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Ausübung der Kinderp flcge in Kesselstad t.
Die Kinderpflegerin Fräulein Neumann müßte an sich auch nach Eingemeindung von Kesselstadt die Kinderpflege in dem früheren Gemeindebezirk Kesselstadt besorgen. Es erschien jedoch angemessen und wurde sowohl von dem Be- zirksvorsteher Geibel als auch von der Armen-Kommission empfohlen, die Funktionen der Kinderpflegerin im vollen Umfange für den bisherigen Gemeindebezirk Kesselstadt der seit Jahren dort beschäftigten, im Schulhause der Kleinkinderschule wohnenden Krankenschwester Katharine zu Übertragen. Dieselbe hat bessere Ortskenntnis wie Fräulein Neumann, die von ihr zurückzulegenden Entfernungen innerhalb KesselstadtS sind gering, während der bisherige Bezirk Hanau schon räumlich übergroß genug für die Kinderpflegerin Fräulein Neumann ist. Auch die Verabfolgung von Kindermilch wäre durch die Schwester Katharine zu besorgen. — Wird genehmigt.
Wahlen.
In den Ausschuß zur Wahl von Schöffen und Geschworenen, dem seither die Herren Alberti, Hengsberger und Craß angehörten, wird anstelle des Herrn Hengsbergcr Herr Heinrich Jost gewählt. Die anderen beiden werden wiedergewählt.
Hauptgasrohr sträng u n b Wasserleitungsrohr in der Nord st raße.
Im Anschluß an die Verlegung der Schienen der elektrischen Straßenbahn in der Nordstraße haben die Körperschaften die vollständige Neupflasterung derselben beschlossen. Zur Vermeidung späterer Wiederaufbrüche, um die Gas- und Wasserleitungen auf ihre Dichtheit zu kontrollieren und evtl, schadhafte Stellen auszubeffern, erschien es notwendig, diese Arbeiten vor der Neupflasterung auszuführen. Diejenigen an der Wasserleitung sind geringfügiger Natur und können aus laufenden Mitteln bestritten werden. Bezüglich der Gasleitung erschien eine vollständige Umlegung des Rohres erforderlich, wobei das zurzeit vorhandene 125 mm weite Hauptrohr durch ein solches von 200 mm lichter Weite ersetzt wurde, was für die bessere Versorgung des Nordviertels in späteren Jahren ohnehin erforderlich gewesen wäre. Die Kosten hierfür abzüglich des zurückzunehmenden und wieder zu verwendenden Materials sind auf 3450 Mark veranschlagt. Da die Gleisverlegung in der Nordstraße bevorstand, so ist durch Beschluß der Baukommission vom 14. Mai die Kontrolle des Wasserrohres und die Auswechselung des Gasrohres genehmigt worden. — Die Versammlung nimmt hiervon zustimmend Kenntnis.
Erweiterung des städtischen Gaswerks.
Unser städtisches Gaswerk erweist sich seit einiger Zeit den gestellten Anforderungen gegenüber als unzulänglich. Herr Direktor v. Gäßler hat über die zweckmäßigste Art der Erweiterung des Werkes vor einiger Zeit einen Bericht ein» gereicht, der in eingehender Weise die verschiedenen Möglichkeiten des Um- bezw. Neubaues würdigt und von der Gaswerkskommission geprüft wurde. Diese erklärt sich von dem Bericht sehr befriedigt, hält es aber angesichts der großen Ausgabe doch für notwendig, auch noch weitere Sachverständige in dieser Sache zu hören. Es handelt sich einmal darum, zu untersuchen, ob der Neubau in der vorgesehenen Art und in dem vorgeschlagenen Umfange notwendig bezw. wirtschaftlich ist, sodann, ob die vorgeschlagenen Kammeröfen als das wirtschaftlich beste System für die Gasausbeute zu empfehlen sind und daneben noch um Prüfung der Frage, ob an dem gegenwärtigen Platze eine genügende Erweiterungsmöglichkeit des Werks vorhanden ist, oder ob sich eine Verlegung des Werks empfiehlt, wobei noch die Unterfrage mit zu prüfen wäre, ob die zu erhaltenden Teile des Werks, speziell die Gaskessel, an der gegenwärtigen Stelle zu belassen oder an die eventuelle neue Stelle überzuführen sind. In Aussicht genommen wurden als Sachverständige Geheimer Hofrat Dr. Bunte in Karlsruhe, einmal deswegen, weil er eine anerkannte Autorität auf dem Gebiete des Gaswesens ist, sodann, weil er theoretisch und praktisch das System der Kammerösen durchgearbeitet hat, und endlich, weil er bereits vor fast zwei Jahrzehnten ein Gutachten über unser Gaswerk erstattet hat. Als in der Praxis stehenden Sachverständigen, in dessen Werk Retorten aller Systeme in Betrieb sind, schlägt die Gaswerkskommission den Direktor des Hamburger Gaswerks Grasbrook vor. Die Mittel, welche für Honorierung der zu erstattenden Gutachten erforderlich sind, können ihrer Höhe nach nicht angegeben werden, weshalb ein bestimmter Betrag nicht beantragt ist. Die Versammlung erklärt sich mit der Einholung der Gutachten einverstanden.
