Leite 4
DienZtag
1. September
Hus Hanau Stadt und Tand»
Sana«, 1. September.
* Zeppelittspende in Hana«. Die Sammlungen für die Zeppelinspende haben in der Siadt Hanau insgesamt ergeben die Summe von 6576.46 Mk., wovon allerdings noch die Unkosten in Abzug zu bringen sind, die aber jeden- fallS nicht erheblich sind. In vorgenannter Summe ist auch der bei dem „Hanauer Anzeiger" eingegangene Betrag von 8616.40 Mk. enthalten.
* Besuch zum landwirtschaftlichen Feste. Auch die Mitglieder der standeSherrlichen Familien der Umgegend haben ihren Besuch zu dem landwirtschaftlichen Feste zugesagt.
* Landwirtschaftliches Fest. Der Ausschuß für Gartenbau» und ObstauSstellung bittet die Aussteller, die Gegenstände, welche sie zur Ausstellung bringen wollen, möglichst frühzeitig aufzustellen. Am Donnerstag abend muß die Aufstellung spätestens beendet sein. Gleichzeitig teilt der Ausschuß mit, daß die Eröffnung der Ausstellung am Freitag den 4. d. Mts., vormittags
10 Uhr stattfindet. Die PreiLverteilung erfolgt unmittelbar nach Beendigung der Tätigkeit der Preisrichter ebenfalls am Freitag voraussichtlich zwischen ‘/d und 1 Uhr.
• Festtafel zum landwirtschaftliche« Fest. Je näher die Festtage heranrücken, desto mehr nimmt auch das Interesse für daS Fest seitens unserer Einwohnerschaft zu. Es geht dies schon daraus hervor, daß für die am Samstag den 5. September nachmittags 1 Uhr stattfindende Festtafel zahlreiche Anmeldungen erfolgt sind. Wir begrüßen dies um so mehr, als gerade durch die Beteiligung an dieser offiziellen Feier unsere Mitbürger den Beweis erbringen, daß sie die gemeinnützigen Bestrebungen deS landwirtschaftlichen KreiSvereinS zu würdigen wissen und bietet sich wohl keine bessere Gelegenheit als hier, dies zum Ausdruck zu bringen. Für weitere Teilnehmer empfiehlt cs sich, Anmeldungen b a l b i g st zu bewirken und machen wir gleichzeitig darauf aufmerksam, daß auch die Beteiligung von Damen mit Freuden begrüßt wird. Anmeldungen können erfolgen durch die BereinSdiener Hohmann und Wolf oder durch die beiden hiesigen Hofbuchhandlungen»
* Sedanfeier des Kriegervereins Hana«. Nachdem der Kriegerverein sich auS Anlaß der Sedanfeier am Sonntag den 30. August am Festgottesdienst in der Johanniskirche beteiligt und darauf eine Kranzniederlegung an den Kriegergräbern auf dem Friedhöfe vorgenommen hat, findet heute abend 81/» Uhr in der „Co n cord i a" ein Kommers statt, zu dem auch Freunde eingeführt werden können.
* Garde-Verein — Sedanfeier. Nachdem sich der Verein zwecks öffentlicher Feier des SedantageS am Sonntag bereits an FestgotteSdienst und Kriegergrâberschmückung beteiligt hat, hat der Vorstand nun auch beschlossen, zum 2. September abends 9 Uhr die Mitglieder und Freunde des Vereins zu fröhlichem Beisammensein in daS Vereinslokal zur „Kartaune" einznladen, um in echt kameradschaftlicher Weise den eigentlichen Geburtstag des neuen Deutschen Reiches zu feiern.
• Anbrennen des Feuers auf der Bismarck- säule. Wie uns das Komitee für die Sedanfeier mitteilt wird morgen abend am 2. September daS Feuer auf der Bismarcksäule abgebrannt werden.
* Buchbergverein. Infolge des günstigen Submissions-Resultates sollen an dem Aussichtsturm noch einige Verschönerungen vorgenommen und die Arbeit nochmals ausgeschrieben werden.
