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Hanauer K Anzeiger

»MchShrUch 1,80 Mk., msnaLich 60 Pfg., für ai* »«tig« At-mmttm mit dem betreffenden P»stauffchla>«

Die einzeln« Nummer k»st«t 10 Ps^

S»tati»»«druck und verleg der Buchdruckerei der «rrei«. Waisenhäuser in Hanau.

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KmNlltzès Glßm für Statt- M KMreis Kma.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Di« fLufgefMene Petitzeile oder deren N«M 8t Utz, im Reklamenteil di« Zeile 85 Pf^

Derantwsrtl. Redakteur: «. «ch r,ck«r » Hmu»

Nr. 208

Fernsprechanschlich Nr. 605

Samstag den 5. September

F-rnsprechanschltch Nr. 605

1908

Lie keutigeNuMer umtos avsitt -.MtthâUSbllltt

14 Seiten

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Amtliches.

Stadtkreis F)anau* Bekanntmachung.

Arbeitsuchende in der Zeit vom 29. August bis 4. September 1908:

1 Hilfsarbeiter, 3 Hansbnrschen, 8 Tage­löhner.

Gesucht werden 2 Dienstmädchen, 1 junges Mädchen für Spezereihandlung, 1 Barbiergehilfe.

Im Monat August erhielten Stellen zugewiesen: 3 Ar­beiter, 1 Elektromonteur, 7 Fabrikarbeiter, 4 Fuhrknechte, 2 Hausburschen, 1 Holzdreher, 1 Küfer, 3 Schlosser, I Schmied,

1 Schreiner, 1 Schuhmacher, 11 Tagelöhner, 13 landwirtsch. Tagelöhner, 1 Tapezierer, 1 Weißbinder, 1 Monatsfrau.

Hanau den 5. September 1908. 17589

Städtische Arbeitsvermittânqsstelle.

Handelsregister.

Firma Carl Böhm & Co.

Die Kommanditistin ist ausgeschieden. Die Kom­manditgesellschaft ist aufgelöst worden. Der in Hanau wohnhafte Kaufmann Wilhelm Otto betreibt zu Hanau das Geschäft unter der seitherigen Firma als Einzelkausmann weiter.

Hanau den 29, August 1908. ,

____Königliches Amtsgericht 5. 17525

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Hochstadt belegene, im Grundbuche von da Band 18 Blatt Nr. 851 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen Les Maurermeisters Peter Burger in Hoch- stadt eingetragene Grundstück:

Krtbl. X Parz. Nr. 791/266, Garten im Jäger, von 2 ar 14 qm,

Grundsteuerreinertrag = 0,75 Mk. t-

Grundsteuermutterrolle Art. 828

am 15. Oktober 1908, vormittags IPM Uhr,

>urch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle Zimmer Nr. 14 versteigert werden.

Hanau den 22. August 1908.

__Königliches Amtsgericht 2.1752g

Kreissparkasse zu Hanau.

-Die Kreissparkasse verzinst Spareinlagen mit 3^/« °/o.

Die in den ersten drei Tagen eines Monats bewirkten Einlagen werden vom 1. des betr. Monats ab verzinst und Einlagebücher kostenfrei ausgestellt.

Der Vorstand. 323

Politische Rundschau.

Der Kaiser und die Herren seiner Begleitung begaben sich gestern von Osthofen nach der Hohkönigsburg, wo der ree eingenommen wurde. Von hier unternahm der Kaiser veitere Automobilfahrten.

