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General-Anzeiger

AAtliches Grzas für Mt- und FnudKreis Saunn.

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Die iäusgespaltene Petitzeile oder Mn X«M W ^ im Nâmenteü die Zell« U Pfg.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

verantioorü. Matt S. Schreckes W' HM»

Nr. 202

Fernsprochanschlutz Nr. 605

Samstag den 29. August

F-rnsprechanschlutz Nr. 605.

1908

Lie ientWRnmer nW Ma S.tlMMMtt

14 Seiten

^lmtitches. Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in der Ge­markung Langenselbold belegene, im Grundbuche von Langen­selbold Blatt 2502 zur Zeit der Eintragung des Versteige­rungsvermerkes auf den Namen der Ehefrau des Maurers Wilhelm Friedrich Sitter, Maria geb. Gasche, zu Langenselbold eingetragene Grundstück:

Krtbl. 65 Nr. 84/6 :c Feldstraße Nr. 40, 3,38 ar,

a) Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten, 150 Mk. Nutzungswert,

b) Stallgebäude mit Abort,

am 23. Oktober 1908, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle versteigert werden.

Langenselbold den 19. August 1908.

__________Königliches Amtsgericht. 17137

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Die Generalversammlung des Zweigvereins vom Roten Kreuz findet

Mittwoch den 2. September 1908, nachm. 4 Uhr, iM ^Nagistrat ssttzungssaal des ^at§auy|ji|i^^ orbnung ^^^.^

2. Bericht der Rechnungsprüfer über die vom Schatz­meister gelegte Rechnung,

3. Wahl der Rechnungsprüfer für die Rechnung des Jahres 1908.

Hanau den 27. August 1908.

Der Vorstand des Zweigvereins vom Rotèn Kreuz.

Dr. Gebeschus. 17125

Bekanntmachung.

âbeitsuchende in der Zeit vom 22. bis 28. August 1908 :

1 Arbeiter, 1 Bureandiener, 1 Hammer- arbeiter, 3 Hausburschen, 1 Schneider, 4 Tagelöhner, 1 Waschfrau

Hanau den 29. August 1908. 17127

Städtische Arbeitsvermittelunqsstelle.

Dienstnachrichten aus dem Kreise.

I^kob Weißen st ein in Roßdorf und Karl Otto K ö n i 5 in Großauheim sind als Feldschützen bestätigt worden.

politische Rundschau.

Zur Erleichterung des Grenz- und Reisever­kehrs nach Deutschland und Oesterreich-Ungarn ernannte die russische Regierung eine Sonderkommission, um die Paß- und Zoll-Revision auf den Grenzstationen zu vereinfachen.

Ein evangelisches Liebeswerk in Böhmen. Das schnelle Wachstum der evangelischen Kirche Oesterreichs in den letzten zehn Jahren hat einen empfindlichen Mangel einheimischer Kräfte für das Kirchen- und Schulamt hcrvor- gerufen, der nur durch Berufung entsprechender Kräfte aus dem Deutschen Reiche einigermaßen behoben werden konnte. Aber der österreichische Protestantismus, erfrischt durch die mannigfachen, in der evangelischen Bewegung beschlossenen An­regungen sinnt auf Selbsthilfe. So schickt sich soeben die rührige evangelische Gemeinde von Eger zur Errichtung eines Schülerheimes an, das durch Aufnahme und plan­volle, bewußt evangelische Erziehung von Mittelschülern und Lehramtszöglingen einen tüchtigen Nachwuchs für den Dienst am Evangelium in Kirche und Schule heranbilden soll. Deutschböhmen hat trotz seiner zahlreichen Pfarrgèmeinden und Vikariate wie seiner zehn hochwichtigen evangelischen Schulen noch keine derartige Anstalt, die schließlich auch die staatlichen Lehranstalten mit evangelischen Lehrkräften ver­sorgen könnte, während es jetzt mangels evangelischen An­gebots nur sehr wenige evangelische Lehrer an öffentlichen Schulen Böhmens gibt. Die Kosten des Egerer Schülerheims betraf bei einem großen, günstig gelegenen Grundstücke 78 000 Mark, deren Aufbringung den auch sonst schon stark