* Mehr Interesse für das Gute! In seinen MonatsbläNern „Wege nach Weimar" läßt Friedrich Lienhard eine nur zu berechtigte Klage ertönen. Es werde so viel über Skandalprozesse und ähnliche Niedrigkeiten berichtet und so wenig über Taten der Güte, Geelenfeinheit und Edelsinn. Ja, daS ist traurig, daß ungezählte Zeitungsleser mit wahrer Gier nach dem Sensationellen, Pikanten, Abscheulichen suchen, und daß Blätter diese öde Jammerchronik mit einem Sammelsteiße pflegen, der eben einer besseren Sache würdig wäre. Lienhard sagt: „Wieviel Diakonissen wachen aber an Krankenbetten, wieviel Mütter zehren sich auf in sorgender Liebe, wieviel Männer oder unverbrauchte Jugend arbeiten in der Stille hart und schwer! Aber diese stille Chronik, die manchen über all dem öffentlichen Gezänk und Unflat Verzagenden kräftigen und ermuntern könnte, wird nicht geschrieben. . . ." Run, eS gibt immer noch christlich gesinnte Menschen, die sich ihr Weltbild durch das viele einseitige Reden und Schreiben über schmutzige Themata noch längst nicht verzerren und verkümmern lassen. Möchten sie nicht müde werden, erzieherisch zu wirken. DaS kann oft schon durch ein schlichtes persönliches Bekenntnis geschehen. Man habe nur ein bißchen Mut!
* Frauenturnen. Die diesjährige -Zusammenkunft für das Frauenturnen des Mittelrheinkreises wurde am letzten Sonntag in Groß-Gerau abgehalten. Vertreten waren 25 Abteilungen. Die Vorführungen zeigten in großer Mannigfaltigkeit, welch reicher Abwechslung das Frauenturnen fähig ist. In bunter Reihenfolge lösten sich ab Ordnungsübungen als Marsch- und Schrittarteu, Frei-, Stab- und Keulenübungen. Ihre wirksame Ergänzung fanden sie im verschiedenen Turnen an den Geräten Leitern, Barren und Reck. Zu gemischten Sprüngen bot der Bock Gelegenheit. Dem Frohsinn und der Heiterkeit als angenehmer Unterbrechung der ernsten Arbeit trugen verschiedene Neckspiele Rechnung. Den Verlauf einer vollständigen Frauenturnstunde zeigte Lehrer Noth mit 24 Turnerinnen der Frauenabteilung Groß-Gerau. Den Beschluß der vier- einhatbstündigen praktischen Arbeit machten Musterbeispiele des Turnvereins Mainz in Siabübungen in außerordentlich anmutiger, dem weiblichen Charakter angepaßter Form und des Turn- und Fechtktubs Mainz im Keulenschwingen. In der anschließenden Besprechung wurde Mainz als nächster Versammlungsort bestimmt. Jedem aber, der mit offenen
Augen sehen will, erwies der schöne und ziveckcntsprechcnde .Verlauf der Zusammenkunft, welch unbedingte Notwendigkeit eine planmäßige körperliche Erziehung für das weibliche Geschlecht ist.
* Das Anstballspielen a«f der Straße. Anläßlich eines Einspruches zweier hiesiger junger Leute gegen ihnen wegen Fußballspielens auf offener Straße ^gegangener Strafbefehle entschied vor einiger Zeit, wie wir s. Zt. ausführlicher meldeten, das Schöffengericht dahin, daß Fußballspielen auf offener Straße nicht ohne weiteres als grober Unfug betrachtet werden könne. Es sei vielmehr in jedem einzelnen Falle zu prüfen, ob die Spieler die Rücksicht auf die Passanten außer acht setzten oder nicht. Auch dadurch, daß ein einzelner an der Spielerei Anstoß nahm, sei der Tatbestand des groben Unfuges noch nicht gegeben. Dieser bedinge vielmehr, daß sich das Publikum in seiner Allgemeinheit belästigt fühle. Die Strafkammer, die gestern infolge Berufung der Staatsanwaltschaft gegen das Urteil sich mit der Sache beschäftigte, ist dagegen der Ansicht, daß in dem Fußballspielen auf offener Straße zweifellos ein grober Unfug zu finden ist, weil dadurch das Publikum in seiner Allgemeinheit belästigt wird. Er komme auch nicht darauf an, ob die Straße belebt ist oder nicht, denn es kann jeden Augenblick jemand dazu kommen, der belästig! werden könnte. Im gegenwärtigen Falle waren sich die Angeklagten auch der Ungehörigkeit ihres Tuns bewußt, denn sie liefen weg, als ein Schutzmann kam. Das Urteil lautete bezüglich jeden der beiden auf 5 Mk. und die jedenfalls nicht unbeträchtlichen Kosten.