Personalien. DerReichsanzeiger" meldet: Der Unterstaatssekretär des Reichskolonialamts v. Lindeqnist tritt eine vier- bis sechsmonatige Dienstreise nach Ostafrika an, die in der Hauptsache dem Studium der BesiedelungSmöglich- keit der Hochländer des deutschen Schutzgebietes dienen wird. Bis zum Wiedereintreffen des gegen Mitte September er­warteten Staatssekretärs Dernburg liegt die Leitung der Geschäfte deS Reichskolonialamts in den Händen des Ministerialdirektors Conze. DerReichsanzeiger" meldet ferner: Dem Gouverneur z. D. Jesco v. Puttkamer wurde die nachgesuchte Versetzung in den Ruhestand mit der gesetz­lichen Pension unter Belassung seines Ranges und Titels erteilt. ,

Der Reichstag wird lautLokalanzeiger' am 20. Oktober seine Arbeiten wieder aufnehmen. DaS wäre also gleich nach Abschluß der von vornherein in Aussicht ge­nommenen Vertagungsperiode, alsdann ivird auch die Ver­öffentlichung der Reichsfinänzreform erfolgen.

Als Nach'^lqer des zurücktretenden elsaß-lothringischen Vertreters beim l' undesrat. Wirklichen Geh. Oberregierungs­

rats Halley, ist der vortragende Rat des Staithalters, Wirk­licher Geh. Oberregierungsrat Dr. Sieveking, in Aussicht genommen.

König Eduard trat gestern nachmittag die Rückreise nach England an.

Das Befinden des Königs von Rumänien. Das Bukarester Amtsblatt veröffentlicht folgendes von Pro­fessor v. Noorden und vom Leibarzt des Königs, Theodor!, gezeichnetes Bulletin:Der König leidet in den letzten Wochen an Magenkatarrh, verbunden mit übergroßer Reiz­barkeit des Magens, wodurch neuralgische Erscheinungen hervorgerufen wurden. Anzeichen für ein tieferliegendes Magenübel sind nicht vorhanden, ebensowenig dafür, daß die Magenschleimhäute zerrissen seien, wie vor zwei Jahren kon­statiert wurde. Die Röntgen-Untersuchung, die am 18. und 19. August durchgeführt wurde, ergab mit Bestimmtheit, daß keine bösartige Veränderung des Magens oder anderer innerer Körperteile vorhanden ist. Das Herz ist vollständig normal. Der König, der infolge der Untersuchungen etwas ermüdet ist, wird einige Tage das Bett hüten. Man kann mit Sicherheit erklären, daß der König rasch seine Kräfte wieder erlangen wird und daß keinerlei Grund zur Be­sorgnis für die Zukunft vorliegt."

Dev serbische Minister des Auswärtigen, Milanowitsch, traf aus Marienbad in Karlsbad ein. Er nahm mit dem russischen Minister des Aeußeren, Iswolski, das Diner ein und hatte später mit ihm eine Unterredung.

Dev Heiligste Synod und der 80. Geburts­tag Tolstois. Aus Petersburg, 4. Sept., wird gemeldet: Anläßlich der Feier des 80. Geburtstags Tolstois wendet sich der Heiligste Synod mit einem Aufruf an alle Recht­gläubigen, in welchem zwar die großen Verdienste Tolstois auf literarischem Gebiete bis. in die siebziger Jây, ^ ibn zu einem weltberühmten Schriftsteller gemacht haben, nicht in Abrede gestellt werden, aber darauf hingewiesen wird, daß Tolstsi später seine literarische Tätigkeit schroff verändert habe, da er die christliche Lehre angefeindet und sich als hart­näckiger Gegner der orthodoxen Kirche gezeigt habe. Die Ehrung eines von der Christus-Kirche Abgefallenen könne An­stoß unter der Jugend und den Glaubensschwachen erregen; daher fordert der Synod alle Rechtgläubigen auf, sich der Feier Tolstois zu enthalten. Die Geistlichen sollen für die Verbreitung von Schriften sorgen, die die Lehre Tolstois widerlegen.

Die Salzburger Zusammenkunft.

Wien, 4. Septbr. Von wohl unterrichteter Seite wird demN. W. Tgbl." berichtet: Die Salzburger Zusammen­kunft zwischen Aehrenthal und Tittoni bezwecke lediglich eine Regelung der Balkanfrage. Man trachtet danach, für die Einigkeit der Dreibundstaaten auch die Form eines einheit­lichen Vorgehens zu finden. Als festeste Grundlage des Dreibundes sei die Wahrung der wirtschaftspolitischen Inter­essen seiner Mitglieder anerkannt worden. Der Zweck der Zusammenkunft sei vollständig erreicht worden.

