigen beiden Aerzte sechs Hebammen ausgebildet und über das Gebiet verteilt. Wie für Neu-Gumea so fehlen der Rheinischen Misstons-Gesell­schaft leider noch Aerzte für die anderen Arbeitsfelder. Ins­besondere wäre jetzt in Deutsch-Südwcstafrika ärztliche Hilfe durch die Mission dringend nötig. So erfreulich ist es, daß jetzt eine finnische Missionsärztin auf dem Wege ins Ovambo- land ist, und daß eine ganze Reihe von englischen und amerikanischen Missionsärzten in den andern deutschen Kolonien arbeiten, so beschämend ist eS doch für uns Deutsche, daß wir unS in diesem Werk der Liebe und Barmherzigkeit so sehr von den Ausländern übertreffen lassen, sogar in unsern eigenen Kolonien.

Der Branntwein in den Kolonien. In Wind- tz u k empfing der Staatssekretär Dernburg eine Ab­ordnung des Farmerverbandes und betonte u. a.: Mit allen Mitteln müsse die Verführung der Eingeborenen zum Schnapsgenuß bekämpft werden. Für den Händler, der an den Eingeborenen Schnaps verkauft, sei keine Strafe genug. Alle Stände seien in diesem Kampfe interessiert und müßten sich bestreben, den Gerichten zur U n«

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s cb n blichma cb u n g dieser Elemente dic An - feigen u n b Unterlagen g u liefern. D a h a t m an wohl den Wunsch, d c r H c r r Staats­sekretär möchte auch einmal zu uns kominen!

Zur Reichsfinanzreform.

Berlin, 10. Sept. Ueber die neuen Reichssteuern will derL -A." das Folgende erfahren haben:Daß zu den modernen Einrichtungen, die besteuert werden sollen, in erster Linie die Elektrizität und das Gas gehören, ist bereits be­kannt. Es soll dabei aber weniger die von diesen beiden Onellen ausgehende Kraft, als das Licht besteuert werden, und auch nicht die Produktion, sondern diese Abgabe soll den Konsumenten auferlegt werden, wenngleich ihre Erhebung bei den Produzenten stattfinden dürste. Die gewerblichen Interessen sollen nach Möglichkeit geschont werden. Ferner ist unter jenen modernen Einrichtungen auch an das Reklamewesen gedacht, das ebenfalls zur Besteuer­ung herangezogen werden soll, ob es nun in Gestalt von Plakaten, von Inschriften an Mauern, Bergen usw. oder von Zeitungsinseraten auftritt. Was diese anlangt, so will man weitgehende Unterschiede machen, die sogenanntenkleinen Anzeigen" unabhängig von ihrem Umfang und nur nach ihrem Zweck betrachten, also Stellengesuche und Stellen­angebote, Familienanze-gen u. dergl. ganz steuerfrei lassen und auch die minder leistungfähigen kleineren Blätter zu der Jnseratensteuer nicht heranzuziehen, sondern sie lediglich von den größeren, ertragreichen Blättern erheben. Acußerem Vernehmen nach wird ferner die vor einem Jahr eingeführte Fahrkartensteuer vollständig wieder aufgehoben werden.

Deutscher Psarrertag.

(Unber. Nachdr. »erb.) 8. & H. Dortmund, 10. Sept.