für ihre kirchlichen Zwecke in Anspruch genommenen Evange­lischen Böhmens nicht allein, überlassen werden kann. Evangelischer Bund und Gustav Adolf-Verein haben bereits dem notwendigen Diasporaunternehmen ihr tatkräftiges Interesse zugewandt, doch ist die rege Anteil­nahme weiterer evangelischer Kreise an diesem Werke zur Förderung deutsch-protestantischer Interessen dringend er­wünscht. Gaben nimmt Pfarrer G. Fischer-Eger dankbar entgegen.

Der serbische Handelsvertrag. In derWiener Zeitung" vom 30. August wird eine Verordnung des Gesamt- ministeriums veröffentlicht werden, nach der der serbische Handelsvertrag auf Grund des Ermächtigungsgesetzes pro­visorisch in Kraft gesetzt wird. Für diesen im letzten Minister­rat gefaßten Beschluß war vor allem eine politische Erwägung maßgebend, die aus zwingenden Gründen nicht unberücksichtigt bleiben konnte. Die Regierung konnte sich um so eher ent­schließen, den Anforderungen der politischen Situation Rech­nung zu tragen, als durch das von beidep Häusern des Reichsrates beschlossene und allerhöchst sanktionierte Ermächti­gungsgesetz die volle gesetzliche Grundlage für die provisorische Inkraftsetzung des Vertrages gegeben ist. Wenn die Re­gierung nunmehr von der ihr erteilten Vollmacht Gebrauch macht, so vollzieht sie den vom Gesetz kundgegebenen Willen, ohne daß dadurch weiteren Beschlüssen deS Parlamentes in der Frage des serbischen Handelsvertrages vorgegriffen würde.

Die Kaisertage in den Reichslanden.

Metz, 28. Aug. Der Kronprinz und die Kronprinzessin, sowie Prinz und Prinzessin Eitel Friedrich sind heute nach­mittag 2 Uhr nach Straßburg abgereist. Der Kaiser und die Kaiserin mit den Prinzen August Wilhelm und Oskar sind mittels SouLerzuges heute nachmittag .3. Uhr glüchMs nach Straßburg abgereist.

Stratzbnrg, 28. Aug. Die Ausschmückung der Straßen, die die kaiserlichen Herrschaften heute und morgen passieren werden, ist vollendet. Der monumentale Bahnhof mit dem anschließenden Platz ist reich mit Blumengewinden geschmückt, um die sich violette Tücher und Wimpeln schlingen. Abgeschlossen wird der Platz durch die alte Straßburger Stadtfahne, Maria mit dem Jesuskinde darstellend. Die ab­schließende Kueßstraße weist gleichfalls reichen Schmuck von Pflanzengrün und violetten Bändern und Fahnen auf. An ihrem Ende erhebt sich der Triumphbogen, an dem Bürger­meister und Gemeinderat dem Kaiserpaare die Begrüßung im Namen der Stadt entbieten wollen. Der Charakter auf der Feststraße ändert sich wiederholt. Andere Farben geben den Grundton an und auch die Motive der architektonischen Ge­staltung wechseln von Straße zu Straße, da es jedem Architekten überlassen wurde, den ihm überwiesenen Straßen­zug nach eigenem Ermessen durchzuführen. Das Wetter ist regnerisch.