Kleinere Vorlagen.
Bei der Errichtung des städtischen Pflegehauses wurden 750 Mk. der vorgesehenen Baukosten erspart. Dieselben werden in Nestausgabe gestellt' — Einem Gesuch des Herrn W. B l u m e n t r i t t um Aenderung der Straßenfluchtlinie am Salisweg wird, da öffentliche Interessen nicht entgegenstehen, auch das Anschnciden eines bestehenden Gebäudes durch die Aenderung nicht eintritt, entsprochen. — Die Überschreitungen bei der Begräbniskasse für 1907 im Gesamtbetrags von 843.04 Mk. werden nachbewilligt, desgleichen die Ueberschreitungen bei der Schlachkhoskasse im Betrage von 407.79 Mk. — Dem Verkauf des kleinen Grundstückes EE 541/38 an Friedrich Rödiger zum Preise von 8 Mk. pro Quadratmeter wird zugestimmt. — Für die Anschaffung eines Schrankes für die Stadtkreislehrerbibliothek werden 135 Mk., zur Beschaffung eines Bücherregals für die Stadtbücherei 167.40 Mk. bewilligt. — Bei der Armenkasse ist im Jahre 1907 eine lieber» schreUung der vorgesehenen Ausgaben um 4552.42 Mk. eingetreten, die nachbewilligt werden. — Der Versetzung der Schuldienerin Adloff in den Ruhestand wird zugestimmt. Das Ruhegehalt beträgt iâbrlich 555 Mk.
Frettan
Aenderung in der Organisation der S ! c u c r v e r w a l t u u g.
Die Arbeiten der Stcucrverwaltung haben in den letzten Jahren in so bedeutendem Umfange zugenommen, daß sie mit den vorhandenen Arbeitskräften nicht mehr bewältigt werden können. Der Magistrat hat deshalb beschlossen, das Personal der Steuerverwaltung alsbald um einen Assistenten und einen Kanzlisten zu vermehren. — Auf eine Anfrage des Stadtv. Schwabe, ob die Beamten dauernd für das ganze Jahr gleichmäßig nötig sind, oder ob sie zu gewissen Zeiten in anderen Verwaltungszweigen verwendet werden können, entgegnet der Herr Oberbürgermeister, ba^ daran nicht zu denken sei, da durch die neuen Beamten nur d'ie dringendste Arbeiis- cntlastung herbeigeführt werden kann. — Stadtv. Salo- m o n bringt den Umstand zur Sprache, daß die Steuerzettel immer sehr verspätet zugestellt werden und daß durch diese zwei Zahlungstermine dicht aufeinanderfolgen, wodurch bie. gering bemittelten Steuerzahler in Verlegenheit kämen. Er bittet, lieber drei neue Beamte anzustellen, wenn dadurch diesem Mißstand abgeholfen werden könne. — Nach den Darlegungen des Herrn Oberbürgermeisters läßt sich dieser Uebelstand, der auch von der Stadtverwaltung unangenehm empfunden werde, aber auch durch eine noch wesentlichere Vermehrung der Beamtenzahl nicht beseitigen. — Der Anstellung der beiden neuen Beamten wird darauf zugestimmt.
Kleinkinderschule zu Hanau-Kesselstadt.