Wien, 4. Septbr. Das Wiener Korr.-Bnr. teilt mit: Die Begegnung des Ministers des Auswärtigen Tittoni und Aehrenthal in Salzburg ist eine neue Kundgebung der Politik vertrauensvollen Zusammengehens Italiens und Oesterreich- Ungarns in assen Fragen, welche die verbündeten Staaten berühren. Die Entrevue in Salzburg hat beiden Staats­männern nicht nur Gelegenheit geboten, sich über die all­gemeine Lage in Europa auszusprechen, sondern auch die Angelegenheiten der Türkei zu erörtern, wo seit dem Sommer eine durchgreifende Aenderung der Verhältnisse wahrzunehmen ist. Entsprechend den persönlichen Beziehungen der beiden Minister unb dem zwischen Italien und Oesterreich-Ungarn bestehenden Allianzverhältnis trug der Gedankenaustausch einen intimen, vertrauensvollen Charakter. In der Auf­fassung der Ereignisse in der Türkei bestand schon früher zwischen Wien und Rom, wie nicht minder mit den anderen Kabinetten, volle Uebereinstimmung. Eine zuwartende, wohl­wollende Haltung dem neuen Regime in der Türkei gegen­über zu beobachten, ist der allgemein akzeptierte mot dordre, in der Hoffnung, daß dieses Regime sich konsolidiere und ein Element des Friedens bilde.

Salzburg, 4. Septbr. Die Unterredung zwischen Tittoni und Frhrn. v. Aehrenthal am heutigen Nachmittag mährte ungefähr drei Stunden. Sodann unternahmen die beiden Minister eine Wagenfahrt durch die Stadt.

Salzburg, 4. Septbr. Bei einem Empfange von Pressevertretern wies der Minister Tittoni auf die ruhige Entwicklung der Ereignisse in der Türkei hin und bemerkte, Italien wünsche, daß diese ruhige Entwicklung anhalte. Er betonte ferner den ihm von Frhrn. v. Aehrenthal bereiteten herzlichen Empfang und sprach für die anläßlich der Salz­burger Zusammenkunft von der österreichisch-ungarischen

Presse veröffentlichten sympathischen Artikel seinen Dank aus. Abends fand ein gemeinsames Diner bei Freiherrn von Aehrenthal statt.

Rom, 4. Septbr. Der offiziösePopolo Romano* begrüßt die Salzburger Minister-Begegnung als ein Ereignis, das von neuem Uebereinstimmung der Politik beider Staats­männer bekunden werbe. Im Orient werde man nur dann das Reformwerk wieder aufnehmen müssen, wenn die Kon­stitution bei dem Werk der Pazifikation Makedoniens ver­sagen sollte. Mit der Anerkennung Muley Hafids, so be­merkt das Blatt weiter, müsse man so lange warten, bis sich wirklich ergeben habe, daß dessen Stellung in den Herzen seiner Landsleute befestigt sei.

Die Lage in Marokko.

San Sebastian, 4. Septbr. (Havas.) Der Präsident des Ministerrates, Maura, ist hier eingetroffen, um mit dem König, der heute vormittag hier angekommen ist, und mit dem Minister des Auswärtigen an den Beratungen bezüg­lich der deutschen Note teilzunehmen. Die Rückkehr des französischen Botschafters Reooil wird hier erwartet, um die Note vorzubereiten, welche das Friedenswerk Frankreichs und Spaniens in Marokko als Mandatare der Mächte zu­sammenfaßt.

Paris, 4. Septbr. DieAgence Havas" teilt mit: Wir sind zu der Erklärung ermächtigt, daß der Minister des Aeußern keiner Zeitung über den Inhalt der französisch­spanischen Note irgend eine Mitteilung machte. Der Wort­laut der Note wurde der spanischen Regierung unterbreitet, deren Antwort bis zum späten Nachmittag noch nicht einge­troffen war.