Stratzburg) 28. Aug. Um 4 Uhr 50 Minuten traf von Metz der Sonderzug ein mit dem Kronprinzen und der Kronprinzessin, dem "Prinzen und der Prinzessin Eitel Friedrich, den Prinzen August Wilhelm und Oskar, dem König von Sachsen, dem Großherzog von Baden, dem kaiserlichen Statthalter Grafen Wedel und den General­feldmarschällen v. Hahnke und Graf Häseler. Der König und der Großherzog verließen den Bahnhof, vor dem bereits eine Ehrenschwadron des 9. Husarenregiments Aufstellung genommen hatte, und fuhren durch das Truppenspalier zu ihren Quartieren. Die preußischen Fürstlichkeiten nahmen in den Fürstenzimmern des Bahnhofs den Tee ein. Herzog Albrecht zu Württemberg war bereits vorher eingelroffen. Um 5 Uhr 47 Minuten traf der kaiserliche Sonderzug mit dem Kaiserpaar ein. Auf dem Bahnhof fand großer mili­tärischer Empfang statt. Hier hatte sich das große Haupt­quartier, der kommandierende General Henschel von Gilgen­heimb mit der Generalität des Armeekorps, der Statthalter- Graf Wedel, der Gouverneur von Straßburg, General v. Moßler und der Kommandant von Straßburg, General v. Thiesenhausen, eingefunden. Nach der Begrüßung schritt der Kaiser die Front der Ehrenkompanie des 1. Unter- Elsässischen Infanterie-Regiments Nr. 132 ab, die hierauf einen Vorbeimarsch ausführte. Darauf begann der Einzug in die Stadt, eröffnet vom Polizeipräsidenten. Dic^Kaiscrin hatte mit der Kronprinzessin und der Prinzessin Eitel Friedrich im offenen Wagen Platz genommen. Hinter diesem ritt der Kaiser in einer Reihe mit seinen vier Söhnen, zwei zur Rechten, zwei zur Linken. Der Kaiser trug die Uniform eines Generalfeldmarschalls, die Prinzen die des 1. Garde- regiments. Eine Schwadron des 2. Rheinischen Husarcu- regiments Nr. 9 geleitete sic. Die Glocken läuteten, cs wurde Salut geschossen, die Kapellen der Spalier bildenden Truppen setzten mit dem Präsentiermarsch ein und ein viel­tausendköpfiges Publikum begrüßte den Zug mit andauernden

Kundgebungen, die sich an der Tribüne, wo Bürgermeister und Gemeinderat zur Bewillkommnung Aufstellung genommen hatten, zu einem ungeheuren Jubel steigerten. Bürgermeister Dr. Schwanker trat, vom Kaiser mit einem Händedruck be­grüßt, heran und hielt folgende Ansprache:

Bei dem feierlichen Einzug in diese Stadt, deren Namr durch eine Reihe von Ueberlieferungen und durch unvergäng- liche Liebesschönheit in das Herz der Nation hineingeschrieben und hineingesungen ist, wollen Eure Majestät huldvoll den Gruß des Willkomms entgegennehmen, den bit Vertreter der Stadt in Ehrfurcht darbringen. Das Straßburg der letzten Jahrzehnte genießt unter so vielen reichen und großen Städten, die im weiten deutschen Land« blühen, die hohe Auszeichnung, Ihre Kaiserlichen Majestäten des öfteren auf ihrem Gebiet verweilen zu sehen. Alljährlich ziehen festliche Tage herauf, da unter Glockengeläut und Fahnenrauschen die Bürger sich auf den Straßen versammeln, um ihren Kaiser zu begrüßen, und in ganz frischem Gedenken, besonders unserer Frauen, lebt noch das huldvolle und eindringende Interesse, das Ihr« Majestät die Kaiserin erst kürzlich den Wohltätigkeitsanstalten bewiesen hat, deren Pflege uns so sehr am Herzen liegt. Heute, da Eure Kaiserlichen Majestäten aus besonderem und seltenem Anlaß in Straßburg einziehen, haben Rat und Bürgerschaft sich bemüht, der Stadt nach Kräften ein be­sonders hochgestimmtes Feierkleid zu geben und die Anwesen­heit Eurer Majestät als ein allgemeines Freudenfest zu be­gehen. Von uns, den erwählten Vertretern der Stadt, sei in dankbarer ehrfürchtiger Liebe der Wunsch, den alle hegen, ausgesprochen, daß Eure Kaiserlichen Majestäten im Umkreise unserer Mauern Stunden der Befriedigung verleben mögen und für uns selber, für die Stadt und ihr ferneres Schicksal der Wunsch und die Bitte um Fortdauer der Anteilnahme, die Eure Majestäten dem alten Straßburg und mehr noch dem neuen, der neuzeitlichen Entwicklung zudrängenden Straß­burg, bisher bewiesen haben."