* Unberechtigte Wahlansübnng. Am 9. Mai, dem Fechenheimer Gemeinderatswahltage, kam nachmittags gegen 5 Uhr der Schreinergeselle Wilhelm Roth von Fechenheim in das dortige sozialdemokratische Wahlburcau und teilte mit, daß er soeben habe wählen wollen, daß ihm aber vom Wahlvorsteher bedeutet wurde, daß auf seine Nummer bereits gewählt war. Die einzelnen Wähler gaben nämlich nur die Nummer an, unter der sie in der Liste aufgeführt waren und die ihnen auf einer Karte, die gleichzeitig als Legitimation diente, gedruckt übersandt worden war. Der auf dem soziaidemokratischen Wahlbureau anwesende Bureaugehilfe Georg Hahn (bei der Frankfurter Ortskrankenkasse beschäftigt) glaubte, es handele sich vielleicht um eine Verwechselung der Nummern, wie am Vormittag schon eine vorgekommen sein sollte, sah in der Liste nach und fand, daß der mit Roth auf demselben Hausflur wohnende Fabrikarbeiter Georg Landes unter der Nummer 1094 eingetragen war, während Roth die Nummer 894 führte. Er rechnete deshalb mit der Möglichkeit, daß die Nummern der beiden verwechselt wurden, schrieb die Nummer 1094 mit Blaustift auf Roths Karte und sagte ihm, er solle sehen, ob unter dieser Nummer sein Name eingetragen sei. Roth ging hin und wählte, obgleich er durch die Namensvorlesung erfuhr, daß er mit dieser Nummer tatsächlich für Landes wählte. Am Abend erzählte er diesem, was er getan, doch sah Landes, der nicht wählte und diese seine Absicht schon Tage vorher seinen Mitarbeitern kundtat, vorläufig von einer Anzeige ab. Als er aber einige Wochen darauf Stichelrebcn über sich ergehen lassen mußte, die ihm zu beweisen schienen, daß Roth nicht aus eigenem heraus für ihn gewählt, sondern daß andere sozialdemokratische Parteiangehörige dahintersteckten, teilte er die Sache in einem Briefe Herrn Fabrikdirektor Dr. Hoffmann mit, der dann die Behörde von der gesetzwidrigen Wahlausübung in Kenntnis setzte. Roth wurde von Herrn Polizeikommissar Stein vernommen und gab an, er sei am Morgen deS Wahltages bei der Wahl der Beisitzer zugegen gewesen, sei aber, als ihm dies zu lange dauerte, nach Hause gegangen, um zu frühstücken. Nach einer Viertelstunde fei er zurückgeLommen und habe gewählt, aber dabei geglaubt, es handle sich noch um die Wahl der Beisitzer. Dann habe er sich bis gegen Mittag in verschiedenen Wirtschaften aufgehalten und sei schließlich gegen 12 Uhr zur Arbeit gefahren. Nach Schluß derselben habe er sich um 5 Uhr wieder zur Wahl begeben und dabei erfahren, daß bereits auf seine Nummer gewählt war. Darauf wäre er ins Wahlbureau, um sich Aufklärung zu holen, wo ihm, wie oben erwähnt, die andere Nummer aufgeschrieben wurde. Seine Angabe, er habe geglaubt, daß er morgens nur Beisitzer gewählt, erscheint aber schon um deswillen unglaubhaft, weil ja die Namen der Beisitzer und die der sozialdemokratischen Kandidaten, welch letztere er angab, nicht dieselben waren. Er änderte seine diesbezügliche Behauptung denn auch bald dahin ab, er habe am Abend vergessen gehabt, daß er morgens bereits gewählt. Jedenfalls war er auch nicht, bevor er ins sozialdemokratische Wahlbnrean ging, nochmals zur Wahl, denn der Wahlvorsteher Herr Bürgermeister Fischer erinnert sich nicht, daß jemand zur fraglichen Zeit zu wählen versucht und den Bescheid erhalten habe, auf seine Nummer lei schon gewählt, während er sich seiner Meinung nach des Falles sicher erinnern würde, wenn es Tatsache wäre, zumal schon am Vormittag etwas ähnliches vorkam. Die Strafkammer, die gestern in der Sache verhandelte, kam zur Ueberzeugung, daß Roth absichtlich auf einen falschen Namen wählte rind sich des Gesetzividrigen seiner Handlungsweise wohl bewußt ivar. Es erkannte gegen ihn auf 1 Monat Gefängnis. Der Bnreaugehiife Hahn, der ihm die Nummer des Landes ausgeschrieben hatte und deshalb der Verleitung zur Wahlfälschung angeklagt war, wurde nicht nur kostenlos freigesprochen, es wurden auch seine baren Auslagen und seine Verteidigungskosten auf die Staatskasse übernommen. Ihn trifft also nach Ueberzeugung des Gerichts keinerlei Verschulden.