Alldeutscher Berdandstag.

^kllnber. Nachdruck Verb.) 8. u. H. Berlin, 4. Septbr.

Mit einer Sitzung des geschäftsführenden Ausschusses wurden heute vormittag im hiesigen Hotel de Rome die Verhandlungen des diesjährigen Alldeutschen Verbandstagek eröffnet, die in diesem Jahre allgemeines Interesse bean­spruchen, da u. a. die Reichsfinanzreform als nationale Frage und die Einwanderung fremder Elemente in das Deutsche Reich behandelt werden sollen. Ueber das erstere Thema wird in der am Sonntag vormittag imRheingold" statt­findenden Hauptversammlung Graf Reventlow-Charlotten- burg, über das zweite Prof. Langhans-Gotha sprechen. In der heutigen Ausschußsitzung, die zum ersten Male unter dem Vorsitz des Rechtsanwalts Klaassen-Mainz, des Nach­folgers des im Beginn d. Js. verstorbenen bekannten Prof. Hasse stattfand, wurde der Geschäftsbericht des Verbandes vorgelegt. Der Bericht gedenkt zunächst der eifrigen Wahl­arbeit, die der Verband in seinen einzelnen Ortsgruppen nach der Auflösung des Reichstages geleistet hat, und fährt dann fort: Mit Befriedigung kann der Verband feststellen, daß der neue Reichstag bisher den an seine Mehrheit ge­stellten nationalen Hoffnungen und Erwartungen im großen und ganzen entsprochen hat. In der Ausschaltung der in wesentlichen Dingen unter undeutschen, fremden und deutsch­feindlichen Einflüssen stehenden Parteien der Sozialdemo­kratie, des ultramontanen Zentrums und der Polen durch den Block der bürgerlichen Parteien von rechts biß links und in der sich hieraus entwickelnden Wandlung des linken Libe­ralismus zu schaffender nationaler Mitarbeit in Heeres-, Flotten- und Kolonial-Fragen erblickt der Verband einen nationalen Gewinn. Derselbe wird allerdings nur solange und nur insoweit Geltung haben, wie in diesem Block bei der Lösung von nationalen Aufgaben der politische Kuh­handel der einzelnen Parteien ausgeschaltet ist. Die durch die Schaffung des vom Alldeutschen Verbände seit Jahren geforderten selbständigen Reichskolonialamts und durch die energische Arbeitskraft des Staatssekretärs Dernburg erfolgte zielbewußtere und großzügigere kolonialpolitische ^Tätigkeit des Reiches im verflossenen Jahre konnte der Verband mit Befriedigung begrüßen und unterstützen.

Zur marokkanischen Angelegenheit führt der Bericht auè, daß die Entwicklung des Jahres 1907 die zu einer immer stärkeren militärischenfriedlichen Durchdringung" Marokkos durch ständig vermehrte französische Heeresmassen vom Westen wie vom Osten her und damit zu einer gänzlichen Lahm­legung des deutschen Handels in Marokko führte, den von Anfang an erhobenen ernsten Bedenken des Verbandes gegen die amtliche deutsche Marokkopolitik nur zu sehr Recht gegeben habe. Es zeige sich immer klarer, daß die vom Verbände von Anfang an bekämpfte, in ihren Schwankungen doppelt bedenkliche, zaudernde und hinhaltende Politik Deutschlands vom Ausland und zumal Frankreich nur als ein Beweis deutscher Schwäche und Aengstlichkeit ausgefaßt wurde, der auf unsere gesamte internationale politische Machtstellung einivirkt und alle gegen diese gerichteten ausländischen Be­strebungen ermutigte und in ihren Erfolgen beschleunigte. Der Verband sieht den Tag unabwendbar herannahen, an dem die Fiktion der Aufrechterhaltung und Achtung der Algecirasakte durch Frankreich auch beim eifrigsten Willen nicht mehr glaubhaft bleiben wird. Dieser Sag' werde das deutsche Reich und Volk vor die Frage stellen, ob eS ein-