Die heutige Hauptversammlung des deutschen Pfarrer­tages im Rathaus wurde mit einer Morgenandacht ein­geleitet, die Präses Dr. König-Witten abhielt. Nach Be­grüßungsansprachen des Vertreters des Oberkirchenrats, deS Konsistoriums und der Dortmunder evangelischen Geistlich­keit erstattete Pastor Oberdieck-Meensen den Jahresbericht. Er wieS darauf hin, daß int Wachstum des Verbandes deutscher evangelischer Pfarrervereine ein Stillstand ein­getreten ist. Die Anzahl der dem Berbandaugeschlossenen Vereine ist auf 29 stehen geblieben. Pastor Oberdieck führt diesen Stillstand darauf zurück, daß in manchen Kreisen der Pfarrerschaft der Irrtum zu hasten scheint, daß die Pfarrervereine nur wirtschaftliche Ziele verfolgten und daß nach den letzten glücklichen Erfolgen auf.diesem Gebiete ein längeres Verbleiben im Verbände oder der Beitritt sich erübrige. Einem großen Teil der Tätigkeit des Verbandes hat die wirtschaftliche Fürsorge für den Stand der Geist­lichen in Anspruch genommen. Die Erhöhung der Gehälter und Bezüge der Geistlichen und ihrer Hinterbliebenen in Preußen bedeutet eine Epoche in den Bestrebungen des Ver­bandes. Auch in anderen Staaten hat der Verein seine Wünsche in Eingaben an Staats- und Kirchenregierung, an Landrat und Landessynode geltend gemacht. Daneben ist auf dem Gebiete der wirtschaftlichen Selbsthilfe mit der Gründung von Schülerheimen und von Krankenkassen viel gearbeitet worden. Auch in der Versicherungsfrage ist sowohl auf dem Gebiete der Feuerversicherung wie der Lebens­versicherung Dank kder unermüdlichen "Tätigkeit des Lizen­tiaten Dr. Schäfer-Remscheid ein wesentlicher Fortschritt er­zielt worden. Der Ausschuß, der unter Leitung des Pfarrers Schniezcr die Frage nach der Beteiligung des evangelischen Pfarranits am Religionsunterricht in den höheren und nie­deren Schulen bearbeiten sollte, hat sich genötigt gesehen, seine Arbeit zu erweitern und zunächst einmal durch eine Untersuchung über Recht und Pflicht der Kirche einerseits und der Schule andererseits am Religions­unterrichte und das Maß des beiderseitigen Interesses an dem Gegenstände die Grundlage für die Bearbeitung der ihm vom Vorstande gestellten Aufgabe zu schaffen. Auf den an den deutschen evangelischen Kirchenausschuß ge­richteten Antrag über die Beseitigung entbehrlicher Fremd­wörter aus der kirchlichen Amtssprache hat der KirchenauS- schuß seiner Ansicht dahin Ausdruck gegeben, daß es sich für ihn nicht empfehle, die Angelegenheit generell aufzunehmen, zumal da er selbst und seines Wissens auch die deutschen Kirchenregierimgen sich bereits befleißigten, im Sinne des Antrages von der Anwendung von Fremdwörtern, für die sich ein guter verständlicher deutscher Ausdruck darbiete, ab­zusehen. Die evangelische Kirche hat noch immer ihre große Aufgabe an unserem Volks- und gesamten Kulturleben zu erfüllen. Und die Aufgabe der Kirche ist, so erklärt der Redner, unsere Aufgabe. Auf diesem unseren eigentlichen Arbeitsgebiete haben wir ernste Arbeit zu leisten. Schon insofern, als wir es zu verteidigen haben gegen allerlei Faktoren, die die Wirksamkeit und den Einfluß des geist­lichen Amtes und Standes einzuengen und wohl ganz lahm zu legen und beseitigen suchen. Man kann nicht leugnen, daß bereits eine Verschiebung zu ungunsten der Pfarrer und zu grinsten anderer Kulturfaktoren stattgefunden hat und noch ständig im Gange ist. Darauf hielt Generalsuperinlen- dent Zöllner (Münster) einen Vortrag über das Thema: Der Pfarrer und die christliche Liebestätigkeit. Der Redner führte aus, die Aufgabe des evangelischen Pfarrers der christ­lichen Liebes tätigfett gegenüber gehe zunächst allgemein da­hin, daß er sich einen Einblick in ihre Motive und Ziele verschaffe, wie sie in den verschiedenen Zeiten der Kirche zur Erscheinung gekommen sind. Sodann müsse der Pfarrer einen Ueberblick über das Objekt der Arbeit der christlichen Liebestätigkeit gewinnen, und endlich müsse er das Subjekt derselben kennen. Er müsse wissen, in welchem Maße die Einzelpersönlichkeit, die Gemeinde bezw. die Kirche und end­lich der Staat diese Arbeit zu treiben berufen sind, damit er die Mitarbeiter sieht und ihre Hilfe benutzt.