Für den Bau der Kleinkinderschule in Kesselstadt waren von den früheren Kesselstädter Gemeindekörperfchaften 28 000 Mk. bewilligt. Die Bauausführung hat gekostet 28 443.62 Mk. Dazu kamen die Kosten der Bauleitung, welche der Architekt Wilhelm Wild in Hanau-Kesselstadt für 2S4 Proz. der Abrechnungssumme übernommen hatte, mit 782.20 Mk., sodaß insgesamt 29 225.82 Mk. verausgabt sind, also eine Ueberschreitung von 1225.82 Mk. eingetreten ist. Diese Ueberschreitung ist durch den Gemeinderatsbeschluß von Kesselstadt vom 20. Mäitz 1907 erfolgt, der an Stelle des genehmigten Projektes ein anderes abgeändertes genehmigte. Während die Kostenanschläge nach dem ersten Projekt aufgestellt sind, erfolgte die Ausführung nach dem zweiten, wobei nur die Einheitspreise des ersten Projekts zu Grunde gelegt wurden. Die Ueberschreitung von 1225.82 Mk. wird nachbewilligt.
Latrinenabfuhrvertrag.
Der Vertrag über Latrinenabfuhr mit dem Landwirt Jung läuft am 1. September d. J. ab. Eine Aenderung des Vertrages hat sich infolge des Baues der elekrischen Straßenbahn als notwendig herausgestellt. Die Straßenbahn macht es unmöglich, aus einer Reihe von Grundstücken währeud der Tageszeit die Latrinenabfuhr zu bewirken. Es muß deshalb die Nachtzeit oder doch die Zeit vor 6 Uhr- morgens dazu benutzt werden. Für die Abfuhr zu dieser Zeit verlangt Jung eine Erhöhung der bisher gewährten Entschädigung. Diese Entschädigung betrug bisher für 1 Kubikmeter über 20° schwere Latrine 50 Pfg., für solche unter 20° 1 Mk. Verlangt werden jetzt für 1 Kubikmeter Latrine über 20° 2 Mk., und von solcher unter 20° 3 Mk. Wie oben erwähnt, gilt diese Preiserhöhung nur iür die zur Nachtzeit oder vor 6 Uhr morgens abzufahrende Latrine. Außerdem soll bei der Entleerung von Gruben auf solchen Grundstücken," bei denen die Latrinenmaschine wegen des Straßenbahnbetriebes nicht unmittelbar vor dem Hause stehen kann, seitens der Stadt ein Arbeiter zur Hilfeleistung bei der Verlegung der Schlauchleitungen gestellt werden. Eine Verpflichtung, die Latrine aus Gruben abzufahren, die nur während der Nachtzeit oder von der nächsten Straßenecke aus entleert werden können, will der Unternehmer überhaupt nicht übernehmen, um sich gegen etwaige Konventionalstrafen zu sichern. In solchen Fällen würde dann die Latrine durch den jeweiligen städtischen Fuhrunternehmer abzufahren sein.
DerVertrag wird unter denangegebenen Bedingungen auf 2 Jahre verlängert.
Errichtung eines Depots für Kinder milch bei der Wartefrau Barthmann.
Die Verabfolgung von Kindermilch findet nicht immer so regelmäßig statt, wie dies im Interesse der Säuglinge notwendig ist. Hier und da ist Vergeßlichkeit der Milchmädchen die Ursache, an den Sonntagen aber ist häufig die kurze zur Austragung der Milch zur Verfügung stehende Zeit an dem Uebergehen einzelner Milchabnehmer schuld. Der Magistrat hat deshalb die Errichtung einer Milchausgabestelle beschlossen unter Bewilligung der Kosten für Beschaffung eines Eisschrankes. Die übergangenen Milchempfänger können die Milch nunmehr bei Frau Varthmann, Langstraße 43, abholen lassen. Diese erhält eine jährliche Entschädigung von 30 Mk. — Wird genehmigt.
Teuerungszulage iür Trichinenschauer.
Der Magistrat hat beschlossen, den Trichinenschauern für 1907 eine Teuerungszulage von je 100 M. zu bewilligen und führt dazu aus: Da die Trichinenschauer neuerdings zwar auf Widerruf, aber mit Pensionsberechtigung angestellt sind, so erschien es angezeigt, ihrem Anträge gemäß ihnen für das Jahr 1907 eine Teuerungszulage zu bewilligen. Der Höchstgehalt der Trichinenschauer beträgt 1200 M. Die Teuerungszulage für 1907 würde eine Gehaltszulage für 1908 mindestens in Höhe von 100 Mk. in sich schließen. — Wird genehmigt.