Jg. Grtr«n?e». Gestern nachmittag ertrank im Main der 8jährige Sohn des Dahnbedicnstelen Karl Berg m a n n von Groß-Auheim. Der Junge spielte an einem Nachen und fiel, jedenfalls durch einen Fehltritt, in den Main. Die in der Nähe beschäftigten Leute an der Baggermatchtne, welche den Vorfall bemerkten, eilten zur ^ilfe herbei, vermochten jedoch den Jungen nur noch als Leiche aus dem nassen Element zu ziehen.
G. Dem Kriegerverein Erbstadt ist aus Anlaß seines 25jährigen Bestehens von Sr. Majestät dem Kaiser eine Fahnenschleife mit Fahnennagel verliehen worden, deren Ueberreichung an den Verein am Sonntag den 30. August d. J. erfolgte. Herr Laudrat v. Beckerath und der Vorsitzende des Kreisuerbandes, Herr Landtagsabgeordneter I u n g h e n n , hatten sich zu diesem Zwecke dorthin begeben. Der Kricgerverein war geschlossen mit Fahne den vorgenannten Herren entgegenmarschiert und geleitete dieselben nach ihrem Eintreffen unter Vorantritt einer Musikkapelle durchs Dorf, nach dem am Ausgang deS Ortes gelegenen Festplatz. Die ganze Einwohnerschaft, jung wie alt, hatte sich dem Zuge angeschlossen. Auf dem Festplatz angekommen, hielt Herr Landrat v. Beckerath eine Ansprache an den Verein, betonend, daß diese Auszeichnung dem Verein verliehen worden sei als Anerkennung für seine bisherige gute Führung, welche darin bestehe, daß derselbe seinen Verpflichtungen satzungsgemäß nachgekommen sei und forderte die Vereinsmitglieder auf, in derselben Weise auch weiter fortzufahren und fest' zuhalten an der Pflege der Liebe zu Kaiser und Reich, zu Fürst und Vaterland, um sich auf diese Weise der erhaltenen Auszeichnung auch würdig zu zeigen. Nachdem der schöne Schmuck an der Fahne befestigt war, brachte Herr Landrat v. Beckerath ein von den Anwesenden begeistert aufge- nomlüenes Hoch auf Se. Majestät den Kaiser und allerhöchsten Kriegsherrn aus. — Der Vorsitzende des Vereins, Herr Balts. Seib, dankte im Namen des Vereins und versprach, daß der Verein auch fernerhin wie bisher fest- halten werde, an der Liebe zu Kaiser und Reich und bestrebt sein werde sich in jeder Weise, wo es auch immer sei, der ihm zu teil gewordenen hohen Auszeichnung würdig zu zeigen. — Darauf nahm Herr Landtagsabgeordneter I u n g- h e n n als Verbandsvorsitzender das Wort. Derselbe ermahnte die Vereinsmitglieder, stets eingedenk zu sein der Worte, die in dem vom Verbände gelegentlich des Verbandsfestes im Monat Juli übergebenen Fahnennagel eingraviert seien „In Treue fest" und forderte den Verein auf, auch in Zukunft treue und echte Kameradschaft zu pflegen und zu betätigen , denn nicht nur durch Worte, auch durch die Tat müsse die Kameradschaft und Anhänglichkeit gegenseitig bewiesen werden. Nach Schluß der trefflich ansgeführten Worte brachte derselbe ein Hoch auf die Kameradschaft aus. Herr Lehrer K a u f in a n N dankte dem Vorsitzenden für sein Erscheinen bei der heutigen Feier; es sei dies ein erneuter Beweis seiner Anhänglichkeit an die ihm unterstellten Vereine und sprach die Bitte aus, dem Verein Erbstadt auch für die fernere Zeit sein Wohlwollen zu teil werden zu lassen. Nach Schluß seiner Dankesworte brachte derselbe ein Hoch auf den Verbandsvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Herrn Jungheim aus. Nachdem die Anwesenden an den Tischen Platz genommen, trug der Gesangverein unter Leitung des Herrn Lehrer Euler ein gut zu Gehör gebrachtes, vortrefflich eingeschultes patriotisches Lied vor, wofür dem Verein die wohlverdiente Anerkennung zu teil wurde. Nach kurzer Zeit ergriff nochmals Herr Lehrer Kaufmann das Wort und brachte in gut durchdacht'' Rede etwa Folgendes vor:
Verehrte Festgäste. Noch zwei Tage weiter und wir stehen vor einem großen vaterländischen Gedenktage — dem Sedantag — dessen Feier wir in die heutige mit einreihen wollen. Allüberall in unserem Vaterland ist der Sedantag ein Erinnerungstag an jene große und schwere Zeit, da das deutsche Schwert den mächtigsten Erbfeind von Deutschlands Einheit und Selbständigkeit nieder,chmettertc. Flammende Begeisterung ergriff damals aller Herzen, von den Alpen bis zum Meeresstrand, von der Memel bis zur Maas standen Deutschlands Söhne auf wie ein Mann, um unter der Führung des greisen Heldenkönigs Wilhelm I. Gut und Blut zu opfern für das liebe teure Vaterland. Hinüber gings über den Rheinstrom von Sieg zu Sieg, bis in? Herz Ftank- reichs, ihre Fahnen aufpflanzend. Und im Rücken der Kämpfer ertönte deutscher Glocken-Jubelklang, Flammen loderten auf den Bergen und zum Himmel stieg eines ganzen Volkes heißes Dankgebet. Ja, es ist erhebend zu wissen, wie alle deutschen Bruderstämme — die Bayern, die Sachsen und die Schwaben und wie sie alle heißen, diesen Tag der Erinnerung mit uns seiern — den Tag, der in blutigem Ringen uns allesamt so herzlich verbunden, so brüderlich geeint, so fest verbunden hat. Wohl ist in der langen Friedenszeit der Jubel verrauscht, die Flammen der Freuden sind verloschen und nur hin und wieder steigt ein Funke der Erinnerung an jene große und schwere Zeit empor. Aber die Ueberzeugung von der gewaltigen Tragweite jener ernsten und schweren Kämpfe hat mit jedem folgenden Friedensjahr tiefere und tiefere Wurzel geschlagen. Ein jeder weiß und fühlt es, daß Großes errungen. Was die Besten unserer Ration ersehnt, was die Dichter im Geiste geschaut und in Liedern besungen — „die Einigung unseres Vaterlandes," sie ist vollzogen, und die Sage vom Wiedererwachen des gesunkenen nnd verstorbenen Kaisertums in all seinem Glanz und seiner Herrlichkeit ist zur Wirklichkeit geworden. Deutschland steht stark und mächtig vor uns, nicht nur den Frieden für sich zu wahren, nein, auch für den Frieden Europas ein wichtiges Wort mitsprechend. Deutscher Name ist in der Fremde geachtet, bewundert Deutschlands Armee unb mit Neid und Aiißgunft und doch mit stiller Hochachtung blicken selbst die Feinde, auf unseren noch jugendfrischen, tatkräftigen, schaffens- frohen, friedliebenden Kaiser Wilhelm 11. Wohl haben jene Kämpfe schwere Opfer gefordert. Als aber Deutschlands Krieger heimkehrten, da ertönte allerorts lauter Jubelklqng und dec Dank des Vaterlandes drückte den Siegern den Lorbeer auf die Stirn. Allein manche Brust schnürte sich
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Für die A-estscheift
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werden Wieververkriufer unter günstigen Bedingungen gesucht. Melvunge»» werden im Redaktionsbureau des „Hanauer Anzeigers" entgegengenornmen.