Darauf wurde der Deutsche Pfarrertag geschlossen.

Die Frau in der Heilsarmee.

Wenn man die Wirksamkeit und vor allem die Propa­ganda der Heilsarmee nicht allein schon wegen der bizarren, um nicht zu sagen abgeschmackten Form als etwas bezeichnen mußte, was dem deutschen Empfinden widerstrebt, so fordert die Stellung, die der Frau in der Heilsarmee angewiesen ist, nachgerade doch zu einem energischen Protest heraus. Es ist

________12. September

auffallend, wie lange man schon der Ausnutzung der armen weiblichen Geschöpfe zusieht, die mit der Sammelbüchse von Kneipe zu Kneipe ziehen, in Wind und Wetter, in Sommer und Winter, um gleich Bettelweibern Gaben für die Heils­armee zu sammeln. Und das geschieht nicht etwa am hellen lichten Tage, sondern hauptsächlich abends und in später Nachtstunde, wobei sie oft schlechte!. Witzen und unsauberen Reden ausgesetzt sind. Der Verkauf desKriegsruf" ist doch nur der Vorwand, in Wirklichkeit handelt es sich um das Erbitten von milden Gaben. Mit gutem Menschenkenner­blick hat die Heilsarmee herausgefunden, daß den Frauen und Kindern weit mehr Gaben gespendet werden, als Männern, die Bitte einer Frau also weit mehr Geld im Kasten klingen läßt. Mele geben nicht der Heilsarmee wegen, sondern auch um der Sammlerin eine Freude zu bereiten. Jedenfalls ist die Spekulation auf die größere Gebefreudig- keit allein der Grund, daß für diese Sammeltätigkeit keine Männer von der Heilsarmee hinausgesandt werden, wenn auch was aber unsern Vorwurf durchaus nicht entkräften kann sich für diesen Dienst Männer nur in geringerer Zahl finden dürften.

Eine systematische Ausnutzung der Frau in dieser jedem menschlichen Empfinden hohnsprechenden Weise war der Heils­armee vorbehalten. Demgegenüber mag man zugunsten der Heilsarmee vorbringen, waS man will, es ist und bleibt ein Zustand, der auf dâs Schärfste zu verurteilen ist, weil es eine Herabwürdigung des weiblichen Geschlechts darstellt. Will man die Frau in den Dienst der Heilsarmeesache stellen, gut, aber dann weise man ihr Aufgaben zu, die ihrer Würde entsprechen. Man jage sie jedoch nicht auf die Straße und in die Kneipen, wo ihr Erscheinen wie ein Schlag ins Ge­sicht unserer von Frauenfragen durchtränkten Zeit wirkt, wenn dies auch leider nur von Wenigen empfunden wird. Im Großstadtgetriebe haben sich die "Menschen eben schon an so vieles gewöhnt, daß ihnen eine derartige Beleidigung des ganzen weiblichen Geschlechts leider gar nicht einmal mehr zum Bewußtsein kommt. Zum Lobe der Männerwelt kann allerdings gesagt werden, daß sie gegenüber dcrHeils- armee-Solidatie sich in den Grenzen deS Anstands hält, selbst mit dem Bedauern nicht geizt über die aufreibende Tätigkeit, welcher die Aermsten si h mit einem Pflichteifer hingeben, der einer besseren Sache würdig wäre. Das aber ist auch das einzig Versöhnliche, wenn man davon überhaupt reden darf.