Beschaffung von Baumstangen und Bäumen.
Auf den Straßenstrecken, die die Stadt seit dem 1. April 1908 vom Bezirksverband in Unterhaltung übernommen hat, stehen 1594 Bäume, von denen 250 Stück junge Bäume Baumstangen brauchen, während 20 Bäume neu gesetzt werden müssen.
AIs Entschädigung für die Unterhaltung dieser Straßenstrecken erhält die Stadt 3740 M., wovon rund 210 M. vom Lantwsbauamt jährlich für Baumpflanzungen verwendet werden. — Auch die Kosten für die erwähnten Arbeiten betragen 210 M., die bewilligt werden.
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____________—_______28. August
Vereins- n. Vergnngnngsnachrichten für Freitag den 28. August.
Ev. Männer- u. Jünglingsverein: Pofaunenblasen (Ev. Aereinshaus).
Turn- u. Feckstklub: Abends 6—7'/, Uhr: Turnen der Damenabteilung: 8'/»—10 Uhr: Fechten.
Turngesellschaft: Abends van 8—10 Uhr: Turnen der Ingendabteilung.
Turnverein: Abends von 8—1® Uhr: Turnen der Jugendabteiluug.
Erster Athleten - Verein: Abends von 9—11 Uhr: Uebnngsstunde im Vereinslokale (Nestanration Sandhof).
Drain.-Liter. Verein Hanau: Vereinsabend im „Earlsberg".
Humoristischer Musikverein „Germania": Von 9—11 Uhr: Uebnngsstunde (Restauration „zum Sandhof').
Verein f. Homöopathie u. Naturheilkunde: Vortragsabend (Stadt Bremen), Erster Hananer Kellnerverein: Vereinsabend in der „Harmonie". Hanauer Kellnerverein (gegr. 1880): Vereinsabend bei Ulsamer.
Erster Hanauer Kellnerbund 1905: Vereinsabend im „Elephanten*.
Klub „Amicitia": Vereinsabend im Gasthaus „zum Elephanten". Sänger-Quartett: Vereinsabend in der Brauerei Orschler.
Klub „Schlaraffia": Vereinsabend in der „Allemania".
Klub „Fraternitas: Klubabend in den „3 Schwanen".
Verein der Badener: Vereinsabend in der „Brauerei Beck". Kegelklub „Neuntöter*: Kegelabend im „Elefanten". Kegelklub des ,,D. H. V-": Kegelabend in der Turnhalle. Katholischer Gesellenverein: Vereinsabend im „Braustüb'l". Freitags-Gesellschaft Carlsberg: Restaurant „Carlsberg". Gesellschaft „Scharfes Eck": Vereinsabend.
Gesellige Verbindung „Melitta": ValO Uhr: Stammtisch Gasthans „zu» goldnen Gerste". .
Bicycle-Klub 1896: Klubabend im „Kaiser Friedrich".
Merkes'scher Stenographen-Verein: Fortbildungskursus „zur Sonne".
Gabclsberger Stenographen - Verein lLokal: .Frankfurter Bau", Eingang Lindenstraße): Abends von 8—9 Uhr: Anfängerkursus, 9—10: Uebnngsstunde der Praktiker-Abteilung (Redeschrift.)
Guttempler-Loge zur Höhe, Paradeplatz 1: Abends: Freie Zusammenkunf t Gäste willkommen.
Gesellschaft „Lustige Brüder": Klubabend bei Heinrich Vowinkel.
Oessentlikher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterrrna für die Zeit vom Abend des 28. August bis zum nächsten Abend.
Veränderlich. Neigung zu leichten Regenfällen. Etwas wärmer.
Hus Hab und fern.
r- Marburg, 27. August. Das Schöffengericht verurteilte heute den Maurer M., der einer Frau eine ätzende Flüssigkeit ins Gesicht schüttete, zu 9 Monaten Gefängnis
Vacha, 27. Aug. Auf dem benachbarten Kalischacht ' der Gewerkschaft Heringen brachen heute nachmittag Wasser durch. Die auf der Schachtsohle arbeitenden Leute konnten sich mit großer Mühe retten, dagegen ertrank der Obersteiger Bormann bei den Rettungsarbeiten.