Auf die Begrüßungsansprache des Bürgermeisters winkte der Kaiser diesen zu sich heran und dankte ihm mit herzlichen Worten für den herzlichen Empfang. Er sei außerordentlich erfreut, die Stadt so künstlerisch geschmückt zu sehen. Die Ausschmückung sei sehr hübsch und habe ihm sehr gefallen. Er sei ja schon öfters in der Stadt gewesen, um das sagen zu können. Er kenne daher auch die Bedürfnisse und Wünsche der Stadt, für deren Entwicklung er immer ein großes Interesse gehabt habe. Das werde er ihr auch in Zukunft beweisen. Er habe schon in Metz darauf hingewiesen, daß unsere Städte eine,Figur bekämen, für die die alte Taille nicht mehr paßt. Es sei natürlich, daß das Streben der Städte dahin gehe, ihr Weichbild weiter und umfangreicher zu gestalten. Er werde stets gern bereit sein, in dieser Hin­sicht auch für die Stadt Straßburg einzutreten. Damit reichte der Kaiser dem Bürgermeister zu einem kräftigen Händedruck die Hand. Nach huldvoller Verabschiedung von dem Ge­meinderat setzte sich unter dem betäubenden Jubel der Menge, die Kopf an Kopf hinter dem Spalier der Garnison stand und fort und fort die Begrüßung erneuerte,' der Zug der Fürstlichkeiten nach dem Kaiserpalast in Bewegung. Hier traf das Kaiserpaar mit seiner Begleitung kurz vor halb 7 Uhr ein. Eine Ehrenkompanie vom 4. Lothr. Jnf.-Regmt. Nr. 136 erwies die Honneurs. Unmittelbar nach dem Ein­treffen fand großer Zivilempfang statt. Um 7 Uhr 3 Min. traf der Herzog von Sachsen-Koburg und Gotha hier ein. Zum Ehrendienst -bei dem Herzog ist Major v.. Fabeck vom Großen Generalstab befohlen. Zur Abendtafel im Kaiser­palast um 8 Uhr war eine Anzahl von Einladungen ergangen.

Die Lage in Marokko.

Paris, 28. August. Nach einer Meldung desMatin" soll El M e n e b b i gegenwärtig bemüht sein, an einem 16 Kilometer von Tanger entfernten Punkte eine aus asisischen und hafidffchen Elementen bestehende Mahalla zu bilden, um für seine Zwecke auf eine größere Wehrmacht rechnen zu können.

Die Vorgänge in der Türkei.

Konstantinopel, 28. August. (Wien. Korr.-Bur.) Der Sultan empfing heute zum erstenmale die zur Erbfolge berechtigten sowie alle übrigen Prinzen.^ Drei von den hervorrogendsten Mitgliedern des hiesigen jungtürkischen Komitees sind nach Saloniki zu Beratungen mit dem dor­tigen Komitee abgereist. Das Polizeiministerium erklärt kategorisch die Nachrichten für v ollkommen unbegründet, nach denen bei der Brandkatastrophe viele umgekommen sein sollen. Ebenso feien die Meldungen über Brandstiftungen maßlos aufgebanscht. Heute nachmittag sind vier Kriegs­schiffe nach Smyrna ausgelaufen. In den hiesigen Werk­stätten der Orientbahn sind die Arbeiter in den Aus­stand getreten. Sechs Rädelsführer wurden verhaftet. Im Laufe des Tages sind 000 Bulgaren, unter ihnen viele Mohammedaner, hier eingetroffen und festlich emp­fangen worden.

Konstantinopel, 28. Aug- Der Sultan empfing nach dem Selamlik den deutschen Botschafter Frhrn. Marschall v. Bieberstein.