Mit ruhigem Gewissen kann man wohl behaupten, daß es keiner deutschen Vereinigung, die sich in den Dienst der öffentlichen Wohlfahrtspflege stellt, je eingefallen wäre, durch Frauen und Mädchen in nächtlicher Stunde in allen Kneipen Gelder sammeln zu lassen. Wenn sich aber wirklich ein Verein gefunden hätte, der auf diesen absonderlichen Gedanken gekommen wäre und ihn hätte zur Durchführung bringen wollen, wir find überzeugt, es hätte sich ein solcher Sturm des Unwillens in der Öffentlichkeit er­hoben, daß man über den ersten Versuch sicher nicht hinausgekommen wäre. Aber nun, da uns vom Auslande diese unwürdige Ausnutzung der Frau beschert worden ist, blieb der Kritik vor Staunen der Mund offen. In unserer Zeit der Frauen-Emanzipation, wo alle möglichen Kräfte für dieBefreiung der Frau" und die Hebung ihrer sozialen Stellung wirken, ist es mehr als verwunderlich, daß bisher von dieser Seite gegen das die Frau entwürdigende Ver­fahren der Heilsarmee keinerlei Einspruch erhoben ist. Aber vielleicht erblickt man'auf jener Seite in dieser Tatigkeiy die Frau hinausjagt insfeindliche Leben", auch ein jener Errungenschaft, die sie mit dem Manne im Erwerbs­kampfe gleichstellt.

So werden sich denn also jene Kreise der Sache annehmen müssen, die da wissen, was uns die deutsche Frau wirklich wert ist und ihr nicht Zumutungen auch nicht im Dienste der Charitas stellen, worüber jede echte Frau vor Scham erröten muß. Für Frauen, die sich als Helferinnen in mensch­licher Not betätigen wollen, finden sich genug Plätze. An­dauernd wächst die Zahl der humanitären Einrichtungen, in denen Frauen sich auf einem Gebiete betätigen können, das nicht allein ihrer Würde mehr entspricht, sondern auch lange nicht die physischen Anforderungen an sie stellt, wie jene nächtlichen Kneipenwanderungen. EineSeelenrettung" durch die Heilsarmee, die dann die geretteten Seelen zu der denk­bar niedrigsten Arbeit verwendet, muß auf das schärfste ge­geißelt werden. In welcher Richtung sich die Schritte zu bewegen haben werden, um dem Geldsammeln durch Frauen Einhalt zu gebieten, braucht hier nicht weiter erörtert zu werden, da sich Die berufenen Kreise hoffentlich der Sache annehme» werden. Eine gewisse Einschränkung dürfte sich schon von selbst ergeben, wenn die gegenwärtig in den Kreisen der Gast­wirte sich zeigende Bewegung, den Heilsarmee-Soldaten ihre Lokale gleich Bettlern und Hausierern zu verbieten, wirklich praktische Erfolge zeitigt. Aber diese private Bewegung ent» bindet nicht von der Pflicht, sich mit dieser Schändung deS weiblichen Gefühls eingehender zu beschäftigen.

Es wird an die Heilsarmee die Forderung zu stellen sein, die weiblichenSoldaten" aus dem Außendienst zurückzuziehen. Sollte dadurch das ganze Werk her Heilsarme gefährdet werden, so ist dies auch iveiter kein Schade, denn was von der Heilsarmee mit ihrem großen Aufwand an Hilfskräften geleistet wird, kann von christlicher Werktätigkeit mit ein« fächeren Mitteln ebenfalls geschaffen werden. Steht die ganze Bewegung aber auf einer Grundlage, die unserem deutschen Empfinden und unserer Hochachtung vor der Frau wider- spricht, dann fort mit ihr, und zwar je schneller je besser. Für die Erhaltung der Anstalten, soweit sie dem Bedürfnis entsprechen, werden sich auch anderweitig Mittel auftreiben lassen.

Verlosungen. (Ohne Gew.)

Anleihe der Stadt Ostende vom Jahre 1858. Ziehung vom 1. September 1908. Rückzahlung ab 2. Ja- nuar 1909. Hauptpreise: Nr. 24242 zu 3000 Frcs. Nr. 2392 3912 8804 12730 12781 14827 17504 19272 22409 23274 26005 27080 27711 29716 29979 30934 33018 33844 34776 39243 je 100 FrcS

Schiffsnachrichten.

(Mitgeteilt von Agent Ad. Treusch-Hanau.)

Hamburg, 10. Septbr. Der DampferArmenia" von der Hamburg - Amerika - Linie ist gestern in Philadelphia und der Dampfer .Etruria" vorgestern stt Bahia einge- troffen.