8 Friedberg, 27. Aug. Einen Ausflug nach Hanau gelegentlich des großen landwirtschaftlichen Festes, verbunden mit einer Ausstellung, veranstalten am 4. September die Vereinigten Landwirte der Wcttcrau und der Umgebung von Frankfurt. Der Ausflug soll den Vereinigten Landwirten das ausgefallene Sommerfest ersetzen.
Drahtnachrichten
Graf Zeppelin.
Friedrichshafen, 27. Aug. Graf Zeppelin hat von dem Prinzen Heinrich von Preußen folgendes Schreiben erhalten :
„Eurer Exzellenz gestatte ich mir im Anschluß an mein Telegramm vom 12. d. M. anliegenden Scheck auf die Reichsbank über die Summe von 5364 Mark 54 Pfg. als Ertrag einer freiwilligen Sammlung der Seeoffiziere, Marine- ingenieure, Sanitätsoffiziere, Beamten, Deckoffiziere und Fähnriche der Hochseeflotte zu übersenden als Beitrag der Hochseeflotte für den Neubau eines Luftschiffes. Die Hochseeflotte befand sich im Nordantiantic, als die Kunde von dem Mißgeschick des Luftschiffes ihr drahtlos übermittelt wurde. Die Trauer über diesen Vorfall war ebenso allgemein wie der Wunsch, durch pekuniäre Hilfsmittel sich an dem schleunigen Wiederaufbau eines bisher bewährten Systems zu beteiligen. Eure Exzellenz bitte ich, mir glauben zu wollen, daß ich außerordentlich gern nicht nur meine Genehmigung zu dieser Sammlung' gab, sondern mich sofort zur Annahme der Beiträge und Üeberführung derselben an ihren Bestimmungsort bereit erklärte, erfreut über den gesunden, mutigen und patriotischen Sinn, der in unserem Seeoffizierkorps lebt, einem Korps, welches gewohnt ist, in seinem Berufe mit Mißerfolgen und Verlusten jeder Art zu rechnen, hervorgerufen durch elementare Naturgewalten. Mit meinen Untergebenen weiß ich mich eins in dem Wunsche, daß es Eurer Exzellenz in kurzer Zeit gelingen möge, ein neues, den Anforderungen der Flugtechnik entsprechendes und den Elementen trotzendes Luftschiff zu bauen, welches als Produkt zäher Ausdauer eines deutschen Mannes dem Auslande die Bewunderung sowie Anerkennung abtrotzen soll.
Mit diesem aufrichtigen Wunsche und der nochmaligen herzlichen Bitte um Annahme der Stiftung verbleibe ich als Eurer Exzellenz sehr aufrichtig und alle Zeit ergebener
(gez.) Heinrich, Prinz von Preußen, Admiral und Chef der Hochseeflotte."
Graf Zeppelin hat an den Prinzen Heinrich ein Antwortschreiben gerichtet, in dem er allen Angehörigen der Hochseeflotte für den hochherzigen Ausdruck be' Anteilnahme und Hilfsbereitschaft dankt und hervorhebt, daß gerade das wohlwollende Urteil des Prinzen Heinrich, des berufensten Vertreters der Interessen der Flotte, ihm besonders Mut und Kraft gegeben habe, seine Arbeiten in der begonnenen Weise fortzusetzen. Das Schreiben führt dann wörtlich fort: „In hohem Maße tröstlich gegenüber manchen Auffassungen, die in der Zerstörung meines Lustschiffes einen fast unvermeidlichen Vorgang für alle starren Luftschiffe sehen, ist mir das Vertrauen der Seeoffiziere, die Er^c Königliche Hoheit selbst als ein KorpS bezeichnen, das ge= wohnt ist, in feinern Berufe mit Mißerfolgen und Verlusten zu rechnen, hervorgerufen durch elementare Naturgemalten. Sollte diese Ansicht, daß der Verlust eines gewissen Prozentsatzes von FahWeugen utwermeiblid) ist, Gemeingut aller werden, so werde ich daS der bahnbrechenden Kraft der von Eurer Königlichen Hoheit und bem Eeeuffizierkorps vertretenen großzügigen Auffassung verdanken."